Freuen sich schon auf den 8.Herbstbasar: zwei Frauen und zwei Männer präsentieren Werkstücke an einem Arbeitstisch voller Dekorationen.Dabei schauen sie in die Kamera und lachen. 12 Nov 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

8. Herbstbasar in der Villa

Tag der offenen Tür etwas Besonderes für das gesamte Villa-Team

Für viele Lengericher ist er schon Tradition: Der „Tag der offenen Tür“ in der Tagesstätte „Die Villa“ – in diesem Jahr mit dem 8.Herbstbasar am Sonntag, 17. November von 11 bis 17 Uhr. Neben dem Buffet mit selbstgebackenem Kuchen lockt vor allem die Auswahl an phantasievoll gestalteten Weihnachtsdekorationen und  Alltagsgegenständen. Allesamt handgefertigt. Schon seit Wochen arbeiten die Klientinnen und Klienten an den ausgefallenen Stücken.

Besondere Aktion beim 8.Herbstbasar: Die Gäste können sich direkt vor Ort Armbänder mit einem Wunschschriftzug flechten lassen.

Die Tagesstätte bietet Menschen mit psychischen Erkrankungen eine feste Tagesstruktur. Zudem unterstützt sie die Klienten darin, ihr Leben möglichst selbstbestimmt in die Hand zu nehmen. „Dabei stellen wir nicht die Krankheit in den Vordergrund, sondern die Stärken, über die jeder Mensch verfügt“, sagt Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe. Kreativität gehört ganz klar zu den Stärken der 36-jährigen Monja*. Zudem ist sie handwerklich geschickt und besitzt einen guten Blick für Ästhetik. Dementsprechend beeindruckend sind ihre Beiträge für den diesjährigen. Dazu gehören kunstvoll gestaltete Adventskränze oder die anrührenden Weihnachtsengel nur aus Draht und Stoff gefertigt. „Die Deko ist meine Leidenschaft, das ist total meine Welt“, freut sich Monja. Für sie gehört – wenig überraschend – der Herbstbasar zu den Höhepunkten des Jahres.

„Die Tagesstätte ist wie meine Familie“

Eine Ausbildung zur Floristin musste Monja vor vielen Jahren abbrechen, als sie psychisch erkrankte. Später lernte sie in Osnabrück Friseurin und machte ihren Abschluss als Gesellin. Auch wenn sie immer wieder als Friseurin tätig war, eine dauerhafte Anstellung ist aus gesundheitlichen Gründen schwierig. Doch zuhause würde ihr die Decke auf den Kopf fallen. „Mir fehlt dann die Arbeit. Hier ist immer etwas zu tun, wobei ich gebraucht werde. Außerdem habe ich hier viele Kontakte. Die Tagesstätte ist wie meine Familie“, sagt die gebürtige Emsländerin.

Auch Max ist froh über die Gemeinschaft in der Villa. Der 39-jährige Lengericher stand als Familienvater und Berufssoldat mitten im Leben als er psychisch erkrankte. Die Diagnose veränderte sein Leben von Grund auf. Umso wichtiger sind für ihn heute die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Tagesstätte. Besonders gut gefällt ihm die Abwechslung: „Neben der Arbeit gehört Sport genauso dazu. Oder wir kochen zusammen und erledigen gemeinsam die Hausarbeit.“

Foto von einem aufwendig in Rottönen aufwendig dekorierten Adventskranz mit vier brennenden roten Kerzen.

Basar ist tolle Motivation

Weihnachtliches Gesteck mit kleinen roten Kugeln für grünen Flaschen, in denen Lichterketten leuchten.Wie für die anderen Klienten der Villa ist auch für Max der Herbstbasar etwas ganz Besonderes: „Es macht wirklich Freude, wenn die Lengericher zu uns in die Tagesstätte kommen.“ Und natürlich sei es eine tolle Motivation, wenn die eigene Arbeit anerkannt werde, ergänzt Monja. Und das wird sie wirklich. In den vergangenen Jahren fanden die ausgefallenen Werkstücke stets reißenden Absatz. Wer der Villa am Sonntag, 17. November, einen Besuch abstatten möchte, sollte dies also nicht zu spät tun. Von 11:00 bis 17:00 stehen die Türen offen für den Publikumsverkehr.

Vom Erlös des 8.Herbstbasars wird in jedem Jahr etwas Besonderes für die Tagesstätte angeschafft. Über die genaue Verwendung stimmen die Klientinnen und Klienten gemeinsam ab.

Handgemachte Deko-Tannenbäume aus dreieckig ausgeschnittenen und gefalteten Notenblättern.

*Alle Namen der Klientinnen und Klienten wurden geändert

 

Einzug in die Trainings-WG U30: Das Foto zeigt einen Hauseingang mit zwei Umzugskartons, einem Rucksack und anderen Utensilien. 11 Okt 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Neue Trainings-WG U30

Trainings-WG U30: Reha GmbH schließt Versorgungslücke im Bereich ABW

Immer mehr junge Menschen befinden sich in psychiatrischer Behandlung. Das wirkt sich auch auf die Arbeit der Reha GmbH aus. Menschen mit psychischen Erkrankungen unter 30 Jahren stehen in der Regel vor komplexen Herausforderungen. Und sie haben häufig einen hohen sozialpsychiatrischen Unterstützungsbedarf. Schon seit einigen Jahren reagiert die Reha GmbH darauf mit modifizierten Konzepten und speziellen Angeboten eigens für diese Zielgruppe, z.B. in der Tagesstätte. Jetzt hat sie in Lengerich eine Trainings-WG U30 im Ambulant Betreuten Wohnen (ABW) eingerichtet.

