Drei Frauen und zwei Männer stehen während eines Termins der ZERA Gruppe rechts und lins neben einem Flip-Chart und lächeln in die Kamera. 26 Jun 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

1. ZERA Gruppe der Reha GmbH zieht positive Bilanz

Reha GmbH bietet erfolgreich 1. ZERA Training an

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist es oft sehr schwierig, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Dabei ist das richtige Maß an sinnvoller Beschäftigung ganz wichtig für die seelische Gesundheit und ein möglichst selbstbestimmtes Leben. Die Lengericher Reha GmbH für Sozialpsychiatrie hat deshalb erstmals ein Gruppentraining angeboten, das Betroffenen den „Zusammenhang zwischen Erkrankung, Rehabilitation und Arbeit“ – kurz ZERA – deutlich macht. Das Konzept unterstützt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in strukturierten Schritten dabei, im Berufsleben wieder Fuß zu fassen. In Werkstätten für behinderte Menschen ist ZERA schon seit längerem etabliert. Eine ambulante ZERA-Gruppe – wie jetzt von der Reha GmbH angeboten –  ist bislang eher die Ausnahme. Nach dem achtmonatigen Kurs ziehen Organisatorinnen sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine ausgesprochen positive Bilanz.

„Ich weiß jetzt, an welche Stellen ich mich wenden kann.“

Detailaufnahme eines beschrifteten Flip-Charts, der die wichtigsten Punkte der ZERA Sitzung mit der Arbeitsagentur auflistet. Dazu gehören: Was beinhaltet die berufliche Rehabilitierung, welche Voraussetzungen gibt es, welche Leistungen bietet hier die Agentur für Arbeit.„Die ZERA-Gruppe hat mir sehr viel gebracht“, freut sich die 37-jährige Tatjana. „Ich weiß jetzt besser, was ich mir zutrauen kann und vor allem auch, an welche Stellen und Ämter ich mich bei der beruflichen Reha wenden kann.“ Und genau das war das Ziel des Trainings. Milena Onken, Leiterin der ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH, hatte das neue Angebot aufgenommen: „Ich finde das ZERA-Konzept sehr gut, weil es auch die Selbsthilfepotenziale der Klienten aktiviert.“ Und ihre Kollegin, die Sozialpädagogin Ute Casser, ergänzt: „Wir haben im Kreis Steinfurt sehr gute Rehabilitationsangebote vom stundenweisen Zuverdienst über Werkstattarbeitsplätze bis zur Förderung von Stellen auf dem 1. Arbeitsmarkt. Doch selbst für Experten ist es schwierig, sich bei der Vielzahl von Maßnahmen und Kostenträgern zurechtzufinden. Hier wollten wir mit der ZERA-Gruppe Orientierung bieten.“

Eigene Stärken und Schwächen herausfinden

Im ersten Schritt befassten sich die sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstützt von Arbeitsmaterialien mit ihren Stärken und Schwächen. In Kleingruppen reflektierten die Frauen und Männer zudem ihre eigenen Erfahrungen mit Arbeit und Beschäftigung. „Bei Menschen mit psychischen Erkrankungen sind die erforderlichen Fähigkeiten oft vorhanden. Das Problem ist eher die Ausdauer“, sagt Ute Casser. „Hier ist es wichtig, die eigene Pufferzone zwischen Unter- und Überforderung zu kennen.“ Zudem wären viele Klientinnen und Klienten einfach sehr unsicher, was sie sich zutrauen könnten, so Milena Onken. „Eine psychische Erkrankung verändert das Leben der Betroffenen meist grundlegend, insbesondere auch im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen. Hier wieder mehr Sicherheit zu erlangen, ist essentiell für die erfolgreiche berufliche Rehabilitation.“

Persönliche Gespräche mit Ansprechpartnern für berufliche Reha

Wer seine Belastungsgrenze und seine Stärken und Schwächen kennt, kann besser ein für ihn geeignetes Reha-Angebot finden. Und diese Angebote lernte die ZERA-Gruppe im zweiten Programmteil kennen. Dabei erfuhr die Gruppe zum Bespiel, was der Unterschied zwischen beruflicher und medizinischer Rehabilitation ist, was das Berufsbildungswerk bietet und für wen eine Maßnahme zur Berufsorientierung geeignet ist.  „Wir haben verschiedene Fachdienste und Ämter besucht oder die Ansprechpartner persönlich als Referenten zu uns eingeladen“, berichtet Milena Onken. Dazu gehörten Ruth Schulte vom Integrationsfachdienst, Übergang Psychiatrie Arbeitsmarkt sowie Brigitte Duseck vom Übergang Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Zudem war die Gruppe zu Gast bei Heidi Panning von Lernen Fördern in Ibbenbüren. Die beiden Gruppenleiterinnen haben mit den vielen persönlichen Kontakten besonders gute Erfahrungen gemacht. „Der direkte Austausch mit den Experten ist nicht nur sehr gut bei der Gruppe angekommen. Er hat auch Berührungsängste abgebaut“, nennt Milena Onken einen wichtigen Effekt dieser Vorgehensweise. Zudem hat er die sozialen Kompetenzen gestärkt.

