Seelisch stabiler im Zuverdienst fühlt sich auch der Klient Marc, der auf dem Foto mit einem Tablett neben dem Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle an einem Cafétisch steht und freundlich in die Kamera lächelt. 25 Feb 2020

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Seelisch stabiler im Zuverdienst

Niedrigschwelliges Angebot mit großer Wirkung

Seelisch stabiler im Zuverdienst: Mit einer psychischen Erkrankung regelmäßig zu arbeiten, ist häufig schwierig. Die Reha GmbH bietet deshalb Menschen mit seelischen Störungen im Zuverdienst „Arbeit nach Maß“. Hier können Betroffene allmählich wieder ins Arbeitsleben einsteigen. Oder sie arbeiten langfristig nur wenige Wochenstunden. Dabei können die Mitarbeitenden ihre Beschäftigung flexibel an ihre aktuelle Belastungsgrenze anpassen. Ein niedrigschwelliges Angebot mit großer Wirkung: „Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist Beschäftigungslosigkeit besonders problematisch“, sagt Geschäftsführer Klaus Hahn. „Seelische Störungen führen auch im privaten Umfeld häufig zu sozialer Isolation. Diese wird durch Beschäftigungslosigkeit verstärkt.“ Einsamkeit wirkt sich wiederum negativ auf die seelische Gesundheit aus.

Genauso ist es Heike Förster ergangen. Die 41-Jährige erkrankte erstmals im Alter von 13 Jahren psychisch. Nach mehreren längeren Klinikaufenthalten konnte sie als junge Erwachsene zwar in ihrer eigenen Wohnung leben. Sie war aber sozial isoliert. „Ich saß Zuhause und mir fiel die Decke auf den Kopf.“ Unterstützung erhielt sie durch das Ambulant Betreute Wohnen der Reha GmbH. „Meine Betreuer ermutigten mich damals immer wieder, im Zuverdienst zu arbeiten.“ Doch die junge Frau hatte zunächst Bedenken: „Ich war sehr krank und vor allem auch ganz, ganz schüchtern. Ich habe kaum ein Wort herausgebracht.“ Wer Heike Förster heute sieht, kann sich das kaum vorstellen – so offen und reflektiert, wie sie über ihr Leben und ihre Krankengeschichte berichtet. Bis dahin war es aber ein langer Weg.

Vom 1,5-Stunden-Job zur regelmäßigen Beschäftigung

Eine Frau steht hinter einer Theke und lässt einen Käsekuchen vom Abkühlrost auf eine Platte gleiten und lächelt dabei freundlich in die Kamera.Die junge Frau stimmte schließlich einer Beschäftigung zu und startete mit nur 1,5 Stunden in der Kontakt- und Beratungsstelle Café Regenbogen. „Anfangs konnte ich selbst diese kurze Zeit nicht durchhalten.“ Doch ganz allmählich übernahm sie immer mehr Aufgaben und steigerte die Arbeitszeit. Mittlerweile hat Heike Förster eine reguläre 450-Euro-Stelle als Hauswirtschafterin im Café Regenbogen. „Das entspricht einer geringfügigen Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt“, sagt Jörg Achterberg, Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle. „Heike managt den hauswirtschaftlichen Bereich und nimmt mir darüber hinaus noch so manche Aufgabe ab. Sie ist wirklich eine tolle Mitarbeiterin.“

Große Nachfrage

Seit Start des Hilfsangebots vor 20 Jahren arbeiten durchschnittlich zwischen 20 und 40 Frauen und Männer im Zuverdienst der Reha GmbH. Die Aufgaben reichen von Montagetätigkeiten über Hausmeisterservice bis zu hauswirtschaftlichen Dienstleistungen und Catering. Und die Nachfrage ist groß: „Die Erwerbsminderungen wegen seelischer Störungen sind stark angestiegen. Und wir betreuen immer mehr junge psychisch erkrankte Menschen im Übergang zwischen Schule und Beruf“, sagt Klaus Hahn.  Im Café Regenbogen an der Bahnhofstraße sind aktuell sieben „Zuverdienstler“ beschäftigt mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen. „Bei uns arbeiten chronisch Erkrankte mit früheren langen Klinikaufenthalten ebenso wie Menschen, die durch ihre Erkrankung ganz plötzlich aus dem Berufsleben herausgerissen wurden“, berichtet Jörg Achterberg. Und nicht zuletzt gebe es eine zunehmende Zahl junger Menschen, die noch vor dem Sprung ins Berufsleben stehe.

Selbständiger und seelisch stabiler im Zuverdienst

Junger Mann schaut fröhlich lächelt durch eine Durchreiche und schiebt gibt deine blaue Thermoskanne heraus.Zu ihnen gehört auch Marc Kramer*, der mehrmals wöchentlich im Café bedient. Der heute 24-Jährige musste wegen seiner Angststörung die Schule verlassen. „Danach hatte ich extreme Rückzugstendenzen.“ Der Schüler verbrachte viele Tage einfach im Bett. Aus dem Haus wagte er sich kaum noch. Sozialpsychiatrische Unterstützung erhielt der Lengericher damals noch nicht. Doch seine Ergotherapeutin vermittelte ihn dann in den Zuverdienst. Die Aufnahme ist ganz einfach ohne Verordnung oder Kostenbewilligung möglich. Denn der Kreis Steinfurt fördert das Angebot auf freiwilliger Basis. Über diesen unbürokratischen Einstieg kam Marc Kramer zu weiteren tagesstrukturierende Hilfsangeboten. „Mittlerweile kann ich mir wieder vorstellen, eine Ausbildung zu machen. Mir geht es gesundheitlich ganz klar besser und ich bin selbständiger geworden.“

Und das ist ein ganz wichtiger Aspekt am Zuverdienst: Ob er nun eine Vorbereitung für den ersten Arbeitsmarkt, einen Werkstattarbeitsplatz oder dauerhafte Beschäftigung ist, in den meisten Fällen profitieren die Betroffenen gesundheitlich. Das hat auch Heike Förster erlebt. Sie fühlt sich heute psychisch stabiler und benötigt deutlich weniger Medikamente als früher. Und sie ist überzeugt: „Die regelmäßige Beschäftigung hat einen sehr großen Anteil daran.“

* Der Name des Klienten wurde geändert.

Mitarbeitende der Reha GmbH und der Saxion Hochschule stehen beim Saxion-Symposium auf einer Treppe vor der Villa und lachen in die Kamera. Zwei halten ein rotes Dreieck mit Luftballons in der Hand, das für den Trialog steh. 16 Jan 2020

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Aktuelles

Saxion-Symposium bei der Reha GmbH

Saxion-Symposium – Praxis meets Wissenschaft

Großes Gedränge in der Tagesstätte „Die Villa“ der Reha GmbH: Bis zur Eingangstür stehen die rund 60 Teilnehmenden zu Beginn des Symposiums „Take Care“. Veranstalter ist die Saxion University of Applied Sciences in Enschede. Mitarbeitende der Reha GmbH, der Ledder Werkstätten, Klienten und ihre Angehörigen sowie Dozenten und Studierende der niederländischen Hochschule möchten sich hier heute unter fachlicher Anleitung austauschen. „Unsere gemeinsame Veranstaltung ist ein gutes Beispiel für den Wissenstransfer zwischen Praxis und Wissenschaft. Und ich hoffe, dass es Schule macht“, sagt Annette Gleßner, Dozentin der Saxion und Koordinatorin des Symposiums, in ihrer kurzen Begrüßung.