Schritt in die Eigenständigkeit oft überfordernd

„Wir möchten mit der Wohngemeinschaft eine Versorgungslücke schließen an der Schnittstelle zwischen Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie sowie der Jugendhilfe“, erklärt Philipp Hartmann, der das Projekt mitkonzipiert hat und es nun koordiniert. Die Zeit des Erwachsenwerdens sei für sehr viele junge Frauen und Männer schwierig. Plötzlich müssten sie Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen. „Aber für junge Menschen mit psychischen Erkrankungen ist der Sprung aus der Familie oder Jugendhilfeeinrichtung in die Eigenständigkeit oft überfordernd“, sagt Philipp Hartmann. Das Risiko für seelische Krisen oder soziale Isolation sei dann besonders hoch.

Intensive und individuelle Betreuung

Deshalb vollzieht sich in der Trainings-WG U30 der Übergang nun schrittweise und weniger abrupt. Dafür sorgt die intensive und individuelle Betreuung durch das Mitarbeitenden-Team. Die maximal vier Bewohnerinnen und Bewohner haben Anspruch auf mindestens sechs Fachleistungsstunden pro Woche. Jetzt, in der Eingewöhnungsphase, trainiert das Team mit den jungen Klientinnen und Klienten vor allem lebenspraktische Fertigkeiten. So ist zum Beispiel das pünktliche Aufstehen ein wichtiges Thema. Der 21-jährigen Jennifer* bereitet das jeden Morgen echte Probleme.

Bei Adrian* war das bis vor kurzem genauso. Während eines mehrwöchigen Berufspraktikums musste er regelmäßig geweckt werden. Doch plötzlich kriegte der 27-Jährige die Kurve. Das lag sicherlich auch daran, dass Adrian seine Arbeit zunehmend Spaß machte. Der junge Mann hatte Informatik studiert als er erkrankte und sein Studium daraufhin abbrechen musste. Auch ohne Abschluss konnte er im Praktikumsbetrieb seine Kenntnisse so gut einsetzen, dass ihm die Firma nun eine feste Stelle angeboten hat.

Auch Streiten will gelernt sein

„Das ist ein toller Erfolg“, freut sich Mareike Schweiger, die zum Mitarbeitenden-Team gehört. Der Ergotherapeutin gefällt die Arbeit in der Trainings-WG U30 ebenso wie ihren Kollegen richtig gut. „Es passiert sehr viel. Die Jahre zwischen 20 und 30 sind eben von vielen Veränderungen und Entwicklungen geprägt.“ Aber natürlich gebe es manchmal auch Reibereien, wie in jeder Wohngemeinschaft oder Familie. Bewohnerin Malina* kann das nur bestätigen: „Eigentlich verstehen wir uns ja gut. Aber wegen der Hausarbeit streiten wir uns regelmäßig.“ Und nicht nur die Hausarbeit, auch das Streiten will gelernt sein. Die Verbesserung der Konfliktfähigkeit gehört deshalb ebenso zu den Trainings-Zielen wie die Förderung von Handlungskompetenz, Entscheidungsfähigkeit und Eigenverantwortung.

Selbstbestimmt mit seelischer Erkrankung leben

Die 19-jährige Malina hatte vor ihrem Einzug in die U30-WG bereits alleine gelebt ohne jegliche sozialpsychiatrische Unterstützung. In der Wohngemeinschaft gefällt es ihr besser: „Es ist schon manchmal anstrengend mit den anderen. Aber als ich alleine wohnte, habe ich mich oft verkrochen.“ Und genau das möchte das neue Angebot der Reha GmbH verhindern. Durch die intensive Begleitung sollen die jungen Menschen befähigt werden, selbstbestimmt und eigenständig mit ihrer seelischen Erkrankung innerhalb der Gesellschaft zu leben. Ob diese Ziele erreicht werden können, soll nach einer zweijährigen Laufzeit des neuen Angebotes evaluiert werden. Zudem wird die Traings-WG U30 innerhalb des Qualitätsmanagements der Reha GmbH von einer weiteren Mitarbeiterin gecoacht.

 

*Alle Namen der Klientinnen und Klienten wurden geändert.

Herbert Isken steht mit einem Blumenstrauß in der Mitte zwischen dein beiden Mitarbeiter-Vertretern Katharina Hegge und Jörg Achterberg und alle schauen lächelnd in die Kamera. 01 Okt 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Herbert Isken feiert Jubiläum

Überraschung für Herbert Isken zum 30-jährigen Dienstjubiläum 

Jubiläumsfeier statt Teamleiter-Sitzung – mit dieser Überraschung begrüßten heute morgen Mitarbeitende der Reha GmbH Geschäftsführer Herbert Isken. Denn der ist seit genau 30 Jahren bei der Reha GmbH beschäftigt. Grund genug für eine kleine Feier und einen Blick zurückzuwerfen.

Herbert Isken staunte nicht schlecht, als er am Morgen seines 30-jährigen Dienstjubiläums den Besprechungsraum betrat. Denn hier saßen nicht wie gewohnt die Mitglieder des Leitungsteams am Besprechungstisch. Vielmehr empfingen ihnen viele Kolleginnen und Kollegen mit großem Applaus. Co-Geschäftsführer Klaus Hahn hielt die kurze Laudatio. Dabei machte er deutlich, dass Geschicke und Geschichte der Reha GmbH ganz eng mit Herbert Iskens beruflichem Werdegang verknüpft sind.

