Café Regenbogen öffnet schrittweise: Das Foto zeigt einen einen Blick in die Kontakt- und Beratungsstelle mit einer Reihe von Tischen und Stühlen vor einer Wand mit verschiedenen Bildern. 18 Mai 2020

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Café Regenbogen öffnet schrittweise

Soziale Kontakte mit Sicherheitsvorkehrungen: Café Regenbogen öffnet schrittweise

Gute Stimmung in der Kontakt- und Beratungsstelle: Das Café Regenbogen öffnet schrittweise ab dem heutigen Montag. Wegen der Corona-Pandemie war das Hilfsangebot der Reha GmbH durch einen Erlass der nordrhein-westfälischen Landesregierung vorsorglich geschlossen worden. Nun darf es seine Türen wieder öffnen, zumindest eingeschränkt. “Das ganze Team steht in den Startlöchern und alle freuen sich, dass es wieder losgeht“, sagt Leiter Jörg Achterberg. „Auch wenn wir uns alle sicherlich noch an die neuen Abläufe gewöhnen müssen.“ Um die Kontakt- und Beratungsstelle wieder öffnen zu dürfen, musste der Sozialpädagoge ein umfassendes Konzept erarbeiten. Darin legte er fest, wie Ansteckungen mit dem SARS-CoV-2-Virus verhindert werden können. Das Ordnungsamt der Stadt Lengerich hat den umfangreichen Maßnahmenkatalog genehmigt.

Vor Eintritt Temperatur messen

„Wir möchten Menschen mit psychischen Erkrankungen nach der langen Phase der Isolation wieder mehr soziale Kontakte ermöglichen. Gleichzeitig tun wir alles, um eine Ansteckung von Besuchern und Mitarbeitenden zu verhindern.“ Und das sind die wichtigsten Maßnahmen, mit denen eine Ausbreitung des Virus verhindert werden soll:

Das Café ist derzeit ausschließlich für Betroffene geöffnet und nicht wie sonst auch für die allgemeine Öffentlichkeit. Gruppenangebote wie Frühstück oder Mittagessen sind aktuell nicht möglich. Die Außentür bleibt geschlossen, Besucher können klingeln und werden dann persönlich hereingelassen. „So können wir sowohl die maximale Besucherzahl von zehn Personen gewährleisten als auch die Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen“, erklärt Jörg Achterberg. Und davon gibt es im Moment eine ganze Menge. Gäste mit Erkältungssymptomen dürfen die Kontaktstelle gar nicht erst betreten, bei allen anderen wird sicherheitshalber Fieber gemessen.

Hygieneregeln für Gäste und Mitarbeitende

Zudem steht im Eingangsbereich Desinfektionsmittel bereit. Im gesamten Café muss eine Atemmaske getragen werden, die lediglich beim Essen und Trinken abgenommen werden kann. Pro Tisch ist jeweils ein Gast erlaubt, es sei denn mehreren Personen stammen aus demselben Haushalt. Und ähnlich wie beim Friseur und anderen Einrichtungen müssen alle Gäste ihre Kontaktdaten in eine Liste eintragen, damit gegebenenfalls Infektionsketten nachvollzogen werden können. Im gesamten Cafébetrieb gelten weitere Regeln, um die erforderlichen Abstände einhalten zu können. „Wir erklären jedem Gast beim Eintritt in aller Ruhe die notwendigen Maßnahmen“, betont Jörg Achterberg.

Für das Mitarbeitenden-Team haben sich die Abläufe ebenfalls stark geändert. „Wir messen auch regelmäßig die Körpertemperatur und natürlich achten wir auf regelmäßige Handdesinfektion und tragen Mund-Nasen-Schutz.“ Auch sämtliche Flächen im Café werden regelmäßig desinfiziert. Die neuen Maßnahmen müssten nun zunächst in der Praxis erprobt werden. „Wenn wir mit dieser vorsichtigen Vorgehensweise ausreichend Erfahrungen gesammelt haben, sind hoffentlich bald weitere Lockerungen möglich“, so Jörg Achterberg.

