Neue Kräfte sammeln bei einem Kurzurlaub auf Norderney. Das Foto zeigt Frauen und Männer in Freizeitkleidung mit Fahrrädern auf einem gepflasterten Weg in der Dünenlandschaft auf Norderney. 09 Sep 2019

BY: Reha GmbH

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Neue Kräfte sammeln auf Norderney

Neue Kräfte sammeln – Urlaubsangebot der Tagesstätte

Neue Kräfte sammeln für die alltäglichen Herausforderungen und Zeit haben für die schönen Dinge des Lebens – das soll ein Urlaub im Idealfall leisten. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen kommt noch ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu. Sie können gerade in fremder Umgebung vorhandene Ressourcen stärken und neue Fähigkeiten entdecken. Für die Reha GmbH gehören Urlaubsreisen deshalb seit vielen Jahren zu den Hilfsangeboten. Nicht zuletzt sind sie auch wichtig für die gesellschaftliche Teilhabe.

Erholung und ganz neue Erfahrungen

Zwei Frauen und zwei Männer sind dicht über einen Tisch gebeugt, der beinahe vollständig mit kleinen Bernsteinen bedeckt ist.Mit elf Frauen und Männern war ein Team der Tagesstätte „Die Villa“ in diesem Jahr sechs Tage auf Norderney. Untergebracht war die Gruppe in einem Haus der Caritas. Die meisten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren schon bei früheren Freizeiten dabei. Das abwechslungsreiche Programm der Norderney-Fahrt bot Erholung ebenso wie die Möglichkeit, ganz neue Erfahrungen zu sammeln.

„In jedem Fall sollen unsere Angebote Spaß machen“, sagt Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe, die gemeinsam mit Andrea Breitenfeld die Fahrt organisierte und begleitete. „Schließlich ist es Urlaub.“ Die Kosten dafür tragen die Klientinnen und Klienten grundsätzlich selbst. Die Teilnahme an den verschiedenen Aktivitäten während der Urlaubswoche ist freiwillig, jeder kann das Passende für sich aussuchen.

„Ein toller Urlaub mit tollen Menschen“

Auf Norderney hatte die Gruppe eine sehr große Auswahl: Bei der geführten Inselradtour waren alle dabei. Hier erhielten die Reisenden viele spannende Infos über das ostfriesische Eiland. Zum Beispiel, dass es an Norderneys Schulen im Sommer nur vier Wochen Ferien gibt, dafür im Herbst aber auch noch einmal vier. Der Grund: In der Hauptsaison im Sommer können die wenigsten Menschen auf Norderney selbst in den Urlaub fahren.

Zu den weiteren Aktivitäten zählte eine Schiffsfahrt zu den Seehundebänken, Kurse im Bernstein schleifen sowie im kunstvollen Schreiben, dem sogenannten Handlettering. Und für die Entspannung gab es noch ein Thalasso-Bad. „Das Miteinander in der Gruppe war sehr harmonisch“, resümierte Bärbel Brengelmann-Teepe. „Die Stimmung war gut, auch wenn das Wetter eher durchwachsen war.“ Einige der Reisenden fühlten sich so wohl, dass sie am liebsten verlängert hätten. „Ein toller Urlaub mit tollen Menschen“, lautete kurz und knapp Janines Urteil.  

Eine große Gruppe von Frauen und Männern steht bei einer Inselführung am Strand. Aufnahme von vier handgeschriebenen und mit Farbe verzierten Blättern beim sogenannten Handlettering-Kurs.

Vier Frauen sitzen an einem Tisch mit blauer Folie bedeckt und bearbeiten jeweils in eigenen Plastikschalen kleine Bernsteine.

Drei Frauen und zwei Männer stehen während eines Termins der ZERA Gruppe rechts und lins neben einem Flip-Chart und lächeln in die Kamera. 26 Jun 2019

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1. ZERA Gruppe der Reha GmbH zieht positive Bilanz

Reha GmbH bietet erfolgreich 1. ZERA Training an

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist es oft sehr schwierig, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Dabei ist das richtige Maß an sinnvoller Beschäftigung ganz wichtig für die seelische Gesundheit und ein möglichst selbstbestimmtes Leben. Die Lengericher Reha GmbH für Sozialpsychiatrie hat deshalb erstmals ein Gruppentraining angeboten, das Betroffenen den „Zusammenhang zwischen Erkrankung, Rehabilitation und Arbeit“ – kurz ZERA – deutlich macht. Das Konzept unterstützt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in strukturierten Schritten dabei, im Berufsleben wieder Fuß zu fassen. In Werkstätten für behinderte Menschen ist ZERA schon seit längerem etabliert. Eine ambulante ZERA-Gruppe – wie jetzt von der Reha GmbH angeboten –  ist bislang eher die Ausnahme. Nach dem achtmonatigen Kurs ziehen Organisatorinnen sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine ausgesprochen positive Bilanz.