„Wir können stolz auf die Entwicklungen der vergangenen 30 Jahre sein“

Klaus Hahn steht neben Kollegen bei seiner Ansprache zum 30-jährigen Dienstjubiläum von Herbert Isken.„Angefangen hast du ja schon einige Jahre vorher auf Basis einer Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme beim damaligen Reha-Verein. 1989 wurde dann eine Festanstellung daraus“, so Klaus Hahn. „Keiner hatte damals geahnt, was einmal aus dem noch kleinen Verein werden würde.“ Kurz skizzierte er den kontinuierlichen Ausbau der sozialpsychiatrischen Hilfsangebote. „Und dann kam auch die Kostenabrechnung dazu, die bis heute zu deinen Aufgaben zählt. Dass unsere Arbeit irgendwann einmal zu so einer Herausforderung werden würde, hatten wir am Anfang ganz bestimmt nicht gedacht.“ Klaus Hahn hob die von Beginn an gute Zusammenarbeit mit den anderen Akteuren in der Region hervor, wie dem Psychiatrie-Koordinator des Kreises Steinfurt. Sie alle hätten die Arbeit des damaligen Reha-Vereins unterstützt und täten dies bis heute.

Dank von den Mitarbeitenden

Katharina Hegge, Vorsitzende der Mitarbeitenden-Vertretung, bedankte sich gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Jörg Achterberg im Namen der Kolleginnen und Kollegen bei Herbert Isken für sein jahreslanges Engagement. Ein Dank, den der Jubilar gerne zurückgab: „30 Jahre sind natürlich eine lange Zeit. Trotzdem sind mir gerade auch die Anfänge immer noch sehr präsent. Wir können stolz darauf sein, wie wir uns in dieser Zeit weiterentwickelt haben. Möglich war das nur dank der engagierten Arbeit unseres tollen Mitarbeiterteams.“

Herbert Isken berichtete auch, wie er jahrelang Reha-Verein und Förderkreis parallel geleitet habe. Bis diese sich schließlich im Jahr 2016  konsequent zur Reha GmbH für Sozialpsychiatrie zusammengeschlossen hätten. Bei allen Herausforderungen habe ihm die Arbeit in den all den Jahren stets Freude bereitet, betonte der Geschäftsführer. Und so blicke er auch mit Zuversicht und Freude auf die noch vor ihm liegenden Aufgaben.

Herbert Isken mit Kaffeetasse in der Hand im Gespräch mit Kollegen bei seinem Jubiläumsempfang. 

Zwei Mitarbeiterinnen sitzen lächelnd auf einer Fensterbank und unterhalten sich.    Zwei Mitarbeiter stehen lachend beieinander und unterhalten sich.

Neue Kräfte sammeln bei einem Kurzurlaub auf Norderney. Das Foto zeigt Frauen und Männer in Freizeitkleidung mit Fahrrädern auf einem gepflasterten Weg in der Dünenlandschaft auf Norderney. 09 Sep 2019

BY: Reha GmbH

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Neue Kräfte sammeln auf Norderney

Neue Kräfte sammeln – Urlaubsangebot der Tagesstätte

Neue Kräfte sammeln für die alltäglichen Herausforderungen und Zeit haben für die schönen Dinge des Lebens – das soll ein Urlaub im Idealfall leisten. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen kommt noch ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu. Sie können gerade in fremder Umgebung vorhandene Ressourcen stärken und neue Fähigkeiten entdecken. Für die Reha GmbH gehören Urlaubsreisen deshalb seit vielen Jahren zu den Hilfsangeboten. Nicht zuletzt sind sie auch wichtig für die gesellschaftliche Teilhabe.

Erholung und ganz neue Erfahrungen

Zwei Frauen und zwei Männer sind dicht über einen Tisch gebeugt, der beinahe vollständig mit kleinen Bernsteinen bedeckt ist.Mit elf Frauen und Männern war ein Team der Tagesstätte „Die Villa“ in diesem Jahr sechs Tage auf Norderney. Untergebracht war die Gruppe in einem Haus der Caritas. Die meisten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren schon bei früheren Freizeiten dabei. Das abwechslungsreiche Programm der Norderney-Fahrt bot Erholung ebenso wie die Möglichkeit, ganz neue Erfahrungen zu sammeln.

„In jedem Fall sollen unsere Angebote Spaß machen“, sagt Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe, die gemeinsam mit Andrea Breitenfeld die Fahrt organisierte und begleitete. „Schließlich ist es Urlaub.“ Die Kosten dafür tragen die Klientinnen und Klienten grundsätzlich selbst. Die Teilnahme an den verschiedenen Aktivitäten während der Urlaubswoche ist freiwillig, jeder kann das Passende für sich aussuchen.

„Ein toller Urlaub mit tollen Menschen“

Auf Norderney hatte die Gruppe eine sehr große Auswahl: Bei der geführten Inselradtour waren alle dabei. Hier erhielten die Reisenden viele spannende Infos über das ostfriesische Eiland. Zum Beispiel, dass es an Norderneys Schulen im Sommer nur vier Wochen Ferien gibt, dafür im Herbst aber auch noch einmal vier. Der Grund: In der Hauptsaison im Sommer können die wenigsten Menschen auf Norderney selbst in den Urlaub fahren.

