29 Jun 2021

BY: Ute Magiera

Aktuelles

Große Freude über Spende

Belegschaft von Bischof und Klein engagiert sich

Fast 600 Euro spendete die Belegschaft von Bischof und Klein an die Reha GmbH Lengerich. Die Unternehmensleitung stockte den Betrag um die gleiche Summe auf, so dass die Reha Gmbh rund 1200 Euro erhielt. Damit fließt die Spende in die Unterstützung von psychisch kranken Menschen vor Ort. Genauer gesagt: je zur Hälfte in die Kontakt- und Beratungsstelle Café Regenbogen in der Bahnhofstraße sowie in die Tagesstätte „Die Villa“ – zwei der vielen Angebote der Reha GmbH.

Kaffe- und Essservice für das Regenbogen

Jörg Achterberg leitet das Café Regenbogen seit vielen Jahren. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen Jacqueline Gaddi und Heike Förster freute er sich, dass er für das Geld ein neues Kaffee- und Essservice sowie ein Besteckset und fünf neue Thermoskannen bestellen konnte. „Wir haben ein schlichtes weißes und zeitloses Design gewählt und finden es sehr schön, dass unser in die Jahre gekommenes Geschirr nun Dank dieser Spende ausgetauscht wird,“ so Achterberg.

Tablets für die Tagesstätte “Die Villa”

Die Tagesstätte investierte die Spende in den Kauf von zwei Tablets. „Wir haben einen hohen Anteil junge Klientel,“ erläutert Michael Schulte-Laggenbeck, Mitarbeiter der Tagesstätte „Die Villa“. „Mit den Tablets können unsere Besucherinnen und Besucher Informationen zeitgemäß digital recherchieren, beispielsweise Rezepte für die regelmäßigen Kochaktionen. Und die älteren Klienten und Klientinnen bekommen mit den Tablets Zugang zu den neuen Technologien“, so Schulte-Laggenbeck weiter. Genutzt werden die Tablets aber nicht nur zu Recherchezwecken. Sie werden mit Wortfindespielen oder Logikrätseln auch zur Förderung der Hirnleistung eingesetzt. 

Dank für die solidarische Geste

„Wir möchten uns bei der Belegschaft und der Unternehmensführung von Bischof und Klein für das tolle soziale Engagement bedanken,“ sagt Klaus Hahn, Geschäftsführer der Reha GmbH Lengerich. Dabei freue er sich nicht nur über die finanzielle Unterstützung, sondern auch über die solidarische Geste der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Firma Bischof und Klein, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Lengerich damit nachhaltig fördere.

Tagesstrukturiernde Angebot geben Halt

Sowohl das Café Regenbogen als auch die Tagesstätte „Die Villa“ gehören zu den sogenannten tagesstrukturierende Angeboten der Reha GmbH. Das Café Regenbogen ist einerseits ein bunter und lebhafter Treffpunkt für Menschen mit und ohne psychische Erkrankungen. Ob beim Pool-Billard, einem Gesellschaftsspiel oder einfach bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen – hier finden die Gäste vielfältige Möglichkeiten zum Austausch und zur Freizeitgestaltung. Das Café Regenbogen ist aber auch eine Beratungsstelle. Bei psychischen Krisen finden Betroffene oder Angehörige hier unbürokratische und schnelle Hilfe ohne Terminvergabe und lange Wartezeiten. In die Tagesstätte „Die Villa“ kommen täglich 19 psychisch erkrankte Besucherinnen und Besucher. Durch arbeits- und ergotherapeutische Angebote sowie Freizeit- und Bildungsangebote werden sie geschult, den Alltag besser zu bewältigen und vergrabenen Fähigkeiten wieder zu reaktivieren.

 

Heinrich Robertus und Katharina Hegge unterstützen als neue Leitungsebene den Geschäftsführung 04 Jun 2021

BY: Ute Magiera

Aktuelles

Neue Leitungsebene

Neue Verwaltungs- und Fachliche Leitung

Die Reha GmbH arbeitet seit dem 1. Januar 2021 mit einer neuen Leitungsstruktur. Katharina Hegge und Heinrich Robertus unterstützen in ihren neu geschaffenen, leitenden Funktionen den Geschäftsführer Klaus Hahn. Die Neustrukturierung wurde nach dem altersbedingten Weggang von Herbert Isken, einem der beiden Geschäftsführer, erforderlich (siehe Aktuelles). Hegge übernimmt die Fachliche Leitung, Robertus ist für alle Angelegenheiten rund um den Verwaltungsapparat verantwortlich.

Der Mensch im Mittelpunkt

Gemeinsam mit der Geschäftsführung und den Ledder Werkstätten als Gesellschafter möchten Hegge und Robertus die Reha GmbH strukturell festigen und fachlich qualifiziert für die Zukunft aufstellen. Die Weiterentwicklung sozialpsychiatrischer Versorgungskonzepte, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten wird – das wird die zukünftige Herausforderung für die Reha GmbH und damit auch für Hegge und Robertus sein.