Neue Öffnungszeiten

Einfacher sind die Regelungen für die unbürokratische und kurzfristige Beratung in Krisensituationen. „Diese kann wie bisher auch von Menschen in Anspruch genommen werden, die zuvor noch keinen Kontakt zu uns hatten.“ Allerdings müsse im Vorfeld ein Gesprächstermin telefonisch vereinbart werden. Beim persönlichen Gespräch bestünde ebenfalls Maskenpflicht. Selbstverständlich werde auch auf die Einhaltung des Mindestabstands geachtet.

Wegen der aktuellen Sicherheitsvorkehrungen haben sich auch die Öffnungszeiten der Kontakt- und Beratungsstelle geändert.

Das Café Regenbogen ist montags, dienstags, mittwochs, freitags und samstags von 15:00 bis 18:00 geöffnet und donnerstags von 17:00 bis 20:00 Uhr. Eine Beratung kann nach vorheriger telefonischer Absprache auch außerhalb dieser Öffnungszeiten stattfinden.

 

 

 

 

 

 

Trotz Schließung Betreuung geht weiter, auch in der Kontakt- und Beratungsstelle Café Regenbogen, die das Foto von aussen zeigt. 26 Mrz 2020

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Betreuung trotz Schließung

Betreuung geht weiter auch in Einrichtungen mit vorsorglichem Betretungsverbot

Die Coronavirus-Pandemie führt zu gravierenden Einschränkungen für alle Bürgerinnen und Bürger. Um die Ausbreitung der Covid-19 genannten Erkrankung zu verlangsamen, hat der Gesetzgeber umfassende Maßnahmen veranlasst. Dazu gehört auch die Schließung vieler öffentlicher und privater Einrichtungen. Auch bei der Reha GmbH gilt für die Kontakt- und Beratungsstelle, die Tagesstätte sowie den Zuverdienst bis zum 19. April 2020 ein Zutrittsverbot. Erlassen wurde die Schließung vom Landesgesundheitsministerium. Trotz der Schließung sind die Mitarbeitenden der drei Einrichtungen weiter für die Nutzerinnen und Nutzer da. Gerade in dieser schwierigen Situation soll eine verlässliche Begleitung gewährleistet sein.

Kontakt- und Beratungsstelle Café Regenbogen

Die Kontakt- und Beratungsstelle Café Regenbogen in der Bahnhofstraße bleibt bis zum 19. April 2020 für die Besucherinnen und Besucher geschlossen. Das Beratungsangebot wird dennoch aufrechterhalten. Jörg Achterberg, Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle, bietet montags bis freitags in der Zeit von 9:00 bis 16:00 Uhr unter der Telefonnummer 05481 5128:

telefonische Beratungsgespräche

 telefonische Krisengespräche.

Da das Büro nicht ganztägig besetzt ist, können Nachrichten auf dem Anrufbeantworter hinterlassen werden. Die Mitarbeitenden rufen zeitnah zurück, wie Jörg Achterberg betont.

 Tagesstätte „Die Villa“

Auch für die Tagesstätte „Die Villa“ gilt das Zutrittsverbot bis zum 19. April 2020 ebenso wie für andere tagesstrukturierende Einrichtungen. Für weitere verlässliche Betreuung der Nutzerinnen und Nutzer hat die Einrichtung einen Notfallplan erarbeitet, über den Sie sich im Aktuelles-Beitrag „Corona-Notfallplan der Villa“ informieren können.

Zuverdienst

Betretungsverbot gilt auch für den Zuverdienst der Reha GmbH. Die von der Schließung betroffenen Klientinnen und Klienten werden durch die Mitarbeitenden des Ambulant Betreuten Wohnens sowie der Tagesstätte weiter begleitet. Zudem bietet die Leitung des Zuverdienstes den Beschäftigten eine telefonische Beratung.

