Portoätfoto der neuen Leiterin, die im Garten der Villa vor einem Busch steht. 18 Aug 2020

BY: Reha GmbH

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Neue Leiterin für Tagesstätte

Neue Leiterin in der “Villa

Die Tagesstätte „Die Villa“ hat eine neue Leitung: Zum 1. August 2020 hat Lone Lorena Aaroe diese Position von Bärbel Brengelmann-Teepe übernommen, die nach fast 25 Jahren bei der Reha GmbH als Kreisgruppengeschäftsführerin zum Paritätischen Wohlfahrtsverband gewechselt ist. „Wir freuen uns, mit Lone Aaroe eine kompetente und engagierte Leiterin für die Tagesstätte gefunden zu haben“, sagt Geschäftsführer Herbert Isken. „Die Pädagogin hat in verschiedenen Einrichtungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen gearbeitet und besitzt zudem Leitungserfahrung.“

Lone Aaroe stammt gebürtig aus Kiel. Hier hat sie auch ihren Bachelor in Pädagogik und Soziologie an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel gemacht. Bereits studienbegleitend arbeitete sie mit Menschen mit psychischen Erkrankungen. Ihr Berufspraktikum absolvierte die heute 29-Jährige in einer Einrichtung für Menschen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Später arbeitete sie in einer vollstationären Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Auf die neuen Herausforderungen als Tagesstätten-Leiterin im ambulanten Bereich freut sich Lone Aaroe. Dabei ist ihr die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes ein besonderes Anliegen. Dass sie neben den Leitungstätigkeiten weiter die Klientinnen und Klienten sozialpsychiatrisch begleiten wird, ist der Pädagogin sehr wichtig. Gemeinsam mit Andrea Breitenfeld, Hendrik Rahe und Michael Schulte-Laggenbeck möchte sie die Nutzerinnen und Nutzer wie bisher individuell dabei unterstützen, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.

 

Öffnung mit Auflagen: Das Foto zeigt eine Aussenaufnahme der Villa, in der die Tagesstätte untergebracht ist. Im Vorgarten stehen Skulpturen. Im Fenster spiegelt sich ein gegenüberliegendes gelbes Gebäude. 19 Mai 2020

BY: Reha GmbH

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Villa: Öffnung mit Auflagen

Öffnung mit Auflagen – Tagesstätte “Die Villa” nimmt eingeschränkt Betrieb auf

Wiedersehensfreude in der „Villa“: Über zwei Monate lang musste die Tagesstätte wegen der Corona-Pandemie vorsorglich schließen. Jetzt ist eine schrittweise Öffnung mit Auflagen wieder möglich.

Ab dem 18. März durften die Nutzerinnen und Nutzer die „Villa“ nicht mehr betreten. Dies hatte ein Erlass des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums geregelt. Mit viel Engagement und Kreativität waren die Mitarbeitenden weiter für die Klienten da: es fanden täglich virtuelle Gruppentreffen und regelmäßige Telefonate statt. Auch persönliche Begegnungen waren unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln möglich.

Umfangreiches Schutzkonzept soll Ansteckung verhindern

Blick auf die Aussentreppe der Villa, die zum Eingang führt und auf der die Gehrichtungen mit schwarz-gelbem Klebeband markiert sind.Wenn jetzt die Tagesstätte wieder ihren Betrieb aufnimmt, wird sehr vieles anders sein als vor der Schließung. Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe hat ein fast zehnseitiges Konzept mit Schutzmaßnahmen entwickelt und beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe als Kostenträger eingereicht. Zuvor hatten Ordnungs- und Gesundheitsamt die Schutzmaßnahmen genehmigt. Um eine Ansteckung von Nutzenden und Mitarbeitenden zu verhindern, müssen nun alle hohe Sicherheitsauflagen beachten.

Die wohl gravierendste Änderung ist: Um die Abstandsregeln einhalten zu können, dürfen sich im Moment nicht mehr alle Klientinnen und Klienten gleichzeitig in der Villa aufhalten. „Wir mussten zwei Gruppen bilden und eine Lösung finden, wie diese Gruppen getrennt voneinander die Tagesstätte weiternutzen können“, berichtet Bärbel Brengelmann-Teepe. Bei dieser Entscheidung zog die Sozialpädagogin die Klientinnen und Klienten aktiv mit ein. Gemeinsam diskutierten sie verschiedene Modelle.

Aufteilung in zwei Gruppen

Die Entscheidung fiel schließlich auf die tageweise Öffnung der Villa für die einzelnen Gruppen. Das bedeutet: In der einen Woche kommt Gruppe 1 jeweils montags, mittwochs und freitags von 10:00 bis 15:00 Uhr in die Tagesstätte und die Gruppe 2 zur selben Uhrzeit dienstags und donnerstags. In der folgenden Woche tauschen die Gruppen die Wochentage.

Insgesamt sieht das Sicherheitskonzept umfangreiche Maßnahmen für die Mitarbeitenden, die Klientinnen und Klienten sowie die Ausgestaltung und Nutzung der Räume vor. Darüber hinaus gibt es noch Regelungen für die Gruppentreffen und Pausenzeiten sowie die Zutrittsvoraussetzungen. Für letztere sind unter anderem das tägliche kontaktlose Messen der Körpertemperatur, das Anlegen einer Mund-Nasen-Maske, Händedesinfektion sowie das Ausfüllen eines kurzen Formulars erforderlich.