Zu den weiteren Aktivitäten zählte eine Schiffsfahrt zu den Seehundebänken, Kurse im Bernstein schleifen sowie im kunstvollen Schreiben, dem sogenannten Handlettering. Und für die Entspannung gab es noch ein Thalasso-Bad. „Das Miteinander in der Gruppe war sehr harmonisch“, resümierte Bärbel Brengelmann-Teepe. „Die Stimmung war gut, auch wenn das Wetter eher durchwachsen war.“ Einige der Reisenden fühlten sich so wohl, dass sie am liebsten verlängert hätten. „Ein toller Urlaub mit tollen Menschen“, lautete kurz und knapp Janines Urteil.  

Eine große Gruppe von Frauen und Männern steht bei einer Inselführung am Strand. Aufnahme von vier handgeschriebenen und mit Farbe verzierten Blättern beim sogenannten Handlettering-Kurs.

Vier Frauen sitzen an einem Tisch mit blauer Folie bedeckt und bearbeiten jeweils in eigenen Plastikschalen kleine Bernsteine.

Aussenaufnahme des Büro ABW Ibbenbüren am Alten Posthof. Die Eingangstür steht offen und rechts daneben ist ein Firmenschild angebracht. 03 Sep 2019

BY: Reha GmbH

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Guter Start für Büro ABW Ibbenbüren

Seit Anfang dieses Jahres ist die sozialpsychiatrische Versorgung in Ibbenbüren und Umgebung um ein Angebot reicher. Die Reha GmbH hatte im Januar das Büro „Alter Posthof“ für Ambulant Betreutes Wohnen (ABW) eröffnet. Die erste Zwischenbilanz nach einem guten halben Jahr fällt ausgesprochen erfreulich aus.

Blick in Büro ABW Ibbenbüren. An einem Schreibtisch sitzen sich zwei Mitarbeiterinnen gegenüber, eine dritte steht am Tisch.„Unser neuer Standort wird sowohl von den Klientinnen und Klienten als auch innerhalb der psychosozialen Versorgungslandschaft in Ibbenbüren sehr positiv aufgenommen“, sagt Klaus Hahn, Geschäftsführer der Reha GmbH. „Das vergangene halbe Jahr hat zudem gezeigt, dass wir nicht nur unsere Erreichbarkeit für die Menschen in der Region deutlich verbessert haben. Mit unserer Präsenz vor Ort können wir unsere Klientinnen und Klienten auch noch gezielter unterstützen.“

Raum für Gespräche und Gruppenarbeit

Warum das so ist, erläutert Ute Casser. Die Sozialarbeiterin koordiniert die Arbeit im Büro ABW Ibbenbüren. Bereits vor der Eröffnung des neuen Standorts hatte sie Menschen mit psychischen und Suchterkrankungen im Raum Ibbenbüren begleitet. „Unsere Klienten schätzen, dass wir uns nun auch zu Gesprächen im geschützten Raum unseres Büros treffen können“, nennt Ute Casser einen Vorteil. Zudem böte das Büro „Alter Posthof“ ganz neue Möglichkeiten für die Gruppenarbeit. So treffen sich hier regelmäßig rund zehn Frauen und Männer zum gemeinsamen Frühstück. Und ein Klient hat die Gründung einer Spielegruppe angeregt, die 14-tägig in den neuen Räumen zusammenkommt.

Zentrale Lage

„Die Ibbenbürener freuen sich außerdem über unsere zentrale Lage“, berichtet Ute Casser weiter. „Für sie ist der Alte Posthof bequem zu Fuß zu erreichen.“ Allerdings betrifft dies nur einen Teil der Nutzerinnen und Nutzer. Denn die Klienten kommen aus dem gesamten Großraum Ibbenbüren, unter anderem aus Westerkappeln, Lotte oder Mettingen. Insgesamt begleiten in Ibbenbüren aktuell drei Fach- und zwei Assistenzkräfte der Reha GmbH Nutzer im Alter zwischen 25 und 65 Jahren mit ganz unterschiedlichem Unterstützungsbedarf.

Gemeinsam Zukunftsperspektiven entwickeln

Blick in Büro ABW Ibbenbüren: Eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter sitzen im Gespräch mit Klientin auf einem Sofa.Bei den jüngeren Menschen steht die Entwicklung von beruflichen Perspektiven und Beschäftigungsmöglichkeiten im Vordergrund. „Dabei arbeiten wir eng mit anderen Akteuren wie dem Integrationsfachdienst oder der Arbeitsagentur zusammen“, erläutert Ute Casser. Und da sei der direkte Kontakt vor Ort sehr hilfreich. „So schauen wir von der Reha GmbH zunächst gemeinsam mit den Klienten, welches Setting für den einzelnen am besten geeignet ist. Ob zum Bespiel eine Beschäftigung in einer Werkstatt für Behinderte eher in Frage kommt oder eine Tätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt.“ Danach begleiten die Reha-Mitarbeitenden gemeinsam mit den jeweils zuständigen Einrichtungen die weitere Entwicklung.