Katharina Hegge verfügt über jahrzehntelange Erfahrung in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen. Nach dem Studium der Sozialarbeit arbeitete sie seit 1990  für den Förderkreis Lengerich (seit 2018 Reha GmbH) in den Wohnstätten an der Bergstraße, zunächst als pädagogische Mitarbeiterin und ab 2016 als Hausleitung. Für ihre zukünftige Arbeit als Fachliche Leitung der Reha GmbH liegt ihr besonders die Sozialpsychiatrie mit ihrer ganzheitlichen Betrachtungsweise am Herzen. „Wir wollen unseren Klientinnen und Klienten ein Umfeld bieten, in dem sie sich individuell weiter entwickeln und ihre Lebensqualität verbessern können,“ so Hegge.

„Die Reha GmbH hat sich schnell entwickelt und die Verwaltungsstrukturen müssen ständig an neue Anforderungen angepasst werde“, beschreibt Robertus seine Aufgaben. Für diese Herausforderung ist er durch seine Ausbildungen und langjährige Tätigkeit bei den Ledder Werkstätten gut gerüstet, in denen er während seines Zivildienstes im Jahre 2004 sein Herz für den sozialen Bereich entdeckte. Es schloss sich eine Ausbildung als Industriekaufmann bei den Ledder Werkstätten an, denen er auch in der folgenden Zeit als Mitarbeiter in der Personalabteilung treu blieb. Von 2016 bis 2019 absolvierte Robertus nebenberuflich eine Weiterbildung zum Management in sozialen Organisationen und erwarb Kompetenzen wie Personalführung und Controlling in Non-Profit-Organisationen.

„Bei unserer Arbeit leitet uns ein humanistisches Weltbild und der Respekt vor den Menschen“, da sind sich Hegge und Robertus einig. Sie möchten sich auch zukünftig mit dem Team der Reha GmbH für psychisch kranke und geistig behinderte Menschen stark machen.

Das Ärzteteam Lange/Freie impfte vor Ort 28 Mai 2021

BY: Ute Magiera

Aktuelles

Impfaktion in der Reha GmbH

Impfangebot für alle MitarbeiterInnen der Reha GmbH

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Reha GmbH hatten in den letzten Wochen die Möglichkeit, sich in einer gesonderten Impfaktion gegen Covid-19 impfen zu lassen. Fast alle der mehr als 90 Mitarbeitenden der Reha GmbH nahmen das Angebot dankend an. „Ich bin über das Impfangebot sehr erleichtert und froh, dass wir uns hier so unkompliziert impfen lassen können“, so Emmely Bruns, die als Sozialpädagogin mit psychisch erkrankte Menschen im Ambulant Betreuten Wohnen arbeitet. Auch weiterhin werden sich natürlich alle streng an die Hygieneregeln halten. „Aber das mulmige Gefühl ist nicht mehr da“, resümiert Bruns.

Ärzteteam impft vor Ort

Das Ärzteteam der Gemeinschaftspraxis Dr. Oliver Lange und Anette Freie aus Lengerich sowie der Praxis Dr. Lothar Eitemüller verabreichten den m-RNA-Impstoff Moderna. Geimpft wurde am 27. März und am 8. Mai in der zum Impfzentrum umfunktionierten Geschäftsstelle der Reha GmbH an der Bodelschwinghstraße 4. Am Ende des zweiten Impftages blieben drei Impfdosen übrig, mit denen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Tecklenburg beglückt wurden.

MitarbeiterInnen in Impfgruppe 2

Die Impfungen waren möglich, da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Reha GmbH als Anbieter der Eingliederungshilfe zur Impfgruppe 2 mit hoher Priorität zählen. Damit nicht jeder der Kolleginnen und Kollegen mit entsprechenden Bescheinigungen des Arbeitgebers im Impfzentrum vorstellig werden musste, organisierten Katharinna Hegge und Heinrich Robertus, Leitungsteam der Reha GmbH, die Impfungen gesammelt und vor Ort. Inzwischen sind auch alle Bewohnerinnen und Bewohner des Stationären Wohnens geimpft.

07 Mai 2021

BY: Ute Magiera

Aktuelles

Abschied für Herbert Isken

Geschäftsführer Herbert Isken geht nach 31 Jahren in den Ruhestand

Zum 1. Mai 2021 verabschiedete sich mit Herbert Isken einer der beiden Geschäftsführer der Reha GmbH für Sozialpsychiatrie in Lengerich  in den Ruhestand. Seit dem 1. Oktober 1989 war Isken dort zunächst als Fachkraft und später als Geschäftsführer angestellt.

Inoffizieler Abschied in kleiner Runde

Es war eine sehr kleine Runde, die sich am Nachmittag des 30. April zur inoffiziellen Verabschiedung von Herbert Isken in der Geschäftsstelle an der Bodelschwinghstraße traf: Klaus Hahn als Geschäftsführer, Katharina Hegge und Heinrich Robertus als fachliche Leitungskräfte, Jörg Achterberg und Stefan Lagemann als Vertreter der Mitarbeiter und Sigrid Wallmann-Holdsch als Vorstandsmitglied des früheren Reha-Vereins würdigten die Leistungen Iskens und ließen alte Erinnerungen wiederaufleben. Eine größere offizielle Verabschiedung ist für später geplant, sobald die Pandemie das zulässt.