„Ich weiß jetzt, an welche Stellen ich mich wenden kann.“

Detailaufnahme eines beschrifteten Flip-Charts, der die wichtigsten Punkte der ZERA Sitzung mit der Arbeitsagentur auflistet. Dazu gehören: Was beinhaltet die berufliche Rehabilitierung, welche Voraussetzungen gibt es, welche Leistungen bietet hier die Agentur für Arbeit.„Die ZERA-Gruppe hat mir sehr viel gebracht“, freut sich die 37-jährige Tatjana. „Ich weiß jetzt besser, was ich mir zutrauen kann und vor allem auch, an welche Stellen und Ämter ich mich bei der beruflichen Reha wenden kann.“ Und genau das war das Ziel des Trainings. Milena Onken, Leiterin der ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH, hatte das neue Angebot aufgenommen: „Ich finde das ZERA-Konzept sehr gut, weil es auch die Selbsthilfepotenziale der Klienten aktiviert.“ Und ihre Kollegin, die Sozialpädagogin Ute Casser, ergänzt: „Wir haben im Kreis Steinfurt sehr gute Rehabilitationsangebote vom stundenweisen Zuverdienst über Werkstattarbeitsplätze bis zur Förderung von Stellen auf dem 1. Arbeitsmarkt. Doch selbst für Experten ist es schwierig, sich bei der Vielzahl von Maßnahmen und Kostenträgern zurechtzufinden. Hier wollten wir mit der ZERA-Gruppe Orientierung bieten.“

Eigene Stärken und Schwächen herausfinden

Im ersten Schritt befassten sich die sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstützt von Arbeitsmaterialien mit ihren Stärken und Schwächen. In Kleingruppen reflektierten die Frauen und Männer zudem ihre eigenen Erfahrungen mit Arbeit und Beschäftigung. „Bei Menschen mit psychischen Erkrankungen sind die erforderlichen Fähigkeiten oft vorhanden. Das Problem ist eher die Ausdauer“, sagt Ute Casser. „Hier ist es wichtig, die eigene Pufferzone zwischen Unter- und Überforderung zu kennen.“ Zudem wären viele Klientinnen und Klienten einfach sehr unsicher, was sie sich zutrauen könnten, so Milena Onken. „Eine psychische Erkrankung verändert das Leben der Betroffenen meist grundlegend, insbesondere auch im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen. Hier wieder mehr Sicherheit zu erlangen, ist essentiell für die erfolgreiche berufliche Rehabilitation.“

Persönliche Gespräche mit Ansprechpartnern für berufliche Reha

Wer seine Belastungsgrenze und seine Stärken und Schwächen kennt, kann besser ein für ihn geeignetes Reha-Angebot finden. Und diese Angebote lernte die ZERA-Gruppe im zweiten Programmteil kennen. Dabei erfuhr die Gruppe zum Beispiel, was der Unterschied zwischen beruflicher und medizinischer Rehabilitation ist, was das Berufsbildungswerk bietet und für wen eine Maßnahme zur Berufsorientierung geeignet ist.  „Wir haben verschiedene Fachdienste und Ämter besucht oder die Ansprechpartner persönlich als Referenten zu uns eingeladen“, berichtet Milena Onken. Dazu gehörten Ruth Schulte vom Integrationsfachdienst, Übergang Psychiatrie Arbeitsmarkt sowie Brigitte Duseck vom Übergang Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Zudem war die Gruppe zu Gast bei Heidi Panning von Lernen Fördern in Ibbenbüren. Die beiden Gruppenleiterinnen haben mit den vielen persönlichen Kontakten besonders gute Erfahrungen gemacht. „Der direkte Austausch mit den Experten ist nicht nur sehr gut bei der Gruppe angekommen. Er hat auch Berührungsängste abgebaut“, nennt Milena Onken einen wichtigen Effekt dieser Vorgehensweise. Zudem hat er die sozialen Kompetenzen gestärkt.

Viele Unternehmen beschäftigen keine Schwerbehinderten

1 Trainerin sowie ein Teilnehmer und eine Teilnehmer sitzen im Gruppenraum und hören aufmerksam dem Referenten des ZERA Termins zu.Dies ist beim vorletzten Gruppentreffen deutlich zu spüren. Sönke Delarue vom Reha-Team der Arbeitsagentur Rheine stellt ausführlich die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Agentur für Arbeit vor. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hören konzentriert zu, schreiben mit und stellen viele Fragen. Der Teamleiter benennt aber auch offen die Herausforderung: „Die Integration von Menschen mit Behinderungen gelingt häufig nur im Zusammenspiel verschiedener Akteure wie beispielsweise dem Integrationsamt oder dem Integrationsfachdienst“. Neben einigen Inklusionsbetrieben gäbe es eine große Zahl von Unternehmen im Kreis Steinfurt, die trotz Beschäftigungspflicht nach dem Schwerbehindertenrecht keine Schwerbehinderten einstellten. Hier müsse im Einzelfall sehr viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Drei Teilnehmerinnen nach ZERA Training auf Jobsuche

Für die meisten Teilnehmer der ZERA-Gruppe kommt aktuell ohnehin noch keine reguläre Beschäftigung in Frage, wie sie selber berichten. Aus Erfahrung wissen Ute Casser und Milena Onken, dass viele kleine Schritte mit allmählicher Steigerung der Belastung auch viel eher zu einem nachhaltigen Erfolg führen. Ob es dann schließlich ein Arbeitsplatz in einer Werkstatt für behinderte Menschen wird oder eine Stelle auf dem 1. Arbeitsmarkt, muss jeder für sich selbst herausfinden. Immerhin: Drei Teilnehmerinnen trauen sich schon eine geringfügige Beschäftigung zu, auch auf dem regulären Arbeitsmarkt. Nach dem erfolgreichen Start soll es nun weitere ambulant durchgeführte ZERA-Gruppen geben. Bei der Reha GmbH sind schon erste Anfragen für Plätze eingegangen.

