Möchte mit Ihrer Lesung Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen: Sigrid Maedel steht mit einem Buchexemplar in der Hand zwischen dem Geschäftsführer der Reha GmbH sowie dem Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle im Café Regenbogen. Alle drei lächeln in die Kamera. 06 Mai 2019

BY: Reha GmbH

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Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen

Lesung im Regenbogen: Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen

Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen, das wollte Sigrid Maedel mit ihrer Buchvorstellung in der Kontakt- und Beratungsstelle Café Regenbogen. Hier erlebten rund 20 Interessierte eine emotional berührende Lesung mit anregendem Erfahrungsaustausch. Zu dem Thema „Leben mit psychischer Erkrankung“ hatte die Reha GmbH erstmals zu einer Buchpräsentation eingeladen. Dabei stellte Sigrid Maedel¹ aus Angehörigensicht das Buch „Als ob der Mond die Erde berühre“ ihrer Schwester Paula vor. Die meisten Anwesenden waren sich einig: ein sehr gelungener Abend, weitere Veranstaltungen dieser Art wären wünschenswert.

Buchvorstellung aus Angehörigensicht

Sigrid Maedel sitzt an einem Tisch im Café Regenbogen und liest aus dem Buch ihrer Schwester vor.„Mit meiner Lesung möchte ich Betroffene ermutigen, immer wieder neu anzufangen im Leben. Und ich möchte zeigen, es gibt Wege aus der Krise und der Krankheit“, erläuterte Sigrid Maedel im Gespräch mit den Gästen ihr Engagement. Aus denselben Gründen habe auch ihre Schwester das Buch verfasst. Möglich sei ihr dies jedoch erst gewesen, nachdem sie von jahrelanger psychischer Erkrankung genesen war.

Das Buch Paula Maedels ist zwar ein autobiographischer Text, wie ihre Schwester einführend erklärte. Doch es ist kein chronologischer Bericht der Erkrankung. Vielmehr verbindet die Autorin Kindheitserinnerungen, Erlebnisse aus ihrem Erwachsenenleben sowie ihre persönlichen Erfahrungen mit ihrer psychischen Erkrankung in lockerer Reihenfolge miteinander. Geschrieben ist der Text aus der Perspektive der fiktiven Charlotte. Auch die anderen Namen und Orte hat Paula Maedel geändert.

Aus den unterschiedlichen Episoden las Sigrid Maedel einzelne Passagen vor. Dank der sorgfältigen Auswahl vermittelte sie dabei einen guten Eindruck vom Buch und seiner Autorin, die nach mehreren schweren Schicksalsschlägen psychisch erkrankt war. „Da nehme ich ganz viel mit“, sagte während der Diskussion eine Besucherin. Und eine andere ergänzte, dass sie viel von sich selbst wiedererkannt habe.

Sich selbst mit der Erkrankung akzeptieren

Länger diskutierten die Anwesenden darüber, wie wichtig es sei, sich selbst mit seiner Erkrankung zu akzeptieren. Paula Maedel war dies schließlich gelungen, wie sie am Ende des Buches schreibt: „Endlich kann sie sich so annehmen, wie sie ist: ein Mensch aus Fleisch und Blut, mit Schwächen und Stärken.“ Einig waren sich die meisten Anwesenden, dass die Diagnose einer psychischen Erkrankung insbesondere am Anfang sehr wichtig ist. Doch sie solle möglichst nicht das Leben der Betroffenen bestimmen, hieß es in verschiedenen Redebeiträgen.

Geschäftsführer Klaus Hahn betonte, dass dies zum Ansatz der Reha GmbH gehöre: „Bei unserer Arbeit konzentrieren wir uns auf die gesunden Anteile und Stärken unserer Klientinnen und Klienten. Das sind ihre natürlichen Ressourcen, die helfen das Leben mit psychischer Erkrankung möglichst gut zu bewältigen.“

Mehr Veranstaltungen zum Erfahrungsaustausch geplant

Paula Maedel ist schließlich genesen. „Sie ist eine ganz aktive Frau geworden und lebt ihr Leben wieder so, wie sie es vor ihrer Erkrankung getan hat“, berichtete ihre Schwester. „Als sie so schwer erkrankt war, insbesondere während der schizophrenen Phasen, hatte ich keinen Zugang mehr zu ihr. Jetzt telefonieren wir täglich.“ 

In Zukunft möchte die Reha GmbH häufiger zu Veranstaltungen in die Kontakt- und Beratungsstellte einladen. „Dabei möchten wir Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften die Gelegenheit geben, zu ausgesuchten Themen miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagte Klaus Hahn an. „Genauso wie es hier heute Abend so gut gelungen ist.“

die Namen der Autorin und ihrer Schwester sind Pseudonyme

Bürgermeister Wilhelm Möhrke, Unikat-Mitarbeiterinnen und Klaus Hahn haben sich im Geschäft des Unikats zum Foto aufgestellt. Wilhelm Möhrke übergibt der Unikat-Leiterin Sylvia Mathäa ein Präsent und schüttelt ihre Hand. Alle fünf Personen lachen dabei in die Kamera. 03 Mai 2019

BY: Reha GmbH

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Wilhelm Möhrke besucht Unikat

Bürgermeister Wilhelm Möhrke überbringt Glückwünsche zum 10-jährigen Bestehen

Beim offiziellen Empfang zum 10-jährigen Bestehen des Unikats war er verhindert. Das konnte Lengerichs Bürgermeister Wilhelm Möhrke aber nicht davon abhalten, persönlich zum Jubiläum zu gratulieren. Er sagte sich jetzt spontan im Geschäft an der Münsterstraße zu einem Besuch an, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seine Glückwünsche zu überbringen.