Viele Unternehmen beschäftigen keine Schwerbehinderten

1 Trainerin sowie ein Teilnehmer und eine Teilnehmer sitzen im Gruppenraum und hören aufmerksam dem Referenten des ZERA Termins zu.Dies ist beim vorletzten Gruppentreffen deutlich zu spüren. Sönke Delarue vom Reha-Team der Arbeitsagentur Rheine stellt ausführlich die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Agentur für Arbeit vor. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hören konzentriert zu, schreiben mit und stellen viele Fragen. Der Teamleiter benennt aber auch offen die Herausforderung: „Die Integration von Menschen mit Behinderungen gelingt häufig nur im Zusammenspiel verschiedener Akteure wie beispielsweise dem Integrationsamt oder dem Integrationsfachdienst“. Neben einigen Inklusionsbetrieben gäbe es eine große Zahl von Unternehmen im Kreis Steinfurt, die trotz Beschäftigungspflicht nach dem Schwerbehindertenrecht keine Schwerbehinderten einstellten. Hier müsse im Einzelfall sehr viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Drei Teilnehmerinnen nach ZERA Training auf Jobsuche

Für die meisten Teilnehmer der ZERA-Gruppe kommt aktuell ohnehin noch keine reguläre Beschäftigung in Frage, wie sie selber berichten. Aus Erfahrung wissen Ute Casser und Milena Onken, dass viele kleine Schritte mit allmählicher Steigerung der Belastung auch viel eher zu einem nachhaltigen Erfolg führen. Ob es dann schließlich ein Arbeitsplatz in einer Werkstatt für behinderte Menschen wird oder eine Stelle auf dem 1. Arbeitsmarkt, muss jeder für sich selbst herausfinden. Immerhin: Drei Teilnehmerinnen trauen sich schon eine geringfügige Beschäftigung zu, auch auf dem regulären Arbeitsmarkt. Nach dem erfolgreichen Start soll es nun weitere ambulant durchgeführte ZERA-Gruppen geben. Bei der Reha GmbH sind schon erste Anfragen für Plätze eingegangen.

 

 

Der Geschäftsführer der Reha GmbH hielt einen Vortrag zu Hilfen bei seelischen Erkrankungen 08 Jun 2019

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Aktuelles

Vortrag: Hilfen bei seelischen Erkrankungen

Herbert Isken präsentiert Reha GmbH beim Alt-Herren-Club Leeden

Eine psychische Krise kann jeden Menschen treffen. Umso wichtiger zu wissen, welche Hilfen es bei seelischen Erkrankungen vor Ort gibt. Aus diesem Grund hatte jetzt der Alt-Herren-Club Leeden den Geschäftsführer der Reha GmbH Herbert Isken zu einer Präsentation eingeladen. Das Thema des Vortrags lautete „Hilfen bei Abhängigkeit und psychischen Erkrankungen“.

Der Leedener Alt-Herren-Club ist eine Einrichtung der evangelischen Kirchengemeinde Tecklenburg. Pastor Wilfried Mahler gründete ihn vor 45 Jahren als Pendent zu den kirchlichen Frauengruppen. Über 50 Mitglieder treffen sich hier einmal im Monat zu Fachvorträgen, Gesprächen und weiteren gemeinsamen Aktivitäten. Beim jüngsten Treffen ging es nun um die sozialpsychiatrischen Angebote der Reha GmbH.

Herbert Isken skizzierte zunächst die Geschichte der Einrichtung, die aus zwei Vereinen hervorgegangen ist: dem „Gemeinnützigen Verein für die Rehabilitation psychisch Behinderter Steinfurt e.V.“ – kurz Reha-Verein –  sowie dem „Förderkreis für psychisch Erkrankte und Behinderte e.V. Lengerich“. Beide gründeten sich während der sozialpsychiatrischen Reformbewegung der 1970er und -80er Jahre. Und beide setzten sich von Beginn an aktiv dafür ein, die Situation psychisch kranker, suchterkrankter und geistig behinderter Menschen zu verbessern.

In den Anfängen waren vor allem Ehrenamtliche tätig. Er selbst sei vor 30 Jahren die erste voll beschäftigte Fachkraft gewesen, so Herbert Isken. Heute betreuen 95 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 10 verschiedenen Hilfebausteinen insgesamt 445 erwachsene Frauen und Männer. Der Geschäftsführer stellte die einzelnen Angebote vom Ambulant Betreuten Wohnen bis zum Zuverdienst kurz vor und erläuterte auch ihre Finanzierung.

Oberstes Ziel: Möglichst selbstbestimmt leben

Oberstes Ziel aller Hilfeleistungen sei es, dass die Klientinnen und Klienten ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen. Dabei betonte Herbert Isken, dass die Nutzung der Angebote grundsätzlich freiwillig sei. Die Reha GmbH ist mit ihrer sozialpsychiatrischen Arbeit von Beginn an fest in der Region verankert: So bestehe seit den Anfängen vor über 30 Jahren eine gute Zusammenarbeit mit der LWL-Klinik Lengerich. Im Laufe der Jahre sei auch die Zusammenarbeit mit den Ledder Werkstätten stetig intensiviert worden. Seit 2018 sind die Werkstätten nun die Muttergesellschaft der gemeinnützigen Reha GmbH. Zudem engagiere sich die Einrichtung auch in überregionalen Netzwerken für die Verbesserung der Situation von Menschen mit seelischen Erkrankungen.