Gelungener Wissenstransfer

Die Reha GmbH arbeitet schon seit mehreren Jahren mit der Hochschule in Enschede zusammen. So gehören Geschäftsführer Herbert Isken und die Sozialarbeiterin Ute Casser zu externen Sachverständigen, die praktische Bachelorprüfungen im deutschen Studiengang „Social Work – Teilzeit“ begleiten. Die Externen bringen praktische Expertise mit. Zudem sollen sie die Transparenz der Prüfungen erhöhen, da sie auch die Prüfer selbst befragen können. Die Reha GmbH profitiert dabei vom fachlichen Austausch mit Studierenden und Wissenschaftlern. „Die Praxisorientierung der Saxion ist etwas Besonderes“, betont Herbert Isken. „Ein Konzept, das sich in der Qualität der Ausbildung zeigt. Viele unserer sozialpsychiatrischen Fachkräfte sind Absolventen der Enscheder Hochschule.“

Auftakt zum Saxion-Symposium: Herbert Isken, Geschäftsführer der Reha, bei seiner Begrüßungsansprache. Er steht neben einem Flipchart. Neben ihm stehen zwei Frauen, im Vordergrund sitzt ein Mann.
Begrüßungsansprache von Geschäftsführer Herbert Isken.

Nach der Begrüßung löst sich das Gedränge in der „Villa“ rasch auf. Die Anwesenden verteilen sich auf vier Räume auch in Nachbargebäuden der Reha GmbH. Hier leiten jeweils drei bis vier Studierende Workshops zu verschiedenen Themen, die gleichzeitig ihre praktischen Bachelorprüfungen sind. Alle vier Themen sind Vorschläge der Reha GmbH:

– Trialog – Austausch auf Augenhöhe – Menschen aktiv im psychiatrischen Kontext beteiligen

– Jeder Mensch ist Experte des eigenen Lebens – Systemische Perspektiven in der Tagessätte und im Ambulant betreuten Wohnen

– (Mit-)Entscheiden oder machen lassen? – Mitwirkung und Mitbestimmung im Rahmen des Betreuten Wohnen

– Institutionelle Schutzkonzepte – Rechte haben, Rechte kennen.

Rollenspiel beim Workshop, eine Frau und ein Mann sitzen in einem Seminarraum einer weiteren Frau gegenüber.
Rollenspiel von Studierenden im Trialog-Workshop

Bachelor-Prüfungen in ganz realer Situation

 „Mit den Themenvorschlägen der Reha GmbH beziehen wir aktuelle Herausforderungen aus der beruflichen Praxis direkt in unsere Prüfungssituation mit ein“, erklärt Annette Gleßner den Nutzen dieser Vorgehensweise. Zudem finden die Prüfungen auf dem Symposium in einer ganz realen Situation statt. Die Studierenden leiten den Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen sowie den Fachkräften an und moderieren ihn auch. Die gesamte Veranstaltung ist damit trialogisch konzipiert. Zudem gibt es noch einen Workshop, der sich explizit mit dem Thema beschäftigt. Aus (sozial-)psychiatrischer Sicht steht der Trialog für eine Beteiligungskultur. Ein wichtiges Ziel ist es, die einseitige Definitionsmacht der psychiatrisch Tätigen in eine demokratische Handlungskultur zu überführen. Der gleichberechtigte Austausch von Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften soll das gegenseitige Verstehen verbessern. Dies soll unter anderem einen Perspektivwechsel ermöglichen, Respekt und Akzeptanz untereinander schaffen.

Betroffene wünschen sich mehr Akzeptanz

Aufnahme von einem mit rot beschriebenen Flip-Chart-Blatt. Hier sind Wünsche der Workshop-Teilnehmenden vermerkt, wie mehr Toleranz und Verständnis, mehr Austausch, regelmäßige Termine mit Angehörigen.Doch gerade bei der Akzeptanz hapert es häufig, wie Betroffene im Workshop berichten. Sie wünschen sich mehr Verständnis und einen offeneren Austausch mit ihren Angehörigen. Eine Tagesstätten-Klientin berichtet, wie schwierig es sei, mit seiner Krankheit von der Familie akzeptiert zu werden. Die 36-jährige hatte sich sehr gewünscht, dass ihre Mutter zum Workshop kommt. Leider habe sie abgesagt. Tatsächlich ist nur eine Angehörige dabei. Daniele Stich, Mutter eines erwachsenen psychisch erkrankten Sohnes, findet den  gleichberechtigten Austausch gut und wichtig: „Man lernt, sich gegenseitig besser zu verstehen. Dann kann man als Angehöriger auch mit psychischen Krisensituationen besser umgehen.“

Gleichberechtigtes Miteinander

Deutlich wird auch, wie wichtig die Gleichberechtigung im Miteinander ist. „Andere meinen oft, besser zu wissen, was gut für mich ist“, berichtet eine Klientin. Diese Erfahrung hat auch der 39-jährige Max gemacht. Seine frühere Frau begleitete ihn häufig zur Therapie und lies ihn dann selbst kaum zu Wort kommen. Im Workshop beim Saxion-Symposium wünschen sich die Betroffenen mehr Raum für sich selbst, Toleranz und Verständnis. Auch von der Öffentlichkeit. Eine psychische Erkrankung sei noch immer ein Stigma.

