Vier Frauen sitzen an einem Tisch und halten lächelnd verschiedene Handarbeiten hoch. Vor ihnen auf dem Tisch liegen gehäkelte Stofftiere, Selbstgerechtes und Bastelutensilien. 12 Nov 2018

BY: Reha GmbH

Aktuelles

7. Herbstbasar in der „Villa“

Ganz besonderes Angebot bei Herbstbasar

Die Vorbereitungen laufen schon seit Wochen: Im ganzen Haus wird gewerkelt, genäht und gebastelt. Am 18. November öffnet die Tagesstätte „Die Villa“ dann bereits zum siebten Mal ihre Türen und lädt alle Interessierten zum Herbstbasar ein. In diesem Jahr mit einem ganz besonderen Angebot. Erstmalig gibt es neben ausgefallenen Adventsdekorationen und ungewöhnlichen Accessoires auch in Flaschen abgefüllten Glühwein und Handcremes – alles mit viel Liebe zum Detail von den Tagesstätten-Besuchern selbst hergestellt.

Tag der offenen Tür Baustein für gesellschaftliche Teilhabe

Aus hellem Holz hergestellter Weihnachtsbaum insbesondere mit roter Dekoration geschmückt steht im Eingangsbereich der Villa vor einem hohen Fenster.20 Frauen und Männer mit psychischen Erkrankungen kann die Einrichtung der  Lengericher Reha GmbH für Sozialpsychiatrie aufnehmen, knapp die Hälfte  von ihnen ist jünger als 30 Jahre. Neben einer verlässlichen Tagesstruktur bietet „Die Villa“ individuelle Hilfsangebote, um nach einer psychischen Krise wieder Fuß zu fassen. Dabei unterstützt das vierköpfige Mitarbeiterteam die Klienten bei einer möglichst selbstbestimmten Lebensführung mit gesellschaftlicher Teilhabe. „Dafür ist der Tag der offenen Tür ein Baustein von vielen“, erklärt Tagesstättenleiterin Bärbel Brengelmann-Teepe. „Wir möchten die interessierte Bevölkerung einladen, unsere Villa, das Angebot, Mitarbeiter und Besucher kennenzulernen. Gleichzeitig ist es für unsere Besucher ganz wichtig, dass wir hier nicht abgeschottet, sondern mitten in der Gesellschaft arbeiten.“

Die meisten Besucher der Villa freuen sich schon auf den Tag der offenen Tür. Und sie sind stolz darauf, die Ergebnisse von wochenlanger Arbeit präsentieren zu können. Dazu haben sie auch allen Grund. Wie in den vergangenen Jahren zeichnet sich das Angebot wieder durch kreative Ideen und gute Ausführung aus. Bei vielen Lengerichern ist der Basar in der Villa schon ein Geheimtipp. Das reichhaltige Kuchenbuffet tut ein Übriges dazu. Die Tagesstätte, Im Hook 13, ist am Sonntag, 18. November, von 11:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Gebastelter Weihnachtsbaum aus Birkenästen und grüner Wolle sowie kleinen Holzperlen als Schmuck.Stark abstrahierte Engelsfiguren aus Ästen, Kugeln und goldenem Engelshaar gefertigt, stehen vor einem gold umrandeten Spiegel.

Spende für Reittherapie: Die Spender von der Firma ESM stehen mit der Pferdeführerin und der Reittherapeutin neben einem braun-weißen Pferd, auf dem eine junge Frau sitzt und lachen in die Kamera. Die Gruppe steht auf einem Sandreitplatz vor dem Herbstwald. 06 Nov 2018

BY: Reha GmbH

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Spende für Reittherapie

Bei der Reittherapie neue Stärken entwickeln

Auf dem Pferderücken lebt Patrizia sichtbar auf. Die junge Frau, die eine geistige Behinderung hat, profitiert stark vom therapeutischen Reiten. Dank einer Spende der Firma ESM Elektroservice- und Montage in Georgsmarienhütte kann sie nun zwei Jahre lang einmal wöchentlich zur Reittherapie gehen statt wie bisher alle zwei Wochen.

Behutsam streicht Patrizia mit der Bürste über Wallys Fell. Schwer zu sagen, wer das mehr genießt: der gutmütige Pinto-Wallach oder die zierliche junge Frau. In jedem Fall herrscht zwischen den beiden bestes Einvernehmen. Und das ist beim therapeutischen Reiten besonders wichtig. Die 30-Jährige hat von Geburt an eine geistige Behinderung bei einem Down-Syndrom, wie Ralf Kunkemöller berichtet. Der Sozialarbeiter leitet eine von drei Wohnstätten für Behinderte der Reha GmbH für Sozialpsychiatrie in Lengerich. Hier lebt Patrizia seit gut drei Jahren. Und ungefähr genauso lange geht sie auch zur Reittherapie bei Silke Kleinheider in Lienen. „Sowohl die Pferdepflege als auch das Reiten selbst haben sich in dieser Zeit ganz toll entwickelt“, freut sich die Therapeutin. „Vor allem auch die eher schwierigen feinmotorischen Aufgaben erledigt Patrizia richtig gut.“  

Mit einer Aufstiegshilfe geht‘s nun aufs Pferd. Der Reitplatz liegt vor der malerischen Kulisse des herbstlich bunt gefärbten Teutoburger Waldes. Der interessiert die Reiterin im Moment allerdings herzlich wenig. Sie konzentriert sich ganz auf ihr Pferd und Silke Kleinheiders Anleitungen. Seitlich oder rückwärts auf Wallys breitem Rücken sitzen – für die junge Frau alles kein Problem. Am meisten Vergnügen bereiten ihr aber die Runden im flotten Trab. Patrizia, die nicht sprechen kann, strahlt über das ganze Gesicht. Es ist auch für Außenstehende offensichtlich, wie gut ihr diese Reitstunden tun.