„Mit den Informationen aus dem heutigen Vortrag können alle Club-Mitglieder bei Bedarf auch in ihrem Umfeld auf die wertvollen Hilfemöglichkeiten der Reha GmbH hinweisen“, betonte Wilfried Brönstrup von den Alten Herren. Das Fazit der Teilnehmer dieses Clubabends war sehr positiv: ein interessanter Vortrag mit vielen wichtigen Informationen.

Möchte mit Ihrer Lesung Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen: Sigrid Maedel steht mit einem Buchexemplar in der Hand zwischen dem Geschäftsführer der Reha GmbH sowie dem Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle im Café Regenbogen. Alle drei lächeln in die Kamera. 06 Mai 2019

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Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen

Lesung im Regenbogen: Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen

Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen, das wollte Sigrid Maedel mit ihrer Buchvorstellung in der Kontakt- und Beratungsstelle Café Regenbogen. Hier erlebten rund 20 Interessierte eine emotional berührende Lesung mit anregendem Erfahrungsaustausch. Zu dem Thema „Leben mit psychischer Erkrankung“ hatte die Reha GmbH erstmals zu einer Buchpräsentation eingeladen. Dabei stellte Sigrid Maedel¹ aus Angehörigensicht das Buch „Als ob der Mond die Erde berühre“ ihrer Schwester Paula vor. Die meisten Anwesenden waren sich einig: ein sehr gelungener Abend, weitere Veranstaltungen dieser Art wären wünschenswert.

Buchvorstellung aus Angehörigensicht

Sigrid Maedel sitzt an einem Tisch im Café Regenbogen und liest aus dem Buch ihrer Schwester vor.„Mit meiner Lesung möchte ich Betroffene ermutigen, immer wieder neu anzufangen im Leben. Und ich möchte zeigen, es gibt Wege aus der Krise und der Krankheit“, erläuterte Sigrid Maedel im Gespräch mit den Gästen ihr Engagement. Aus denselben Gründen habe auch ihre Schwester das Buch verfasst. Möglich sei ihr dies jedoch erst gewesen, nachdem sie von jahrelanger psychischer Erkrankung genesen war.

Das Buch Paula Maedels ist zwar ein autobiographischer Text, wie ihre Schwester einführend erklärte. Doch es ist kein chronologischer Bericht der Erkrankung. Vielmehr verbindet die Autorin Kindheitserinnerungen, Erlebnisse aus ihrem Erwachsenenleben sowie ihre persönlichen Erfahrungen mit ihrer psychischen Erkrankung in lockerer Reihenfolge miteinander. Geschrieben ist der Text aus der Perspektive der fiktiven Charlotte. Auch die anderen Namen und Orte hat Paula Maedel geändert.

Aus den unterschiedlichen Episoden las Sigrid Maedel einzelne Passagen vor. Dank der sorgfältigen Auswahl vermittelte sie dabei einen guten Eindruck vom Buch und seiner Autorin, die nach mehreren schweren Schicksalsschlägen psychisch erkrankt war. „Da nehme ich ganz viel mit“, sagte während der Diskussion eine Besucherin. Und eine andere ergänzte, dass sie viel von sich selbst wiedererkannt habe.

Sich selbst mit der Erkrankung akzeptieren

Länger diskutierten die Anwesenden darüber, wie wichtig es sei, sich selbst mit seiner Erkrankung zu akzeptieren. Paula Maedel war dies schließlich gelungen, wie sie am Ende des Buches schreibt: „Endlich kann sie sich so annehmen, wie sie ist: ein Mensch aus Fleisch und Blut, mit Schwächen und Stärken.“ Einig waren sich die meisten Anwesenden, dass die Diagnose einer psychischen Erkrankung insbesondere am Anfang sehr wichtig ist. Doch sie solle möglichst nicht das Leben der Betroffenen bestimmen, hieß es in verschiedenen Redebeiträgen.

Geschäftsführer Klaus Hahn betonte, dass dies zum Ansatz der Reha GmbH gehöre: „Bei unserer Arbeit konzentrieren wir uns auf die gesunden Anteile und Stärken unserer Klientinnen und Klienten. Das sind ihre natürlichen Ressourcen, die helfen das Leben mit psychischer Erkrankung möglichst gut zu bewältigen.“

Mehr Veranstaltungen zum Erfahrungsaustausch geplant

Paula Maedel ist schließlich genesen. „Sie ist eine ganz aktive Frau geworden und lebt ihr Leben wieder so, wie sie es vor ihrer Erkrankung getan hat“, berichtete ihre Schwester. „Als sie so schwer erkrankt war, insbesondere während der schizophrenen Phasen, hatte ich keinen Zugang mehr zu ihr. Jetzt telefonieren wir täglich.“ 

In Zukunft möchte die Reha GmbH häufiger zu Veranstaltungen in die Kontakt- und Beratungsstellte einladen. „Dabei möchten wir Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften die Gelegenheit geben, zu ausgesuchten Themen miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagte Klaus Hahn an. „Genauso wie es hier heute Abend so gut gelungen ist.“

die Namen der Autorin und ihrer Schwester sind Pseudonyme

Bürgermeister Wilhelm Möhrke, Unikat-Mitarbeiterinnen und Klaus Hahn haben sich im Geschäft des Unikats zum Foto aufgestellt. Wilhelm Möhrke übergibt der Unikat-Leiterin Sylvia Mathäa ein Präsent und schüttelt ihre Hand. Alle fünf Personen lachen dabei in die Kamera. 03 Mai 2019

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Wilhelm Möhrke besucht Unikat

Bürgermeister Wilhelm Möhrke überbringt Glückwünsche zum 10-jährigen Bestehen

Beim offiziellen Empfang zum 10-jährigen Bestehen des Unikats war er verhindert. Das konnte Lengerichs Bürgermeister Wilhelm Möhrke aber nicht davon abhalten, persönlich zum Jubiläum zu gratulieren. Er sagte sich jetzt spontan im Geschäft an der Münsterstraße zu einem Besuch an, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seine Glückwünsche zu überbringen.