 

 

Möchte mit Ihrer Lesung Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen: Sigrid Maedel steht mit einem Buchexemplar in der Hand zwischen dem Geschäftsführer der Reha GmbH sowie dem Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle im Café Regenbogen. Alle drei lächeln in die Kamera. 06 Mai 2019

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Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen

Lesung im Regenbogen: Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen

Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen, das wollte Sigrid Maedel mit ihrer Buchvorstellung in der Kontakt- und Beratungsstelle Café Regenbogen. Hier erlebten rund 20 Interessierte eine emotional berührende Lesung mit anregendem Erfahrungsaustausch. Zu dem Thema „Leben mit psychischer Erkrankung“ hatte die Reha GmbH erstmals zu einer Buchpräsentation eingeladen. Dabei stellte Sigrid Maedel¹ aus Angehörigensicht das Buch „Als ob der Mond die Erde berühre“ ihrer Schwester Paula vor. Die meisten Anwesenden waren sich einig: ein sehr gelungener Abend, weitere Veranstaltungen dieser Art wären wünschenswert.

Buchvorstellung aus Angehörigensicht

Sigrid Maedel sitzt an einem Tisch im Café Regenbogen und liest aus dem Buch ihrer Schwester vor.„Mit meiner Lesung möchte ich Betroffene ermutigen, immer wieder neu anzufangen im Leben. Und ich möchte zeigen, es gibt Wege aus der Krise und der Krankheit“, erläuterte Sigrid Maedel im Gespräch mit den Gästen ihr Engagement. Aus denselben Gründen habe auch ihre Schwester das Buch verfasst. Möglich sei ihr dies jedoch erst gewesen, nachdem sie von jahrelanger psychischer Erkrankung genesen war.

Das Buch Paula Maedels ist zwar ein autobiographischer Text, wie ihre Schwester einführend erklärte. Doch es ist kein chronologischer Bericht der Erkrankung. Vielmehr verbindet die Autorin Kindheitserinnerungen, Erlebnisse aus ihrem Erwachsenenleben sowie ihre persönlichen Erfahrungen mit ihrer psychischen Erkrankung in lockerer Reihenfolge miteinander. Geschrieben ist der Text aus der Perspektive der fiktiven Charlotte. Auch die anderen Namen und Orte hat Paula Maedel geändert.

Aus den unterschiedlichen Episoden las Sigrid Maedel einzelne Passagen vor. Dank der sorgfältigen Auswahl vermittelte sie dabei einen guten Eindruck vom Buch und seiner Autorin, die nach mehreren schweren Schicksalsschlägen psychisch erkrankt war. „Da nehme ich ganz viel mit“, sagte während der Diskussion eine Besucherin. Und eine andere ergänzte, dass sie viel von sich selbst wiedererkannt habe.

Sich selbst mit der Erkrankung akzeptieren

Länger diskutierten die Anwesenden darüber, wie wichtig es sei, sich selbst mit seiner Erkrankung zu akzeptieren. Paula Maedel war dies schließlich gelungen, wie sie am Ende des Buches schreibt: „Endlich kann sie sich so annehmen, wie sie ist: ein Mensch aus Fleisch und Blut, mit Schwächen und Stärken.“ Einig waren sich die meisten Anwesenden, dass die Diagnose einer psychischen Erkrankung insbesondere am Anfang sehr wichtig ist. Doch sie solle möglichst nicht das Leben der Betroffenen bestimmen, hieß es in verschiedenen Redebeiträgen.

Geschäftsführer Klaus Hahn betonte, dass dies zum Ansatz der Reha GmbH gehöre: „Bei unserer Arbeit konzentrieren wir uns auf die gesunden Anteile und Stärken unserer Klientinnen und Klienten. Das sind ihre natürlichen Ressourcen, die helfen das Leben mit psychischer Erkrankung möglichst gut zu bewältigen.“

Mehr Veranstaltungen zum Erfahrungsaustausch geplant

Paula Maedel ist schließlich genesen. „Sie ist eine ganz aktive Frau geworden und lebt ihr Leben wieder so, wie sie es vor ihrer Erkrankung getan hat“, berichtete ihre Schwester. „Als sie so schwer erkrankt war, insbesondere während der schizophrenen Phasen, hatte ich keinen Zugang mehr zu ihr. Jetzt telefonieren wir täglich.“ 