Veränderungen bei den Angeboten werden wir schnellstmöglich hier auf der Website bekannt geben.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Reha GmbH tun ihr Bestes, um die Klientinnen und Klienten in dieser schwierigen Zeit bei der Bewältigung ihrer Krankheit und des Alltags verlässlich zu unterstützen. Zögern Sie nicht, bei Fragen oder Problemen anzurufen. Neben den bekannten Mitarbeitenden ist auch die Zentrale zwischen 7:00 und 16:00 Uhr telefonisch erreichbar.

Seelisch stabiler im Zuverdienst fühlt sich auch der Klient Marc, der auf dem Foto mit einem Tablett neben dem Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle an einem Cafétisch steht und freundlich in die Kamera lächelt. 25 Feb 2020

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Seelisch stabiler im Zuverdienst

Niedrigschwelliges Angebot mit großer Wirkung

Seelisch stabiler im Zuverdienst: Mit einer psychischen Erkrankung regelmäßig zu arbeiten, ist häufig schwierig. Die Reha GmbH bietet deshalb Menschen mit seelischen Störungen im Zuverdienst „Arbeit nach Maß“. Hier können Betroffene allmählich wieder ins Arbeitsleben einsteigen. Oder sie arbeiten langfristig nur wenige Wochenstunden. Dabei können die Mitarbeitenden ihre Beschäftigung flexibel an ihre aktuelle Belastungsgrenze anpassen. Ein niedrigschwelliges Angebot mit großer Wirkung: „Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist Beschäftigungslosigkeit besonders problematisch“, sagt Geschäftsführer Klaus Hahn. „Seelische Störungen führen auch im privaten Umfeld häufig zu sozialer Isolation. Diese wird durch Beschäftigungslosigkeit verstärkt.“ Einsamkeit wirkt sich wiederum negativ auf die seelische Gesundheit aus.

Genauso ist es Heike Förster ergangen. Die 41-Jährige erkrankte erstmals im Alter von 13 Jahren psychisch. Nach mehreren längeren Klinikaufenthalten konnte sie als junge Erwachsene zwar in ihrer eigenen Wohnung leben. Sie war aber sozial isoliert. „Ich saß Zuhause und mir fiel die Decke auf den Kopf.“ Unterstützung erhielt sie durch das Ambulant Betreute Wohnen der Reha GmbH. „Meine Betreuer ermutigten mich damals immer wieder, im Zuverdienst zu arbeiten.“ Doch die junge Frau hatte zunächst Bedenken: „Ich war sehr krank und vor allem auch ganz, ganz schüchtern. Ich habe kaum ein Wort herausgebracht.“ Wer Heike Förster heute sieht, kann sich das kaum vorstellen – so offen und reflektiert, wie sie über ihr Leben und ihre Krankengeschichte berichtet. Bis dahin war es aber ein langer Weg.

Vom 1,5-Stunden-Job zur regelmäßigen Beschäftigung

Eine Frau steht hinter einer Theke und lässt einen Käsekuchen vom Abkühlrost auf eine Platte gleiten und lächelt dabei freundlich in die Kamera.Die junge Frau stimmte schließlich einer Beschäftigung zu und startete mit nur 1,5 Stunden in der Kontakt- und Beratungsstelle Café Regenbogen. „Anfangs konnte ich selbst diese kurze Zeit nicht durchhalten.“ Doch ganz allmählich übernahm sie immer mehr Aufgaben und steigerte die Arbeitszeit. Mittlerweile hat Heike Förster eine reguläre 450-Euro-Stelle als Hauswirtschafterin im Café Regenbogen. „Das entspricht einer geringfügigen Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt“, sagt Jörg Achterberg, Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle. „Heike managt den hauswirtschaftlichen Bereich und nimmt mir darüber hinaus noch so manche Aufgabe ab. Sie ist wirklich eine tolle Mitarbeiterin.“