Die zwei verschiedenen Gruppen werden beim tagesstrukturierenden Angebot in Kleingruppen aufgeteilt. Diese machen zu unterschiedlichen Zeiten Pause und arbeiten mit fest zugeordneten Mitarbeitenden zusammen. „So soll im Fall einer Infektion eine Ausbreitung des Virus auf die anderen Nutzer und Kollegen möglichst verhindert werden.“

Markierungen und Plexiglasscheiben

Um die Einhaltung der Abstandsregeln gewährleisten zu können, hat die Villa-Leiterin mehrere Tage mit den Hausmeistern die Räume sowie den Außenbereich vorbereitet. Markierungen auf dem Boden, Plexiglasscheiben und Absperrbänder gehören jetzt zum Bild. „Es kommt uns ein bisschen wie bei einem Geschicklichkeitsparcours vor. Aber wir werden uns sicherlich an die Abläufe gewöhnen.“ Wichtig sei zunächst einmal, dass nach so langer Isolation überhaupt wieder persönliche Begegnungen stattfinden könnten.

Foto von einem Tisch an dem Sitzplätze mit mobilen Plexiglasscheiben voneinander getrennt sind.  Öffnung mit Auflagen: Ein Blick in den Garten der Tagesstätte zeigt Markierungen mit rot-weißen dünnen Pfosten zur Einhaltung der Abstandsregeln.

Feste Tagesstruktur in Corona-Zeiten: eine Mitarbeiterin sitzt am Tisch in einem Video-Live-Chat mit Klientinnen Klienten, deren Gesichter in einem auf dem Tisch stehenden Laptop-Bildschirm zu sehen sind. 09 Apr 2020

BY: Reha GmbH

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Feste Tagesstruktur in Corona-Zeiten

Feste Tagesstruktur in Corona-Zeiten – Tagesstätte geht neue Wege mit On- und Offlineangeboten

Die Tagesstätte „Die Villa“ kann ihren Nutzerinnen und Nutzern trotz vorsorglicher Schließung weiter eine feste Tagesstruktur in Corona-Zeiten bieten. Video-Gruppenangebote über das Internet sowie viel Engagement und Kreativität machen’s möglich.

Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Das gilt auch in Zeiten von Corona mit ihren großen Herausforderungen in nahezu allen Bereichen. Auch die Tagesstätte „Die Villa“ musste ab dem 16. März vorsorglich schließen, was zunächst bis zum 19. April gelten soll. Um gerade in diesen belastenden Zeiten weiter für die Nutzenden da zu sein, machte sich das Villa-Team sofort an die Arbeit.

Gruppen kommen täglich online zusammen

Großaufnahme von Laptop-Bildschirm mit den Gesichtern von Klienten und Mitarbeitern, die an einer Onlinegruppe teilnehmen.Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe
erstellte einen Notfallplan. Und Andrea Breitenfeld sowie Hendrik Rahe begannen sich intensiv mit Videokonferenztechnik zu beschäftigen. Ihre Idee: Einen Teil des tagesstrukturierenden Angebots virtuell anzubieten. Das ist zwar nicht unbedingt das klassische Arbeitsfeld für Ergotherapeuten. Doch während der Corona-Pandemie ist vieles anders. Das Villa-Team fand auch sehr schnell eine geeignete Onlineplattform. Dann erarbeiteten die Mitarbeitenden ein Angebot, das für Onlinegruppen mit Videoübertragung geeignet ist.

Mitarbeiter sitzt am Schreibtisch vor Laptop, auf dem Bildschirm sind die Gesichter von Klienten und Kollegen während der Online-Gruppe zu sehen.

Inhalte sollen zur seelischen Stabilität beitragen

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Villa macht nun von Montag bis Freitag zweimal täglich Gruppenangebote über eine Onlineplattform. „Anfangs war es etwas gewöhnungsbedürftig, aber jetzt läuft es sehr gut. Und wir freuen uns alle, uns wenigsten per Video-Chat treffen zu können“, erzählt Andrea Breitenfeld. Zum Programm gehören Sport und Fitness, Entspannungstechniken, eine Spiele- und eine Lesegruppe. Alles Angebote, die gerade bei sozialer Isolation und hoher Unsicherheit zur seelischen Stabilität beitragen können.

„Genau wie sonst in der Tagesstätte finden die Angebote immer zu festen Zeiten jeweils vor- und nachmittags statt“, berichtet Bärbel Brengelmann-Teepe. Darüber hinaus gibt es einmal pro Woche ein „Special“. In der Karwoche war dies ein Backgammon-Turnier. „Auch hier ist in der praktischen Umsetzung viel Kreativität gefragt. Und es ist auch manchmal aufwendig. Aber es funktioniert“, freut sich die Leiterin. Zudem nehmen die Mitarbeitenden mit den Klientinnen und Klienten alle zwei Tage telefonisch Kontakt auf. Auch Einzelgespräche finden unter Berücksichtigung der Verhaltensregeln und Hygienevorschriften weiter statt. „Und wenn unsere Nutzerinnen oder Nutzer bestimmte Materialien benötigen für die Gruppenangebote oder tagesstrukturierende Beschäftigung, dann bringen wir diese bei ihnen zuhause vorbei“, so die Sozialpädagogin.

“Ich fühle mich gut betreut und aufgehoben”

Und zum Osterfest haben sich die Mitarbeitenden der Villa noch etwas ganz Besonderes ausgedacht. Alle Klientinnen und Klienten bekommen eine bunte Ostertüte nach Hause gebracht. Neben den üblichen Ostersüßigkeiten ist jetzt auch ein selbstgenähter Mundschutz darin. „Auch solche kleinen Dinge zum Freuen sind wichtig für die seelische Gesundheit. Das gilt im Moment ganz besonders“, betont die Villa-Leiterin.