Am Ende des Symposiums in der Villa herrscht Einigkeit: Eine gelungene Veranstaltung, die wiederholt werden sollte. Die Mitorganisatorin von der Reha GmbH Ute Casser betont, wie souverän die Prüflinge ihre Aufgabe gemeistert haben. Ihr fiel vor allem der wertschätzende Umgang mit den unterschiedlichen Workshop-Teilnehmenden positiv auf. „Eine Prüfungssituation in der Praxis ist ja wie ein Sprung ins kalte Wasser. Die Studierenden wissen gar nicht, was auf sie zukommt“, sagt die Sozialarbeiterin. Für Annette Gleßner macht genau diese Herausforderung aber auch die besondere Qualität von Prüfungen in der Praxis aus. „Sie ermöglichen einen Blick über den Tellerrand und sind eine gute Vorbereitung für berufliche Anforderungen.“

„Vom Austausch beim Saxion-Symposium konnten alle profitieren“

Die Prüfer der Saxion haben sich vor allem über die vielen Diskussionsbeiträge der Nutzer gefreut. „Für uns ist das auch eine Bestätigung. Unsere Klientinnen und Klienten sind es gewohnt, sich einzubringen“,  freut sich Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe. „Selbstbestimmung und Teilhabe werden bei der Reha GmbH großgeschrieben.“ Gleichzeitig sei die Veranstaltung ein Ansporn, sich zukünftig noch stärker für den Trialog und die Einbeziehung der Angehörigen zu engagieren. Hier sei noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Häufig fühlten sich Familienangehörige mitschuldig an der psychischen Erkrankung eines Angehörigen, so die Sozialpädagogin. Dabei seien sie eine der wichtigsten Ressourcen. Das hätten auch die Diskussionen in den Workshops wieder deutlich gemacht. Die Sozialpädagogin ist sich mit ihrer Kollegin Ute Casser einig: „Von dem heutigen Austausch konnten wir alle profitieren.“

 

Haben fast vier Jahrzehnte Psychiatriegeschichte miterlebt: Bewohner und Mitarbeitende haben sich zu einem Gruppenfoto vor einem Oltimerbus aufgestellt. 09 Dez 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Psychiatriegeschichte hautnah miterlebt

„Die Würde jedes Menschen achten“

36 Jahre lang hat Ute Dölling-Ruhe in der Wohnstätte Bergstraße Neubau für Menschen mit psychischen Behinderungen gearbeitet. In dieser Zeit prägte die Sozialarbeiterin nicht nur die Wohngruppe. Sie erlebte auch knapp vier Jahrzehnte Psychiatriegeschichte hautnah mit. Jetzt wurde die frühere Hausleiterin bei der jährlichen Weihnachtsfeier gemeinsam mit der Hauswirtschafterin Monika Ringeltaube in den Ruhestand verabschiedet.

Ein familiäres Zuhause

Der Geschäftsführer der Reha GmbH steht in er Mitte von zwei Mitarbeiterinnen, die jeweils ein Abschiedsgeschenk in die Händen halten.
Präsente zum Abschied gab es für Ute Dölling-Ruhe (lks.) und Monika Ringeltaube (re.) von Geschäftsführer Herbert Isken

Es ist ein würdiger Rahmen für einen Abschied: Die 13 Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnstätte, ihre Angehörigen sowie Mitarbeitende der Reha GmbH haben sich im Hof-Café Kötters Kotten versammelt. Insgesamt sind es über 50 Personen. Es gibt Gesang und Gedichtvorträge, Präsente und einige Abschiedstränen. „Ohne euer Engagement wäre die Wohnstätte an der Bergstraße heute nicht das, was sie ist“, betont Geschäftsführer Herbert Isken in seiner kurzen Laudatio. „Sie ist ein familiäres Zuhause für Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen. Hier leben sie nicht nur mitten in der Gesellschaft, sondern werden auch gestärkt und gefördert.“

Psychiatrie-Enquete gegen „Verwahrpsychiatrie“

Bis in die 1980er Jahre sah die Versorgung noch ganz anders aus. „Menschen mit seelischen Behinderungen wurden in den psychiatrischen Kliniken häufig dauerhaft untergebracht“, erzählt Ute Döllig-Ruhe. Eine soziale Rehabilitation habe praktisch nicht stattgefunden. „Die Patienten hatten kaum Privatsphäre und konnten nicht selbständig entscheiden. Sogar ihre Kleidung wurde ihnen morgens aus einem verschlossenen Schrank gegeben.“ Zudem sei nicht selten mit starken Medikamenten und Bestrafungen gearbeitet worden. Die von der damaligen Bundesregierung in Auftrag gegebene Psychiatrie-Enquete forderte deshalb eine Neuordnung der „Verwahrpsychiatrie“. Das wirkte sich auch in Lengerich aus: Das damalige Landeskrankenhaus löste schrittweise die Stationen auf. Eine der ersten betreuten Wohngruppen zog in die Villa an der Bergstraße ein.

Pädagogisches Konzept verbessert seelische Gesundheit

Die Anfangszeit war schwierig, wie sich Ute Dölling-Ruhe und die Hauswirtschafterin Monika Ringeltaube erinnern. Zu lange waren die Patienten aus einem normalen Lebensalltag herausgerissen worden. Sie mussten Selbständigkeit und ein gutes soziales Miteinander wieder neu lernen. Mit ihren heilpädagogischen und sozialpsychiatrischen Konzepten setzten die Mitarbeitenden damals wie heute auf Respekt und Wertschätzung. „Wir müssen die Persönlichkeit und Würde jedes Menschen beachten“, betont Ute Dölling-Ruhe. „Ob er eine Behinderung hat oder nicht, spielt dabei überhaupt keine Rolle.“ Das pädagogische Konzept hat nicht nur die Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner grundlegend verbessert, sie profitieren auch gesundheitlich. „In den ersten Jahren mussten unsere Bewohner wegen seelischer Krisen noch häufiger stationär aufgenommen werden“, berichtet Ute Dölling-Ruhe. „Das kommt heute so gut wie gar nicht mehr vor.“

Fit machen für ein Leben in der Gesellschaft

Die Anforderungen an die Arbeit der Wohnstätten habe sich grundlegend gewandelt, berichtet auch Herbert Isken. Der Sozialpädagoge und Rehabilitationsexperte ist seit 30 Jahren bei der Reha GmbH. Insgesamt leben über 30 Frauen und Männern mit unterschiedlich ausgeprägten Beeinträchtigungen in drei verschiedenen Häusern.  „Ging es anfangs noch um eine angemessene Unterbringung, steht heute klar der rehabilitierende Aspekt im Mittelpunkt.“ Die vor zehn Jahren in Kraft getretene Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen habe das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen zusätzlich gestärkt. „Unsere Aufgabe ist es heute, die Menschen fit zu machen für ein möglichst normales und selbständiges Leben innerhalb der Gesellschaft.“

Für Ute Dölling-Ruhe waren ihre 36 Arbeitsjahre trotz aller Herausforderungen und Veränderungen eine wunderbare Zeit, wie sie sagt. „Die Menschen sind wie meine zweite Familie.“ Umso besser, dass sie ihre Nachfolge gut geregelt weiß. Katharina Hegge, selbst schon über 25 Jahre in der Wohnstätte an der Bergstraße, leitet das Haus weiter. Sie organisierte auch die Weihnachtsfeier samt Abschied mit einigen Überraschungen.

Ein großer roter Oldtimer-Bus steht in einer Siedlung.
Große Überraschung für Ute Dölling-Ruhe und Monika Ringeltaube. Mit einem Oldtimer-Bus ging es zum Hofcafé.
Blick in einen großen Caféraum, in dem viele Menschen an Kaffeetischen sitzen und zu einem Weihnachtsmann blicken, der den Tischen steht.
Bei der jährlichen Weihnachtsfeier darf natürlich auch der Nikolaus nicht fehlen.