In Zukunft möchte die Reha GmbH häufiger zu Veranstaltungen in die Kontakt- und Beratungsstellte einladen. „Dabei möchten wir Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften die Gelegenheit geben, zu ausgesuchten Themen miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagte Klaus Hahn an. „Genauso wie es hier heute Abend so gut gelungen ist.“

die Namen der Autorin und ihrer Schwester sind Pseudonyme

Bürgermeister Wilhelm Möhrke, Unikat-Mitarbeiterinnen und Klaus Hahn haben sich im Geschäft des Unikats zum Foto aufgestellt. Wilhelm Möhrke übergibt der Unikat-Leiterin Sylvia Mathäa ein Präsent und schüttelt ihre Hand. Alle fünf Personen lachen dabei in die Kamera. 03 Mai 2019

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Wilhelm Möhrke besucht Unikat

Bürgermeister Wilhelm Möhrke überbringt Glückwünsche zum 10-jährigen Bestehen

Beim offiziellen Empfang zum 10-jährigen Bestehen des Unikats war er verhindert. Das konnte Lengerichs Bürgermeister Wilhelm Möhrke aber nicht davon abhalten, persönlich zum Jubiläum zu gratulieren. Er sagte sich jetzt spontan im Geschäft an der Münsterstraße zu einem Besuch an, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seine Glückwünsche zu überbringen.

Gute gesellschaftliche Integration

Unikat-Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa und der Geschäftsführer der Reha GmbH Klaus Hahn freuten sich über die Wertschätzung des Stadtoberhauptes. Der lobte die Reha GmbH für ihre Arbeit: „Ich finde es sehr gut, dass wir hier in Lengerich seit über 35 Jahren so eine Einrichtung haben, die sich mitten in der Gesellschaft verortet.“ Das Unikat habe dabei einen besonderen Stellenwert, so Wilhelm Möhrke. Zum einen ergänze das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt das innerstädtische Angebot um einen nicht-kommerziellen Aspekt mit attraktiver Auswahl. Zum anderen sorge es für eine gute gesellschaftliche Integration der Beschäftigten mit psychischen Erkrankungen.

Info-Veranstaltungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Klaus Hahn betonte, dass die Reha GmbH in fast 40 Jahren stets gut mit der Stadt Lengerich zusammengearbeitet habe. „Es war und ist unser Ziel, die Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit seelischen Erkrankungen in der Region zu stärken.“ Um dies zu erreichen, habe die Reha GmbH ihre Hilfsangebote nach und nach erweitert. „Dabei haben wir uns immer an den Bedürfnissen der Menschen orientiert“, so Hahn. Das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt Unikat sei einer von vielen wichtigen Bausteinen mit einem besonders innovativen Konzept.

 

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Eindruck vom Blick in die Geschäftsräume des Unikats, in dem sich viele Gäste an Stehtischen unterhalten. 16 Apr 2019

BY: Reha GmbH

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Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen

10 Jahre Unikat: Empfang zum Start der Jubiläumsaktivitäten

Ein einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen hat Geburtstag: Das Unikat der Reha GmbH feiert sein 10-jähriges Bestehen. Heute wurden die Jubiläumsaktivitäten mit einem Empfang eröffnet. Unikat-Mitarbeitende, Kollegen aus anderen Angebotsbausteinen der Reha GmbH, Kooperationspartnerinnen und -partner, Freunde und Kundinnen freuten sich gemeinsam über den nachhaltigen Erfolg dieses einzigartigen Projektes. Denn etwas Besonderes ist das Unikat zweifellos. Das wurden heute wieder einmal deutlich.

„Tolle Arbeitsatmosphäre ist das Wichtige“

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Die beiden Geschäftsführer der Reha GmbH stehen an einem Stehtisch im Geschäft Unikat und halten kurzen Ansprachen zum 10-jähriigen Bestehen.
Herbert Isken und Klaus Hahn bei ihrer kurzen Ansprache.

„Second-Hand-Läden gibt es viele“, sagte Reha-Geschäftsführer Herbert Isken. „Aber ihr habt hier wirklich ein einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen geschaffen. Das Wichtige daran ist die tolle Arbeitsatmosphäre. Und dazu haben Bernadette Splinter und Sylvia Mathäa wesentlich beigetragen.“ Ebenso wie Geschäftsführer Klaus Hahn bedankte sich auch Herbert Isken bei den beiden herzlichen für ihre erfolgreiche Aufbauarbeit. Sowohl die Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa als auch die Schnittdirektrice Bernadette Splinter sind seit den Anfängen vor zehn Jahren dabei.

Arbeiten auf Augenhöhe

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag:: Zwei Mitarbeiterinnen des Unikat stehen Arm in Arm mit Sektgläsern im Geschäft und lachen in die Kamera.
Ute Casser und Sylvia Mathäa arbeiteten in den ersten fünf Jahren eng zusammen.