„Die aktuellen Maßnahmen unterschieden sich zwar deutlich von unserem üblichen Miteinander in der Villa. Aber wir sind sehr froh, unseren Nutzern weiter eine klare Tagesstruktur bieten zu können“, ist sich das Tagesstätten-Team einig. Und das sehen auch die meisten Klientinnen und Klienten so. Einer schrieb unlängst an das Team: „Es ist toll, was Ihr alles auf die Beine stellt. Und ich fühle mich weiter sehr gut betreut und aufgehoben.“ Und das ist in dieser Situation schon sehr viel. „Wir ziehen mit Mitarbeitenden und Nutzern an einem Strang“, resümiert Bärbel Brengelmann-Teppe, „das gibt in dieser doch eher beunruhigenden Situation ein Stück Sicherheit.“

 

Das Bild zeigt eine Reihe von mit Vornamen beschrifteten Papiertüten zwischen denen Osterhasen und Schokoladenhasen stehen.

Das Foto zeigt bunte Atemschutzmasken und Ostereier.

 

 

 

 

 

Corona-Notfallplan der Tagesstätte. Das Bild zeigt die Tagesstätte "Die Villa" von außen aufgenommen. 20 Mrz 2020

BY: Reha GmbH

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Corona-Notfallplan der Villa

Corona-Notfallplan sichert verlässliche Begleitung während der Schließung

Auch die Tagesstätte „Die Villa“ ist von den umfassenden Vorbeugungsmaßnahmen wegen der Coronavirus-Pandemie betroffen und seit dem 16. März vorsorglich geschlossen. Entsprechend einer Weisung des Landesgesundheitsministeriums haben die Nutzerinnen und Nutzer zunächst bis zum 19. April Zutrittsverbot. Dies soll wie viele andere Maßnahmen dazu beitragen, eine weitere Verbreitung des Virus einzudämmen. Trotz der Schließung sind die Mitarbeitenden der Villa weiter für die Klientinnen und Klienten da. Dafür sorgt ein detaillierter Corona-Notfallplan, den Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe jetzt vorgestellt hat.

„Die umfassenden Einschränkungen im täglichen Leben durch die Ausbreitung des SARS-Cov-2-Virus verunsichern die meisten Menschen stark“, sagt die Sozialpädagogin. „Viele empfinden die soziale Isolation als sehr belastend. Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir unsere Nutzerinnen und Nutzer gerade in dieser Zeit verlässlich begleiten.“ Und das geht im Notfall auch ohne persönliche Begegnungen beziehungsweise mit stark eingeschränkten direkten Kontakten.

Telefonbereitschaft täglich besetzt

Dafür hat die Tagesstätte zunächst eine Telefonbereitschaft eingerichtet. Hier können die Klientinnen und Klienten die Mitarbeitenden täglich zwischen 9:00 und 15:00 Uhr erreichen. „Melden sich unsere Nutzer gar nicht telefonisch, rufen wir sie selbst an“, erläutert Bärbel Brengelmann-Teepe das Konzept. „Denn nicht alle nehmen ein Hilfsangebot auf Eigeninitiative in Anspruch.“ Durch die regelmäßigen Kontakte soll eine psychische Krise vermieden beziehungsweise möglichst rechtzeitig erkannt werden.

Individuelle Bedürfnisse sehr unterschiedlich

Für die Telefonate hat die Tagesstätte einen speziellen Fragenkatalog erarbeitet, der auch zur Dokumentation dient. Darüber hinaus geht das Villa-Team sehr individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse ein. „Manche unserer Nutzerinnen oder Nutzer sind jetzt zu ihren Familien gezogen. Andere sind viel alleine. Schon allein bedingt durch die äußeren Umstände, sind die Bedarfe an Begleitung sehr unterschiedlich.“

In den Gesprächen geben die Mitarbeitenden unter anderem Tipps zur Beschäftigung und für die Tagesstrukturierung. „Dabei können unsere Nutzerinnen und Nutzer auch auf die Ressourcen zurückgreifen, die sie in der Tagesstätte aufgebaut haben. Sei es malen oder stricken oder ein ausgedehnter Spaziergang.“ Sollte es erforderlich sein, stünden die Mitarbeitenden auch für Einzelgespräche zur Verfügung. „Selbstverständlich unter Einhaltung der aktuellen Verhaltensregeln und Hygienevorschriften.“ Bei Bedarf unterstützt das Villa-Team zudem bei  der Versorgung mit Lebensmitteln oder Medikamenten.

Flexibel an die sich ständig ändernden Herausforderungen anpassen

„Die Situation ändert sich ja beständig, deshalb überprüfen wir auch unseren Notfallplan regelmäßig“, sagt Bärbel Brengelmann-Teepe. Hierfür stehe sie auch in Kontakt mit den anderen Tagesstätten für psychisch erkrankte Menschen im Münsterland, die ihre Nutzer ebenfalls trotz Schließung weiter begleiten. Neben der Tätigkeit innerhalb der Notfall-Begleitung steht das Villa-Team auch zur Unterstützung der anderen Hilfsangebote der Reha GmbH zur Verfügung. „So können wir gegebenenfalls verhindern, dass es in anderen Bausteinen zu Versorgungsengpässen kommt. Es sind ja nicht alle Angebote von einer Schließung betroffen.“

Bis jetzt griffen die Notfallmaßnahmen für die Tagesstätte gut, so Bärbel Brengelmann-Teepe. Wichtig sei vor allem, weiter flexibel auf die neuen Herausforderungen zu reagieren.