Gute gesellschaftliche Integration

Unikat-Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa und der Geschäftsführer der Reha GmbH Klaus Hahn freuten sich über die Wertschätzung des Stadtoberhauptes. Der lobte die Reha GmbH für ihre Arbeit: „Ich finde es sehr gut, dass wir hier in Lengerich seit über 35 Jahren so eine Einrichtung haben, die sich mitten in der Gesellschaft verortet.“ Das Unikat habe dabei einen besonderen Stellenwert, so Wilhelm Möhrke. Zum einen ergänze das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt das innerstädtische Angebot um einen nicht-kommerziellen Aspekt mit attraktiver Auswahl. Zum anderen sorge es für eine gute gesellschaftliche Integration der Beschäftigten mit psychischen Erkrankungen.

Info-Veranstaltungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Klaus Hahn betonte, dass die Reha GmbH in fast 40 Jahren stets gut mit der Stadt Lengerich zusammengearbeitet habe. „Es war und ist unser Ziel, die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit seelischen Erkrankungen in der Region zu stärken.“ Um dies zu erreichen, habe die Reha GmbH ihre Hilfsangebote nach und nach erweitert. „Dabei haben wir uns immer an den Bedürfnissen der Menschen orientiert“, so Hahn. Das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt Unikat sei einer von vielen wichtigen Bausteinen mit einem besonders innovativen Konzept.

 

Ausschnitt des Buchcovers Als ob der Mond die Erde berühre, in dem Paula Maedel über ihr Leben mit psychischer Erkrankung berichtet 18 Apr 2019

BY: Reha GmbH

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Leben mit psychischer Erkrankung

Lesung im Café Regenbogen: Leben mit psychischer Erkrankung 

Lengerich. Lesen weitet den Blick und kann dem eigenen Leben ganz neue Anstöße geben. Für die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie ein guter Grund, empfehlenswerte Literatur vorzustellen. Erstmalig lädt die gemeinnützige Einrichtung deshalb zu einer Lesung ein. Sigrid Maedelaus Rheine wird das Buch ihrer ehemals psychisch kranken Schwester „Als ob der Mond die Erde berühre“ aus Angehörigensicht präsentieren. Dazu sind alle Interessierten zu Montag, 29. April 2019, ab 18:30 Uhr in das Café Regenbogen, Bahnhofstraße 34 in Lengerich eingeladen. Paula Maedel beschreibt in dem Buch ihr Leben mit psychischer Erkrankung.

Sigrid Maedel stellt das Buch ihrer Schwester aus Angehörigensicht  vor

Abbildung des Buchcovers mit dem Titel "Als ob der Mond die Erde berühre", in dem Paula Maedel ihr Leben mit psychischer Erkrankung beschreibt. Das Cover zeigt ein selbstgemaltes Bild überwiegend in dunklen Blau-, Brau-, Grüntönen, auf dem eine menschliche Gestalt allein in der Landschaft stehend von gelben Monstrahlen berührt wird.Paula Maedel wurde in Berlin geboren und wuchs nach dem frühen Tod der Mutter in Westfalen auf. Nach mehreren schweren Schicksalsschlägen innerhalb ihrer Familie erkrankte sie psychisch. Mehr als 20 Jahre lang verbrachte Paula Maedel immer wieder Wochen und Monate in psychiatrischen Einrichtungen. Diagnostiziert wurden Depressionen und Psychosen, wie Schizophrenie. Trotz ihrer schweren Erkrankungen habe ihre Schwester nie aufgegeben, berichtet Sigrid Maedel. Heute sei sie genesen.

Ihr Leben mit der psychischen Erkrankung hat Paula Maedel in einem biografischen Text mutig und offen zusammengefasst und als Buch veröffentlicht. Mit ihren „Zeilen“ möchte sie anderen mit einer ähnlich schweren Erkrankung Mut machen, ihr Schicksal anzunehmen, wie die Autorin im Vorwort schreibt.

Das Buch richtet sich gleichermaßen an Betroffene, Angehörige sowie alle Interessierten. Der Eintritt zu der Lesung im Café Regenbogen ist frei.

*Pseudonym

 

Aussenaufnahme von einem Geschäftshaus mit weißer Marmorverkleidung, auf der großen Fensterscheibe ist ein Schriftzug Café Regenbogen mit einem Regenbogen zu sehen.Aufnahme von einer Sitzecke mit roten Poltermöbeln vor dem Fenster des Café Regenbogens.