Und das hat im Büro ABW Ibbenbüren schon mehrfach ausgezeichnet geklappt. Unlängst hat ein 30-jähriger Klient eine Arbeit in einem Logistikunternehmen aufgenommen. Und ein 25-Jähriger startete seine geförderte berufliche Ausbildung. „Mit unserer sozialpsychiatrischen Arbeit möchten wir gemeinsam mit anderen Anbietern und Einrichtungen ein tragfähiges ambulantes Netzwerk vor Ort bieten“, betont Klaus Hahn. „Und dafür ist das Büro Alter Posthof ein weiterer wichtiger Baustein.“

Das Foto zeigt eine große Draisine mit Dach, auf von Bäumen beschatteten Schienen. In dem Schienengefährt sitzen Frauen und Männer kurz vor dem Start ihrer Schienentour. Ein gelungener Beitrag für ein gutes Betriebsklima. 27 Aug 2019

BY: Reha GmbH

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UNIKAT: Aktiv für gutes Betriebsklima

Gemeinsamer Ausflug ins Hasetal

Es ist kein Geheimnis: Ein gutes Betriebsklima ist wichtig für die seelische Gesundheit. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist eine positive Arbeitsatmosphäre von ganz besonderer Bedeutung. Deshalb stehen im Arbeits- und Beschäftigungsprojekt UNIKAT der Reha GmbH Teamgeist und Wertschätzung ganz oben an. Und deshalb startet das UNIKAT auch jedes Jahr zu einem Ausflug für alle Mitarbeitenden.

„Gemeinsame Aktionen außerhalb der Arbeitszeit schweißen das Team zusammen“, sagt Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa. „Es ist ein echter Gewinn, auch einmal in einem ganz anderen Umfeld miteinander etwas zu unternehmen.“ Und natürlich ist ein gelungener Ausflug auch eine tolle Motivation. In diesem Jahr verbrachten 15 Mitarbeitende des UNIKATS einen Tag im Hasetal. Mit dabei waren auch die ehrenamtlichen Helferinnen des Geschäfts an der Münsterstraße.

Draisinen-Fahrt für gutes Betriebsklima

Zwei Männer und zwei Frauen sitzen lachend am Ende der Draisine und treten in die Pedale.Mit zwei von den Ledder Werkstätten zur Verfügung gestellten Bussen fuhr das UNIKAT-Team am Morgen nach Quakenbrück. Hier stand eine zweistündige Fahrt mit der Draisine an. Dabei mussten immer vier Personen gleichzeitig in die Pedale treten, um das Schienengefährt anzutreiben. Funktionierendes Teamwork war also erforderlich. Beim Trampeln wurde es zwar ganz schön warm. Die Anstrengung hielt sich aber in Grenzen. Denn die Draisinen laufen wie geschmiert über das Schienennetz im Hasetal.

Dafür hatten die Beteiligten bei der ausgefallenen Tour sehr viel Vergnügen. Unterwegs gab es einen Stopp am Picknickplatz. Alle hatten etwas zu dem großen Buffet beigetragen, das beim Picknick serviert wurde. „Es hat mega-viel Spaß gemacht“, lautete das begeisterte Urteil einer Teilnehmerin.

Männer und Frauen sitzen gemeinsam am Tisch der Picknick-Station und essen.

Berichten über mehr psychische Stabilität nach Besuch der Tagesstätte: die Ehemaligen haben sich mit aktuellen Nutzern und Mitarbeitenden zum Gruppenfoto versammelt. Die Frauen und Männer sitzen unter großen Sonnenschirmen im Garten. 12 Aug 2019

BY: Reha GmbH

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Villa: Positives Feedback von Ehemaligen

Mehr psychische Stabilität nach Besuch der Tagesstätte

Echte Wiedersehensfreude und ein lebhafter Erfahrungsaustausch bestimmten das Ehemaligen-Sommerfest der Tagesstätte „Die Villa“. 25 frühere Besucherinnen und Besucher waren der Einladung gefolgt. Gemeinsam mit den aktuellen Nutzern und dem Mitarbeiter-Team verbrachten sie einen lebendigen Nachmittag. Dabei konnten viele der Ehemaligen Positives über ihren weiteren Lebensweg berichten.

Blick in den Garten beim Sommerfest der Ehemaligen. Die Frauen und Männer sitzen an verschiedenen Tischen und unterhalten sich.Ein Sommerfest veranstaltet die Tagesstätte in jedem Jahr. Aber die Ehemaligen sind nur jedes dritte Mal dabei. In den anderen Jahren feiern Besucher und Mitarbeitende alleine beziehungsweise in einem Jahr noch mit den Angehörigen. Für das Mitarbeiter-Team ist das Wiedersehen mit früheren Klienten immer etwas Besonderes. „Es ist uns wichtig zu erfahren, wie es für unsere Besucher nach der Entlassung weitergegangen ist“, sagt Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe. „Konnten sie den bei uns eingeschlagenen Weg erfolgreich weitergehen? Hat unsere Unterstützung zu einer langfristigen Stabilisierung beigetragen?“ Deshalb seien die Ehemaligen-Feste auch ein Stück weit eine Überprüfung der eigenen Arbeit.

In diesem Jahr berichteten die früheren Besucher viel Positives. Entsprechend gut war die Stimmung. „Für unsere aktuellen Nutzerinnen und Nutzer kann der Austausch mit den Ehemaligen sehr motivierend sein“, so Bärbel Brengelmann-Teepe. Berichte über eine erfolgreich gemeisterte Ausbildung, eine sinnstiftende Beschäftigung in einer Werkstatt oder einen 450-Euro-Job auf dem 1. Arbeitsmarkt sind ein guter Ansporn.