Mitarbeitende der Reha GmbH und der Saxion Hochschule stehen beim Saxion-Symposium auf einer Treppe vor der Villa und lachen in die Kamera. Zwei halten ein rotes Dreieck mit Luftballons in der Hand, das für den Trialog steh. 16 Jan 2020

BY: Reha GmbH

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Saxion-Symposium bei der Reha GmbH

Saxion-Symposium – Praxis meets Wissenschaft

Großes Gedränge in der Tagesstätte „Die Villa“ der Reha GmbH: Bis zur Eingangstür stehen die rund 60 Teilnehmenden zu Beginn des Symposiums „Take Care“. Veranstalter ist die Saxion University of Applied Sciences in Enschede. Mitarbeitende der Reha GmbH, der Ledder Werkstätten, Klienten und ihre Angehörigen sowie Dozenten und Studierende der niederländischen Hochschule möchten sich hier heute unter fachlicher Anleitung austauschen. „Unsere gemeinsame Veranstaltung ist ein gutes Beispiel für den Wissenstransfer zwischen Praxis und Wissenschaft. Und ich hoffe, dass es Schule macht“, sagt Annette Gleßner, Dozentin der Saxion und Koordinatorin des Symposiums, in ihrer kurzen Begrüßung.

Gelungener Wissenstransfer

Die Reha GmbH arbeitet schon seit mehreren Jahren mit der Hochschule in Enschede zusammen. So gehören Geschäftsführer Herbert Isken und die Sozialarbeiterin Ute Casser zu externen Sachverständigen, die praktische Bachelorprüfungen im deutschen Studiengang „Social Work – Teilzeit“ begleiten. Die Externen bringen praktische Expertise mit. Zudem sollen sie die Transparenz der Prüfungen erhöhen, da sie auch die Prüfer selbst befragen können. Die Reha GmbH profitiert dabei vom fachlichen Austausch mit Studierenden und Wissenschaftlern. „Die Praxisorientierung der Saxion ist etwas Besonderes“, betont Herbert Isken. „Ein Konzept, das sich in der Qualität der Ausbildung zeigt. Viele unserer sozialpsychiatrischen Fachkräfte sind Absolventen der Enscheder Hochschule.“

Auftakt zum Saxion-Symposium: Herbert Isken, Geschäftsführer der Reha, bei seiner Begrüßungsansprache. Er steht neben einem Flipchart. Neben ihm stehen zwei Frauen, im Vordergrund sitzt ein Mann.
Begrüßungsansprache von Geschäftsführer Herbert Isken.

Nach der Begrüßung löst sich das Gedränge in der „Villa“ rasch auf. Die Anwesenden verteilen sich auf vier Räume auch in Nachbargebäuden der Reha GmbH. Hier leiten jeweils drei bis vier Studierende Workshops zu verschiedenen Themen, die gleichzeitig ihre praktischen Bachelorprüfungen sind. Alle vier Themen sind Vorschläge der Reha GmbH:

– Trialog – Austausch auf Augenhöhe – Menschen aktiv im psychiatrischen Kontext beteiligen

– Jeder Mensch ist Experte des eigenen Lebens – Systemische Perspektiven in der Tagessätte und im Ambulant betreuten Wohnen

– (Mit-)Entscheiden oder machen lassen? – Mitwirkung und Mitbestimmung im Rahmen des Betreuten Wohnen

– Institutionelle Schutzkonzepte – Rechte haben, Rechte kennen.

Rollenspiel beim Workshop, eine Frau und ein Mann sitzen in einem Seminarraum einer weiteren Frau gegenüber.
Rollenspiel von Studierenden im Trialog-Workshop

Bachelor-Prüfungen in ganz realer Situation

 „Mit den Themenvorschlägen der Reha GmbH beziehen wir aktuelle Herausforderungen aus der beruflichen Praxis direkt in unsere Prüfungssituation mit ein“, erklärt Annette Gleßner den Nutzen dieser Vorgehensweise. Zudem finden die Prüfungen auf dem Symposium in einer ganz realen Situation statt. Die Studierenden leiten den Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen sowie den Fachkräften an und moderieren ihn auch. Die gesamte Veranstaltung ist damit trialogisch konzipiert. Zudem gibt es noch einen Workshop, der sich explizit mit dem Thema beschäftigt. Aus (sozial-)psychiatrischer Sicht steht der Trialog für eine Beteiligungskultur. Ein wichtiges Ziel ist es, die einseitige Definitionsmacht der psychiatrisch Tätigen in eine demokratische Handlungskultur zu überführen. Der gleichberechtigte Austausch von Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften soll das gegenseitige Verstehen verbessern. Dies soll unter anderem einen Perspektivwechsel ermöglichen, Respekt und Akzeptanz untereinander schaffen.

Betroffene wünschen sich mehr Akzeptanz

Aufnahme von einem mit rot beschriebenen Flip-Chart-Blatt. Hier sind Wünsche der Workshop-Teilnehmenden vermerkt, wie mehr Toleranz und Verständnis, mehr Austausch, regelmäßige Termine mit Angehörigen.Doch gerade bei der Akzeptanz hapert es häufig, wie Betroffene im Workshop berichten. Sie wünschen sich mehr Verständnis und einen offeneren Austausch mit ihren Angehörigen. Eine Tagesstätten-Klientin berichtet, wie schwierig es sei, mit seiner Krankheit von der Familie akzeptiert zu werden. Die 36-jährige hatte sich sehr gewünscht, dass ihre Mutter zum Workshop kommt. Leider habe sie abgesagt. Tatsächlich ist nur eine Angehörige dabei. Daniele Stich, Mutter eines erwachsenen psychisch erkrankten Sohnes, findet den  gleichberechtigten Austausch gut und wichtig: „Man lernt, sich gegenseitig besser zu verstehen. Dann kann man als Angehöriger auch mit psychischen Krisensituationen besser umgehen.“