Große Nachfrage

Seit Start des Hilfsangebots vor 20 Jahren arbeiten durchschnittlich zwischen 20 und 40 Frauen und Männer im Zuverdienst der Reha GmbH. Die Aufgaben reichen von Montagetätigkeiten über Hausmeisterservice bis zu hauswirtschaftlichen Dienstleistungen und Catering. Und die Nachfrage ist groß: „Die Erwerbsminderungen wegen seelischer Störungen sind stark angestiegen. Und wir betreuen immer mehr junge psychisch erkrankte Menschen im Übergang zwischen Schule und Beruf“, sagt Klaus Hahn.  Im Café Regenbogen an der Bahnhofstraße sind aktuell sieben „Zuverdienstler“ beschäftigt mit ganz unterschiedlichen Bedürfnissen. „Bei uns arbeiten chronisch Erkrankte mit früheren langen Klinikaufenthalten ebenso wie Menschen, die durch ihre Erkrankung ganz plötzlich aus dem Berufsleben herausgerissen wurden“, berichtet Jörg Achterberg. Und nicht zuletzt gebe es eine zunehmende Zahl junger Menschen, die noch vor dem Sprung ins Berufsleben stehe.

Selbständiger und seelisch stabiler im Zuverdienst

Junger Mann schaut fröhlich lächelt durch eine Durchreiche und schiebt gibt deine blaue Thermoskanne heraus.Zu ihnen gehört auch Marc Kramer*, der mehrmals wöchentlich im Café bedient. Der heute 24-Jährige musste wegen seiner Angststörung die Schule verlassen. „Danach hatte ich extreme Rückzugstendenzen.“ Der Schüler verbrachte viele Tage einfach im Bett. Aus dem Haus wagte er sich kaum noch. Sozialpsychiatrische Unterstützung erhielt der Lengericher damals noch nicht. Doch seine Ergotherapeutin vermittelte ihn dann in den Zuverdienst. Die Aufnahme ist ganz einfach ohne Verordnung oder Kostenbewilligung möglich. Denn der Kreis Steinfurt fördert das Angebot auf freiwilliger Basis. Über diesen unbürokratischen Einstieg kam Marc Kramer zu weiteren tagesstrukturierende Hilfsangeboten. „Mittlerweile kann ich mir wieder vorstellen, eine Ausbildung zu machen. Mir geht es gesundheitlich ganz klar besser und ich bin selbständiger geworden.“

Und das ist ein ganz wichtiger Aspekt am Zuverdienst: Ob er nun eine Vorbereitung für den ersten Arbeitsmarkt, einen Werkstattarbeitsplatz oder dauerhafte Beschäftigung ist, in den meisten Fällen profitieren die Betroffenen gesundheitlich. Das hat auch Heike Förster erlebt. Sie fühlt sich heute psychisch stabiler und benötigt deutlich weniger Medikamente als früher. Und sie ist überzeugt: „Die regelmäßige Beschäftigung hat einen sehr großen Anteil daran.“

* Der Name des Klienten wurde geändert.

14 Dez 2019

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Heilig Abend im Regenbogen

Gemeinsame Feier für alle Interessierten

Alle Jahre wieder lädt die Reha GmbH Menschen mit psychischen Erkrankungen an Heiligabend zu einem gemeinsamen Weihnachtsfest ein. Auch an diesem 24. Dezember öffnet die Kontakt- und Beratungsstelle Café Regenbogen wieder ihre Türen. Rund 30 bis 50 Gäste feiern seit fast 30 Jahren an Heilig Abend im Regenbogen zusammen. „Viele Menschen mit psychischen Erkrankungen haben ihren familiären Hintergrund verloren“, berichtet Jörg Achterberg, Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle. „Für sie ist die Feier bei uns oft die einzige festliche Zusammenkunft an den Feiertagen.“ Die Gäste singen gemeinsam, es werden Gedichte und Geschichten vorgetragen. „Und wir führen viele Gespräche“, sagt Jörg Achterberg. Dabei sitzen alle Gäste gemeinsam an einer großen, weihnachtlich geschmückten Tafel beisammen.