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Eindruck vom Blick in die Geschäftsräume des Unikats, in dem sich viele Gäste an Stehtischen unterhalten. 16 Apr 2019

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Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen

10 Jahre Unikat: Empfang zum Start der Jubiläumsaktivitäten

Ein einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen hat Geburtstag: Das Unikat der Reha GmbH feiert sein 10-jähriges Bestehen. Heute wurden die Jubiläumsaktivitäten mit einem Empfang eröffnet. Unikat-Mitarbeitende, Kollegen aus anderen Angebotsbausteinen der Reha GmbH, Kooperationspartnerinnen und -partner, Freunde und Kundinnen freuten sich gemeinsam über den nachhaltigen Erfolg dieses einzigartigen Projektes. Denn etwas Besonderes ist das Unikat zweifellos. Das wurden heute wieder einmal deutlich.

„Tolle Arbeitsatmosphäre ist das Wichtige“

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Die beiden Geschäftsführer der Reha GmbH stehen an einem Stehtisch im Geschäft Unikat und halten kurzen Ansprachen zum 10-jähriigen Bestehen.
Herbert Isken und Klaus Hahn bei ihrer kurzen Ansprache.

„Second-Hand-Läden gibt es viele“, sagte Reha-Geschäftsführer Herbert Isken. „Aber ihr habt hier wirklich ein einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen geschaffen. Das Wichtige daran ist die tolle Arbeitsatmosphäre. Und dazu haben Bernadette Splinter und Sylvia Mathäa wesentlich beigetragen.“ Ebenso wie Geschäftsführer Klaus Hahn bedankte sich auch Herbert Isken bei den beiden herzlichen für ihre erfolgreiche Aufbauarbeit. Sowohl die Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa als auch die Schnittdirektrice Bernadette Splinter sind seit den Anfängen vor zehn Jahren dabei.

Arbeiten auf Augenhöhe

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag:: Zwei Mitarbeiterinnen des Unikat stehen Arm in Arm mit Sektgläsern im Geschäft und lachen in die Kamera.
Ute Casser und Sylvia Mathäa arbeiteten in den ersten fünf Jahren eng zusammen.

Klaus Hahn blickte in seiner kurzen Ansprache nicht nur auf die Geschichte des Unikats zurück, sondern auch auf die Projektkonzeption. Maßgeblich daran beteiligt war Ute Casser. Sie leitete das Unikat die ersten fünf Jahre auch pädagogisch. „Ute hat zielstrebig und mit großem Aufwand die Anfangsfinanzierung dieses besonderen Projektes in die Wege geleitet“, berichtete Klaus Hahn. „Die Idee war ein Projekt zu initiieren, in dem Klienten und Mitarbeiter auf Augenhöhe miteinander arbeiten. Und das ist gelungen. Wer heute in das Geschäft kommt, kann nicht unterscheiden, wer hier Klient oder Mitarbeiter ist.“ 

Durch die Vielfalt der Angebote des Unikats seien im Laufe der Zeit ganz unterschiedliche Arbeitsplätze entstanden. Viele Klientinnen und Klienten hätten daraus den Sprung in den 1. Arbeitsmarkt geschafft. Die sei aber nur dank der engen Zusammenarbeit mit der gegenüberliegenden ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH möglich gewesen.

Kooperation mit Ledder Werkstätten

So erfolgreich die Konzeption in die Praxis umgesetzt wurde, so schwierig war nach Ablauf der fünfjährigen Anschubförderung durch die Aktion Mensch die weitere Finanzierung. „Hier hat es ganz wunderbar gepasst, dass die Ledder Werkstätten uns anboten, einige Arbeitsplätze in das Unikat auszugliedern“, berichtete Klaus Hahn weiter. „So konnten wir den Betrieb dieses besonderen Projektes weiter aufrecht erhalten.“ Christian Flechsig von den Ledder Werkstätten gab das Lob gerne zurück: „Die flexiblen Arbeitsplätze sind für einige unserer Werkstattmitarbeitenden besonders gut geeignet.“ 

Anerkennung gab es in der Feierstunde aber auch von den Klientinnen und Klienten. Otto Müller aus der Silberwerkstatt brachte es auf den Punkt: „Wir haben hier ein tolles Miteinander. Es macht wirklich Spaß.“

Zwei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter stehen an einer weiß eingedecken Ladentheke mit Sekt- und Orangensaftgläsern und unterhalten sich lachend bei der Feier zum 10-jährigen Bestehen.
Bernadette Splinter im Gespräch mit Kollegen.
Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Der Geschäftsführer der Reha GmbH Herbert Isken steht mit Gästen an einem Stehtisch und unterhält sich.
Herbert Isken mit Gästen des Empfangs.
Die Unikat-Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa und Reha-Geschäftsführer Klaus Hahn stehen mit Sektgläsern im Unikat.
Sylvia Mathäa und Klaus Hahn freuen sich über den Erfolg des Unikat-Projekts.
Eine Gruppe von Frauen und Männern steht vor einem Ladengeschäft, zwei Frauen halten ein Banner mit der Aufschrift 10 Jahre Unikat in die Höhe. 09 Apr 2019

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Aktuelles

10 Jahre Unikat

Arbeits- und Beschäftigungsprojekt fördert gesellschaftliche Teilhabe

Menschen mit seelischen Erkrankungen sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sowie ihre Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Mit diesen Zielen initiierte die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie 2009 das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt Unikat. Mittlerweile ist das Geschäft an der Münsterstraße mit seinem außergewöhnlichen Angebot eine feste Größe und weit über Lengerichs Grenzen hinaus bekannt. 17 Frauen und Männer mit psychischen Erkrankungen sind aktuell auf ganz unterschiedlichen Arbeitsplätzen beschäftigt. Vom 16. bis 18. April feiert das Unikat sein zehnjähriges Bestehen. Ein guter Grund einen Blick zurück zu werfen.