Klaus Hahn bedankte sich bei seinem langjährigen Kollegen und Weggefährten: „Du hast dem Reha-Verein, beziehungsweise der späteren Reha GmbH stets neue Impulse gegeben und in die richtige Richtung gestoßen“. Dabei würdigte Hahn vor allem das vielfältige Engangement von Isken. Der studierte Diplom-Pädagoge war außer als Geschäftsführer für den Reha-Verein, seit Mai 1996 mit einer halben Stelle auch Wohnstättenleiter der drei Wohnheime des Lengericher Förderkreises. Außerdem engagierte er sich für viele andere Projekte. Besonders, so Hahn, sei die sozialpsychiatrische Netzwerkarbeit hervorzuheben. Isken habe als einer der Initiatoren mit der Gründung des Gemeindepsychiatrischen Verbundes die Entwicklung der Versorgungsregion nachhaltig positiv beeinflusst.

Jörg Achterberg bedankte sich bei seinem „Chef und Kollegen“ Herbert Isken für die vielen gemeinsamen Jahre und überreichte im Namen aller Mitarbeiter ein Abschiedsgeschenk: Eine „Outdoor“-Feuerschale für gemütliche Ruheständler-Abende im heimischen Garten!

Mit viel Herzblut bei der Sache

Herbert Isken selber hat seine Arbeit in all den Jahren viel Spaß gemacht und er würde alles genau so noch einmal machen.  „Wir konnten in den vergangenen Jahrzehnten viele Ideen verwirklichen und in unsere Arbeit ist viel Herzblut geflossen. Darüber hinaus war die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen für mich sehr erfüllend. Es sind Freundschaften entstanden und das ist mehr als man erwarten darf“, so Isken. Aber getreu nach dem Motto „Niemals geht man so ganz“ wird Isken die Geschicke der Reha GmbH noch die nächste Zeit begleiten und den fachlichen Leitungskräften, Katharina Hegge und Heinrich Robertus, beratend zur Seite stehen. Für die Zeit danach gibt es auch schon Pläne: Familie, Reisen und Garten werden den frisch gebackenen Rentner auf Trab halten.

Hilfreich: Orientierung bietet die selbst erstellte vegane Nahrugspyramide 30 Apr 2021

BY: Ute Magiera

Aktuelles

Eine Woche vegan leben

Was Neues wagen

Die Kichererbsen sind gekocht und püriert. Gleich wird Alexander – er ist heute zum Kochen eingeteilt – die Masse mit Petersilie mischen, mit Fingerspitzengefühl zu kleinen Bällchen formen und in der Pfanne brutzeln lassen. Noch ein Fladenbrot dazu und fertig ist das Mittagessen für Alexander und seine 14 Mitbewohnerinnen und -bewohner der Wohnstätte Rahestraße der Reha GmbH in Lengerich. Das Besondere an diesem Essen: Es ist vegan. Und nicht nur heute kommt rein veganes Essen auf dem Tisch, sondern die Wohngemeinschaft experimentiert bereits seit einer Woche mit veganen Zutaten und ernährt sich ohne tierisches Eiweiß.

Zeitgemäße und gesunde Ernährungsweise testen

„Die Idee hinter der veganen Woche ist, dass wir eine zeitgemäße und gesündere Ernährungsweise ausprobieren wollten“, erzählt Jana Schulte, Leiterin der Wohneinrichtung. „Außerdem wollten wir einen Impuls setzen und dazu anregen über das Wohl der Tiere nachzudenken“. Deshalb bereiteten sich die Bewohnerinnen und Bewohner auch theoretisch auf die vegane Woche vor. Aus welchen Lebensmitteln setzt sich eigentlich unser Essen zusammen und welche Nahrungsmittel sind überhaupt vegan? Um das herauszufinden, legten die Bewohnerinnen und Bewohner eine alltägliche Mahlzeit mit Bildern und ordneten die Lebensmittel in tierische und nicht-tierische Kategorien. Mit diesem Wissen wurde eine vegane Ernährungspyramide erstellt, die während der Woche zur Orientierung diente. Das gemeinsam Kochen war ein weiterer wichtiger Aspekt der veganen Woche.

Der Speiseplan wird zukünftig abwechslungsreicher sein

Aber wie kam das vegane Essen bei der Wohngemeinschaft an? „Lecker“ ist die Meinung unisono. Auf die selbst hergestellten Brotaufstriche aus Bohnen, Tomaten oder Kichererbsen möchten die Bewohnerinnen und Bewohner in Zukunft nicht mehr verzichten. Das vegane Gyros habe mit Abstand am leckersten geschmeckt und man merke gar nicht, dass man ohne Fleisch oder anderen tierische Zutaten esse. Dem einen oder anderen hat aber doch mal der Wurstaufschnitt zum Frühstück gefehlt und der Hunger habe sich auch gelegentlich schneller gemeldet. Aber allen hat es sehr viel Spaß gemacht, mal was Neues auszuprobieren. Ein „Veggie-Tag“ pro Woche werde es in Zukunft auf jeden Fall geben. Und das Essens-Repertoire ist nun um einige leckere vegane Varianten reicher.