Klaus Hahn blickte in seiner kurzen Ansprache nicht nur auf die Geschichte des Unikats zurück, sondern auch auf die Projektkonzeption. Maßgeblich daran beteiligt war Ute Casser. Sie leitete das Unikat die ersten fünf Jahre auch pädagogisch. „Ute hat zielstrebig und mit großem Aufwand die Anfangsfinanzierung dieses besonderen Projektes in die Wege geleitet“, berichtete Klaus Hahn. „Die Idee war ein Projekt zu initiieren, in dem Klienten und Mitarbeiter auf Augenhöhe miteinander arbeiten. Und das ist gelungen. Wer heute in das Geschäft kommt, kann nicht unterscheiden, wer hier Klient oder Mitarbeiter ist.“ 

Durch die Vielfalt der Angebote des Unikats seien im Laufe der Zeit ganz unterschiedliche Arbeitsplätze entstanden. Viele Klientinnen und Klienten hätten daraus den Sprung in den 1. Arbeitsmarkt geschafft. Die sei aber nur dank der engen Zusammenarbeit mit der gegenüberliegenden ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH möglich gewesen.

Kooperation mit Ledder Werkstätten

So erfolgreich die Konzeption in die Praxis umgesetzt wurde, so schwierig war nach Ablauf der fünfjährigen Anschubförderung durch die Aktion Mensch die weitere Finanzierung. „Hier hat es ganz wunderbar gepasst, dass die Ledder Werkstätten uns anboten, einige Arbeitsplätze in das Unikat auszugliedern“, berichtete Klaus Hahn weiter. „So konnten wir den Betrieb dieses besonderen Projektes weiter aufrecht erhalten.“ Christian Flechsig von den Ledder Werkstätten gab das Lob gerne zurück: „Die flexiblen Arbeitsplätze sind für einige unserer Werkstattmitarbeitenden besonders gut geeignet.“ 

Anerkennung gab es in der Feierstunde aber auch von den Klientinnen und Klienten. Otto Müller aus der Silberwerkstatt brachte es auf den Punkt: „Wir haben hier ein tolles Miteinander. Es macht wirklich Spaß.“

Zwei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter stehen an einer weiß eingedecken Ladentheke mit Sekt- und Orangensaftgläsern und unterhalten sich lachend bei der Feier zum 10-jährigen Bestehen.
Bernadette Splinter im Gespräch mit Kollegen.
Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Der Geschäftsführer der Reha GmbH Herbert Isken steht mit Gästen an einem Stehtisch und unterhält sich.
Herbert Isken mit Gästen des Empfangs.
Die Unikat-Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa und Reha-Geschäftsführer Klaus Hahn stehen mit Sektgläsern im Unikat.
Sylvia Mathäa und Klaus Hahn freuen sich über den Erfolg des Unikat-Projekts.
Eine Gruppe von Frauen und Männern steht vor einem Ladengeschäft, zwei Frauen halten ein Banner mit der Aufschrift 10 Jahre Unikat in die Höhe. 09 Apr 2019

BY: Reha GmbH

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10 Jahre Unikat

Arbeits- und Beschäftigungsprojekt fördert gesellschaftliche Teilhabe

Menschen mit seelischen Erkrankungen sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sowie ihre Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Mit diesen Zielen initiierte die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie 2009 das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt Unikat. Mittlerweile ist das Geschäft an der Münsterstraße mit seinem außergewöhnlichen Angebot eine feste Größe und weit über Lengerichs Grenzen hinaus bekannt. 17 Frauen und Männer mit psychischen Erkrankungen sind aktuell auf ganz unterschiedlichen Arbeitsplätzen beschäftigt. Vom 16. bis 18. April feiert das Unikat sein zehnjähriges Bestehen. Ein guter Grund einen Blick zurück zu werfen.

Behindertenrechtskonvention prägt Projektphilosophie

Zwei Frauen stehen mit Blumensträußen links und recht neben einem Werbebanner mit der Aufschrift 10 Jahre Unikat und lachen fröhlich in die Kamera
Sylvia Mathäa und Bernadette Splinter-Gesing können ebenfalls ihr 10-Jähriges feiern.

Im Jahr der Unikat-Gründung war auch die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Kraft getreten. Und das ist kein Zufall: „Die Umsetzung der in dem Übereinkommen geforderten Grundrechte für Menschen mit Behinderungen sind wesentlicher Bestandteil der Projektphilosophie“, berichtet Ute Casser. Die Sozialarbeiterin der Reha GmbH hatte damals das Konzept mitentwickelt. Zudem leitete sie das Unikat fünf Jahre lang pädagogisch. Während dieser Zeit hatte auch die „Aktion Mensch“ das Projekt gefördert. „Ziel war und ist es, psychisch erkrankte Menschen wieder in das Berufsleben zu integrieren oder ihnen eine dauerhafte Beschäftigung zu bieten. Zudem möchten wir ihre Lebensqualität verbessern“, so die Sozialarbeiterin. Und dies sollte unter möglichst arbeitsmarktnahen Bedingungen geschehen: „Rein ins richtige Leben“ lautete die Devise. Dafür erschien der Reha GmbH ein Ladengeschäft mit Kundenkontakt besonders geeignet.