 

 

Eine junge singt lächelnd in ein Mikrofon.
Sorgte mit einem Liedvortrag für einen stimmungsvollen Auftakt der Weihnachtsfeier: Amisha Dyal, die Tochter einer Mitarbeiterin.
Eine junge Frau steht neben dem Nikolaus und singt ein Lied.
Viele weitere Lied- und Gedichtvorträge der Bewohnerinnen und Bewohner folgten.
Blick über einen Stand beim Inklusionstag, an dem sich Besucher sowie Mitarbeitende und Klientinnen und Klienten der Reha GmbH informieren. 06 Dez 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Reha GmbH beim Inklusionstag

Inklusionstag für Arbeitgeber und Menschen mit Handicap

„Einstellung zählt – Arbeitgeber gewinnen“. Unter diesem Motto hatte die Agentur für Arbeit am 5. Dezember zum Inklusionstag in Rheine geladen. Die Angebote richteten sich sowohl an Arbeitgeber als auch an Menschen mit Handicap. Die Reha GmbH war gleich mit drei verschiedenen Angebotsbausteinen dabei.

Eine Mitarbeiterin der Psycho-Edukations-Gruppe sowie eine Klientin stehen an einem Stand und informieren sich.Eine sinnstiftende Beschäftigung ist wichtig für die seelische Gesundheit. Das gilt ganz besonders für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Doch gerade für sie ist die Teilhabe am Berufsleben schwierig. Die vielen Aspekten der beruflichen Rehabilitation sind deshalb ein Arbeitsschwerpunkt der Reha GmbH. Am Gemeinsamen Inklusionstag der Agentur für Arbeit in Rheine nahmen Mitarbeitende und Klienten vom Ambulant Betreuten Wohnen und der Tagesstätte „Die Villa“ teil sowie die ergotherapeutische Praxis.

Hilfe zur Selbsthilfe

Von der Villa waren knapp zehn Klientinnen und Klienten mit nach Rheine gefahren. Aus der Psycho-Edukations-Gruppe von Ute Casser und Susan Thyssen waren sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei. „Sie alle konnten sich einen guten Überblick verschaffen über ihre Möglichkeiten auf dem ersten und zweiten Arbeitsmarkt“, berichtet Ute Casser. Die Angebote im Kreis Steinfurt seien sehr gut, doch selbst für Experten auch unübersichtlich. „In Rheine waren neben Inklusionsunternehmen auch die verschiedenen Ämter und Fachdienste mit eigenen Informationsständen vertreten. So hatten unsere Klientinnen und Klienten die Möglichkeit, ihre Ansprechpartner in Lengerich und Ibbenbüren gleich persönlich kennenlernen.“ Der direkte Kontakt helfe, Hemmschwellen abzubauen, betont die Sozialpädagogin. „Bereits der gemeinsame Besuch des Inklusionstages ist Hilfe zur Selbsthilfe.“

Reha-Angebot der Ergotherapie

Blick auf den Stand der ergotherapeutischen Praxis beim Inklusionstag, an dem drei Frauen stehen und sich unterhaltend über Informationsmaterialien beugen.Auch Milena Onken von der Ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH war mit einem eigenen Stand auf dem Inklusionstag vertreten. Die Angebote der Praxis zur beruflichen Rehabilitation reichen von der Arbeitsdiagnostik nach MELBA bis zur ZERA-Gruppe. MELBA steht für „Merkmalprofile zur Eingliederung Leistungsgewandelter und Behinderter in Arbeit“. Grundlage dieser Profile sind standardisierte Testaufgaben, freie Beobachtungen aus verschiedenen Arbeitssituationen sowie Gespräche und Aussagen Dritter. Fallen einzelne Fähigkeiten im Profil schwächer aus, können sie in Arbeitstrainings für Einzelpersonen oder Kleingruppen gezielt gestärkt werden.

„Berufliche Integration bleibt Herausforderung“

ZERA beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Erkrankung, Rehabilitation und Arbeit. Es ist ein strukturiertes Gruppenprogramm, das unter anderem die Selbsthilfe-Potenziale der Klientinnen und Klienten aktiviert. In diesem Sommer hatte die Ergotherapie der Reha GmbH ihr erstes ambulantes ZERA-Programm abgeschlossen. Wegen des guten Erfolges sind weitere Gruppen geplant.

Sowohl Milena Onken als auch Ute Casser lobten die guten Möglichkeiten zum Austausch mit Rehabilitationsexperten beim Inklusionstag. Doch beide hätten sich ein größeres Interesse von den Arbeitgebern gewünscht: „Die berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen bleibt weiter eine große Herausforderung.“

Gruppenaufnahme von Klientinnen und Klienten sowie Mitarbeitenden der Tagesstätte die Villa beim Inklusionstag in Rheine.

Neue Kräfte sammeln bei einem Kurzurlaub auf Norderney. Das Foto zeigt Frauen und Männer in Freizeitkleidung mit Fahrrädern auf einem gepflasterten Weg in der Dünenlandschaft auf Norderney. 09 Sep 2019

BY: Reha GmbH

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Neue Kräfte sammeln auf Norderney

Neue Kräfte sammeln – Urlaubsangebot der Tagesstätte

Neue Kräfte sammeln für die alltäglichen Herausforderungen und Zeit haben für die schönen Dinge des Lebens – das soll ein Urlaub im Idealfall leisten. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen kommt noch ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu. Sie können gerade in fremder Umgebung vorhandene Ressourcen stärken und neue Fähigkeiten entdecken. Für die Reha GmbH gehören Urlaubsreisen deshalb seit vielen Jahren zu den Hilfsangeboten. Nicht zuletzt sind sie auch wichtig für die gesellschaftliche Teilhabe.

Erholung und ganz neue Erfahrungen

Zwei Frauen und zwei Männer sind dicht über einen Tisch gebeugt, der beinahe vollständig mit kleinen Bernsteinen bedeckt ist.Mit elf Frauen und Männern war ein Team der Tagesstätte „Die Villa“ in diesem Jahr sechs Tage auf Norderney. Untergebracht war die Gruppe in einem Haus der Caritas. Die meisten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren schon bei früheren Freizeiten dabei. Das abwechslungsreiche Programm der Norderney-Fahrt bot Erholung ebenso wie die Möglichkeit, ganz neue Erfahrungen zu sammeln.

„In jedem Fall sollen unsere Angebote Spaß machen“, sagt Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe, die gemeinsam mit Andrea Breitenfeld die Fahrt organisierte und begleitete. „Schließlich ist es Urlaub.“ Die Kosten dafür tragen die Klientinnen und Klienten grundsätzlich selbst. Die Teilnahme an den verschiedenen Aktivitäten während der Urlaubswoche ist freiwillig, jeder kann das Passende für sich aussuchen.