Abstand halten während der Corona-Krise: Das Foto zeigt einen Klienten und einen Betreuer an einem Tisch im Garten der Reha GmbH mit viel räumlichem Abstand beim Gespräch. 19 Jun 2020

BY: Andrea Rehder

Aktuelles

Corona-Krise gut gemeistert

Corona-Krise: Fast alle Klienten im ABW haben schwere Anfangszeit gut gemeistert

Abstand halten, Zutrittsverbote, persönliche Kontakte möglichst vermeiden. Die ersten Wochen und Monate der Corona-Pandemie waren für viele Menschen eine große seelische Belastung. Nicht nur bei der Reha GmbH war deshalb die Sorge groß, die soziale Isolation könnte bei Menschen mit psychischen Vorerkrankungen verstärkt Krisen auslösen. „Zum Glück hat sich diese Befürchtung bei uns nicht bestätigt“, zieht Verena Strauß vom Team des Ambulant Betreuten Wohnens eine erste Bilanz. „Fast alle von uns begleiteten Menschen haben die Corona-Krise gut gemeistert.“

Dabei waren gerade die ersten ein bis zwei Wochen besonders schwer: „Es war wie eine Schockstarre. Die meisten Klientinnen und Klienten waren sehr verunsichert und wollten lieber zuhause bleiben.“ Persönliche Unterstützung durch das ABW-Team mochten viele aus Angst vor einer Ansteckung gar nicht in Anspruch nehmen. Hausbesuche waren ohnehin nicht gestattet. „In dieser ersten Zeit haben wir sehr viel telefoniert.“ Dabei sei der Unterstützungsbedarf ganz unterschiedlich gewesen, so die Sozialpädagogin. Mit manchen Nutzern hätten die Mitarbeitenden täglich gesprochen, mit anderen nur alle paar Tage.

Unterstützungsbedarf sehr unterschiedlich

„In Absprache mit dem Kostenträger konnten wir unsere Betreuung sehr flexibel an die Bedarfe der jeweiligen Klienten anpassen. Das war sehr gut und wichtig.“ Denn einige Nutzer waren zu Beginn der Corona-Krise von einem Tag zum nächsten fast vollständig isoliert. Sämtliche Angebote zur Beschäftigung und Tagesstrukturierung waren ab dem 18. März 2020 per Weisung geschlossen worden. „In der Anfangszeit der Pandemie waren für manche Klienten die Gespräche mit mir die einzigen sozialen Kontakte, die sie überhaupt hatten“, so die Sozialpädagogin.

In den Telefonaten hätten sie und ihre Kollegen auch sehr viel Aufklärungsarbeit geleistet. Sie informierten über die Infektionswege von SARS-CoV-2 und mögliche Schutzmaßnahmen. Das half Ängste abzubauen und allmählich fanden auch wieder mehr persönliche Begegnungen statt. „Das gute Wetter war auf unserer Seite. Wir haben sehr, sehr viele Sparziergänge unternommen. Oder wir haben uns zum Gespräch im Garten der Reha GmbH getroffen.“ Dabei konnten die Regeln zur Verhinderung von Infektionen einfacher eingehalten werden.

Pandemie noch nicht vorbei

In kleinen Schritten fanden sich sowohl die Mitarbeitenden als auch die Klientinnen und Klienten in eine neue Form des Miteinanders ein. „In der Anfangsphase waren wir  auch selbst unsicher. Die Pandemie hat ja alle vollkommen überrascht“, sagt Verena Strauß. „Und wir müssen uns ja trotz unseres Versorgungsauftrages auch selbst schützen.“ Umso wichtiger sei es nun, mit den Maßnahmen und Bemühungen nicht nachzulassen. „Jetzt nach den ersten Lockerungen müssen wir immer wieder an Mundschutz und Abstand erinnern.“

Auch Geschäftsführer Klaus Hahn betont, dass die Corona-Pandemie nicht vorbei sei. Mitarbeiterteam und Nutzer müssten wohl noch längere Zeit die Maßnahmen zur Verhinderung von Infektionen beachten. „Von einem Miteinander, wie wir es aus der Zeit vor der Corona-Pandemie kennen, sind wir noch weit entfernt.“ Die Qualität der Betreuung sieht er deshalb aber auch auf längere Sicht keineswegs in Gefahr. „Die letzten Monate haben deutlich gezeigt, dass wir auch mit einfacheren Mitteln füreinander da sein und unsere Klienten sehr gut unterstützen können.“

 

Nach der Corona-Krise stellen sich Bewohner und Mitarbeitende mit Mundschutz im Garten für ein Gruppenfoto auf. 17 Jun 2020

BY: Andrea Rehder

Aktuelles

Viel Solidarität in Corona-Krise

Corona-Krise: Wohnstätten an der Bergstraße erlebten viel Solidarität

Es ist ein Worst-Case-Szenario für stationäre Einrichtungen: In zwei Wohnstätten der Reha GmbH waren Bewohner an Covid-19 erkrankt. Für alle Beteiligten ein Schock. Doch die Einrichtungen erlebten auch sehr viel Solidarität in der Corona-Krise.

Über vier Wochen lang hatte Covid-19 die beiden Wohnstätten an der Bergstraße in Atem gehalten. Ein Bewohner aus dem Altbau war nach einem Schlaganfall in einer Klinik behandelt worden und hatte sich dort unbemerkt mit der Corona-Erkrankung infiziert. Da seine Symptome erst eine gute Woche nach der Entlassung auftraten, konnte sich das Virus in den Einrichtungen an der Lengericher Bergstraße ausbreiten.