„Die Tagesstätte hat mir ganz viel Sicherheit gegeben“

Und das Mitarbeiter-Team der Villa konnte sich über viel positives Feedback der früheren Klientinnen und Klienten freuen. Ein 58-jähriger ehemaliger Nutzer berichtete, dass er durch den Tagesstätten-Besuch Selbstvertrauen und mehr psychische Stabilität gewonnen habe. Eine 31-Jährige hat nach eigener Einschätzung davon profitiert, dass sie neue Perspektiven und Blickwinkel aufgezeigt bekommen hat. Ganz besonders erfreulich für die Mitarbeitenden ist das Urteil einer 55-jährigen früheren Besucherin. Sie fasste ihre Erfahrungen so zusammen: „Die Tagesstätte hat mir ganz viel Sicherheit gegeben und den Weg ins Arbeitsleben bereitet. Ich war vier Jahre hier und die habe ich auch gebraucht. Ich habe Wertschätzung erfahren und gelernt, wieder an schönen Dingen teilzunehmen. Dabei habe ich meine Ressourcen entdeckt und konnte wieder nach vorne schauen.“ Und genau dies möchte die Villa mit ihren Angeboten für Menschen mit psychischen Erkrankungen erreichen. Wenn dies gelingt, ist das auch für die Mitarbeiter ein toller Ansporn.

Blick in einen Raum der Villa, in dem sich die Teilnehmer des Sommerfestes versammelt haben. Zwei Männer lesen etwas von einem Zettel ab, die anderen hören und schauen ihnen zu.

Drei Frauen und zwei Männer stehen während eines Termins der ZERA Gruppe rechts und lins neben einem Flip-Chart und lächeln in die Kamera. 26 Jun 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

1. ZERA Gruppe der Reha GmbH zieht positive Bilanz

Reha GmbH bietet erfolgreich 1. ZERA Training an

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist es oft sehr schwierig, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Dabei ist das richtige Maß an sinnvoller Beschäftigung ganz wichtig für die seelische Gesundheit und ein möglichst selbstbestimmtes Leben. Die Lengericher Reha GmbH für Sozialpsychiatrie hat deshalb erstmals ein Gruppentraining angeboten, das Betroffenen den „Zusammenhang zwischen Erkrankung, Rehabilitation und Arbeit“ – kurz ZERA – deutlich macht. Das Konzept unterstützt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in strukturierten Schritten dabei, im Berufsleben wieder Fuß zu fassen. In Werkstätten für behinderte Menschen ist ZERA schon seit längerem etabliert. Eine ambulante ZERA-Gruppe – wie jetzt von der Reha GmbH angeboten –  ist bislang eher die Ausnahme. Nach dem achtmonatigen Kurs ziehen Organisatorinnen sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine ausgesprochen positive Bilanz.

„Ich weiß jetzt, an welche Stellen ich mich wenden kann.“

Detailaufnahme eines beschrifteten Flip-Charts, der die wichtigsten Punkte der ZERA Sitzung mit der Arbeitsagentur auflistet. Dazu gehören: Was beinhaltet die berufliche Rehabilitierung, welche Voraussetzungen gibt es, welche Leistungen bietet hier die Agentur für Arbeit.„Die ZERA-Gruppe hat mir sehr viel gebracht“, freut sich die 37-jährige Tatjana. „Ich weiß jetzt besser, was ich mir zutrauen kann und vor allem auch, an welche Stellen und Ämter ich mich bei der beruflichen Reha wenden kann.“ Und genau das war das Ziel des Trainings. Milena Onken, Leiterin der ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH, hatte das neue Angebot aufgenommen: „Ich finde das ZERA-Konzept sehr gut, weil es auch die Selbsthilfepotenziale der Klienten aktiviert.“ Und ihre Kollegin, die Sozialpädagogin Ute Casser, ergänzt: „Wir haben im Kreis Steinfurt sehr gute Rehabilitationsangebote vom stundenweisen Zuverdienst über Werkstattarbeitsplätze bis zur Förderung von Stellen auf dem 1. Arbeitsmarkt. Doch selbst für Experten ist es schwierig, sich bei der Vielzahl von Maßnahmen und Kostenträgern zurechtzufinden. Hier wollten wir mit der ZERA-Gruppe Orientierung bieten.“

Eigene Stärken und Schwächen herausfinden

Im ersten Schritt befassten sich die sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstützt von Arbeitsmaterialien mit ihren Stärken und Schwächen. In Kleingruppen reflektierten die Frauen und Männer zudem ihre eigenen Erfahrungen mit Arbeit und Beschäftigung. „Bei Menschen mit psychischen Erkrankungen sind die erforderlichen Fähigkeiten oft vorhanden. Das Problem ist eher die Ausdauer“, sagt Ute Casser. „Hier ist es wichtig, die eigene Pufferzone zwischen Unter- und Überforderung zu kennen.“ Zudem wären viele Klientinnen und Klienten einfach sehr unsicher, was sie sich zutrauen könnten, so Milena Onken. „Eine psychische Erkrankung verändert das Leben der Betroffenen meist grundlegend, insbesondere auch im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen. Hier wieder mehr Sicherheit zu erlangen, ist essentiell für die erfolgreiche berufliche Rehabilitation.“

Persönliche Gespräche mit Ansprechpartnern für berufliche Reha

Wer seine Belastungsgrenze und seine Stärken und Schwächen kennt, kann besser ein für ihn geeignetes Reha-Angebot finden. Und diese Angebote lernte die ZERA-Gruppe im zweiten Programmteil kennen. Dabei erfuhr die Gruppe zum Beispiel, was der Unterschied zwischen beruflicher und medizinischer Rehabilitation ist, was das Berufsbildungswerk bietet und für wen eine Maßnahme zur Berufsorientierung geeignet ist.  „Wir haben verschiedene Fachdienste und Ämter besucht oder die Ansprechpartner persönlich als Referenten zu uns eingeladen“, berichtet Milena Onken. Dazu gehörten Ruth Schulte vom Integrationsfachdienst, Übergang Psychiatrie Arbeitsmarkt sowie Brigitte Duseck vom Übergang Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Zudem war die Gruppe zu Gast bei Heidi Panning von Lernen Fördern in Ibbenbüren. Die beiden Gruppenleiterinnen haben mit den vielen persönlichen Kontakten besonders gute Erfahrungen gemacht. „Der direkte Austausch mit den Experten ist nicht nur sehr gut bei der Gruppe angekommen. Er hat auch Berührungsängste abgebaut“, nennt Milena Onken einen wichtigen Effekt dieser Vorgehensweise. Zudem hat er die sozialen Kompetenzen gestärkt.