Heilig Abend im Regenbogen: Ganz besondere Stimmung

„Die Stimmung ist am Heiligen Abend immer ganz besonders“, findet Heike Förster, die als Hauswirtschafterin im Café Regenbogen arbeitet. Sie freut sich schon auf die Feier: „Es ist sehr festlich und gemütlich, alle geben sich sehr viele Mühe miteinander.“ Auch an diesem 24. Dezember sind alle Interessierten zur Weihnachtsfeier im Café Regenbogen an der Bahnhofstraße 34 von 14:30 bis ca. 17:30 Uhr willkommen. Eine Anmeldung ist für die bessere Planung erwünscht, aber nicht erforderlich. Also können auch Kurzentschlossene noch spontan dazukommen. Für Essen und Getränke wird ein Beitrag von vier Euro erhoben. Außerdem ist das Café Regenbogen auch am 2. Weihnachtstag sowie dem 31. Dezember von 15.00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Zwischen den Feiertagen ist in der Kontakt- und Beratungsstelle ganz normaler Betrieb.

Möchte mit Ihrer Lesung Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen: Sigrid Maedel steht mit einem Buchexemplar in der Hand zwischen dem Geschäftsführer der Reha GmbH sowie dem Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle im Café Regenbogen. Alle drei lächeln in die Kamera. 06 Mai 2019

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Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen

Lesung im Regenbogen: Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen

Menschen mit psychischen Erkrankungen Mut machen, das wollte Sigrid Maedel mit ihrer Buchvorstellung in der Kontakt- und Beratungsstelle Café Regenbogen. Hier erlebten rund 20 Interessierte eine emotional berührende Lesung mit anregendem Erfahrungsaustausch. Zu dem Thema „Leben mit psychischer Erkrankung“ hatte die Reha GmbH erstmals zu einer Buchpräsentation eingeladen. Dabei stellte Sigrid Maedel¹ aus Angehörigensicht das Buch „Als ob der Mond die Erde berühre“ ihrer Schwester Paula vor. Die meisten Anwesenden waren sich einig: ein sehr gelungener Abend, weitere Veranstaltungen dieser Art wären wünschenswert.

Buchvorstellung aus Angehörigensicht

Sigrid Maedel sitzt an einem Tisch im Café Regenbogen und liest aus dem Buch ihrer Schwester vor.„Mit meiner Lesung möchte ich Betroffene ermutigen, immer wieder neu anzufangen im Leben. Und ich möchte zeigen, es gibt Wege aus der Krise und der Krankheit“, erläuterte Sigrid Maedel im Gespräch mit den Gästen ihr Engagement. Aus denselben Gründen habe auch ihre Schwester das Buch verfasst. Möglich sei ihr dies jedoch erst gewesen, nachdem sie von jahrelanger psychischer Erkrankung genesen war.

Das Buch Paula Maedels ist zwar ein autobiographischer Text, wie ihre Schwester einführend erklärte. Doch es ist kein chronologischer Bericht der Erkrankung. Vielmehr verbindet die Autorin Kindheitserinnerungen, Erlebnisse aus ihrem Erwachsenenleben sowie ihre persönlichen Erfahrungen mit ihrer psychischen Erkrankung in lockerer Reihenfolge miteinander. Geschrieben ist der Text aus der Perspektive der fiktiven Charlotte. Auch die anderen Namen und Orte hat Paula Maedel geändert.