„Ein toller Urlaub mit tollen Menschen“

Auf Norderney hatte die Gruppe eine sehr große Auswahl: Bei der geführten Inselradtour waren alle dabei. Hier erhielten die Reisenden viele spannende Infos über das ostfriesische Eiland. Zum Beispiel, dass es an Norderneys Schulen im Sommer nur vier Wochen Ferien gibt, dafür im Herbst aber auch noch einmal vier. Der Grund: In der Hauptsaison im Sommer können die wenigsten Menschen auf Norderney selbst in den Urlaub fahren.

Zu den weiteren Aktivitäten zählte eine Schiffsfahrt zu den Seehundebänken, Kurse im Bernstein schleifen sowie im kunstvollen Schreiben, dem sogenannten Handlettering. Und für die Entspannung gab es noch ein Thalasso-Bad. „Das Miteinander in der Gruppe war sehr harmonisch“, resümierte Bärbel Brengelmann-Teepe. „Die Stimmung war gut, auch wenn das Wetter eher durchwachsen war.“ Einige der Reisenden fühlten sich so wohl, dass sie am liebsten verlängert hätten. „Ein toller Urlaub mit tollen Menschen“, lautete kurz und knapp Janines Urteil.  

Eine große Gruppe von Frauen und Männern steht bei einer Inselführung am Strand. Aufnahme von vier handgeschriebenen und mit Farbe verzierten Blättern beim sogenannten Handlettering-Kurs.

Vier Frauen sitzen an einem Tisch mit blauer Folie bedeckt und bearbeiten jeweils in eigenen Plastikschalen kleine Bernsteine.

Drei Frauen und zwei Männer stehen während eines Termins der ZERA Gruppe rechts und lins neben einem Flip-Chart und lächeln in die Kamera. 26 Jun 2019

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1. ZERA Gruppe der Reha GmbH zieht positive Bilanz

Reha GmbH bietet erfolgreich 1. ZERA Training an

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist es oft sehr schwierig, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Dabei ist das richtige Maß an sinnvoller Beschäftigung ganz wichtig für die seelische Gesundheit und ein möglichst selbstbestimmtes Leben. Die Lengericher Reha GmbH für Sozialpsychiatrie hat deshalb erstmals ein Gruppentraining angeboten, das Betroffenen den „Zusammenhang zwischen Erkrankung, Rehabilitation und Arbeit“ – kurz ZERA – deutlich macht. Das Konzept unterstützt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in strukturierten Schritten dabei, im Berufsleben wieder Fuß zu fassen. In Werkstätten für behinderte Menschen ist ZERA schon seit längerem etabliert. Eine ambulante ZERA-Gruppe – wie jetzt von der Reha GmbH angeboten –  ist bislang eher die Ausnahme. Nach dem achtmonatigen Kurs ziehen Organisatorinnen sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine ausgesprochen positive Bilanz.

„Ich weiß jetzt, an welche Stellen ich mich wenden kann.“

Detailaufnahme eines beschrifteten Flip-Charts, der die wichtigsten Punkte der ZERA Sitzung mit der Arbeitsagentur auflistet. Dazu gehören: Was beinhaltet die berufliche Rehabilitierung, welche Voraussetzungen gibt es, welche Leistungen bietet hier die Agentur für Arbeit.„Die ZERA-Gruppe hat mir sehr viel gebracht“, freut sich die 37-jährige Tatjana. „Ich weiß jetzt besser, was ich mir zutrauen kann und vor allem auch, an welche Stellen und Ämter ich mich bei der beruflichen Reha wenden kann.“ Und genau das war das Ziel des Trainings. Milena Onken, Leiterin der ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH, hatte das neue Angebot aufgenommen: „Ich finde das ZERA-Konzept sehr gut, weil es auch die Selbsthilfepotenziale der Klienten aktiviert.“ Und ihre Kollegin, die Sozialpädagogin Ute Casser, ergänzt: „Wir haben im Kreis Steinfurt sehr gute Rehabilitationsangebote vom stundenweisen Zuverdienst über Werkstattarbeitsplätze bis zur Förderung von Stellen auf dem 1. Arbeitsmarkt. Doch selbst für Experten ist es schwierig, sich bei der Vielzahl von Maßnahmen und Kostenträgern zurechtzufinden. Hier wollten wir mit der ZERA-Gruppe Orientierung bieten.“

Eigene Stärken und Schwächen herausfinden

Im ersten Schritt befassten sich die sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstützt von Arbeitsmaterialien mit ihren Stärken und Schwächen. In Kleingruppen reflektierten die Frauen und Männer zudem ihre eigenen Erfahrungen mit Arbeit und Beschäftigung. „Bei Menschen mit psychischen Erkrankungen sind die erforderlichen Fähigkeiten oft vorhanden. Das Problem ist eher die Ausdauer“, sagt Ute Casser. „Hier ist es wichtig, die eigene Pufferzone zwischen Unter- und Überforderung zu kennen.“ Zudem wären viele Klientinnen und Klienten einfach sehr unsicher, was sie sich zutrauen könnten, so Milena Onken. „Eine psychische Erkrankung verändert das Leben der Betroffenen meist grundlegend, insbesondere auch im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen. Hier wieder mehr Sicherheit zu erlangen, ist essentiell für die erfolgreiche berufliche Rehabilitation.“

Persönliche Gespräche mit Ansprechpartnern für berufliche Reha

Wer seine Belastungsgrenze und seine Stärken und Schwächen kennt, kann besser ein für ihn geeignetes Reha-Angebot finden. Und diese Angebote lernte die ZERA-Gruppe im zweiten Programmteil kennen. Dabei erfuhr die Gruppe zum Beispiel, was der Unterschied zwischen beruflicher und medizinischer Rehabilitation ist, was das Berufsbildungswerk bietet und für wen eine Maßnahme zur Berufsorientierung geeignet ist.  „Wir haben verschiedene Fachdienste und Ämter besucht oder die Ansprechpartner persönlich als Referenten zu uns eingeladen“, berichtet Milena Onken. Dazu gehörten Ruth Schulte vom Integrationsfachdienst, Übergang Psychiatrie Arbeitsmarkt sowie Brigitte Duseck vom Übergang Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Zudem war die Gruppe zu Gast bei Heidi Panning von Lernen Fördern in Ibbenbüren. Die beiden Gruppenleiterinnen haben mit den vielen persönlichen Kontakten besonders gute Erfahrungen gemacht. „Der direkte Austausch mit den Experten ist nicht nur sehr gut bei der Gruppe angekommen. Er hat auch Berührungsängste abgebaut“, nennt Milena Onken einen wichtigen Effekt dieser Vorgehensweise. Zudem hat er die sozialen Kompetenzen gestärkt.