Viele Unternehmen beschäftigen keine Schwerbehinderten

1 Trainerin sowie ein Teilnehmer und eine Teilnehmer sitzen im Gruppenraum und hören aufmerksam dem Referenten des ZERA Termins zu.Dies ist beim vorletzten Gruppentreffen deutlich zu spüren. Sönke Delarue vom Reha-Team der Arbeitsagentur Rheine stellt ausführlich die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Agentur für Arbeit vor. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hören konzentriert zu, schreiben mit und stellen viele Fragen. Der Teamleiter benennt aber auch offen die Herausforderung: „Die Integration von Menschen mit Behinderungen gelingt häufig nur im Zusammenspiel verschiedener Akteure wie beispielsweise dem Integrationsamt oder dem Integrationsfachdienst“. Neben einigen Inklusionsbetrieben gäbe es eine große Zahl von Unternehmen im Kreis Steinfurt, die trotz Beschäftigungspflicht nach dem Schwerbehindertenrecht keine Schwerbehinderten einstellten. Hier müsse im Einzelfall sehr viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Drei Teilnehmerinnen nach ZERA Training auf Jobsuche

Für die meisten Teilnehmer der ZERA-Gruppe kommt aktuell ohnehin noch keine reguläre Beschäftigung in Frage, wie sie selber berichten. Aus Erfahrung wissen Ute Casser und Milena Onken, dass viele kleine Schritte mit allmählicher Steigerung der Belastung auch viel eher zu einem nachhaltigen Erfolg führen. Ob es dann schließlich ein Arbeitsplatz in einer Werkstatt für behinderte Menschen wird oder eine Stelle auf dem 1. Arbeitsmarkt, muss jeder für sich selbst herausfinden. Immerhin: Drei Teilnehmerinnen trauen sich schon eine geringfügige Beschäftigung zu, auch auf dem regulären Arbeitsmarkt. Nach dem erfolgreichen Start soll es nun weitere ambulant durchgeführte ZERA-Gruppen geben. Bei der Reha GmbH sind schon erste Anfragen für Plätze eingegangen.

 

 

Der Geschäftsführer der Reha GmbH hielt einen Vortrag zu Hilfen bei seelischen Erkrankungen 08 Jun 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Vortrag: Hilfen bei seelischen Erkrankungen

Herbert Isken präsentiert Reha GmbH beim Alt-Herren-Club Leeden

Eine psychische Krise kann jeden Menschen treffen. Umso wichtiger zu wissen, welche Hilfen es bei seelischen Erkrankungen vor Ort gibt. Aus diesem Grund hatte jetzt der Alt-Herren-Club Leeden den Geschäftsführer der Reha GmbH Herbert Isken zu einer Präsentation eingeladen. Das Thema des Vortrags lautete „Hilfen bei Abhängigkeit und psychischen Erkrankungen“.

Der Leedener Alt-Herren-Club ist eine Einrichtung der evangelischen Kirchengemeinde Tecklenburg. Pastor Wilfried Mahler gründete ihn vor 45 Jahren als Pendent zu den kirchlichen Frauengruppen. Über 50 Mitglieder treffen sich hier einmal im Monat zu Fachvorträgen, Gesprächen und weiteren gemeinsamen Aktivitäten. Beim jüngsten Treffen ging es nun um die sozialpsychiatrischen Angebote der Reha GmbH.

Herbert Isken skizzierte zunächst die Geschichte der Einrichtung, die aus zwei Vereinen hervorgegangen ist: dem „Gemeinnützigen Verein für die Rehabilitation psychisch Behinderter Steinfurt e.V.“ – kurz Reha-Verein –  sowie dem „Förderkreis für psychisch Erkrankte und Behinderte e.V. Lengerich“. Beide gründeten sich während der sozialpsychiatrischen Reformbewegung der 1970er und -80er Jahre. Und beide setzten sich von Beginn an aktiv dafür ein, die Situation psychisch kranker, suchterkrankter und geistig behinderter Menschen zu verbessern.

In den Anfängen waren vor allem Ehrenamtliche tätig. Er selbst sei vor 30 Jahren die erste voll beschäftigte Fachkraft gewesen, so Herbert Isken. Heute betreuen 95 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 10 verschiedenen Hilfebausteinen insgesamt 445 erwachsene Frauen und Männer. Der Geschäftsführer stellte die einzelnen Angebote vom Ambulant Betreuten Wohnen bis zum Zuverdienst kurz vor und erläuterte auch ihre Finanzierung.

Oberstes Ziel: Möglichst selbstbestimmt leben

Oberstes Ziel aller Hilfeleistungen sei es, dass die Klientinnen und Klienten ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen. Dabei betonte Herbert Isken, dass die Nutzung der Angebote grundsätzlich freiwillig sei. Die Reha GmbH ist mit ihrer sozialpsychiatrischen Arbeit von Beginn an fest in der Region verankert: So bestehe seit den Anfängen vor über 30 Jahren eine gute Zusammenarbeit mit der LWL-Klinik Lengerich. Im Laufe der Jahre sei auch die Zusammenarbeit mit den Ledder Werkstätten stetig intensiviert worden. Seit 2018 sind die Werkstätten nun die Muttergesellschaft der gemeinnützigen Reha GmbH. Zudem engagiere sich die Einrichtung auch in überregionalen Netzwerken für die Verbesserung der Situation von Menschen mit seelischen Erkrankungen.