„Die schwerste Zeit in über 35 Jahren“

Acht weitere Bewohnerinnen und Bewohner erkrankten sowie später noch zwei Mitarbeitende. „Es war sicher die schwerste Zeit in unserem über 35-jährigen Bestehen“, sagt die Leiterin der „Wohnstätte Bergstraße Altbau“ Katharina Hegge. „Und ohne die wirklich großartige Unterstützung von Kollegen, Angehörigen und engagierten Bürgern hätten wir das nicht schaffen können. Wir haben sehr viel Solidarität erlebt.“ Mittlerweile kehrt in kleinen Schritten der Alltag in die Einrichtungen zurück. Und erstmals seit Wochen großer Anspannung ist ausreichend Zeit vorhanden, um einen Blick zurückzuwerfen und eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Trauer um verstorbenen Bewohner

Aufnahme von zwei Mitarbeiterinnen in komplettem Schutzanzug mit Mundschutz und Schutzbrillen.
Arbeiteten während der Corona-Krise unter sehr schweren Bedingungen: Mitarbeitende der Wohnstätte an der Bergstraße.

Als sich Jens Wolters* im April während seines Klinikaufenthaltes infizierte, standen in Deutschland noch nicht genügend Corona-Tests zur Verfügung. Es gab sie in der Regel nur für Menschen mit Symptomen, die in Risikogebieten oder mit Erkrankten zusammen gewesen waren. Da Jens Wolters beschwerdefrei war, wurde er vor der Entlassung nicht getestet, obwohl es in der Klinik Covid-19-Fälle gab. Als der 68-Jährige dann an einem Samstag Krankheitszeichen entwickelte, waren sie sofort sehr heftig. Bereits am Sonntag musste er ins Krankenhaus eingewiesen werden, wo er auch beatmet wurde. Nur drei Tage später verstarb er. „Die Trauer ist immer noch sehr groß“, sagt Katharina Hegge. „Wir sind hier wie eine große Familie. Das ist ein sehr großer Verlust für uns alle.“

Direkt nachdem Jens Wolters erkrankte, waren alle Bewohner und Mitarbeitenden getestet worden. Alle Ergebnisse waren negativ. Die Freude darüber währte jedoch nur kurz. Denn nur wenig später hatten sechs Frauen und Männer ebenfalls Symptome. Eine erneute Testung aller Bewohner und des Teams bestätigte den Verdacht. Später kamen noch zwei Bewohner aus der gegenüberliegenden Einrichtung dazu. „Wir haben die gesunden und kranken Bewohner sofort räumlich getrennt“, berichtet Katharina Hegge.

Im nächsten Schritt habe die Reha GmbH Zimmer in einem Gasthof angemietet. Hier lebten die Nicht-Erkrankten knapp vier Wochen lang gemeinsam mit Betreuern. „Im Altbau an der Bergstraße haben wir eine Corona-Quarantänestation für unsere Covid-19-Patienten eingerichtet. Dabei haben wir eng mit dem Krisenstab des Kreises Steinfurt zusammengearbeitet, der uns auch sehr gut unterstützt hat“, so die Sozialarbeiterin.

Beschaffung von Schutzausrüstung großes Problem

Die Versorgung der Corona-Patienten war für die Betreuerinnen und Betreuer ein emotionaler und physischer Kraftakt. „Drei der Patienten waren schwer erkrankt. Das war auch für uns sehr belastend“, berichtet Katharina Hegge. Aber auch alle anderen litten stark unter den Symptomen. Dazu kam die Angst, sich selbst zu infizieren. „Die war bei uns allen immer dabei. Obwohl wir mit Schutzanzug, Handschuhen, Mundschutz, Brille oder Visier gearbeitet haben.“ Die Beschaffung der vorgeschriebenen Schutzausrüstung war ein weiteres Problem. „Für uns als einzelne Einrichtung war es praktisch unmöglich, das  notwendige Material auf dem freien Markt zu erhalten“, berichtet Geschäftsführer Herbert Isken. „Hier hat uns der der Krisenstab des Kreises sehr gut unterstützt und immer wieder Schutzausrüstung beschafft.“

Eine große Hilfe sei vor allem der Hausarzt der Wohnstätten Dr. Lothar Eitemüller gewesen, betont Katharina Hegge. „Ohne ihn wäre es überhaupt nicht gegangen. Er war sogar während seines Urlaubs für unsere Erkrankten da. Zudem hat er sehr früh das hohe Risiko der invasiven künstlichen Beatmung gerade für unsere älteren Patienten erkannt.“ Dank seiner Unterstützung hätten zwei besonders schwer Erkrankte minimal invasiv in der Bergstraße beatmet werden können. Die ganze Zeit über habe er die Pflege durch das Betreuerteam fachlich unterstützt.

„Einsatz und Arbeit des Teams sind bewundernswert.“

„Unsere Wohnstätten für Menschen mit Einschränkungen sind ja keine Pflegeeinrichtungen, sondern bieten Leistungen zur Eingliederungshilfe“, sagt Herbert Isken. Dementsprechend seien auch die Qualifikationen des Personals. „Umso bewundernswerter ist, welche tolle Arbeit das gesamte Team geleistet hat. Alle sind über sich hinausgewachsen und haben sich intensiv in ihre Aufgaben eingearbeitet“, betont der Geschäftsführer. „Der Einsatz, den die Kollegen hier zeigten, ist sicher nicht selbstverständlich.“

Vier Wochen lang haben die Mitarbeitenden in Wechselschicht rund um die Uhr gearbeitet. Um genügend Personal zu haben, sprangen Kollegen aus der Tagesstätte „Die Villa“ sowie den Ledder Werkstätten mit ein. Einige halfen bei der Pflege der Erkrankten, andere betreuten die gesunden Bewohnerinnen und Bewohner im Gasthaus. „Die Solidarität unter den Kollegen war sehr hoch“, so Herbert Isken. „Es sind einige Kollegen aus anderen Hilfebausteinen der Reha GmbH zu mir gekommen und haben von sich aus ihre Hilfe angeboten.“