Behindertenrechtskonvention prägt Projektphilosophie

Zwei Frauen stehen mit Blumensträußen links und recht neben einem Werbebanner mit der Aufschrift 10 Jahre Unikat und lachen fröhlich in die Kamera
Sylvia Mathäa und Bernadette Splinter-Gesing können ebenfalls ihr 10-Jähriges feiern.

Im Jahr der Unikat-Gründung war auch die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Kraft getreten. Und das ist kein Zufall: „Die Umsetzung der in dem Übereinkommen geforderten Grundrechte für Menschen mit Behinderungen sind wesentlicher Bestandteil der Projektphilosophie“, berichtet Ute Casser. Die Sozialarbeiterin der Reha GmbH hatte damals das Konzept mitentwickelt. Zudem leitete sie das Unikat fünf Jahre lang pädagogisch. Während dieser Zeit hatte auch die „Aktion Mensch“ das Projekt gefördert. „Ziel war und ist es, psychisch erkrankte Menschen wieder in das Berufsleben zu integrieren oder ihnen eine dauerhafte Beschäftigung zu bieten. Zudem möchten wir ihre Lebensqualität verbessern“, so die Sozialarbeiterin. Und dies sollte unter möglichst arbeitsmarktnahen Bedingungen geschehen: „Rein ins richtige Leben“ lautete die Devise. Dafür erschien der Reha GmbH ein Ladengeschäft mit Kundenkontakt besonders geeignet.

„Ein echtes Inklusionsprojekt“

Am 18. April 2009 öffnete das Unikat mit hochwertiger Second-Hand-Bekleidung sowie Näh- und Wäscheservice seine Pforten. „Ein echtes Inklusionsprojekt“, betont Ute Casser. „Hier kommen alle zusammen, die Reha-Mitarbeiter, die Beschäftigten mit psychischen Erkrankungen und die Kunden. Im Team ist die Zusammenarbeit auf Augenhöhe die Richtschnur.“  Zudem solle das Projekt helfen, Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischen Einschränkungen abzubauen.

Die ersten Beschäftigten waren ausschließlich im sogenannten Zuverdienst tätig. Dabei können Mitarbeitende gegen eine geringe Aufwandsentschädigung mit nur zwei Stunden wöchentlich starten und das Arbeitsvolumen wenn möglich langsam steigern. Genauso hat es auch die heute 61-jährige Andrea gemacht. Die an einer Depression erkrankte Lengericherin ist fast von Beginn an dabei. „Die Arbeit im Unikat ist das Beste, was mir passieren konnte. Es tut so gut wieder gebraucht zu werden“, sagt die Mutter von vier Kindern. Die regelmäßige Beschäftigung wirke sich auch positiv auf ihre seelische Gesundheit aus. Und genauso geht es auch anderen: „Viele unserer Klientinnen und Klienten benötigen weniger Medikamente und müssen seltener in die Klinik“, berichtet Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa.

Regelmäßige Beschäftigung stärkt seelische Gesundheit

Ein toller Erfolg, den auch Ute Casser bestätigen kann: „Soziale Kontakte und eine sinnvolle Beschäftigung sind für jeden Menschen wichtig. Unter- oder Überforderung können uns seelisch krank machen. Bei Menschen mit psychischen Erkrankungen wirkt sich das noch viel stärker aus.“ Seit 2014 bietet das Unikat in Zusammenarbeit mit den Ledder Werkstätten zusätzlich acht Werkstattarbeitsplätze an, bei denen die Stundenzahl schon deutlich höher liegt. Einen davon hat die 51-jährige Marion. Ihr sind die Kontakte zu Kollegen und Kunden wichtig. Gleichzeitig stellt der Ladenbetrieb auch eine besondere Herausforderung dar: „Unsere Kunden erwarten, dass hier alles in Ordnung ist und sie vernünftig bedient werden. Und diesen Anspruch habe ich auch.“ Dank dieser realitätsnahen Arbeitsbedingungen ist nicht wenigen Beschäftigten bereits der Sprung in den 1. Arbeitsmarkt gelungen. In den ersten fünf Jahren fanden von 21 Zuverdienstbeschäftigten neun Frauen und Männer eine reguläre Stelle oder einen Ausbildungsplatz.

Upcycling Zukunftstrend

Leicht Aufsicht auf einen Mann, der mit einem Hammer ein Sibermesser bearbeitet, im Vordergrund steht ein brennender Bunsenbrenner, im Hintergrund ist die Werkbank zu sehenDie Marktnähe des Unikats wirkt sich auf alle Arbeitsplätze aus, gleichgültig ob die Beschäftigten Kundenkontakt haben oder zum Beispiel in der Näherei arbeiten. Der Grund: „Wir müssen unser Angebot kontinuierlich an die sich ändernden Ansprüche der Kunden anpassen“, sagt Sylvia Mathäa. Gemeinsam mit Schnittdirektrice Bernadette Splinter ist sie deshalb ständig auf der Suche nach neuen Ideen. Ein wichtiger Trend ist das Upcyling. Daraus ist 2011 auch die Silber- und Kreativwerkstatt entstanden. Hier stellen die Beschäftigten aus alten Bestecken, Porzellan und vielem mehr ausgefallene Schmuckstücke und Dekorationen her. Für den langjährigen Mitarbeiter Otto „der schönste Arbeitsplatz der Welt“.

