29 Jun 2021

BY: Ute Magiera

Aktuelles

Große Freude über Spende

Belegschaft von Bischof und Klein engagiert sich

Fast 600 Euro spendete die Belegschaft von Bischof und Klein an die Reha GmbH Lengerich. Die Unternehmensleitung stockte den Betrag um die gleiche Summe auf, so dass die Reha Gmbh rund 1200 Euro erhielt. Damit fließt die Spende in die Unterstützung von psychisch kranken Menschen vor Ort. Genauer gesagt: je zur Hälfte in die Kontakt- und Beratungsstelle Café Regenbogen in der Bahnhofstraße sowie in die Tagesstätte „Die Villa“ – zwei der vielen Angebote der Reha GmbH.

Kaffe- und Essservice für das Regenbogen

Jörg Achterberg leitet das Café Regenbogen seit vielen Jahren. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen Jacqueline Gaddi und Heike Förster freute er sich, dass er für das Geld ein neues Kaffee- und Essservice sowie ein Besteckset und fünf neue Thermoskannen bestellen konnte. „Wir haben ein schlichtes weißes und zeitloses Design gewählt und finden es sehr schön, dass unser in die Jahre gekommenes Geschirr nun Dank dieser Spende ausgetauscht wird,“ so Achterberg.

Tablets für die Tagesstätte “Die Villa”

Die Tagesstätte investierte die Spende in den Kauf von zwei Tablets. „Wir haben einen hohen Anteil junge Klientel,“ erläutert Michael Schulte-Laggenbeck, Mitarbeiter der Tagesstätte „Die Villa“. „Mit den Tablets können unsere Besucherinnen und Besucher Informationen zeitgemäß digital recherchieren, beispielsweise Rezepte für die regelmäßigen Kochaktionen. Und die älteren Klienten und Klientinnen bekommen mit den Tablets Zugang zu den neuen Technologien“, so Schulte-Laggenbeck weiter. Genutzt werden die Tablets aber nicht nur zu Recherchezwecken. Sie werden mit Wortfindespielen oder Logikrätseln auch zur Förderung der Hirnleistung eingesetzt. 

Dank für die solidarische Geste

„Wir möchten uns bei der Belegschaft und der Unternehmensführung von Bischof und Klein für das tolle soziale Engagement bedanken,“ sagt Klaus Hahn, Geschäftsführer der Reha GmbH Lengerich. Dabei freue er sich nicht nur über die finanzielle Unterstützung, sondern auch über die solidarische Geste der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Firma Bischof und Klein, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Lengerich damit nachhaltig fördere.

Tagesstrukturiernde Angebot geben Halt

Sowohl das Café Regenbogen als auch die Tagesstätte „Die Villa“ gehören zu den sogenannten tagesstrukturierende Angeboten der Reha GmbH. Das Café Regenbogen ist einerseits ein bunter und lebhafter Treffpunkt für Menschen mit und ohne psychische Erkrankungen. Ob beim Pool-Billard, einem Gesellschaftsspiel oder einfach bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen – hier finden die Gäste vielfältige Möglichkeiten zum Austausch und zur Freizeitgestaltung. Das Café Regenbogen ist aber auch eine Beratungsstelle. Bei psychischen Krisen finden Betroffene oder Angehörige hier unbürokratische und schnelle Hilfe ohne Terminvergabe und lange Wartezeiten. In die Tagesstätte „Die Villa“ kommen täglich 19 psychisch erkrankte Besucherinnen und Besucher. Durch arbeits- und ergotherapeutische Angebote sowie Freizeit- und Bildungsangebote werden sie geschult, den Alltag besser zu bewältigen und vergrabenen Fähigkeiten wieder zu reaktivieren.