„Ein echtes Inklusionsprojekt“

Am 18. April 2009 öffnete das Unikat mit hochwertiger Second-Hand-Bekleidung sowie Näh- und Wäscheservice seine Pforten. „Ein echtes Inklusionsprojekt“, betont Ute Casser. „Hier kommen alle zusammen, die Reha-Mitarbeiter, die Beschäftigten mit psychischen Erkrankungen und die Kunden. Im Team ist die Zusammenarbeit auf Augenhöhe die Richtschnur.“  Zudem solle das Projekt helfen, Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischen Einschränkungen abzubauen.

Die ersten Beschäftigten waren ausschließlich im sogenannten Zuverdienst tätig. Dabei können Mitarbeitende gegen eine geringe Aufwandsentschädigung mit nur zwei Stunden wöchentlich starten und das Arbeitsvolumen wenn möglich langsam steigern. Genauso hat es auch die heute 61-jährige Andrea gemacht. Die an einer Depression erkrankte Lengericherin ist fast von Beginn an dabei. „Die Arbeit im Unikat ist das Beste, was mir passieren konnte. Es tut so gut wieder gebraucht zu werden“, sagt die Mutter von vier Kindern. Die regelmäßige Beschäftigung wirke sich auch positiv auf ihre seelische Gesundheit aus. Und genauso geht es auch anderen: „Viele unserer Klientinnen und Klienten benötigen weniger Medikamente und müssen seltener in die Klinik“, berichtet Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa.

Regelmäßige Beschäftigung stärkt seelische Gesundheit

Ein toller Erfolg, den auch Ute Casser bestätigen kann: „Soziale Kontakte und eine sinnvolle Beschäftigung sind für jeden Menschen wichtig. Unter- oder Überforderung können uns seelisch krank machen. Bei Menschen mit psychischen Erkrankungen wirkt sich das noch viel stärker aus.“ Seit 2014 bietet das Unikat in Zusammenarbeit mit den Ledder Werkstätten zusätzlich acht Werkstattarbeitsplätze an, bei denen die Stundenzahl schon deutlich höher liegt. Einen davon hat die 51-jährige Marion. Ihr sind die Kontakte zu Kollegen und Kunden wichtig. Gleichzeitig stellt der Ladenbetrieb auch eine besondere Herausforderung dar: „Unsere Kunden erwarten, dass hier alles in Ordnung ist und sie vernünftig bedient werden. Und diesen Anspruch habe ich auch.“ Dank dieser realitätsnahen Arbeitsbedingungen ist nicht wenigen Beschäftigten bereits der Sprung in den 1. Arbeitsmarkt gelungen. In den ersten fünf Jahren fanden von 21 Zuverdienstbeschäftigten neun Frauen und Männer eine reguläre Stelle oder einen Ausbildungsplatz.

Upcycling Zukunftstrend

Leicht Aufsicht auf einen Mann, der mit einem Hammer ein Sibermesser bearbeitet, im Vordergrund steht ein brennender Bunsenbrenner, im Hintergrund ist die Werkbank zu sehenDie Marktnähe des Unikats wirkt sich auf alle Arbeitsplätze aus, gleichgültig ob die Beschäftigten Kundenkontakt haben oder zum Beispiel in der Näherei arbeiten. Der Grund: „Wir müssen unser Angebot kontinuierlich an die sich ändernden Ansprüche der Kunden anpassen“, sagt Sylvia Mathäa. Gemeinsam mit Schnittdirektrice Bernadette Splinter ist sie deshalb ständig auf der Suche nach neuen Ideen. Ein wichtiger Trend ist das Upcyling. Daraus ist 2011 auch die Silber- und Kreativwerkstatt entstanden. Hier stellen die Beschäftigten aus alten Bestecken, Porzellan und vielem mehr ausgefallene Schmuckstücke und Dekorationen her. Für den langjährigen Mitarbeiter Otto „der schönste Arbeitsplatz der Welt“.

Vor dem Hintergrund von Klimawandel und Ressourcenschonung werde Upcycling auch zukünftig einen großen Stellenwert habe, so die Geschäftsleiterin. Sie und Bernadette Splinter würden sich freuen, wenn noch viel mehr Menschen die kreativen Produkte aus 1. und 2. Hand des Unikats kennenlernen und die sozialpsychiatrische Arbeit unterstützen würden. Dazu besteht zwischen dem 16. und 18. April eine besonders gute Gelegenheit, wenn das Unikat mit Rabatten und Sonderaktionen sein zehnjähriges Bestehen feiert.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unikats haben sich anlässlich 10 Jahre Unikat im Hof in Form einer 10 aufgestellt und lachen in die Kamera..

Vier Frauen sitzen an einem Tisch und halten lächelnd verschiedene Handarbeiten hoch. Vor ihnen auf dem Tisch liegen gehäkelte Stofftiere, Selbstgerechtes und Bastelutensilien. 12 Nov 2018

BY: Reha GmbH

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7. Herbstbasar in der „Villa“

Ganz besonderes Angebot bei Herbstbasar

Die Vorbereitungen laufen schon seit Wochen: Im ganzen Haus wird gewerkelt, genäht und gebastelt. Am 18. November öffnet die Tagesstätte „Die Villa“ dann bereits zum siebten Mal ihre Türen und lädt alle Interessierten zum Herbstbasar ein. In diesem Jahr mit einem ganz besonderen Angebot. Erstmalig gibt es neben ausgefallenen Adventsdekorationen und ungewöhnlichen Accessoires auch in Flaschen abgefüllten Glühwein und Handcremes – alles mit viel Liebe zum Detail von den Tagesstätten-Besuchern selbst hergestellt.