Gute gesellschaftliche Integration

Unikat-Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa und der Geschäftsführer der Reha GmbH Klaus Hahn freuten sich über die Wertschätzung des Stadtoberhauptes. Der lobte die Reha GmbH für ihre Arbeit: „Ich finde es sehr gut, dass wir hier in Lengerich seit über 35 Jahren so eine Einrichtung haben, die sich mitten in der Gesellschaft verortet.“ Das Unikat habe dabei einen besonderen Stellenwert, so Wilhelm Möhrke. Zum einen ergänze das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt das innerstädtische Angebot um einen nicht-kommerziellen Aspekt mit attraktiver Auswahl. Zum anderen sorge es für eine gute gesellschaftliche Integration der Beschäftigten mit psychischen Erkrankungen.

Info-Veranstaltungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Klaus Hahn betonte, dass die Reha GmbH in fast 40 Jahren stets gut mit der Stadt Lengerich zusammengearbeitet habe. „Es war und ist unser Ziel, die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit seelischen Erkrankungen in der Region zu stärken.“ Um dies zu erreichen, habe die Reha GmbH ihre Hilfsangebote nach und nach erweitert. „Dabei haben wir uns immer an den Bedürfnissen der Menschen orientiert“, so Hahn. Das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt Unikat sei einer von vielen wichtigen Bausteinen mit einem besonders innovativen Konzept.

 

Ausschnitt des Buchcovers Als ob der Mond die Erde berühre, in dem Paula Maedel über ihr Leben mit psychischer Erkrankung berichtet 18 Apr 2019

BY: Reha GmbH

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Leben mit psychischer Erkrankung

Lesung im Café Regenbogen: Leben mit psychischer Erkrankung 

Lengerich. Lesen weitet den Blick und kann dem eigenen Leben ganz neue Anstöße geben. Für die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie ein guter Grund, empfehlenswerte Literatur vorzustellen. Erstmalig lädt die gemeinnützige Einrichtung deshalb zu einer Lesung ein. Sigrid Maedelaus Rheine wird das Buch ihrer ehemals psychisch kranken Schwester „Als ob der Mond die Erde berühre“ aus Angehörigensicht präsentieren. Dazu sind alle Interessierten zu Montag, 29. April 2019, ab 18:30 Uhr in das Café Regenbogen, Bahnhofstraße 34 in Lengerich eingeladen. Paula Maedel beschreibt in dem Buch ihr Leben mit psychischer Erkrankung.

Sigrid Maedel stellt das Buch ihrer Schwester aus Angehörigensicht  vor

Abbildung des Buchcovers mit dem Titel "Als ob der Mond die Erde berühre", in dem Paula Maedel ihr Leben mit psychischer Erkrankung beschreibt. Das Cover zeigt ein selbstgemaltes Bild überwiegend in dunklen Blau-, Brau-, Grüntönen, auf dem eine menschliche Gestalt allein in der Landschaft stehend von gelben Monstrahlen berührt wird.Paula Maedel wurde in Berlin geboren und wuchs nach dem frühen Tod der Mutter in Westfalen auf. Nach mehreren schweren Schicksalsschlägen innerhalb ihrer Familie erkrankte sie psychisch. Mehr als 20 Jahre lang verbrachte Paula Maedel immer wieder Wochen und Monate in psychiatrischen Einrichtungen. Diagnostiziert wurden Depressionen und Psychosen, wie Schizophrenie. Trotz ihrer schweren Erkrankungen habe ihre Schwester nie aufgegeben, berichtet Sigrid Maedel. Heute sei sie genesen.

Ihr Leben mit der psychischen Erkrankung hat Paula Maedel in einem biografischen Text mutig und offen zusammengefasst und als Buch veröffentlicht. Mit ihren „Zeilen“ möchte sie anderen mit einer ähnlich schweren Erkrankung Mut machen, ihr Schicksal anzunehmen, wie die Autorin im Vorwort schreibt.

Das Buch richtet sich gleichermaßen an Betroffene, Angehörige sowie alle Interessierten. Der Eintritt zu der Lesung im Café Regenbogen ist frei.

*Pseudonym

 

Aussenaufnahme von einem Geschäftshaus mit weißer Marmorverkleidung, auf der großen Fensterscheibe ist ein Schriftzug Café Regenbogen mit einem Regenbogen zu sehen.Aufnahme von einer Sitzecke mit roten Poltermöbeln vor dem Fenster des Café Regenbogens.