Gleichberechtigtes Miteinander

Deutlich wird auch, wie wichtig die Gleichberechtigung im Miteinander ist. „Andere meinen oft, besser zu wissen, was gut für mich ist“, berichtet eine Klientin. Diese Erfahrung hat auch der 39-jährige Max gemacht. Seine frühere Frau begleitete ihn häufig zur Therapie und lies ihn dann selbst kaum zu Wort kommen. Im Workshop beim Saxion-Symposium wünschen sich die Betroffenen mehr Raum für sich selbst, Toleranz und Verständnis. Auch von der Öffentlichkeit. Eine psychische Erkrankung sei noch immer ein Stigma.

Am Ende des Symposiums in der Villa herrscht Einigkeit: Eine gelungene Veranstaltung, die wiederholt werden sollte. Die Mitorganisatorin von der Reha GmbH Ute Casser betont, wie souverän die Prüflinge ihre Aufgabe gemeistert haben. Ihr fiel vor allem der wertschätzende Umgang mit den unterschiedlichen Workshop-Teilnehmenden positiv auf. „Eine Prüfungssituation in der Praxis ist ja wie ein Sprung ins kalte Wasser. Die Studierenden wissen gar nicht, was auf sie zukommt“, sagt die Sozialarbeiterin. Für Annette Gleßner macht genau diese Herausforderung aber auch die besondere Qualität von Prüfungen in der Praxis aus. „Sie ermöglichen einen Blick über den Tellerrand und sind eine gute Vorbereitung für berufliche Anforderungen.“

“Vom Austausch beim Saxion-Symposium konnten alle profitieren”

Die Prüfer der Saxion haben sich vor allem über die vielen Diskussionsbeiträge der Nutzer gefreut. „Für uns ist das auch eine Bestätigung. Unsere Klientinnen und Klienten sind es gewohnt, sich einzubringen“,  freut sich Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe. „Selbstbestimmung und Teilhabe werden bei der Reha GmbH großgeschrieben.“ Gleichzeitig sei die Veranstaltung ein Ansporn, sich zukünftig noch stärker für den Trialog und die Einbeziehung der Angehörigen zu engagieren. Hier sei noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Häufig fühlten sich Familienangehörige mitschuldig an der psychischen Erkrankung eines Angehörigen, so die Sozialpädagogin. Dabei seien sie eine der wichtigsten Ressourcen. Das hätten auch die Diskussionen in den Workshops wieder deutlich gemacht. Die Sozialpädagogin ist sich mit ihrer Kollegin Ute Casser einig: „Von dem heutigen Austausch konnten wir alle profitieren.“

 

Blick über einen Stand beim Inklusionstag, an dem sich Besucher sowie Mitarbeitende und Klientinnen und Klienten der Reha GmbH informieren. 06 Dez 2019

BY: Reha GmbH

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Reha GmbH beim Inklusionstag

Inklusionstag für Arbeitgeber und Menschen mit Handicap

„Einstellung zählt – Arbeitgeber gewinnen“. Unter diesem Motto hatte die Agentur für Arbeit am 5. Dezember zum Inklusionstag in Rheine geladen. Die Angebote richteten sich sowohl an Arbeitgeber als auch an Menschen mit Handicap. Die Reha GmbH war gleich mit drei verschiedenen Angebotsbausteinen dabei.

Eine Mitarbeiterin der Psycho-Edukations-Gruppe sowie eine Klientin stehen an einem Stand und informieren sich.Eine sinnstiftende Beschäftigung ist wichtig für die seelische Gesundheit. Das gilt ganz besonders für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Doch gerade für sie ist die Teilhabe am Berufsleben schwierig. Die vielen Aspekten der beruflichen Rehabilitation sind deshalb ein Arbeitsschwerpunkt der Reha GmbH. Am Gemeinsamen Inklusionstag der Agentur für Arbeit in Rheine nahmen Mitarbeitende und Klienten vom Ambulant Betreuten Wohnen und der Tagesstätte „Die Villa“ teil sowie die ergotherapeutische Praxis.

Hilfe zur Selbsthilfe

Von der Villa waren knapp zehn Klientinnen und Klienten mit nach Rheine gefahren. Aus der Psycho-Edukations-Gruppe von Ute Casser und Susan Thyssen waren sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei. „Sie alle konnten sich einen guten Überblick verschaffen über ihre Möglichkeiten auf dem ersten und zweiten Arbeitsmarkt“, berichtet Ute Casser. Die Angebote im Kreis Steinfurt seien sehr gut, doch selbst für Experten auch unübersichtlich. „In Rheine waren neben Inklusionsunternehmen auch die verschiedenen Ämter und Fachdienste mit eigenen Informationsständen vertreten. So hatten unsere Klientinnen und Klienten die Möglichkeit, ihre Ansprechpartner in Lengerich und Ibbenbüren gleich persönlich kennenlernen.“ Der direkte Kontakt helfe, Hemmschwellen abzubauen, betont die Sozialpädagogin. „Bereits der gemeinsame Besuch des Inklusionstages ist Hilfe zur Selbsthilfe.“

Reha-Angebot der Ergotherapie

Blick auf den Stand der ergotherapeutischen Praxis beim Inklusionstag, an dem drei Frauen stehen und sich unterhaltend über Informationsmaterialien beugen.Auch Milena Onken von der Ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH war mit einem eigenen Stand auf dem Inklusionstag vertreten. Die Angebote der Praxis zur beruflichen Rehabilitation reichen von der Arbeitsdiagnostik nach MELBA bis zur ZERA-Gruppe. MELBA steht für „Merkmalprofile zur Eingliederung Leistungsgewandelter und Behinderter in Arbeit“. Grundlage dieser Profile sind standardisierte Testaufgaben, freie Beobachtungen aus verschiedenen Arbeitssituationen sowie Gespräche und Aussagen Dritter. Fallen einzelne Fähigkeiten im Profil schwächer aus, können sie in Arbeitstrainings für Einzelpersonen oder Kleingruppen gezielt gestärkt werden.