Tag der offenen Tür Baustein für gesellschaftliche Teilhabe

Aus hellem Holz hergestellter Weihnachtsbaum insbesondere mit roter Dekoration geschmückt steht im Eingangsbereich der Villa vor einem hohen Fenster.20 Frauen und Männer mit psychischen Erkrankungen kann die Einrichtung der  Lengericher Reha GmbH für Sozialpsychiatrie aufnehmen, knapp die Hälfte  von ihnen ist jünger als 30 Jahre. Neben einer verlässlichen Tagesstruktur bietet „Die Villa“ individuelle Hilfsangebote, um nach einer psychischen Krise wieder Fuß zu fassen. Dabei unterstützt das vierköpfige Mitarbeiterteam die Klienten bei einer möglichst selbstbestimmten Lebensführung mit gesellschaftlicher Teilhabe. „Dafür ist der Tag der offenen Tür ein Baustein von vielen“, erklärt Tagesstättenleiterin Bärbel Brengelmann-Teepe. „Wir möchten die interessierte Bevölkerung einladen, unsere Villa, das Angebot, Mitarbeiter und Besucher kennenzulernen. Gleichzeitig ist es für unsere Besucher ganz wichtig, dass wir hier nicht abgeschottet, sondern mitten in der Gesellschaft arbeiten.“

Die meisten Besucher der Villa freuen sich schon auf den Tag der offenen Tür. Und sie sind stolz darauf, die Ergebnisse von wochenlanger Arbeit präsentieren zu können. Dazu haben sie auch allen Grund. Wie in den vergangenen Jahren zeichnet sich das Angebot wieder durch kreative Ideen und gute Ausführung aus. Bei vielen Lengerichern ist der Basar in der Villa schon ein Geheimtipp. Das reichhaltige Kuchenbuffet tut ein Übriges dazu. Die Tagesstätte, Im Hook 13, ist am Sonntag, 18. November, von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Gebastelter Weihnachtsbaum aus Birkenästen und grüner Wolle sowie kleinen Holzperlen als Schmuck.Stark abstrahierte Engelsfiguren aus Ästen, Kugeln und goldenem Engelshaar gefertigt, stehen vor einem gold umrandeten Spiegel.

Spende für Reittherapie: Die Spender von der Firma ESM stehen mit der Pferdeführerin und der Reittherapeutin neben einem braun-weißen Pferd, auf dem eine junge Frau sitzt und lachen in die Kamera. Die Gruppe steht auf einem Sandreitplatz vor dem Herbstwald. 06 Nov 2018

BY: Reha GmbH

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Spende für Reittherapie

Bei der Reittherapie neue Stärken entwickeln

Auf dem Pferderücken lebt Patrizia sichtbar auf. Die junge Frau, die eine geistige Behinderung hat, profitiert stark vom therapeutischen Reiten. Dank einer Spende der Firma ESM Elektroservice- und Montage in Georgsmarienhütte kann sie nun zwei Jahre lang einmal wöchentlich zur Reittherapie gehen statt wie bisher alle zwei Wochen.

Behutsam streicht Patrizia mit der Bürste über Wallys Fell. Schwer zu sagen, wer das mehr genießt: der gutmütige Pinto-Wallach oder die zierliche junge Frau. In jedem Fall herrscht zwischen den beiden bestes Einvernehmen. Und das ist beim therapeutischen Reiten besonders wichtig. Die 30-Jährige hat von Geburt an eine geistige Behinderung bei einem Down-Syndrom, wie Ralf Kunkemöller berichtet. Der Sozialarbeiter leitet eine von drei Wohnstätten für Behinderte der Reha GmbH für Sozialpsychiatrie in Lengerich. Hier lebt Patrizia seit gut drei Jahren. Und ungefähr genauso lange geht sie auch zur Reittherapie bei Silke Kleinheider in Lienen. „Sowohl die Pferdepflege als auch das Reiten selbst haben sich in dieser Zeit ganz toll entwickelt“, freut sich die Therapeutin. „Vor allem auch die eher schwierigen feinmotorischen Aufgaben erledigt Patrizia richtig gut.“  

Mit einer Aufstiegshilfe geht‘s nun aufs Pferd. Der Reitplatz liegt vor der malerischen Kulisse des herbstlich bunt gefärbten Teutoburger Waldes. Der interessiert die Reiterin im Moment allerdings herzlich wenig. Sie konzentriert sich ganz auf ihr Pferd und Silke Kleinheiders Anleitungen. Seitlich oder rückwärts auf Wallys breitem Rücken sitzen – für die junge Frau alles kein Problem. Am meisten Vergnügen bereiten ihr aber die Runden im flotten Trab. Patrizia, die nicht sprechen kann, strahlt über das ganze Gesicht. Es ist auch für Außenstehende offensichtlich, wie gut ihr diese Reitstunden tun.