Mitarbeitende der Tagesstätte „Die Villa“ kochten mehrmals pro Woche Essen für die Patienten und ihre Betreuer. Auch das Team der Kontakt- und Beratungsstelle „Café Regenbogen“ bereitete Mahlzeiten zu und backte Kuchen. Angehörige und gesetzliche Betreuer brachten mit kleinen Geschenken ihre Wertschätzung für den hohen Einsatz des Teams zum Ausdruck. Eine ganz besondere Unterstützung erfuhren Bewohner und Team von ganz unerwarteter Seite: „Der Lengericher Bayern-München-Fanclub Rot-Weiß-Augustiner 49 hat uns drei Wochen lang jeden Morgen belegte Brötchen vorbeigebracht.“ Ein Mitarbeiter der Reha GmbH hatte Vereinsmitgliedern von den Covid-19-Erkrankungen in der Wohnstätte berichtet. Spontan entschied sich der Fanclub zur Hilfe. „Die viele Solidarität hat uns wirklich den Rücken gestärkt“, sagt Katharina Hegge.

* Der Name des Bewohners wurde geändert.

Aufnahme der Hausleiterin in weißem Schutzanzug, mit weißem Mundschutz und Visier sowie Gummihandschuhen.
Den COVID-19-Ausbruch erlebte Hausleiterin Katharina Hegge als schwerste Zeit im über 35-jährigen Bestehen der Einrichtung für Menschen mit Einschränkungen.

Öffnung mit Auflagen: Das Foto zeigt eine Aussenaufnahme der Villa, in der die Tagesstätte untergebracht ist. Im Vorgarten stehen Skulpturen. Im Fenster spiegelt sich ein gegenüberliegendes gelbes Gebäude. 19 Mai 2020

BY: Andrea Rehder

Aktuelles

Villa: Öffnung mit Auflagen

Öffnung mit Auflagen – Tagesstätte “Die Villa” nimmt eingeschränkt Betrieb auf

Wiedersehensfreude in der „Villa“: Über zwei Monate lang musste die Tagesstätte wegen der Corona-Pandemie vorsorglich schließen. Jetzt ist eine schrittweise Öffnung mit Auflagen wieder möglich.

Ab dem 18. März durften die Nutzerinnen und Nutzer die „Villa“ nicht mehr betreten. Dies hatte ein Erlass des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums geregelt. Mit viel Engagement und Kreativität waren die Mitarbeitenden weiter für die Klienten da: es fanden täglich virtuelle Gruppentreffen und regelmäßige Telefonate statt. Auch persönliche Begegnungen waren unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln möglich.

Umfangreiches Schutzkonzept soll Ansteckung verhindern

Blick auf die Aussentreppe der Villa, die zum Eingang führt und auf der die Gehrichtungen mit schwarz-gelbem Klebeband markiert sind.Wenn jetzt die Tagesstätte wieder ihren Betrieb aufnimmt, wird sehr vieles anders sein als vor der Schließung. Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe hat ein fast zehnseitiges Konzept mit Schutzmaßnahmen entwickelt und beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Kostenträger eingereicht. Zuvor hatten Ordnungs- und Gesundheitsamt die Schutzmaßnahmen genehmigt. Um eine Ansteckung von Nutzenden und Mitarbeitenden zu verhindern, müssen nun alle hohe Sicherheitsauflagen beachten.

Die wohl gravierendste Änderung ist: Um die Abstandsregeln einhalten zu können, dürfen sich im Moment nicht mehr alle Klientinnen und Klienten gleichzeitig in der Villa aufhalten. „Wir mussten zwei Gruppen bilden und eine Lösung finden, wie diese Gruppen getrennt voneinander die Tagesstätte weiternutzen können“, berichtet Bärbel Brengelmann-Teepe. Bei dieser Entscheidung zog die Sozialpädagogin die Klientinnen und Klienten aktiv mit ein. Gemeinsam diskutierten sie verschiedene Modelle.

Aufteilung in zwei Gruppen

Die Entscheidung fiel schließlich auf die tageweise Öffnung der Villa für die einzelnen Gruppen. Das bedeutet: In der einen Woche kommt Gruppe 1 jeweils montags, mittwochs und freitags von 10:00 bis 15:00 Uhr in die Tagesstätte und die Gruppe 2 zur selben Uhrzeit dienstags und donnerstags. In der folgenden Woche tauschen die Gruppen die Wochentage.

Insgesamt sieht das Sicherheitskonzept umfangreiche Maßnahmen für die Mitarbeitenden, die Klientinnen und Klienten sowie die Ausgestaltung und Nutzung der Räume vor. Darüber hinaus gibt es noch Regelungen für die Gruppentreffen und Pausenzeiten sowie die Zutrittsvoraussetzungen. Für letztere sind unter anderem das tägliche kontaktlose Messen der Körpertemperatur, das Anlegen einer Mund-Nasen-Maske, Händedesinfektion sowie das Ausfüllen eines kurzen Formulars erforderlich.