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Eindruck vom Blick in die Geschäftsräume des Unikats, in dem sich viele Gäste an Stehtischen unterhalten. 16 Apr 2019

BY: Reha GmbH

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Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen

10 Jahre Unikat: Empfang zum Start der Jubiläumsaktivitäten

Ein einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen hat Geburtstag: Das Unikat der Reha GmbH feiert sein 10-jähriges Bestehen. Heute wurden die Jubiläumsaktivitäten mit einem Empfang eröffnet. Unikat-Mitarbeitende, Kollegen aus anderen Angebotsbausteinen der Reha GmbH, Kooperationspartnerinnen und -partner, Freunde und Kundinnen freuten sich gemeinsam über den nachhaltigen Erfolg dieses einzigartigen Projektes. Denn etwas Besonderes ist das Unikat zweifellos. Das wurden heute wieder einmal deutlich.

„Tolle Arbeitsatmosphäre ist das Wichtige“

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Die beiden Geschäftsführer der Reha GmbH stehen an einem Stehtisch im Geschäft Unikat und halten kurzen Ansprachen zum 10-jähriigen Bestehen.
Herbert Isken und Klaus Hahn bei ihrer kurzen Ansprache.

„Second-Hand-Läden gibt es viele“, sagte Reha-Geschäftsführer Herbert Isken. „Aber ihr habt hier wirklich ein einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen geschaffen. Das Wichtige daran ist die tolle Arbeitsatmosphäre. Und dazu haben Bernadette Splinter und Sylvia Mathäa wesentlich beigetragen.“ Ebenso wie Geschäftsführer Klaus Hahn bedankte sich auch Herbert Isken bei den beiden herzlichen für ihre erfolgreiche Aufbauarbeit. Sowohl die Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa als auch die Schnittdirektrice Bernadette Splinter sind seit den Anfängen vor zehn Jahren dabei.

Arbeiten auf Augenhöhe

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag:: Zwei Mitarbeiterinnen des Unikat stehen Arm in Arm mit Sektgläsern im Geschäft und lachen in die Kamera.
Ute Casser und Sylvia Mathäa arbeiteten in den ersten fünf Jahren eng zusammen.

Klaus Hahn blickte in seiner kurzen Ansprache nicht nur auf die Geschichte des Unikats zurück, sondern auch auf die Projektkonzeption. Maßgeblich daran beteiligt war Ute Casser. Sie leitete das Unikat die ersten fünf Jahre auch pädagogisch. „Ute hat zielstrebig und mit großem Aufwand die Anfangsfinanzierung dieses besonderen Projektes in die Wege geleitet“, berichtete Klaus Hahn. „Die Idee war ein Projekt zu initiieren, in dem Klienten und Mitarbeiter auf Augenhöhe miteinander arbeiten. Und das ist gelungen. Wer heute in das Geschäft kommt, kann nicht unterscheiden, wer hier Klient oder Mitarbeiter ist.“ 

Durch die Vielfalt der Angebote des Unikats seien im Laufe der Zeit ganz unterschiedliche Arbeitsplätze entstanden. Viele Klientinnen und Klienten hätten daraus den Sprung in den 1. Arbeitsmarkt geschafft. Die sei aber nur dank der engen Zusammenarbeit mit der gegenüberliegenden ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH möglich gewesen.

Kooperation mit Ledder Werkstätten

So erfolgreich die Konzeption in die Praxis umgesetzt wurde, so schwierig war nach Ablauf der fünfjährigen Anschubförderung durch die Aktion Mensch die weitere Finanzierung. „Hier hat es ganz wunderbar gepasst, dass die Ledder Werkstätten uns anboten, einige Arbeitsplätze in das Unikat auszugliedern“, berichtete Klaus Hahn weiter. „So konnten wir den Betrieb dieses besonderen Projektes weiter aufrecht erhalten.“ Christian Flechsig von den Ledder Werkstätten gab das Lob gerne zurück: „Die flexiblen Arbeitsplätze sind für einige unserer Werkstattmitarbeitenden besonders gut geeignet.“ 

Anerkennung gab es in der Feierstunde aber auch von den Klientinnen und Klienten. Otto Müller aus der Silberwerkstatt brachte es auf den Punkt: „Wir haben hier ein tolles Miteinander. Es macht wirklich Spaß.“

Zwei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter stehen an einer weiß eingedecken Ladentheke mit Sekt- und Orangensaftgläsern und unterhalten sich lachend bei der Feier zum 10-jährigen Bestehen.
Bernadette Splinter im Gespräch mit Kollegen.
Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Der Geschäftsführer der Reha GmbH Herbert Isken steht mit Gästen an einem Stehtisch und unterhält sich.
Herbert Isken mit Gästen des Empfangs.
Die Unikat-Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa und Reha-Geschäftsführer Klaus Hahn stehen mit Sektgläsern im Unikat.
Sylvia Mathäa und Klaus Hahn freuen sich über den Erfolg des Unikat-Projekts.
Eine Gruppe von Frauen und Männern steht vor einem Ladengeschäft, zwei Frauen halten ein Banner mit der Aufschrift 10 Jahre Unikat in die Höhe. 09 Apr 2019

BY: Reha GmbH

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10 Jahre Unikat

Arbeits- und Beschäftigungsprojekt fördert gesellschaftliche Teilhabe

Menschen mit seelischen Erkrankungen sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sowie ihre Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Mit diesen Zielen initiierte die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie 2009 das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt Unikat. Mittlerweile ist das Geschäft an der Münsterstraße mit seinem außergewöhnlichen Angebot eine feste Größe und weit über Lengerichs Grenzen hinaus bekannt. 17 Frauen und Männer mit psychischen Erkrankungen sind aktuell auf ganz unterschiedlichen Arbeitsplätzen beschäftigt. Vom 16. bis 18. April feiert das Unikat sein zehnjähriges Bestehen. Ein guter Grund einen Blick zurück zu werfen.