“Berufliche Integration bleibt Herausforderung”

ZERA beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Erkrankung, Rehabilitation und Arbeit. Es ist ein strukturiertes Gruppenprogramm, das unter anderem die Selbsthilfe-Potenziale der Klientinnen und Klienten aktiviert. In diesem Sommer hatte die Ergotherapie der Reha GmbH ihr erstes ambulantes ZERA-Programm abgeschlossen. Wegen des guten Erfolges sind weitere Gruppen geplant.

Sowohl Milena Onken als auch Ute Casser lobten die guten Möglichkeiten zum Austausch mit Rehabilitationsexperten beim Inklusionstag. Doch beide hätten sich ein größeres Interesse von den Arbeitgebern gewünscht: „Die berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen bleibt weiter eine große Herausforderung.“

Gruppenaufnahme von Klientinnen und Klienten sowie Mitarbeitenden der Tagesstätte die Villa beim Inklusionstag in Rheine.

Therapie-Boxen: Das Foto zeigt Trainingseinheit, bei der der Trainer mit blossen Fäusten auf ein gehaltenes Polster zielt. 30 Nov 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Therapie-Boxen der Villa

Tagesstätten Lengerich und Warendorf kooperieren beim Therapie-Boxen

Regelmäßige Bewegung ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die Seele. Sport gehört deshalb schon seit vielen Jahren zu den Angeboten der Tagesstätte „Die Villa“. Eines davon ist das Therapie-Boxen, das der Ergotherapeut und therapeutische BoxCoach Michael Schulte-Laggenbeck in der Villa anbietet und kontinuierlich weiterentwickelt. Die Kollegen von der Warendorfer Tagesstätte „Die Brücke“ waren von dem Konzept so begeistert, dass sie jetzt gemeinsam mit den Lengerichern einen Box-Kurs durchführten.

Regelmäßiger fachlicher Austausch zwischen Tagesstätten im Münsterland

Trainingseinheit beim Therapie-Boxen: Großaufnahme von Füßen, die als Geschicklichkeitsübung durch eine auf dem Boden liegende Leiter hüpfen.
Bereits das Aufwärmtraining der Box-Therapie fördert Körperbeherrschung und Geschicklichkeit.

Kooperationen zwischen den sozialpsychiatrischen Tagesstätten im Münsterland sind nicht ungewöhnlich. Die Leiterinnen und Leiter der insgesamt elf Einrichtungen tauschen sich zweimal jährlich bei Arbeitskreis-Treffen aus. Darüber hinaus veranstalten sie regelmäßig gemeinsame Fachtagungen für alle Mitarbeitenden. Bei einem dieser Treffen hatte Michael Schulte-Laggenbeck sein therapeutisches Box-Training Muay Therapy vorgestellt. „Dabei werden ausgewählte Elemente der Box-Technik Muay Thai als therapeutische Methode zur Stabilisierung und Verbesserung unterschiedlichster Krankheits- und Störungsbilder angewendet“, erläutert der Ergotherapeut das Konzept. „Zu den Zielen der Muay Therapy gehört es, das Selbstvertrauen zu stärken, Ängste zu überwinden und Spannungen abzubauen.“

Vom fachlichen Blick über den Tellerrand profitieren

Beim Kooperationsprojekt mit der Brücke war Michael Schulte-Laggenbeck insgesamt sechs Mal mit Mitgliedern der Lengericher Box-Gruppe nach Warendorf gefahren. Zwischen fünf und zehn Klientinnen und Klienten aus beiden Tagesstätten waren dabei, unter anderem auch Marc* aus der Villa. „Ich war gespannt, ob den Warendorfern das Box-Training genauso viel Spaß machen würde wie uns“, berichtet der 24-jährige Lengericher. Zu seiner großen Freude tat es das: „Die waren nach ein, zwei Einheiten genauso begeistert wie wir.“ Auch Sabine Elkmann von der Brücke bestätigt, dass die Muay Therapy bei ihren Klientinnen und Klienten sehr gut angekommen ist.

„Der regelmäßige fachliche Austausch und Kooperationen sind ein echter Gewinn für die Münsterländer Tagesstätten“, sagt Bärbel Brengelmann-Teepe, Leiterin der Villa. „In jeder Tagesstätte gibt es andere Schwerpunkte und Mitarbeitende mit besonderen Fähigkeiten und Fachwissen. Vom fachlichen Blick über den Tellerrand der einzelnen Einrichtungen profitieren die Klientinnen und Klienten ebenso wie die Mitarbeitenden.“

* Name des Klienten geändert

Aufnahme einer Danksagung. Das Bild zeigt zwei Boxer und den Text: Box- und Selbstverteidigungsprojekt TS Lengerich und TS Warendorf, August - Oktober 2019. Die TS Warendorf sagt Danke.