Die zwei verschiedenen Gruppen werden beim tagesstrukturierenden Angebot in Kleingruppen aufgeteilt. Diese machen zu unterschiedlichen Zeiten Pause und arbeiten mit fest zugeordneten Mitarbeitenden zusammen. „So soll im Fall einer Infektion eine Ausbreitung des Virus auf die anderen Nutzer und Kollegen möglichst verhindert werden.“

Markierungen und Plexiglasscheiben

Um die Einhaltung der Abstandsregeln gewährleisten zu können, hat die Villa-Leiterin mehrere Tage mit den Hausmeistern die Räume sowie den Außenbereich vorbereitet. Markierungen auf dem Boden, Plexiglasscheiben und Absperrbänder gehören jetzt zum Bild. „Es kommt uns ein bisschen wie bei einem Geschicklichkeitsparcours vor. Aber wir werden uns sicherlich an die Abläufe gewöhnen.“ Wichtig sei zunächst einmal, dass nach so langer Isolation überhaupt wieder persönliche Begegnungen stattfinden könnten.

Foto von einem Tisch an dem Sitzplätze mit mobilen Plexiglasscheiben voneinander getrennt sind.  Öffnung mit Auflagen: Ein Blick in den Garten der Tagesstätte zeigt Markierungen mit rot-weißen dünnen Pfosten zur Einhaltung der Abstandsregeln.

Café Regenbogen öffnet schrittweise: Das Foto zeigt einen einen Blick in die Kontakt- und Beratungsstelle mit einer Reihe von Tischen und Stühlen vor einer Wand mit verschiedenen Bildern. 18 Mai 2020

BY: Andrea Rehder

Aktuelles

Café Regenbogen öffnet schrittweise

Soziale Kontakte mit Sicherheitsvorkehrungen: Café Regenbogen öffnet schrittweise

Gute Stimmung in der Kontakt- und Beratungsstelle: Das Café Regenbogen öffnet schrittweise ab dem heutigen Montag. Wegen der Corona-Pandemie war das Hilfsangebot der Reha GmbH durch einen Erlass der nordrhein-westfälischen Landesregierung vorsorglich geschlossen worden. Nun darf es seine Türen wieder öffnen, zumindest eingeschränkt. “Das ganze Team steht in den Startlöchern und alle freuen sich, dass es wieder losgeht“, sagt Leiter Jörg Achterberg. „Auch wenn wir uns alle sicherlich noch an die neuen Abläufe gewöhnen müssen.“ Um die Kontakt- und Beratungsstelle wieder öffnen zu dürfen, musste der Sozialpädagoge ein umfassendes Konzept erarbeiten. Darin legte er fest, wie Ansteckungen mit dem SARS-CoV-2-Virus verhindert werden können. Das Ordnungsamt der Stadt Lengerich hat den umfangreichen Maßnahmenkatalog genehmigt.

Vor Eintritt Temperatur messen

„Wir möchten Menschen mit psychischen Erkrankungen nach der langen Phase der Isolation wieder mehr soziale Kontakte ermöglichen. Gleichzeitig tun wir alles, um eine Ansteckung von Besuchern und Mitarbeitenden zu verhindern.“ Und das sind die wichtigsten Maßnahmen, mit denen eine Ausbreitung des Virus verhindert werden soll:

Das Café ist derzeit ausschließlich für Betroffene geöffnet und nicht wie sonst auch für die allgemeine Öffentlichkeit. Gruppenangebote wie Frühstück oder Mittagessen sind aktuell nicht möglich. Die Außentür bleibt geschlossen, Besucher können klingeln und werden dann persönlich hereingelassen. „So können wir sowohl die maximale Besucherzahl von zehn Personen gewährleisten als auch die Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen“, erklärt Jörg Achterberg. Und davon gibt es im Moment eine ganze Menge. Gäste mit Erkältungssymptomen dürfen die Kontaktstelle gar nicht erst betreten, bei allen anderen wird sicherheitshalber Fieber gemessen.

Hygieneregeln für Gäste und Mitarbeitende

Zudem steht im Eingangsbereich Desinfektionsmittel bereit. Im gesamten Café muss eine Atemmaske getragen werden, die lediglich beim Essen und Trinken abgenommen werden kann. Pro Tisch ist jeweils ein Gast erlaubt, es sei denn mehreren Personen stammen aus demselben Haushalt. Und ähnlich wie beim Friseur und anderen Einrichtungen müssen alle Gäste ihre Kontaktdaten in eine Liste eintragen, damit gegebenenfalls Infektionsketten nachvollzogen werden können. Im gesamten Cafébetrieb gelten weitere Regeln, um die erforderlichen Abstände einhalten zu können. „Wir erklären jedem Gast beim Eintritt in aller Ruhe die notwendigen Maßnahmen“, betont Jörg Achterberg.

Für das Mitarbeitenden-Team haben sich die Abläufe ebenfalls stark geändert. „Wir messen auch regelmäßig die Körpertemperatur und natürlich achten wir auf regelmäßige Handdesinfektion und tragen Mund-Nasen-Schutz.“ Auch sämtliche Flächen im Café werden regelmäßig desinfiziert. Die neuen Maßnahmen müssten nun zunächst in der Praxis erprobt werden. „Wenn wir mit dieser vorsichtigen Vorgehensweise ausreichend Erfahrungen gesammelt haben, sind hoffentlich bald weitere Lockerungen möglich“, so Jörg Achterberg.