Behindertenrechtskonvention prägt Projektphilosophie

Zwei Frauen stehen mit Blumensträußen links und recht neben einem Werbebanner mit der Aufschrift 10 Jahre Unikat und lachen fröhlich in die Kamera
Sylvia Mathäa und Bernadette Splinter-Gesing können ebenfalls ihr 10-Jähriges feiern.

Im Jahr der Unikat-Gründung war auch die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Kraft getreten. Und das ist kein Zufall: „Die Umsetzung der in dem Übereinkommen geforderten Grundrechte für Menschen mit Behinderungen sind wesentlicher Bestandteil der Projektphilosophie“, berichtet Ute Casser. Die Sozialarbeiterin der Reha GmbH hatte damals das Konzept mitentwickelt. Zudem leitete sie das Unikat fünf Jahre lang pädagogisch. Während dieser Zeit hatte auch die „Aktion Mensch“ das Projekt gefördert. „Ziel war und ist es, psychisch erkrankte Menschen wieder in das Berufsleben zu integrieren oder ihnen eine dauerhafte Beschäftigung zu bieten. Zudem möchten wir ihre Lebensqualität verbessern“, so die Sozialarbeiterin. Und dies sollte unter möglichst arbeitsmarktnahen Bedingungen geschehen: „Rein ins richtige Leben“ lautete die Devise. Dafür erschien der Reha GmbH ein Ladengeschäft mit Kundenkontakt besonders geeignet.

„Ein echtes Inklusionsprojekt“

Am 18. April 2009 öffnete das Unikat mit hochwertiger Second-Hand-Bekleidung sowie Näh- und Wäscheservice seine Pforten. „Ein echtes Inklusionsprojekt“, betont Ute Casser. „Hier kommen alle zusammen, die Reha-Mitarbeiter, die Beschäftigten mit psychischen Erkrankungen und die Kunden. Im Team ist die Zusammenarbeit auf Augenhöhe die Richtschnur.“  Zudem solle das Projekt helfen, Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischen Einschränkungen abzubauen.

Die ersten Beschäftigten waren ausschließlich im sogenannten Zuverdienst tätig. Dabei können Mitarbeitende gegen eine geringe Aufwandsentschädigung mit nur zwei Stunden wöchentlich starten und das Arbeitsvolumen wenn möglich langsam steigern. Genauso hat es auch die heute 61-jährige Andrea gemacht. Die an einer Depression erkrankte Lengericherin ist fast von Beginn an dabei. „Die Arbeit im Unikat ist das Beste, was mir passieren konnte. Es tut so gut wieder gebraucht zu werden“, sagt die Mutter von vier Kindern. Die regelmäßige Beschäftigung wirke sich auch positiv auf ihre seelische Gesundheit aus. Und genauso geht es auch anderen: „Viele unserer Klientinnen und Klienten benötigen weniger Medikamente und müssen seltener in die Klinik“, berichtet Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa.

Regelmäßige Beschäftigung stärkt seelische Gesundheit

Ein toller Erfolg, den auch Ute Casser bestätigen kann: „Soziale Kontakte und eine sinnvolle Beschäftigung sind für jeden Menschen wichtig. Unter- oder Überforderung können uns seelisch krank machen. Bei Menschen mit psychischen Erkrankungen wirkt sich das noch viel stärker aus.“ Seit 2014 bietet das Unikat in Zusammenarbeit mit den Ledder Werkstätten zusätzlich acht Werkstattarbeitsplätze an, bei denen die Stundenzahl schon deutlich höher liegt. Einen davon hat die 51-jährige Marion. Ihr sind die Kontakte zu Kollegen und Kunden wichtig. Gleichzeitig stellt der Ladenbetrieb auch eine besondere Herausforderung dar: „Unsere Kunden erwarten, dass hier alles in Ordnung ist und sie vernünftig bedient werden. Und diesen Anspruch habe ich auch.“ Dank dieser realitätsnahen Arbeitsbedingungen ist nicht wenigen Beschäftigten bereits der Sprung in den 1. Arbeitsmarkt gelungen. In den ersten fünf Jahren fanden von 21 Zuverdienstbeschäftigten neun Frauen und Männer eine reguläre Stelle oder einen Ausbildungsplatz.