„Mit den Informationen aus dem heutigen Vortrag können alle Club-Mitglieder bei Bedarf auch in ihrem Umfeld auf die wertvollen Hilfemöglichkeiten der Reha GmbH hinweisen“, betonte Wilfried Brönstrup von den Alten Herren. Das Fazit der Teilnehmer dieses Clubabends war sehr positiv: ein interessanter Vortrag mit vielen wichtigen Informationen.

Möchte mit Ihrer Lesung Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen: Sigrid Maedel steht mit einem Buchexemplar in der Hand zwischen dem Geschäftsführer der Reha GmbH sowie dem Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle im Café Regenbogen. Alle drei lächeln in die Kamera. 06 Mai 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen

Lesung im Regenbogen: Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen

Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen, das wollte Sigrid Maedel mit ihrer Buchvorstellung in der Kontakt- und Beratungsstelle Café Regenbogen. Hier erlebten rund 20 Interessierte eine emotional berührende Lesung mit anregendem Erfahrungsaustausch. Zu dem Thema „Leben mit psychischer Erkrankung“ hatte die Reha GmbH erstmals zu einer Buchpräsentation eingeladen. Dabei stellte Sigrid Maedel¹ aus Angehörigensicht das Buch „Als ob der Mond die Erde berühre“ ihrer Schwester Paula vor. Die meisten Anwesenden waren sich einig: ein sehr gelungener Abend, weitere Veranstaltungen dieser Art wären wünschenswert.

Buchvorstellung aus Angehörigensicht

Sigrid Maedel sitzt an einem Tisch im Café Regenbogen und liest aus dem Buch ihrer Schwester vor.„Mit meiner Lesung möchte ich Betroffene ermutigen, immer wieder neu anzufangen im Leben. Und ich möchte zeigen, es gibt Wege aus der Krise und der Krankheit“, erläuterte Sigrid Maedel im Gespräch mit den Gästen ihr Engagement. Aus denselben Gründen habe auch ihre Schwester das Buch verfasst. Möglich sei ihr dies jedoch erst gewesen, nachdem sie von jahrelanger psychischer Erkrankung genesen war.

Das Buch Paula Maedels ist zwar ein autobiographischer Text, wie ihre Schwester einführend erklärte. Doch es ist kein chronologischer Bericht der Erkrankung. Vielmehr verbindet die Autorin Kindheitserinnerungen, Erlebnisse aus ihrem Erwachsenenleben sowie ihre persönlichen Erfahrungen mit ihrer psychischen Erkrankung in lockerer Reihenfolge miteinander. Geschrieben ist der Text aus der Perspektive der fiktiven Charlotte. Auch die anderen Namen und Orte hat Paula Maedel geändert.

Aus den unterschiedlichen Episoden las Sigrid Maedel einzelne Passagen vor. Dank der sorgfältigen Auswahl vermittelte sie dabei einen guten Eindruck vom Buch und seiner Autorin, die nach mehreren schweren Schicksalsschlägen psychisch erkrankt war. „Da nehme ich ganz viel mit“, sagte während der Diskussion eine Besucherin. Und eine andere ergänzte, dass sie viel von sich selbst wiedererkannt habe.

Sich selbst mit der Erkrankung akzeptieren

Länger diskutierten die Anwesenden darüber, wie wichtig es sei, sich selbst mit seiner Erkrankung zu akzeptieren. Paula Maedel war dies schließlich gelungen, wie sie am Ende des Buches schreibt: „Endlich kann sie sich so annehmen, wie sie ist: ein Mensch aus Fleisch und Blut, mit Schwächen und Stärken.“ Einig waren sich die meisten Anwesenden, dass die Diagnose einer psychischen Erkrankung insbesondere am Anfang sehr wichtig ist. Doch sie solle möglichst nicht das Leben der Betroffenen bestimmen, hieß es in verschiedenen Redebeiträgen.

Geschäftsführer Klaus Hahn betonte, dass dies zum Ansatz der Reha GmbH gehöre: „Bei unserer Arbeit konzentrieren wir uns auf die gesunden Anteile und Stärken unserer Klientinnen und Klienten. Das sind ihre natürlichen Ressourcen, die helfen das Leben mit psychischer Erkrankung möglichst gut zu bewältigen.“

Mehr Veranstaltungen zum Erfahrungsaustausch geplant

Paula Maedel ist schließlich genesen. „Sie ist eine ganz aktive Frau geworden und lebt ihr Leben wieder so, wie sie es vor ihrer Erkrankung getan hat“, berichtete ihre Schwester. „Als sie so schwer erkrankt war, insbesondere während der schizophrenen Phasen, hatte ich keinen Zugang mehr zu ihr. Jetzt telefonieren wir täglich.“ 

In Zukunft möchte die Reha GmbH häufiger zu Veranstaltungen in die Kontakt- und Beratungsstellte einladen. „Dabei möchten wir Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften die Gelegenheit geben, zu ausgesuchten Themen miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagte Klaus Hahn an. „Genauso wie es hier heute Abend so gut gelungen ist.“

die Namen der Autorin und ihrer Schwester sind Pseudonyme