Viele Unternehmen beschäftigen keine Schwerbehinderten

1 Trainerin sowie ein Teilnehmer und eine Teilnehmer sitzen im Gruppenraum und hören aufmerksam dem Referenten des ZERA Termins zu.Dies ist beim vorletzten Gruppentreffen deutlich zu spüren. Sönke Delarue vom Reha-Team der Arbeitsagentur Rheine stellt ausführlich die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Agentur für Arbeit vor. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hören konzentriert zu, schreiben mit und stellen viele Fragen. Der Teamleiter benennt aber auch offen die Herausforderung: „Die Integration von Menschen mit Behinderungen gelingt häufig nur im Zusammenspiel verschiedener Akteure wie beispielsweise dem Integrationsamt oder dem Integrationsfachdienst“. Neben einigen Inklusionsbetrieben gäbe es eine große Zahl von Unternehmen im Kreis Steinfurt, die trotz Beschäftigungspflicht nach dem Schwerbehindertenrecht keine Schwerbehinderten einstellten. Hier müsse im Einzelfall sehr viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Drei Teilnehmerinnen nach ZERA Training auf Jobsuche

Für die meisten Teilnehmer der ZERA-Gruppe kommt aktuell ohnehin noch keine reguläre Beschäftigung in Frage, wie sie selber berichten. Aus Erfahrung wissen Ute Casser und Milena Onken, dass viele kleine Schritte mit allmählicher Steigerung der Belastung auch viel eher zu einem nachhaltigen Erfolg führen. Ob es dann schließlich ein Arbeitsplatz in einer Werkstatt für behinderte Menschen wird oder eine Stelle auf dem 1. Arbeitsmarkt, muss jeder für sich selbst herausfinden. Immerhin: Drei Teilnehmerinnen trauen sich schon eine geringfügige Beschäftigung zu, auch auf dem regulären Arbeitsmarkt. Nach dem erfolgreichen Start soll es nun weitere ambulant durchgeführte ZERA-Gruppen geben. Bei der Reha GmbH sind schon erste Anfragen für Plätze eingegangen.

 

 

Möchte mit Ihrer Lesung Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen: Sigrid Maedel steht mit einem Buchexemplar in der Hand zwischen dem Geschäftsführer der Reha GmbH sowie dem Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle im Café Regenbogen. Alle drei lächeln in die Kamera. 06 Mai 2019

BY: Reha GmbH

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Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen

Lesung im Regenbogen: Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen

Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen, das wollte Sigrid Maedel mit ihrer Buchvorstellung in der Kontakt- und Beratungsstelle Café Regenbogen. Hier erlebten rund 20 Interessierte eine emotional berührende Lesung mit anregendem Erfahrungsaustausch. Zu dem Thema „Leben mit psychischer Erkrankung“ hatte die Reha GmbH erstmals zu einer Buchpräsentation eingeladen. Dabei stellte Sigrid Maedel¹ aus Angehörigensicht das Buch „Als ob der Mond die Erde berühre“ ihrer Schwester Paula vor. Die meisten Anwesenden waren sich einig: ein sehr gelungener Abend, weitere Veranstaltungen dieser Art wären wünschenswert.

Buchvorstellung aus Angehörigensicht

Sigrid Maedel sitzt an einem Tisch im Café Regenbogen und liest aus dem Buch ihrer Schwester vor.„Mit meiner Lesung möchte ich Betroffene ermutigen, immer wieder neu anzufangen im Leben. Und ich möchte zeigen, es gibt Wege aus der Krise und der Krankheit“, erläuterte Sigrid Maedel im Gespräch mit den Gästen ihr Engagement. Aus denselben Gründen habe auch ihre Schwester das Buch verfasst. Möglich sei ihr dies jedoch erst gewesen, nachdem sie von jahrelanger psychischer Erkrankung genesen war.

Das Buch Paula Maedels ist zwar ein autobiographischer Text, wie ihre Schwester einführend erklärte. Doch es ist kein chronologischer Bericht der Erkrankung. Vielmehr verbindet die Autorin Kindheitserinnerungen, Erlebnisse aus ihrem Erwachsenenleben sowie ihre persönlichen Erfahrungen mit ihrer psychischen Erkrankung in lockerer Reihenfolge miteinander. Geschrieben ist der Text aus der Perspektive der fiktiven Charlotte. Auch die anderen Namen und Orte hat Paula Maedel geändert.

Aus den unterschiedlichen Episoden las Sigrid Maedel einzelne Passagen vor. Dank der sorgfältigen Auswahl vermittelte sie dabei einen guten Eindruck vom Buch und seiner Autorin, die nach mehreren schweren Schicksalsschlägen psychisch erkrankt war. „Da nehme ich ganz viel mit“, sagte während der Diskussion eine Besucherin. Und eine andere ergänzte, dass sie viel von sich selbst wiedererkannt habe.

Sich selbst mit der Erkrankung akzeptieren

Länger diskutierten die Anwesenden darüber, wie wichtig es sei, sich selbst mit seiner Erkrankung zu akzeptieren. Paula Maedel war dies schließlich gelungen, wie sie am Ende des Buches schreibt: „Endlich kann sie sich so annehmen, wie sie ist: ein Mensch aus Fleisch und Blut, mit Schwächen und Stärken.“ Einig waren sich die meisten Anwesenden, dass die Diagnose einer psychischen Erkrankung insbesondere am Anfang sehr wichtig ist. Doch sie solle möglichst nicht das Leben der Betroffenen bestimmen, hieß es in verschiedenen Redebeiträgen.

Geschäftsführer Klaus Hahn betonte, dass dies zum Ansatz der Reha GmbH gehöre: „Bei unserer Arbeit konzentrieren wir uns auf die gesunden Anteile und Stärken unserer Klientinnen und Klienten. Das sind ihre natürlichen Ressourcen, die helfen das Leben mit psychischer Erkrankung möglichst gut zu bewältigen.“

Mehr Veranstaltungen zum Erfahrungsaustausch geplant

Paula Maedel ist schließlich genesen. „Sie ist eine ganz aktive Frau geworden und lebt ihr Leben wieder so, wie sie es vor ihrer Erkrankung getan hat“, berichtete ihre Schwester. „Als sie so schwer erkrankt war, insbesondere während der schizophrenen Phasen, hatte ich keinen Zugang mehr zu ihr. Jetzt telefonieren wir täglich.“ 

In Zukunft möchte die Reha GmbH häufiger zu Veranstaltungen in die Kontakt- und Beratungsstellte einladen. „Dabei möchten wir Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften die Gelegenheit geben, zu ausgesuchten Themen miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagte Klaus Hahn an. „Genauso wie es hier heute Abend so gut gelungen ist.“

die Namen der Autorin und ihrer Schwester sind Pseudonyme

Bürgermeister Wilhelm Möhrke, Unikat-Mitarbeiterinnen und Klaus Hahn haben sich im Geschäft des Unikats zum Foto aufgestellt. Wilhelm Möhrke übergibt der Unikat-Leiterin Sylvia Mathäa ein Präsent und schüttelt ihre Hand. Alle fünf Personen lachen dabei in die Kamera. 03 Mai 2019

BY: Reha GmbH

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Wilhelm Möhrke besucht Unikat

Bürgermeister Wilhelm Möhrke überbringt Glückwünsche zum 10-jährigen Bestehen

Beim offiziellen Empfang zum 10-jährigen Bestehen des Unikats war er verhindert. Das konnte Lengerichs Bürgermeister Wilhelm Möhrke aber nicht davon abhalten, persönlich zum Jubiläum zu gratulieren. Er sagte sich jetzt spontan im Geschäft an der Münsterstraße zu einem Besuch an, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seine Glückwünsche zu überbringen.

