12 Okt 2021

BY: Ute Magiera

Aktuelles

Grüne Schleife als Zeichen der Toleranz

Der 10. Oktober ist der Internationale Tag der seelischen Gesundheit. Anlässlich dieses Tages werben der Geschäftsführer Klaus Hahn und die Fachliche Leiterin Katharina Hegge der Reha GmbH Lengerich sowie Jürgen Frommer und Rainer Wyrobek als Betroffene für mehr Toleranz für psychisch Erkrankte. Um dies auch nach außen hin sichtbar zu machen, tragen sie die Grüne Schleife. Sie ist das internationale Symbol für eine Gesellschaft, die offen und tolerant mit psychischen Erkrankungen umgeht.

Zeichen für Akzeptanz setzen

„Fast jeder Dritte erkrankt hier in Deutschland im Zeitraum eines Jahres an einer psychischen Erkrankung,“ erläutert Hahn den Hintergrund. „Aus diesem Grund hat das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit die Initiative Grüne Schleife ins Leben gerufen. Jeder, der die Grüne Schleife trägt, setzt ein Zeichen für Akzeptanz und gegen Ausgrenzung!“

Das Leben selber in die Hand nehmen

Jürgen Frommer (67) und Rainer Wyrobek (62) haben sich schon vor langer Zeit entschieden, zu ihrer psychischen Erkrankung zu stehen und offen damit umzugehen. Beide freuen sich, dass sie sich ein gutes Leben aufbauen konnten, sowohl beruflich als auch privat. „In akuten Krankheitsphasen habe ich nicht geglaubt, dass ich einmal so ein schönes Leben haben werde“, so Wyrobek. Um auch anderen Betroffenen die Gelegenheit zu geben, sich in einem vertrauten Kreis auszutauschen, leiten die beiden Freunde seit 2009 eine Selbsthilfegruppe in Eigenregie. Hervorgegangen ist sie aus einer Kontaktgruppe des Amtes für Soziale Dienste des Kreises Steinfurt. Alle vierzehn Tage trifft sich die Gruppe in den Räumen oder im Garten der Reha GmbH Lengerich. „Wir sind ein bisschen stolz darauf, dass wir die Gruppe über so viele Jahre am Leben halten konnten,“ so Frommer. Nun gehe es darum, dass jüngere Menschen der Gruppe auch langfristig eine Perspektive gäben. Daher freuen sich Wyrobek und Frommer über neue Interessierte für die Selbsthilfegruppe.

Individuelle Hilfsangebote

Es gelingt jedoch nicht jedem, der von einer psychisch Erkrankung betroffen ist, sich ein stabiles Leben aufzubauen. Viele Betroffene müssen sich jeden Tag aufs Neue den Herausforderungen des Alltags stellen. Die Reha GmbH hilft mit ihren Angeboten, die Lebensqualität psychisch kranker oder behinderter Menschen nachhaltig zu verbessern. 

01 Okt 2021

BY: Ute Magiera

Aktuelles

Therapieboxen stärkt Selbstvertrauen

Boxen für die seelische Gesundheit

Anhand der Atemfrequenz hört man, dass das Training anstrengender ist als es aussieht. Silvia* setzt gezielte Boxschläge auf die Schlagpolster ihres Boxpartners. Seit fast zwei Jahren boxt Silvia unter Anleitung des Ergotherapeuten und therapeutischen BoxCoaches Michael Schulte-Laggenbeck. Die Trainingsstunden dienen jedoch nicht primär der körperlichen Fitness, sondern der seelischen Gesundheit. Silvia ist Klientin des Ambulant Betreuten Wohnens der Reha GmbH Lengerich und findet durch das therapeutische Boxen psychische Stabilität.

Positive Körperwahrnehmung

Michael Schulte-Laggenbeck bietet diese besondere Therapieform in der Ergotherapiepraxis der Reha GmbH an. Das Therapieboxen unterscheidet sich vom Kampfsport insofern, dass das eigene Wahrnehmen und Erleben im Vordergrund stehen. Die Übenden entladen ihren Frust und Stress gezielt beim Schattenboxen, beim Training mit dem Sandsack oder einem Partner. Der achtsame und respektvolle Umgang miteinander ist dabei ein wichtiger Aspekt. „Viele Klientinnen und Klienten nehmen ihren Körper durch das therapeutische Boxen positiv wahr. Sie bauen so Anspannungen ab, Ängste können reduziert und stressige Situationen im Alltag besser bewältigt werden,“ beschreibt Schulte-Laggenbeck einige der therapeutischen Effekte.

“Ich habe durch die Therpie mehr Selbstvertrauen aufgebaut”

Wie das gesamte Angebot der Reha GmbH Lengerich gestaltet Schulte-Laggenbeck auch das 60minütige therapeutische Boxen individuell. Gemeinsam mit den Klientinnen und Klienten setzt Schulte-Laggenbeck unterschiedliche Schwerpunkte. Ob Burnout, Depressionen oder Suchterkrankungen – viele der Klientinnen und Klienten fühlen sich durch das regelmäßigem Training seelisch gestärkt. Auch Silivia kann das bestätigen. „Ich habe in den vergangenen zwei Jahren deutlich mehr Selbstvertrauen aufbauen können. Das stabilisiert mich und hilft mir auch in anderen Lebenslagen,“ so ihr Resümee.

*Der Name wurde geändert.