Unterschiedliche Menschen sehen sich in einem Raum handgefertigte Artikel des Basars an, der Berührungsängste abbauen soll. 19 Nov 2019

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Berührungsängste abbauen

Berührungsängste abbauen: Tolle Resonanz beim Tag der offenen Tür in der Villa

Auf tolle Resonanz in der Lengerich Bevölkerung stieß einmal mehr der Tag der offenen Tür in der Tagesstätte. „Die Villa“ hatte zum achten Mal ihre Pforten geöffnet und zum Herbstbasar geladen. Nach Schätzung von Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe kamen über 200 Gäste in die alte Villa. Bereits um 15:00 Uhr waren die Verkaufsstände schon beinahe leergefegt.

Für die über 20 Klientinnen und Klienten sind die vielen Besucher eine echte Anerkennung. Gerade in diesem Jahr hatten sie sehr viel selbst vorbereitet und organisiert. So hatte Max* in tagelanger Arbeit Holzdekorationen mit bunten Glasperlen angefertigt. Diese waren genauso gefragt wie die aufwendig gestalteten Adventskränze von Monja oder die kreativen Tannenbäume aus Notenblättern.

Lengericher Einzelhändler spenden für Tombola

Der Hit in diesem Jahr war jedoch die Tombola. „Die hatten wir zum ersten Mal und das ist wirklich gut angekommen“, berichtet Bärbel Brengelmann-Teepe. Der Hauptpreis war ein gebrauchtes Fahrrad, das Mitarbeiter im Zuverdienst zuvor in Stand gesetzt hatten. Weitere Preise hatten Lengericher Geschäftsleute gespendet. Dazu gehörten Bluetooth-Boxen und Rucksäcke. Akquiriert hatte diese Sachspenden ein Klient. Dafür war Damian* in Geschäfte gegangen, hatte den Basar vorgestellt und für Unterstützung geworben. „Das hat alles wirklich total klasse geklappt dieses Jahr“, freut sich das Mitarbeitenden-Team der Villa. Besonders erfreulich sei auch die Unterstützung durch die Geschäftsleute.

Berührungsängste abbauen beim Tag der offenen Tür: Zwei Männer und eine Frau stehen Arm in Arm hinter einem Kuchenbuffet und lachen in die Kamera.

Egal, ob sie in der Kälte am Außenstand Reibekuchen und Bratwürstchen verkauften, am Kuchenbuffet arbeiteten oder am Verkaufsstand – alle Klientinnen und Klienten waren mit großem Engagement dabei. Wichtiger Ansatz der Sozialpsychiatrie sei es, Menschen mit psychischen Erkrankungen zu einem Leben mitten in der Gesellschaft zu befähigen, so Bärbel Brengelmann-Teepe. „Damit dies gelingt, müssen beide Seiten aufeinander zugehen und Berührungsängste abbauen. Dafür hat sich unser Tag der offenen Tür sehr gut bewährt.“

*Alle Namen der Klientinnen und Klienten wurden geändert

 

Freuen sich schon auf den 8.Herbstbasar: zwei Frauen und zwei Männer präsentieren Werkstücke an einem Arbeitstisch voller Dekorationen.Dabei schauen sie in die Kamera und lachen. 12 Nov 2019

BY: Reha GmbH

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8. Herbstbasar in der Villa

Tag der offenen Tür etwas Besonderes für das gesamte Villa-Team

Für viele Lengericher ist er schon Tradition: Der „Tag der offenen Tür“ in der Tagesstätte „Die Villa“ – in diesem Jahr mit dem 8.Herbstbasar am Sonntag, 17. November von 11 bis 17 Uhr. Neben dem Buffet mit selbstgebackenem Kuchen lockt vor allem die Auswahl an phantasievoll gestalteten Weihnachtsdekorationen und  Alltagsgegenständen. Allesamt handgefertigt. Schon seit Wochen arbeiten die Klientinnen und Klienten an den ausgefallenen Stücken.

Besondere Aktion beim 8.Herbstbasar: Die Gäste können sich direkt vor Ort Armbänder mit einem Wunschschriftzug flechten lassen.

Die Tagesstätte bietet Menschen mit psychischen Erkrankungen eine feste Tagesstruktur. Zudem unterstützt sie die Klienten darin, ihr Leben möglichst selbstbestimmt in die Hand zu nehmen. „Dabei stellen wir nicht die Krankheit in den Vordergrund, sondern die Stärken, über die jeder Mensch verfügt“, sagt Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe. Kreativität gehört ganz klar zu den Stärken der 36-jährigen Monja*. Zudem ist sie handwerklich geschickt und besitzt einen guten Blick für Ästhetik. Dementsprechend beeindruckend sind ihre Beiträge für den diesjährigen Basar. Dazu gehören kunstvoll gestaltete Adventskränze oder die anrührenden Weihnachtsengel nur aus Draht und Stoff gefertigt. „Die Deko ist meine Leidenschaft, das ist total meine Welt“, freut sich Monja. Für sie gehört – wenig überraschend – der Herbstbasar zu den Höhepunkten des Jahres.

“Die Tagesstätte ist wie meine Familie”

Eine Ausbildung zur Floristin musste Monja vor vielen Jahren abbrechen, als sie psychisch erkrankte. Später lernte sie in Osnabrück Friseurin und machte ihren Abschluss als Gesellin. Auch wenn sie immer wieder als Friseurin tätig war, eine dauerhafte Anstellung ist aus gesundheitlichen Gründen schwierig. Doch zuhause würde ihr die Decke auf den Kopf fallen. „Mir fehlt dann die Arbeit. Hier ist immer etwas zu tun, wobei ich gebraucht werde. Außerdem habe ich hier viele Kontakte. Die Tagesstätte ist wie meine Familie“, sagt die gebürtige Emsländerin.