Upcycling Zukunftstrend

Leicht Aufsicht auf einen Mann, der mit einem Hammer ein Sibermesser bearbeitet, im Vordergrund steht ein brennender Bunsenbrenner, im Hintergrund ist die Werkbank zu sehenDie Marktnähe des Unikats wirkt sich auf alle Arbeitsplätze aus, gleichgültig ob die Beschäftigten Kundenkontakt haben oder zum Beispiel in der Näherei arbeiten. Der Grund: „Wir müssen unser Angebot kontinuierlich an die sich ändernden Ansprüche der Kunden anpassen“, sagt Sylvia Mathäa. Gemeinsam mit Schnittdirektrice Bernadette Splinter ist sie deshalb ständig auf der Suche nach neuen Ideen. Ein wichtiger Trend ist das Upcyling. Daraus ist 2011 auch die Silber- und Kreativwerkstatt entstanden. Hier stellen die Beschäftigten aus alten Bestecken, Porzellan und vielem mehr ausgefallene Schmuckstücke und Dekorationen her. Für den langjährigen Mitarbeiter Otto „der schönste Arbeitsplatz der Welt“.

Vor dem Hintergrund von Klimawandel und Ressourcenschonung werde Upcycling auch zukünftig einen großen Stellenwert habe, so die Geschäftsleiterin. Sie und Bernadette Splinter würden sich freuen, wenn noch viel mehr Menschen die kreativen Produkte aus 1. und 2. Hand des Unikats kennenlernen und die sozialpsychiatrische Arbeit unterstützen würden. Dazu besteht zwischen dem 16. und 18. April eine besonders gute Gelegenheit, wenn das Unikat mit Rabatten und Sonderaktionen sein zehnjähriges Bestehen feiert.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unikats haben sich anlässlich 10 Jahre Unikat im Hof in Form einer 10 aufgestellt und lachen in die Kamera..

12 Mrz 2019

BY: Reha GmbH

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Spende für die Ergotherapie

Zuwendung von Kindern eines ehemaligen Patienten 

Spielerisch das Gehirn trainieren – dafür kann die Ergotherapie-Praxis der Reha GmbH ihren Patienten seit Kurzem eine besonders große Auswahl an  Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten. Zu verdanken hat sie das neue Angebot einer Spende von Doris Stenner und Jürgen Eickhold aus Lengerich. Als ihr Vater Willi Eickhold im vergangenen Jahr verstorben war, hatten die Geschwister bei der Beerdigung um Geldspenden statt Kränze gebeten. Rund 1.300 Euro kamen so zusammen. „Unser Vater litt im Alter an Demenz und war vier Jahre lang Patient der ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH“, berichtet Doris Stenner. „Hier ist er sehr gerne hingegangen. Nach den Therapiestunden war er immer gut zufrieden.“

Hilfsangebot für Menschen mit demenziellen Erkrankungen unterstützen

Mit der Spende für die Ergotherapie wollte das Geschwisterpaar die Hilfsangebote für andere Betroffene unterstützen. Bettina Bußmann von der Reha GmbH nahm sich viel Zeit dafür, das Geld sinnvoll zu investieren. Die Ergotherapeutin ist spezialisiert auf die Behandlung von Menschen mit demenziellen Erkrankungen und hatte auch mit Willi Eickhold gearbeitet: „Ich habe darauf geachtet, dass wir die neuen Anschaffungen vielfältig einsetzen können. Aber mir war auch wichtig, dass sie gut zu Herrn Eickhold gepasst hätten.“ Und das ist ihr gelungen: „Mein Vater hat sein Leben lang gern Karten gespielt. Diese Spiele hätte er gut gefunden“, freut sich Doris Stenner bei einem Besuch in der Praxis an der Münsterstraße. Neben Gesellschafts- und Ratespielen, die gezielt Konzentration, Erinnerung und Gedächtnis trainieren, hat Bettina Bußmann auch einen verstellbaren Tisch erworben. An dem können Patienten mit körperlichen Einschränkungen bequem sitzen oder stehen.

Geldbetrag zukunftsorientiert investiert

Milena Onken, Leiterin der ergotherapeutischen Praxis betont, dass die Geldspende zukunftsorientiert angelegt wurde: „Die Nachfrage nach Ergotherapie bei demenziellen Erkrankungen steigt.“ Zwar kann die Therapie die Demenz nicht heilen, aber ein Fortschreiten hinauszögern. Zudem kann sie die Lebensqualität der erkrankten Menschen verbessern. Eine Erfahrung, die auch Willi Eickhold gemacht hatte. Seine Kinder sind sich deshalb sicher, dass die Geldspende ganz im Sinne ihres verstorbenen Vaters angelegt wurde. 

Wenn auch Sie die Arbeit der gemeinnützigen Reha GmbH unterstützen möchten, finden Sie hier weitere Informationen.

Die beiden Geschäftsführer der Reha GmbH sowie fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen vor dem Büro Alter Post Ambulant Betreutes Wohnen in Ibbenbüren und lächeln in die Kamera. 18 Jan 2019

BY: Reha GmbH

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ABW „Büro Alter Posthof“ eröffnet

Einweihungsfeier in Ibbenbüren

In Ibbenbüren gibt es ein neues Angebot für Menschen mit psychischen und Suchterkrankungen: Am alten Posthof 26 hat die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie ein Büro für das „Ambulant Betreute Wohnen“ (ABW) eröffnet. 

Jetzt fand die offizielle Eröffnung mit einer kleinen Einweihungsfeier statt. Das ABW-Team „Büro Alter Posthof“ hatte Kooperationspartner, Mitarbeiter von anderen Versorgungsbausteinen in der Region, gesetzliche Betreuer, Klienten und Kollegen zur Eröffnung eingeladen. Und viele waren der Einladung gefolgt. Sie nutzten die Feier, um sich vor Ort über das neue Angebot in Ibbenbüren zu informieren. 