Reittherapie fördert auch Teilhabe

An einem Abend hat dies auch Silke Kleinheiders Mann Andreas miterlebt, der mit einem Partner die Firma ESM Elektroservice und Montage in Georgsmarienhütte betreibt. Die erfolgreiche Therapiestunde hatte den Freizeitreiter so beeindruckt, dass er am nächsten Tag bei der Arbeit davon berichtete. Der Funke der Begeisterung sprang sofort über. Die kaufmännische Mitarbeiterin Heidi Karasu schlug vor, Patrizias Reittherapie finanziell zu unterstützen. „Wir spenden ja immer einen Teil des Unternehmensumsatzes für einen guten Zweck“, erklärt Heidi Karasu. „Meistens für Sportvereine, Schulen oder Jugendgruppen.“ Erstmalig profitiere nun eine Einzelperson von der Unternehmensspende und zwar in Höhe von genau 936 Euro.

Heidi Karasu und Andreas Kleinheider finden es gut, direkt mitzuerleben, wie viel Gutes ihre Spende bewirkt. Und das auch noch langfristig. Denn Patrizia kann nun zwei Jahre lang doppelt so häufig zur Reittherapie gehen wie bisher. Die anderen Stunden bezahlt ihre Mutter, Mitarbeiter der Wohnstätte bringen sie zur Therapie nach Lienen und wieder zurück. Auch Ralf Kunkemöller und seine Kollegen begrüßen die Unterstützung sehr: „Patrizia profitiert stark von der Reittherapie. Sie spürt ihren eigenen Körper, schult bestimmte Fertigkeiten und hat Freude daran. Außerdem fördern regelmäßige Aktivitäten außerhalb unserer Einrichtung ihre gesellschaftliche Teilhabe. Und das ist uns besonders wichtig.“

Blick in eine große Halle bei der Regionaltagung: im Vordergrund sind sitzende Menschen zu sehen die in Richtung Podium schauen, auf dem eine Frau und ein Mann stehen. 27 Sep 2018

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GPV-Regionaltagung zur Teilhabe

GPV-Regionaltagung: Teilhabe am Arbeitsmarkt

„Perspektive – Mensch – Arbeit. Neue Chancen und Herausforderungen für Arbeitgeber*innen und Menschen mit Handicap“. Unter diesem Titel veranstaltete der Gemeindespsychiatrische Verbund (GPV) im Kreis Steinfurt seine 8. Regionaltagung. Die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie war als Mitgründerin des Netzwerkes federführend an dem Meeting beteiligt.

„Wir erhalten immer häufiger Anfragen aus der Wirtschaft, die junge Menschen für berufliche Ausbildungen suchen“, berichtete Klaus Hahn, Geschäftsführer der Reha GmbH, in seinem Grußwort. „Das hat schließlich den Impuls für unser heutiges Tagungsthema gegeben.“ Rund 200 Besucherinnen und Besucher waren der Einladung des GPV in Stroetmanns Fabrik in Emsdetten gefolgt. Ein buntgemischtes Auditorium, das sich aus Fachpublikum, Menschen mit psychischen Erkrankungen, Vertretern aus Wirtschaft und Kommunen sowie weiteren Interessierten zusammensetzte. Sie alle beschäftigten sich während der GPV-Regionaltagung mit der Frage, wie Menschen mit Vermittlungshemmnissen erfolgreich in den boomenden Arbeitsmarkt integriert werden können. Denn obwohl die deutsche Wirtschaft sich auf stetigem Wachstumskurs befindet, ist es für schwerbehinderte Menschen insbesondere auch mit psychischen Erkrankungen nach wie vor schwer, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden.

Gemeinsam neue Konzepte entwickeln

Welche Relevanz das Thema hat, machte auch Karl Josef Laumann, Landesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW, in seinem Grußwort deutlich. Der Schirmherr der 8. Regionaltagung forderte unter anderem die öffentliche Hand auf, bei der Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen mit gutem Beispiel voran zu gehen. In insgesamt vier Vorträgen sowie einer Podiumsdiskussion wurde das Thema unter ganz verschiedenen Aspekten beleuchtet. Die heilpädagogischen und rechtlichen Perspektiven kamen ebenso zu Wort wie die Wünsche der Wirtschaft und politische Strategien in NRW. Dabei waren die Chancen und Risiken des Bundesteilhabegesetzes ein wichtiges Thema.

Sowohl die fundierten Fachvorträge als auch die angeregten Diskussionen auf dem Podium und zwischen den Teilnehmern kamen sehr gut an. „Wir werden das Thema in jedem Fall weiterverfolgen“, resümiert Klaus Hahn. „Gemeinsam mit den Akteuren in der Region möchten wir Konzepte entwickeln, um die Teilhabe psychisch erkrankter Menschen im beruflichen Leben weiter voran zu bringen. Dafür möchten wir auch den Dialog mit der Wirtschaft intensivieren.“

Die Präsentationen zu den vier Fachvorträgen stehen zum Download bereit auf unserer Service-Seite 

Blick über sitzen Menschen auf ein mit fünf Männern und einer Frau besetztes Podium.