Gute gesellschaftliche Integration

Unikat-Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa und der Geschäftsführer der Reha GmbH Klaus Hahn freuten sich über die Wertschätzung des Stadtoberhauptes. Der lobte die Reha GmbH für ihre Arbeit: „Ich finde es sehr gut, dass wir hier in Lengerich seit über 35 Jahren so eine Einrichtung haben, die sich mitten in der Gesellschaft verortet.“ Das Unikat habe dabei einen besonderen Stellenwert, so Wilhelm Möhrke. Zum einen ergänze das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt das innerstädtische Angebot um einen nicht-kommerziellen Aspekt mit attraktiver Auswahl. Zum anderen sorge es für eine gute gesellschaftliche Integration der Beschäftigten mit psychischen Erkrankungen.

Info-Veranstaltungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Klaus Hahn betonte, dass die Reha GmbH in fast 40 Jahren stets gut mit der Stadt Lengerich zusammengearbeitet habe. „Es war und ist unser Ziel, die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit seelischen Erkrankungen in der Region zu stärken.“ Um dies zu erreichen, habe die Reha GmbH ihre Hilfsangebote nach und nach erweitert. „Dabei haben wir uns immer an den Bedürfnissen der Menschen orientiert“, so Hahn. Das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt Unikat sei einer von vielen wichtigen Bausteinen mit einem besonders innovativen Konzept.

 

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Eindruck vom Blick in die Geschäftsräume des Unikats, in dem sich viele Gäste an Stehtischen unterhalten. 16 Apr 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen

10 Jahre Unikat: Empfang zum Start der Jubiläumsaktivitäten

Ein einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen hat Geburtstag: Das Unikat der Reha GmbH feiert sein 10-jähriges Bestehen. Heute wurden die Jubiläumsaktivitäten mit einem Empfang eröffnet. Unikat-Mitarbeitende, Kollegen aus anderen Angebotsbausteinen der Reha GmbH, Kooperationspartnerinnen und -partner, Freunde und Kundinnen freuten sich gemeinsam über den nachhaltigen Erfolg dieses einzigartigen Projektes. Denn etwas Besonderes ist das Unikat zweifellos. Das wurden heute wieder einmal deutlich.

„Tolle Arbeitsatmosphäre ist das Wichtige“

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Die beiden Geschäftsführer der Reha GmbH stehen an einem Stehtisch im Geschäft Unikat und halten kurzen Ansprachen zum 10-jähriigen Bestehen.
Herbert Isken und Klaus Hahn bei ihrer kurzen Ansprache.

„Second-Hand-Läden gibt es viele“, sagte Reha-Geschäftsführer Herbert Isken. „Aber ihr habt hier wirklich ein einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen geschaffen. Das Wichtige daran ist die tolle Arbeitsatmosphäre. Und dazu haben Bernadette Splinter und Sylvia Mathäa wesentlich beigetragen.“ Ebenso wie Geschäftsführer Klaus Hahn bedankte sich auch Herbert Isken bei den beiden herzlichen für ihre erfolgreiche Aufbauarbeit. Sowohl die Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa als auch die Schnittdirektrice Bernadette Splinter sind seit den Anfängen vor zehn Jahren dabei.

Arbeiten auf Augenhöhe

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag:: Zwei Mitarbeiterinnen des Unikat stehen Arm in Arm mit Sektgläsern im Geschäft und lachen in die Kamera.
Ute Casser und Sylvia Mathäa arbeiteten in den ersten fünf Jahren eng zusammen.

Klaus Hahn blickte in seiner kurzen Ansprache nicht nur auf die Geschichte des Unikats zurück, sondern auch auf die Projektkonzeption. Maßgeblich daran beteiligt war Ute Casser. Sie leitete das Unikat die ersten fünf Jahre auch pädagogisch. „Ute hat zielstrebig und mit großem Aufwand die Anfangsfinanzierung dieses besonderen Projektes in die Wege geleitet“, berichtete Klaus Hahn. „Die Idee war ein Projekt zu initiieren, in dem Klienten und Mitarbeiter auf Augenhöhe miteinander arbeiten. Und das ist gelungen. Wer heute in das Geschäft kommt, kann nicht unterscheiden, wer hier Klient oder Mitarbeiter ist.“ 

Durch die Vielfalt der Angebote des Unikats seien im Laufe der Zeit ganz unterschiedliche Arbeitsplätze entstanden. Viele Klientinnen und Klienten hätten daraus den Sprung in den 1. Arbeitsmarkt geschafft. Die sei aber nur dank der engen Zusammenarbeit mit der gegenüberliegenden ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH möglich gewesen.

Kooperation mit Ledder Werkstätten

So erfolgreich die Konzeption in die Praxis umgesetzt wurde, so schwierig war nach Ablauf der fünfjährigen Anschubförderung durch die Aktion Mensch die weitere Finanzierung. „Hier hat es ganz wunderbar gepasst, dass die Ledder Werkstätten uns anboten, einige Arbeitsplätze in das Unikat auszugliedern“, berichtete Klaus Hahn weiter. „So konnten wir den Betrieb dieses besonderen Projektes weiter aufrecht erhalten.“ Christian Flechsig von den Ledder Werkstätten gab das Lob gerne zurück: „Die flexiblen Arbeitsplätze sind für einige unserer Werkstattmitarbeitenden besonders gut geeignet.“ 

Anerkennung gab es in der Feierstunde aber auch von den Klientinnen und Klienten. Otto Müller aus der Silberwerkstatt brachte es auf den Punkt: „Wir haben hier ein tolles Miteinander. Es macht wirklich Spaß.“

Zwei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter stehen an einer weiß eingedecken Ladentheke mit Sekt- und Orangensaftgläsern und unterhalten sich lachend bei der Feier zum 10-jährigen Bestehen.
Bernadette Splinter im Gespräch mit Kollegen.
Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Der Geschäftsführer der Reha GmbH Herbert Isken steht mit Gästen an einem Stehtisch und unterhält sich.
Herbert Isken mit Gästen des Empfangs.
Die Unikat-Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa und Reha-Geschäftsführer Klaus Hahn stehen mit Sektgläsern im Unikat.
Sylvia Mathäa und Klaus Hahn freuen sich über den Erfolg des Unikat-Projekts.
Eine Gruppe von Frauen und Männern steht vor einem Ladengeschäft, zwei Frauen halten ein Banner mit der Aufschrift 10 Jahre Unikat in die Höhe. 09 Apr 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

10 Jahre Unikat

Arbeits- und Beschäftigungsprojekt fördert gesellschaftliche Teilhabe

Menschen mit seelischen Erkrankungen sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sowie ihre Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Mit diesen Zielen initiierte die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie 2009 das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt Unikat. Mittlerweile ist das Geschäft an der Münsterstraße mit seinem außergewöhnlichen Angebot eine feste Größe und weit über Lengerichs Grenzen hinaus bekannt. 17 Frauen und Männer mit psychischen Erkrankungen sind aktuell auf ganz unterschiedlichen Arbeitsplätzen beschäftigt. Vom 16. bis 18. April feiert das Unikat sein zehnjähriges Bestehen. Ein guter Grund einen Blick zurück zu werfen.