Vor dem Hintergrund von Klimawandel und Ressourcenschonung werde Upcycling auch zukünftig einen großen Stellenwert habe, so die Geschäftsleiterin. Sie und Bernadette Splinter würden sich freuen, wenn noch viel mehr Menschen die kreativen Produkte aus 1. und 2. Hand des Unikats kennenlernen und die sozialpsychiatrische Arbeit unterstützen würden. Dazu besteht zwischen dem 16. und 18. April eine besonders gute Gelegenheit, wenn das Unikat mit Rabatten und Sonderaktionen sein zehnjähriges Bestehen feiert.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unikats haben sich anlässlich 10 Jahre Unikat im Hof in Form einer 10 aufgestellt und lachen in die Kamera..

12 Mrz 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Spende für die Ergotherapie

Zuwendung von Kindern eines ehemaligen Patienten 

Spielerisch das Gehirn trainieren – dafür kann die Ergotherapie-Praxis der Reha GmbH ihren Patienten seit Kurzem eine besonders große Auswahl an  Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten. Zu verdanken hat sie das neue Angebot einer Spende von Doris Stenner und Jürgen Eickhold aus Lengerich. Als ihr Vater Willi Eickhold im vergangenen Jahr verstorben war, hatten die Geschwister bei der Beerdigung um Geldspenden statt Kränze gebeten. Rund 1.300 Euro kamen so zusammen. „Unser Vater litt im Alter an Demenz und war vier Jahre lang Patient der ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH“, berichtet Doris Stenner. „Hier ist er sehr gerne hingegangen. Nach den Therapiestunden war er immer gut zufrieden.“

Hilfsangebot für Menschen mit demenziellen Erkrankungen unterstützen

Mit der Spende für die Ergotherapie wollte das Geschwisterpaar die Hilfsangebote für andere Betroffene unterstützen. Bettina Bußmann von der Reha GmbH nahm sich viel Zeit dafür, das Geld sinnvoll zu investieren. Die Ergotherapeutin ist spezialisiert auf die Behandlung von Menschen mit demenziellen Erkrankungen und hatte auch mit Willi Eickhold gearbeitet: „Ich habe darauf geachtet, dass wir die neuen Anschaffungen vielfältig einsetzen können. Aber mir war auch wichtig, dass sie gut zu Herrn Eickhold gepasst hätten.“ Und das ist ihr gelungen: „Mein Vater hat sein Leben lang gern Karten gespielt. Diese Spiele hätte er gut gefunden“, freut sich Doris Stenner bei einem Besuch in der Praxis an der Münsterstraße. Neben Gesellschafts- und Ratespielen, die gezielt Konzentration, Erinnerung und Gedächtnis trainieren, hat Bettina Bußmann auch einen verstellbaren Tisch erworben. An dem können Patienten mit körperlichen Einschränkungen bequem sitzen oder stehen.

Geldbetrag zukunftsorientiert investiert

Milena Onken, Leiterin der ergotherapeutischen Praxis betont, dass die Geldspende zukunftsorientiert angelegt wurde: „Die Nachfrage nach Ergotherapie bei demenziellen Erkrankungen steigt.“ Zwar kann die Therapie die Demenz nicht heilen, aber ein Fortschreiten hinauszögern. Zudem kann sie die Lebensqualität der erkrankten Menschen verbessern. Eine Erfahrung, die auch Willi Eickhold gemacht hatte. Seine Kinder sind sich deshalb sicher, dass die Geldspende ganz im Sinne ihres verstorbenen Vaters angelegt wurde. 

Wenn auch Sie die Arbeit der gemeinnützigen Reha GmbH unterstützen möchten, finden Sie hier weitere Informationen.

Die beiden Geschäftsführer der Reha GmbH sowie fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen vor dem Büro Alter Post Ambulant Betreutes Wohnen in Ibbenbüren und lächeln in die Kamera. 18 Jan 2019

BY: Reha GmbH

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ABW „Büro Alter Posthof“ eröffnet

Einweihungsfeier in Ibbenbüren

In Ibbenbüren gibt es ein neues Angebot für Menschen mit psychischen und Suchterkrankungen: Am alten Posthof 26 hat die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie ein Büro für das „Ambulant Betreute Wohnen“ (ABW) eröffnet. 

Jetzt fand die offizielle Eröffnung mit einer kleinen Einweihungsfeier statt. Das ABW-Team „Büro Alter Posthof“ hatte Kooperationspartner, Mitarbeiter von anderen Versorgungsbausteinen in der Region, gesetzliche Betreuer, Klienten und Kollegen zur Eröffnung eingeladen. Und viele waren der Einladung gefolgt. Sie nutzten die Feier, um sich vor Ort über das neue Angebot in Ibbenbüren zu informieren. 