Schon die vom ABW-Team liebevoll eingerichteten Räumlichkeiten stießen auf viel Zustimmung: „Es ist sehr schön geworden. Das habt ihr wirklich toll gemacht“, lobte Herbert Isken, Geschäftsführer der Reha GmbH. Ute Casser vom ABW-Team Ibbenbüren, zu dem noch Emmely Bruns, Gabriel Rosenberg, Birgt Stisser, und Susan Thyssen gehören, bedankte sich für die tatkräftige Unterstützung der Kollegen bei der Eröffnung des neuen Angebots.

Umfassende Versorgungsstruktur im Altkreis Tecklenburg

Fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in Ibbenbüren Betroffene ergänzend zur psychiatrischen oder psychotherapeutischen Behandlung bei der selbständigen Lebensführung in der eigenen Wohnung begleiten. Dazu gehört der eigenverantwortliche Umgang mit der Erkrankung ebenso wie Arbeit und Beschäftigung, soziale Kontakte und gesellschaftliche Teilhabe. In Lengerich begleitet die Reha GmbH rund 160 psychisch erkrankte Menschen im Ambulant Betreuten Wohnen. Dass sie nun auch in Ibbenbüren vor Ort präsent ist, hat einen guten Grund. 

 „In enger Kooperation mit unserer Muttergesellschaft, den Ledder Werkstätten, möchten wir im Altkreis Tecklenburg eine umfassende Versorgungsstruktur vorhalten mit jeweils eigenen Angeboten für Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen“, erläuterte Klaus Hahn. Entsprechend ihrer Expertise in der sozialpsychiatrischen Arbeit konzentriere sich die Reha GmbH dabei auf Menschen mit psychischen Erkrankungen. Auch der Geschäftsführer der Ledder Werkstätten Ralf Hagemeier betonte in seiner kurzen Ansprache die Notwendigkeit, unterschiedliche Versorgungsbausteine für Menschen mit geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen anzubieten. „Dies gilt ebenso im Bereich der Werkstattarbeit, bei der wir zukünftig noch stärker differenzieren möchten.“

Angebote stärker differenzieren

Ralf Hagemeier hob die gute Zusammenarbeit zwischen den Ledder Werkstätten und der Reha GmbH beim ABW in Lengerich hervor. Diese soll nun in Ibbenbüren fortgesetzt werden. Große Bedarfe für das neue Angebot sieht Susan Thyssen vom „Büro Alter Posthof“. „Im Moment haben wir vor allem eine starke Nachfrage bei jungen psychisch erkrankten Menschen, die wir intensiv dabei begleiten, ihr Leben selbständig in die Hand zu nehmen und auch eine berufliche Perspektive zu entwickeln.“ Um den Betroffenen bestmögliche Unterstützung bieten zu können, sei es wichtig mit allen Versorgungsbausteinen und Einrichtungen in der Region Hand in Hand zu arbeiten.

Stationäre Aufenthalte verkürzen

Die ständige Verbesserung der regionalen Zusammenarbeit ist denn auch ein wichtiges Anliegen der Reha GmbH. Deshalb hat die Einrichtung auch die Gründung des Gemeindepsychiatrischen Verbunds (GPV) im Kreis Steinfurt mitinitiiert hat. „Ein tragfähiges ambulantes Netzwerk vor Ort kann stationäre Aufenthalte verkürzen oder verhindern“, betonte Klaus Hahn. „Das neue Büro in Ibbenbüren ist für uns ein weiterer Schritt, um die regionale Zusammenarbeit zu fördern.“


Aussenaufnahme von einem Ladenlokal mit weißer Marmorverkleidung, auf der großen Fensterscheibe ist ein Schriftzug Café Regenbogen mit einem Regenbogen zu sehen. 18 Dez 2018

BY: Reha GmbH

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Heiligabend im Café Regenbogen

Gemeinsam statt einsam

Lengerich. Weihachten, das Fest der Familie und Liebe steht vor der Tür. Doch für nicht wenige Menschen ist das frohe Fest vor allem eines: einsam. Weil Menschen mit psychischen Erkrankungen besonders häufig unter sozialer Isolation leiden, bietet die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie schon seit über 25 Jahren Weihnachtsfeiern an. Dafür öffnet auch in diesem Jahr wieder die Kontakt- und Beratungsstellte Café Regenbogen an der Lengericher Bahnhofstraße 34 ihre Türen. „Viele Menschen mit psychischen Erkrankungen haben ihren familiären Hintergrund verloren“, berichtet Jörg Achterberg, Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle. „Für sie ist unsere gemeinsame Feier die einzige festliche Zusammenkunft an Weihnachten.“ Zwischen 20 und 40 Gäste kommen hier jedes Jahr am Heiligen Abend zusammen.