Behindertenrechtskonvention prägt Projektphilosophie

Zwei Frauen stehen mit Blumensträußen links und recht neben einem Werbebanner mit der Aufschrift 10 Jahre Unikat und lachen fröhlich in die Kamera
Sylvia Mathäa und Bernadette Splinter-Gesing können ebenfalls ihr 10-Jähriges feiern.

Im Jahr der Unikat-Gründung war auch die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Kraft getreten. Und das ist kein Zufall: „Die Umsetzung der in dem Übereinkommen geforderten Grundrechte für Menschen mit Behinderungen sind wesentlicher Bestandteil der Projektphilosophie“, berichtet Ute Casser. Die Sozialarbeiterin der Reha GmbH hatte damals das Konzept mitentwickelt. Zudem leitete sie das Unikat fünf Jahre lang pädagogisch. Während dieser Zeit hatte auch die „Aktion Mensch“ das Projekt gefördert. „Ziel war und ist es, psychisch erkrankte Menschen wieder in das Berufsleben zu integrieren oder ihnen eine dauerhafte Beschäftigung zu bieten. Zudem möchten wir ihre Lebensqualität verbessern“, so die Sozialarbeiterin. Und dies sollte unter möglichst arbeitsmarktnahen Bedingungen geschehen: „Rein ins richtige Leben“ lautete die Devise. Dafür erschien der Reha GmbH ein Ladengeschäft mit Kundenkontakt besonders geeignet.

„Ein echtes Inklusionsprojekt“

Am 18. April 2009 öffnete das Unikat mit hochwertiger Second-Hand-Bekleidung sowie Näh- und Wäscheservice seine Pforten. „Ein echtes Inklusionsprojekt“, betont Ute Casser. „Hier kommen alle zusammen, die Reha-Mitarbeiter, die Beschäftigten mit psychischen Erkrankungen und die Kunden. Im Team ist die Zusammenarbeit auf Augenhöhe die Richtschnur.“  Zudem solle das Projekt helfen, Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischen Einschränkungen abzubauen.

Die ersten Beschäftigten waren ausschließlich im sogenannten Zuverdienst tätig. Dabei können Mitarbeitende gegen eine geringe Aufwandsentschädigung mit nur zwei Stunden wöchentlich starten und das Arbeitsvolumen wenn möglich langsam steigern. Genauso hat es auch die heute 61-jährige Andrea gemacht. Die an einer Depression erkrankte Lengericherin ist fast von Beginn an dabei. „Die Arbeit im Unikat ist das Beste, was mir passieren konnte. Es tut so gut wieder gebraucht zu werden“, sagt die Mutter von vier Kindern. Die regelmäßige Beschäftigung wirke sich auch positiv auf ihre seelische Gesundheit aus. Und genauso geht es auch anderen: „Viele unserer Klientinnen und Klienten benötigen weniger Medikamente und müssen seltener in die Klinik“, berichtet Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa.

Regelmäßige Beschäftigung stärkt seelische Gesundheit

Ein toller Erfolg, den auch Ute Casser bestätigen kann: „Soziale Kontakte und eine sinnvolle Beschäftigung sind für jeden Menschen wichtig. Unter- oder Überforderung können uns seelisch krank machen. Bei Menschen mit psychischen Erkrankungen wirkt sich das noch viel stärker aus.“ Seit 2014 bietet das Unikat in Zusammenarbeit mit den Ledder Werkstätten zusätzlich acht Werkstattarbeitsplätze an, bei denen die Stundenzahl schon deutlich höher liegt. Einen davon hat die 51-jährige Marion. Ihr sind die Kontakte zu Kollegen und Kunden wichtig. Gleichzeitig stellt der Ladenbetrieb auch eine besondere Herausforderung dar: „Unsere Kunden erwarten, dass hier alles in Ordnung ist und sie vernünftig bedient werden. Und diesen Anspruch habe ich auch.“ Dank dieser realitätsnahen Arbeitsbedingungen ist nicht wenigen Beschäftigten bereits der Sprung in den 1. Arbeitsmarkt gelungen. In den ersten fünf Jahren fanden von 21 Zuverdienstbeschäftigten neun Frauen und Männer eine reguläre Stelle oder einen Ausbildungsplatz.

Upcycling Zukunftstrend

Leicht Aufsicht auf einen Mann, der mit einem Hammer ein Sibermesser bearbeitet, im Vordergrund steht ein brennender Bunsenbrenner, im Hintergrund ist die Werkbank zu sehenDie Marktnähe des Unikats wirkt sich auf alle Arbeitsplätze aus, gleichgültig ob die Beschäftigten Kundenkontakt haben oder zum Beispiel in der Näherei arbeiten. Der Grund: „Wir müssen unser Angebot kontinuierlich an die sich ändernden Ansprüche der Kunden anpassen“, sagt Sylvia Mathäa. Gemeinsam mit Schnittdirektrice Bernadette Splinter ist sie deshalb ständig auf der Suche nach neuen Ideen. Ein wichtiger Trend ist das Upcyling. Daraus ist 2011 auch die Silber- und Kreativwerkstatt entstanden. Hier stellen die Beschäftigten aus alten Bestecken, Porzellan und vielem mehr ausgefallene Schmuckstücke und Dekorationen her. Für den langjährigen Mitarbeiter Otto „der schönste Arbeitsplatz der Welt“.

Vor dem Hintergrund von Klimawandel und Ressourcenschonung werde Upcycling auch zukünftig einen großen Stellenwert habe, so die Geschäftsleiterin. Sie und Bernadette Splinter würden sich freuen, wenn noch viel mehr Menschen die kreativen Produkte aus 1. und 2. Hand des Unikats kennenlernen und die sozialpsychiatrische Arbeit unterstützen würden. Dazu besteht zwischen dem 16. und 18. April eine besonders gute Gelegenheit, wenn das Unikat mit Rabatten und Sonderaktionen sein zehnjähriges Bestehen feiert.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unikats haben sich anlässlich 10 Jahre Unikat im Hof in Form einer 10 aufgestellt und lachen in die Kamera..

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