Neue Öffnungszeiten

Einfacher sind die Regelungen für die unbürokratische und kurzfristige Beratung in Krisensituationen. „Diese kann wie bisher auch von Menschen in Anspruch genommen werden, die zuvor noch keinen Kontakt zu uns hatten.“ Allerdings müsse im Vorfeld ein Gesprächstermin telefonisch vereinbart werden. Beim persönlichen Gespräch bestünde ebenfalls Maskenpflicht. Selbstverständlich werde auch auf die Einhaltung des Mindestabstands geachtet.

Wegen der aktuellen Sicherheitsvorkehrungen haben sich auch die Öffnungszeiten der Kontakt- und Beratungsstelle geändert.

Das Café Regenbogen ist montags, dienstags, mittwochs, freitags und samstags von 15:00 bis 18:00 geöffnet und donnerstags von 17:00 bis 20:00 Uhr. Eine Beratung kann nach vorheriger telefonischer Absprache auch außerhalb dieser Öffnungszeiten stattfinden.

 

 

 

 

 

 

Hilfe in Coronazeiten kann die Ergotherapie bieten: Das Foto zeigt eine Arbeit mit blauem Stoff, grünen Bändern und bunten Blüten, am unteren Bildrand liegt eine Staffelei und links davon ein Pinsel. 30 Apr 2020

BY: Andrea Rehder

Aktuelles

Ergotherapie: Hilfe in Corona-Zeiten

Hilfe in Corona-Zeiten – wieder mehr Patienten in Ergotherapie

Hilfe in Corona-Zeiten kann die Ergotherapie vielen Menschen mit seelischen Vorerkrankungen bieten. Als therapeutische Dienstleistung konnte die Praxis der Reha GmbH auch während des kompletten Shutdown weiter Patienten behandeln. Voraussetzung dafür war und ist die Beachtung der Abstands- und Hygienevorschriften. Doch gerade am Anfang der Pandemie kamen viele Patienten aus Unsicherheit nicht zur Therapie. „Das hat sich deutlich geändert“, berichtet Praxis-Leiterin Milena Onken. „Eine große Zahl unserer Patienten führt ihre Therapie weiter. Und wir haben auch einige neue Patienten aufgenommen.“ Dies sei möglich gewesen, weil aktuell die Werkstätten für behinderte Menschen geschlossen seien. Hier und in Pflegeheimen hatten die Therapeuten bisher auch Patienten behandelt.

Therapieunterbrechung kann langfristige Folgen haben

Die Corona-Pandemie hat den Alltag einschneidend verändert. Vor allem die Kontaktbeschränkungen empfinden die meisten als bedrückend. „Wir haben Patientinnen, die stark darunter leiden, ihre Kinder und Enkel nicht mehr sehen zu dürfen.“ Gerade bei Menschen mit psychischen Erkrankungen erhöhe die soziale Isolation das Risiko für seelische Krisen wie Depressionen. „Für sie ist die Fortführung der Ergotherapie besonders wichtig.“ Das gelte häufig auch für Patienten nach einem Schlaganfall oder Menschen mit demenziellen Erkrankungen. „Für manche kann eine Therapieunterbrechung eine echte Katastrophe sein. Fällt zum Beispiel das regelmäßige Bewegungstraining weg, kann dies zu Einschränkungen führen, die später kaum mehr aufzuholen sind.“ Ähnliches gelte auch für das Gedächtnistraining bei Demenz.

Krankenkassen haben Regelungen für Ergotherapie angepasst

Deshalb sei es sehr hilfreich, dass die Krankenkassen die Regelungen für die Ergotherapie gelockert hätten, so Milena Onken. „Verordnungen verlieren nun nicht schon nach 14 Tagen ihre Gültigkeit und es ist auch eine längere Therapieunterbrechung möglich.“ Die ergotherapeutische Praxis der Reha GmbH bietet ihren Patienten normalerweise Gruppen- oder Einzeltherapie an. Da Gruppentermine nicht mehr stattfinden dürfen, bezahle die Krankenkasse für ehemalige Gruppenteilnehmer nun auch Einzeltermine. Auch Videotherapie wird in Corona-Zeiten erstattet. Diese hat die Praxis schon seit einigen Wochen im Angebot. „Wir haben hierfür eine sehr sichere Plattform, die auch Ärzte benutzen. Doch häufig fehlt den Patienten ein geeignetes Endgerät.“ Zudem sei gerade im Moment der persönliche Kontakt besonders wichtig.

Neue Therapieinhalte während der Pandemie

In Corona-Zeiten wechseln auch die Themeninhalte in den Therapien. So bieten die Ergotherapeutinnen konkrete Unterstützung für besondere Herausforderungen „Einige Patienten haben große Schwierigkeiten mit den Masken, zum Beispiel wegen eigener traumatischer Erfahrungen.“ Dabei könne der Atemwiderstand beim Tragen eines Mund-Nasenschutzes ebenso Ängste auslösen wie andere Menschen mit Maske. „Manche Patienten assoziieren damit eine Vermummung.“ Die Mitarbeitenden probieren dann verschiedenen Maskenformen mit den Patienten aus. Zudem üben sie das richtige Anlegen und den Umgang mit anderen maskierten Menschen. In Zeiten der Maskenpflicht eine ganz wichtige Hilfestellung für die Betroffenen, um auch weiterhin ihren Alltag selbständig meistern zu können.