Schon die vom ABW-Team liebevoll eingerichteten Räumlichkeiten stießen auf viel Zustimmung: „Es ist sehr schön geworden. Das habt ihr wirklich toll gemacht“, lobte Herbert Isken, Geschäftsführer der Reha GmbH. Ute Casser vom ABW-Team Ibbenbüren, zu dem noch Emmely Bruns, Gabriel Rosenberg, Birgt Stisser, und Susan Thyssen gehören, bedankte sich für die tatkräftige Unterstützung der Kollegen bei der Eröffnung des neuen Angebots.

Umfassende Versorgungsstruktur im Altkreis Tecklenburg

Fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in Ibbenbüren Betroffene ergänzend zur psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung bei der selbständigen Lebensführung in der eigenen Wohnung begleiten. Dazu gehört der eigenverantwortliche Umgang mit der Erkrankung ebenso wie Arbeit und Beschäftigung, soziale Kontakte und gesellschaftliche Teilhabe. In Lengerich begleitet die Reha GmbH rund 160 psychisch erkrankte Menschen im Ambulant Betreuten Wohnen. Dass sie nun auch in Ibbenbüren vor Ort präsent ist, hat einen guten Grund. 

 „In enger Kooperation mit unserer Muttergesellschaft, den Ledder Werkstätten, möchten wir im Altkreis Tecklenburg eine umfassende Versorgungsstruktur vorhalten mit jeweils eigenen Angeboten für Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen“, erläuterte Klaus Hahn. Entsprechend ihrer Expertise in der sozialpsychiatrischen Arbeit konzentriere sich die Reha GmbH dabei auf Menschen mit psychischen Erkrankungen. Auch der Geschäftsführer der Ledder Werkstätten Ralf Hagemeier betonte in seiner kurzen Ansprache die Notwendigkeit, unterschiedliche Versorgungsbausteine für Menschen mit geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen anzubieten. „Dies gilt ebenso im Bereich der Werkstattarbeit, bei der wir zukünftig noch stärker differenzieren möchten.“

Angebote stärker differenzieren

Ralf Hagemeier hob die gute Zusammenarbeit zwischen den Ledder Werkstätten und der Reha GmbH beim ABW in Lengerich hervor. Diese soll nun in Ibbenbüren fortgesetzt werden. Große Bedarfe für das neue Angebot sieht Susan Thyssen vom „Büro Alter Posthof“. „Im Moment haben wir vor allem eine starke Nachfrage bei jungen psychisch erkrankten Menschen, die wir intensiv dabei begleiten, ihr Leben selbständig in die Hand zu nehmen und auch eine berufliche Perspektive zu entwickeln.“ Um den Betroffenen bestmögliche Unterstützung bieten zu können, sei es wichtig mit allen Versorgungsbausteinen und Einrichtungen in der Region Hand in Hand zu arbeiten.

Stationäre Aufenthalte verkürzen

Die ständige Verbesserung der regionalen Zusammenarbeit ist denn auch ein wichtiges Anliegen der Reha GmbH. Deshalb hat die Einrichtung auch die Gründung des Gemeindepsychiatrischen Verbunds (GPV) im Kreis Steinfurt mitinitiiert hat. „Ein tragfähiges ambulantes Netzwerk vor Ort kann stationäre Aufenthalte verkürzen oder verhindern“, betonte Klaus Hahn. „Das neue Büro in Ibbenbüren ist für uns ein weiterer Schritt, um die regionale Zusammenarbeit zu fördern.“


Aussenaufnahme von einem Ladenlokal mit weißer Marmorverkleidung, auf der großen Fensterscheibe ist ein Schriftzug Café Regenbogen mit einem Regenbogen zu sehen. 18 Dez 2018

BY: Reha GmbH

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Heiligabend im Café Regenbogen

Gemeinsam statt einsam

Lengerich. Weihachten, das Fest der Familie und Liebe steht vor der Tür. Doch für nicht wenige Menschen ist das frohe Fest vor allem eines: einsam. Weil Menschen mit psychischen Erkrankungen besonders häufig unter sozialer Isolation leiden, bietet die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie schon seit über 25 Jahren Weihnachtsfeiern an. Dafür öffnet auch in diesem Jahr wieder die Kontakt- und Beratungsstellte Café Regenbogen an der Lengericher Bahnhofstraße 34 ihre Türen. „Viele Menschen mit psychischen Erkrankungen haben ihren familiären Hintergrund verloren“, berichtet Jörg Achterberg, Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle. „Für sie ist unsere gemeinsame Feier die einzige festliche Zusammenkunft an Weihnachten.“ Zwischen 20 und 40 Gäste kommen hier jedes Jahr am Heiligen Abend zusammen.

Auch Kurzentschlossene willkommen

Im festlich geschmückten Café singen sie gemeinsam Weihnachtslieder und sitzen an einer großen Kaffeetafel beisammen. Und Jörg Achterberg nimmt sich Zeit für Gespräche mit allen Gästen. Die Feier findet statt am Montag, 24. Dezember von 14:30 bis ca. 17:30 Uhr. Eine Anmeldung ist für die bessere Planung erwünscht, aber nicht erforderlich. Also können auch Kurzentschlossene noch spontan dazukommen. Für Essen und Getränke wird ein Beitrag von vier Euro erhoben. Zwischen den Feiertagen ist in der Kontakt- und Beratungsstelle ganz normaler Betrieb. Am 31. Dezember ist das Café ebenfalls von 15:00 bis 18:00 geöffnet.