Auch Max ist froh über die Gemeinschaft in der Villa. Der 39-jährige Lengericher stand als Familienvater und Berufssoldat mitten im Leben als er psychisch erkrankte. Die Diagnose veränderte sein Leben von Grund auf. Umso wichtiger sind für ihn heute die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Tagesstätte. Besonders gut gefällt ihm die Abwechslung: „Neben der Arbeit gehört Sport genauso dazu. Oder wir kochen zusammen und erledigen gemeinsam die Hausarbeit.“

Foto von einem aufwendig in Rottönen aufwendig dekorierten Adventskranz mit vier brennenden roten Kerzen.

Basar ist tolle Motivation

Weihnachtliches Gesteck mit kleinen roten Kugeln für grünen Flaschen, in denen Lichterketten leuchten.Wie für die anderen Klienten der Villa ist auch für Max der Herbstbasar etwas ganz Besonderes: „Es macht wirklich Freude, wenn die Lengericher zu uns in die Tagesstätte kommen.“ Und natürlich sei es eine tolle Motivation, wenn die eigene Arbeit anerkannt werde, ergänzt Monja. Und das wird sie wirklich. In den vergangenen Jahren fanden die ausgefallenen Werkstücke stets reißenden Absatz. Wer der Villa am Sonntag, 17. November, einen Besuch abstatten möchte, sollte dies also nicht zu spät tun. Von 11:00 bis 17:00 stehen die Türen offen für den Publikumsverkehr.

Vom Erlös des 8.Herbstbasars wird wie in jedem Jahr etwas Besonderes für die Tagesstätte angeschafft. Über die genaue Verwendung stimmen die Klientinnen und Klienten gemeinsam ab.

Handgemachte Deko-Tannenbäume aus dreieckig ausgeschnittenen und gefalteten Notenblättern.

*Alle Namen der Klientinnen und Klienten wurden geändert

 

Neue Kräfte sammeln bei einem Kurzurlaub auf Norderney. Das Foto zeigt Frauen und Männer in Freizeitkleidung mit Fahrrädern auf einem gepflasterten Weg in der Dünenlandschaft auf Norderney. 09 Sep 2019

BY: Reha GmbH

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Neue Kräfte sammeln auf Norderney

Neue Kräfte sammeln – Urlaubsangebot der Tagesstätte

Neue Kräfte sammeln für die alltäglichen Herausforderungen und Zeit haben für die schönen Dinge des Lebens – das soll ein Urlaub im Idealfall leisten. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen kommt noch ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu. Sie können gerade in fremder Umgebung vorhandene Ressourcen stärken und neue Fähigkeiten entdecken. Für die Reha GmbH gehören Urlaubsreisen deshalb seit vielen Jahren zu den Hilfsangeboten. Nicht zuletzt sind sie auch wichtig für die gesellschaftliche Teilhabe.

Erholung und ganz neue Erfahrungen

Zwei Frauen und zwei Männer sind dicht über einen Tisch gebeugt, der beinahe vollständig mit kleinen Bernsteinen bedeckt ist.Mit elf Frauen und Männern war ein Team der Tagesstätte „Die Villa“ in diesem Jahr sechs Tage auf Norderney. Untergebracht war die Gruppe in einem Haus der Caritas. Die meisten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren schon bei früheren Freizeiten dabei. Das abwechslungsreiche Programm der Norderney-Fahrt bot Erholung ebenso wie die Möglichkeit, ganz neue Erfahrungen zu sammeln.

„In jedem Fall sollen unsere Angebote Spaß machen“, sagt Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe, die gemeinsam mit Andrea Breitenfeld die Fahrt organisierte und begleitete. „Schließlich ist es Urlaub.“ Die Kosten dafür tragen die Klientinnen und Klienten grundsätzlich selbst. Die Teilnahme an den verschiedenen Aktivitäten während der Urlaubswoche ist freiwillig, jeder kann das Passende für sich aussuchen.

„Ein toller Urlaub mit tollen Menschen“

Auf Norderney hatte die Gruppe eine sehr große Auswahl: Bei der geführten Inselradtour waren alle dabei. Hier erhielten die Reisenden viele spannende Infos über das ostfriesische Eiland. Zum Beispiel, dass es an Norderneys Schulen im Sommer nur vier Wochen Ferien gibt, dafür im Herbst aber auch noch einmal vier. Der Grund: In der Hauptsaison im Sommer können die wenigsten Menschen auf Norderney selbst in den Urlaub fahren.

Zu den weiteren Aktivitäten zählte eine Schiffsfahrt zu den Seehundebänken, Kurse im Bernstein schleifen sowie im kunstvollen Schreiben, dem sogenannten Handlettering. Und für die Entspannung gab es noch ein Thalasso-Bad. „Das Miteinander in der Gruppe war sehr harmonisch“, resümierte Bärbel Brengelmann-Teepe. „Die Stimmung war gut, auch wenn das Wetter eher durchwachsen war.“ Einige der Reisenden fühlten sich so wohl, dass sie am liebsten verlängert hätten. „Ein toller Urlaub mit tollen Menschen“, lautete kurz und knapp Janines Urteil.  

Eine große Gruppe von Frauen und Männern steht bei einer Inselführung am Strand. Aufnahme von vier handgeschriebenen und mit Farbe verzierten Blättern beim sogenannten Handlettering-Kurs.

Vier Frauen sitzen an einem Tisch mit blauer Folie bedeckt und bearbeiten jeweils in eigenen Plastikschalen kleine Bernsteine.

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