 

Spende für Reittherapie: Die Spender von der Firma ESM stehen mit der Pferdeführerin und der Reittherapeutin neben einem braun-weißen Pferd, auf dem eine junge Frau sitzt und lachen in die Kamera. Die Gruppe steht auf einem Sandreitplatz vor dem Herbstwald. 06 Nov 2018

BY: Andrea Rehder

Aktuelles

Spende für Reittherapie

Bei der Reittherapie neue Stärken entwickeln

Auf dem Pferderücken lebt Patrizia sichtbar auf. Die junge Frau, die eine geistige Behinderung hat, profitiert stark vom therapeutischen Reiten. Dank einer Spende der Firma ESM Elektroservice- und Montage in Georgsmarienhütte kann sie nun zwei Jahre lang einmal wöchentlich zur Reittherapie gehen statt wie bisher alle zwei Wochen.

Behutsam streicht Patrizia mit der Bürste über Wallys Fell. Schwer zu sagen, wer das mehr genießt: der gutmütige Pinto-Wallach oder die zierliche junge Frau. In jedem Fall herrscht zwischen den beiden bestes Einvernehmen. Und das ist beim therapeutischen Reiten besonders wichtig. Die 30-Jährige hat von Geburt an eine geistige Behinderung bei einem Down-Syndrom, wie Ralf Kunkemöller berichtet. Der Sozialarbeiter leitet eine von drei Wohnstätten für Behinderte der Reha GmbH für Sozialpsychiatrie in Lengerich. Hier lebt Patrizia seit gut drei Jahren. Und ungefähr genauso lange geht sie auch zur Reittherapie bei Silke Kleinheider in Lienen. „Sowohl die Pferdepflege als auch das Reiten selbst haben sich in dieser Zeit ganz toll entwickelt“, freut sich die Therapeutin. „Vor allem auch die eher schwierigen feinmotorischen Aufgaben erledigt Patrizia richtig gut.“  

Mit einer Aufstiegshilfe geht‘s nun aufs Pferd. Der Reitplatz liegt vor der malerischen Kulisse des herbstlich bunt gefärbten Teutoburger Waldes. Der interessiert die Reiterin im Moment allerdings herzlich wenig. Sie konzentriert sich ganz auf ihr Pferd und Silke Kleinheiders Anleitungen. Seitlich oder rückwärts auf Wallys breitem Rücken sitzen – für die junge Frau alles kein Problem. Am meisten Vergnügen bereiten ihr aber die Runden im flotten Trab. Patrizia, die nicht sprechen kann, strahlt über das ganze Gesicht. Es ist auch für Außenstehende offensichtlich, wie gut ihr diese Reitstunden tun.

Reittherapie fördert auch Teilhabe

An einem Abend hat dies auch Silke Kleinheiders Mann Andreas miterlebt, der mit einem Partner die Firma ESM Elektroservice und Montage in Georgsmarienhütte betreibt. Die erfolgreiche Therapiestunde hatte den Freizeitreiter so beeindruckt, dass er am nächsten Tag bei der Arbeit davon berichtete. Der Funke der Begeisterung sprang sofort über. Die kaufmännische Mitarbeiterin Heidi Karasu schlug vor, Patrizias Reittherapie finanziell zu unterstützen. „Wir spenden ja immer einen Teil des Unternehmensumsatzes für einen guten Zweck“, erklärt Heidi Karasu. „Meistens für Sportvereine, Schulen oder Jugendgruppen.“ Erstmalig profitiere nun eine Einzelperson von der Unternehmensspende und zwar in Höhe von genau 936 Euro.

Heidi Karasu und Andreas Kleinheider finden es gut, direkt mitzuerleben, wie viel Gutes ihre Spende bewirkt. Und das auch noch langfristig. Denn Patrizia kann nun zwei Jahre lang doppelt so häufig zur Reittherapie gehen wie bisher. Die anderen Stunden bezahlt ihre Mutter, Mitarbeiter der Wohnstätte bringen sie zur Therapie nach Lienen und wieder zurück. Auch Ralf Kunkemöller und seine Kollegen begrüßen die Unterstützung sehr: „Patrizia profitiert stark von der Reittherapie. Sie spürt ihren eigenen Körper, schult bestimmte Fertigkeiten und hat Freude daran. Außerdem fördern regelmäßige Aktivitäten außerhalb unserer Einrichtung ihre gesellschaftliche Teilhabe. Und das ist uns besonders wichtig.“