Reittherapie fördert auch Teilhabe

An einem Abend hat dies auch Silke Kleinheiders Mann Andreas miterlebt, der mit einem Partner die Firma ESM Elektroservice und Montage in Georgsmarienhütte betreibt. Die erfolgreiche Therapiestunde hatte den Freizeitreiter so beeindruckt, dass er am nächsten Tag bei der Arbeit davon berichtete. Der Funke der Begeisterung sprang sofort über. Die kaufmännische Mitarbeiterin Heidi Karasu schlug vor, Patrizias Reittherapie finanziell zu unterstützen. „Wir spenden ja immer einen Teil des Unternehmensumsatzes für einen guten Zweck“, erklärt Heidi Karasu. „Meistens für Sportvereine, Schulen oder Jugendgruppen.“ Erstmalig profitiere nun eine Einzelperson von der Unternehmensspende und zwar in Höhe von genau 936 Euro.

Heidi Karasu und Andreas Kleinheider finden es gut, direkt mitzuerleben, wie viel Gutes ihre Spende bewirkt. Und das auch noch langfristig. Denn Patrizia kann nun zwei Jahre lang doppelt so häufig zur Reittherapie gehen wie bisher. Die anderen Stunden bezahlt ihre Mutter, Mitarbeiter der Wohnstätte bringen sie zur Therapie nach Lienen und wieder zurück. Auch Ralf Kunkemöller und seine Kollegen begrüßen die Unterstützung sehr: „Patrizia profitiert stark von der Reittherapie. Sie spürt ihren eigenen Körper, schult bestimmte Fertigkeiten und hat Freude daran. Außerdem fördern regelmäßige Aktivitäten außerhalb unserer Einrichtung ihre gesellschaftliche Teilhabe. Und das ist uns besonders wichtig.“

Blick in eine große Halle bei der Regionaltagung: im Vordergrund sind sitzende Menschen zu sehen die in Richtung Podium schauen, auf dem eine Frau und ein Mann stehen. 27 Sep 2018

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GPV-Regionaltagung zur Teilhabe

GPV-Regionaltagung: Teilhabe am Arbeitsmarkt

„Perspektive – Mensch – Arbeit. Neue Chancen und Herausforderungen für Arbeitgeber*innen und Menschen mit Handicap“. Unter diesem Titel veranstaltete der Gemeindespsychiatrische Verbund (GPV) im Kreis Steinfurt seine 8. Regionaltagung. Die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie war als Mitgründerin des Netzwerkes federführend an dem Meeting beteiligt.

„Wir erhalten immer häufiger Anfragen aus der Wirtschaft, die junge Menschen für berufliche Ausbildungen suchen“, berichtete Klaus Hahn, Geschäftsführer der Reha GmbH, in seinem Grußwort. „Das hat schließlich den Impuls für unser heutiges Tagungsthema gegeben.“ Rund 200 Besucherinnen und Besucher waren der Einladung des GPV in Stroetmanns Fabrik in Emsdetten gefolgt. Ein buntgemischtes Auditorium, das sich aus Fachpublikum, Menschen mit psychischen Erkrankungen, Vertretern aus Wirtschaft und Kommunen sowie weiteren Interessierten zusammensetzte. Sie alle beschäftigten sich während der GPV-Regionaltagung mit der Frage, wie Menschen mit Vermittlungshemmnissen erfolgreich in den boomenden Arbeitsmarkt integriert werden können. Denn obwohl die deutsche Wirtschaft sich auf stetigem Wachstumskurs befindet, ist es für schwerbehinderte Menschen insbesondere auch mit psychischen Erkrankungen nach wie vor schwer, eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden.

Gemeinsam neue Konzepte entwickeln

Welche Relevanz das Thema hat, machte auch Karl Josef Laumann, Landesminister für Arbeit, Gesundheit und Soziales in NRW, in seinem Grußwort deutlich. Der Schirmherr der 8. Regionaltagung forderte unter anderem die öffentliche Hand auf, bei der Beschäftigung von schwerbehinderten Menschen mit gutem Beispiel voran zu gehen. In insgesamt vier Vorträgen sowie einer Podiumsdiskussion wurde das Thema unter ganz verschiedenen Aspekten beleuchtet. Die heilpädagogischen und rechtlichen Perspektiven kamen ebenso zu Wort wie die Wünsche der Wirtschaft und politische Strategien in NRW. Dabei waren die Chancen und Risiken des Bundesteilhabegesetzes ein wichtiges Thema.

Sowohl die fundierten Fachvorträge als auch die angeregten Diskussionen auf dem Podium und zwischen den Teilnehmern kamen sehr gut an. „Wir werden das Thema in jedem Fall weiterverfolgen“, resümiert Klaus Hahn. „Gemeinsam mit den Akteuren in der Region möchten wir Konzepte entwickeln, um die Teilhabe psychisch erkrankter Menschen im beruflichen Leben weiter voran zu bringen. Dafür möchten wir auch den Dialog mit der Wirtschaft intensivieren.“

Die Präsentationen zu den vier Fachvorträgen stehen zum Download bereit auf unserer Service-Seite 

Blick über sitzen Menschen auf ein mit fünf Männern und einer Frau besetztes Podium.