Auch Kurzentschlossene willkommen

Im festlich geschmückten Café singen sie gemeinsam Weihnachtslieder und sitzen an einer großen Kaffeetafel beisammen. Und Jörg Achterberg nimmt sich Zeit für Gespräche mit allen Gästen. Die Feier findet statt am Montag, 24. Dezember von 14:30 bis ca. 17:30 Uhr. Eine Anmeldung ist für die bessere Planung erwünscht, aber nicht erforderlich. Also können auch Kurzentschlossene noch spontan dazukommen. Für Essen und Getränke wird ein Beitrag von vier Euro erhoben. Zwischen den Feiertagen ist in der Kontakt- und Beratungsstelle ganz normaler Betrieb. Am 31. Dezember ist das Café ebenfalls von 15:00 bis 18:00 geöffnet.

 

 

Freuen sich über mehrere Jubiläen: Drei Männer und drei Frauen sitzen um einen Tisch und lachen in die Kamera 03 Dez 2018

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Jubiläen der drei Wohnstätten

Drei Jubiläen: Wohnstätten bestehen seit 25, 30 und 35 Jahren

Menschen mit geistigen oder psychischen Behinderungen ein Leben in Würde und größtmöglicher Selbstbestimmung zu ermöglichen – diesem Ziel hatten sich in den 1970er Jahren engagierte Lengericher Bürger verschrieben.  1974 gründeten sie den „Förderkreis für psychisch Erkrankte und Behinderte e.V. Lengerich“, der in den folgenden Jahren insgesamt drei Wohnstätten für ehemalige Klinik-Patienten einrichtete. In diesem Jahr feiern alle Wohnstätten, die mittlerweile zur Reha GmbH für Sozialpsychiatrie gehören, Jubiläen: Seit 25, 30 und 35 Jahren bieten sie insgesamt 35 Menschen mit seelischen Erkrankungen ein familiäres Zuhause. Ein guter Grund, einen Blick zurück zu werfen.

Umzug einer kompletten Station

„Menschen mit psychischen oder geistigen Behinderungen wurden damals eher weggesperrt und verwahrt als adäquat behandelt“, erinnert sich Herbert Isken, Geschäftsführer der Reha GmbH. „Viele Betroffene lebten dauerhaft in Kliniken, häufig in großen Schlafsälen ohne jegliche Privatsphäre. Eine soziale Rehabilitation fand praktisch nicht statt.“ Die meisten von ihnen litten neben ihrer ursprünglichen Erkrankung noch an zusätzlichen Störungen, hervorgerufen durch Hospitalismus. Mit zunächst ehrenamtlichem Engagement kümmerte sich der Förderkreis um Langzeitpatienten der Klinik. 1983 zog dann eine komplette Station aus der LWL-Klinik in die erste Wohnstätte des Vereins an der Lengericher Bergstraße. Fünf Jahre später folgten weitere 15 Patienten, die eine umgebaute Villa an der Rahestraße bezogen. 1993 schließlich richtete der Verein ein Haus für sieben Menschen mit schwersten Beeinträchtigungen ebenfalls an der Bergstraße ein.

Antje Simkes, Hausleiterin in der Wohnstätte Rahestraße, ist von Beginn an dabei: „Die damaligen Bewohner hatten alle viele Jahre in Kliniken gelebt.  Es gab oft Streit unter den Bewohnern, viele hatten Probleme mit Agressionen“, erinnert sich die 55-jährige Sozialpädagogin. „In den psychiatrischen Kliniken ging es ja ganz anders zu früher. Pädagogische Maßnahmen liefen vor allem über Strafe, manchmal auch über körperliche Sanktionen.“ Antje Simkes und ihre Kollegen brauchten mehrere Jahren, um die erworbenen Verhaltensauffälligkeiten der Bewohner erfolgreich abzubauen.

Leben wie in einer Großfamilie: 15 Bewohner zwischen 20 und 88 Jahren

Wer heute die große Villa an der Rahestraße betritt, der bemerkt von den Schwierigkeiten der Anfangsjahre nichts mehr. Es geht zu wie in einer Großfamilie, allerdings wahrscheinlich etwas entspannter. Die 65-jährige Rita steht am Wohnzimmertisch und faltet Wäsche während Christoph die Spülmaschine ausräumt. Matthias bereitet sich gerade eine kleine Zwischenmahlzeit zu und Uli schaut eine Popsendung. Die Musik ist ziemlich laut, aber das stört hier niemanden. Die Jüngeren haben sich ohnehin verzogen. Rene sitzt in seinem Zimmer vor dem Laptop – wie das 20-Jährige ebenso machen. Zwei Räume weiter ist Silvia in ein Buch vertieft. Die meisten von ihnen waren heute schon arbeiten – in einer der Einrichtungen der Ledder Werkstätten. 15 Bewohner im Alter von 20 bis 88 Jahren leben heute in der Wohnstätte zusammen. Und sie fühlen sich offensichtlich wohl hier und verstehen sich gut. In dem riesigen Wohnzimmer wird viel gelacht und gescherzt.

Stärken fördern, individuelle Perspektiven entwickeln

Die 32-jährige Silvia ist vor fünf Jahren in die alte Villa an der Rahestraße gezogen und es gefällt ihr hier besser als zuhause. „Alle sind immer so nett“, sagt sie. Matthias, der vor einem Jahr dazu gekommen ist, sieht das genauso: „Wir haben hier eine so schöne Atmosphäre. Und wir unternehmen viel zusammen.“ Aktiv sein Leben gestalten entsprechend den eigenen Fähigkeiten und Bedürfnissen – dazu ermutigen und befähigen die Mitarbeiter die Bewohner. „Wir sehen nicht die ganze Zeit auf die Krankheit der Einzelnen, sondern auf ihre individuellen Fähigkeiten“, berichtet Antje Simkes. „Und wir ermutigen sie, mit diesen Fähigkeiten eine eigene Lebensperspektive zu entwickeln.“ Christoph, Matthias und einige andere gehen regelmäßig zum Sport. Silvia hat ihren Spaß am Shoppen entdeckt. Außerdem geht sie gerne tanzen, wie andere junge Frauen auch. Rene, der fit am Computer ist, macht gerade eine Ausbildung bei den Ledder Werkstätten.

Neue Herausforderungen

Seit der Gründung der Wohnstätten  hat sich die Psychiatrie glücklicherweise stark geändert und damit auch die Herausforderungen für die Mitarbeiter. Die Bewohner kämen heute meistens nicht mehr aus psychiatrischen Kliniken, sondern aus den Elternhäusern, berichtet Antje Simkes. Häufig seien sie sehr behütet aufgewachsen. In der Wohnstätte lernen sie dann mehr Selbständigkeit und Eigenverantwortung zu entwickeln. „ Es ist gut gemeint, aber leider kümmern sich viele Eltern so lange um ihre behinderten Kinder bis sie selbst erkranken oder versterben.“ Zu dem erforderlichen Umzug in eine stationäre Einrichtung käme dann noch der schwere Verlust. Besser sei es, den Umzug rechtzeitig vorzubereiten und familiär zu begleiten, solange die Eltern dies noch könnten.

Auch Ulrich ist nach dem Tod seiner Eltern vor drei Jahren in die Wohnstätte gezogen. Seine Geschwister hatten den Platz für ihn ausgesucht. Und damit ist der 53-Jährige sehr zufrieden: „Hier ist es gut. Das haben meine Geschwister richtig gemacht.“

Zwei Frauen sitzen an einer Kasse, im Hintergrund stehen drei weitere und fast alle lachen in die Kamera. Der Raum ist geschmückt mit selbstgerechter Advents- und Weihnachtsdekoration. 19 Nov 2018

BY: Reha GmbH

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Volles Haus in der Villa

Volles Haus: Herbstbasar schon Geheimtipp

Sehr viele Besucher und ausgezeichnete Stimmung – so lautet das Resümee des diesjährigen Tages der offenen Tür in der Villa. Zum 7. Mal hatte die Tagesstätte alle Interessierten zum Herbstbasar eingeladen. Mittlerweile ist die jährliche Veranstaltung für etliche Lengericher zum Geheimtipp avanciert.

Schon bevor die Tagesstätte um 11:00 Uhr öffnete, standen die ersten Besucher vor der Tür. Einige sind bereits Stammgäste und jedes Jahr dabei. Sie freuen sich nicht nur über die große Auswahl an ausgefallener Weihnachtsdekoration und liebevoll gestalteten Accessoires, die zum Verkauf stehen. Nach eigenen Angaben fühlen sie sich einfach sehr wohl in dem großen unter Denkmalschutz stehenden Haus. „Bei Ihnen ist es immer so schön und gemütlich“, hörten die Mitarbeiter nicht nur einmal von ihren Gästen.

An den letzten Tagen vor dem Basar herrscht in der Villa Ausnahmezustand. Und auch am eigentlichen Tag der offenen Tür müssen alle mit anpacken. „Unsere Nutzer waren total motiviert in diesem Jahr und haben sich sehr engagiert“, berichtet Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe. Da ist die tolle Resonanz in der Bevölkerung natürlich eine schöne Belohnung.

Großes Interesse an Informationen über Angebote

Vier Frauen und ein Mann haben sich hinter einem Kuchenbuffet aufgestellt und lachen in die Kamera.Gemeinsam ein besonders Ereignis vorbereiten und durchführen, den Dialog zwischen den Tagesstätten-Nutzern und der Bevölkerung anstoßen – die Veranstaltung hat viele Effekte. Nicht zuletzt ist sie aber auch eine hervorragende Möglichkeit, sich unverbindlich ein Bild vom tagestrukturierenden Angebot der Reha GmbH zu machen. „In diesem Jahr haben viele Gäste nach Flyern und Infomaterial gefragt“, sagt Bärbel Brengelmann-Teepe. Darüber hinaus habe sie mit interessierten Angehörigen auch zwei Beratungsgespräche geführt.

Die Einnahmen aus den Verkäufen von Selbstgebasteltem und -gemachtem, Kuchen und Suppe werden wie immer für eine besondere Anschaffung der Villa verwendet. Was das in diesem Jahr sein wird – darüber wird bald die Vollversammlung der Tagesstätte entscheiden.

Aufnahme von einem Weihnachtsmarktstand außen vor der Villa. Vor dem Stand stehen zwei Frauen und ein kleines Kind sowie ein Mann der sich umdreht und in die Kamera lacht.  Blick in einen Raum mit Holztischen und Bänken, an denen Männer und Frauen sitzen und sich unterhalten.

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