Aus den unterschiedlichen Episoden las Sigrid Maedel einzelne Passagen vor. Dank der sorgfältigen Auswahl vermittelte sie dabei einen guten Eindruck vom Buch und seiner Autorin, die nach mehreren schweren Schicksalsschlägen psychisch erkrankt war. „Da nehme ich ganz viel mit“, sagte während der Diskussion eine Besucherin. Und eine andere ergänzte, dass sie viel von sich selbst wiedererkannt habe.

Sich selbst mit der Erkrankung akzeptieren

Länger diskutierten die Anwesenden darüber, wie wichtig es sei, sich selbst mit seiner Erkrankung zu akzeptieren. Paula Maedel war dies schließlich gelungen, wie sie am Ende des Buches schreibt: „Endlich kann sie sich so annehmen, wie sie ist: ein Mensch aus Fleisch und Blut, mit Schwächen und Stärken.“ Einig waren sich die meisten Anwesenden, dass die Diagnose einer psychischen Erkrankung insbesondere am Anfang sehr wichtig ist. Doch sie solle möglichst nicht das Leben der Betroffenen bestimmen, hieß es in verschiedenen Redebeiträgen.

Geschäftsführer Klaus Hahn betonte, dass dies zum Ansatz der Reha GmbH gehöre: „Bei unserer Arbeit konzentrieren wir uns auf die gesunden Anteile und Stärken unserer Klientinnen und Klienten. Das sind ihre natürlichen Ressourcen, die helfen das Leben mit psychischer Erkrankung möglichst gut zu bewältigen.“

Mehr Veranstaltungen zum Erfahrungsaustausch geplant

Paula Maedel ist schließlich genesen. „Sie ist eine ganz aktive Frau geworden und lebt ihr Leben wieder so, wie sie es vor ihrer Erkrankung getan hat“, berichtete ihre Schwester. „Als sie so schwer erkrankt war, insbesondere während der schizophrenen Phasen, hatte ich keinen Zugang mehr zu ihr. Jetzt telefonieren wir täglich.“ 

In Zukunft möchte die Reha GmbH häufiger zu Veranstaltungen in die Kontakt- und Beratungsstellte einladen. „Dabei möchten wir Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften die Gelegenheit geben, zu ausgesuchten Themen miteinander ins Gespräch zu kommen“, sagte Klaus Hahn an. „Genauso wie es hier heute Abend so gut gelungen ist.“

die Namen der Autorin und ihrer Schwester sind Pseudonyme

Ausschnitt des Buchcovers Als ob der Mond die Erde berühre, in dem Paula Maedel über ihr Leben mit psychischer Erkrankung berichtet 18 Apr 2019

BY: Reha GmbH

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Leben mit psychischer Erkrankung

Lesung im Café Regenbogen: Leben mit psychischer Erkrankung 

Lengerich. Lesen weitet den Blick und kann dem eigenen Leben ganz neue Anstöße geben. Für die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie ein guter Grund, empfehlenswerte Literatur vorzustellen. Erstmalig lädt die gemeinnützige Einrichtung deshalb zu einer Lesung ein. Sigrid Maedelaus Rheine wird das Buch ihrer ehemals psychisch kranken Schwester „Als ob der Mond die Erde berühre“ aus Angehörigensicht präsentieren. Dazu sind alle Interessierten zu Montag, 29. April 2019, ab 18:30 Uhr in das Café Regenbogen, Bahnhofstraße 34 in Lengerich eingeladen. Paula Maedel beschreibt in dem Buch ihr Leben mit psychischer Erkrankung.

Sigrid Maedel stellt das Buch ihrer Schwester aus Angehörigensicht  vor

Abbildung des Buchcovers mit dem Titel "Als ob der Mond die Erde berühre", in dem Paula Maedel ihr Leben mit psychischer Erkrankung beschreibt. Das Cover zeigt ein selbstgemaltes Bild überwiegend in dunklen Blau-, Brau-, Grüntönen, auf dem eine menschliche Gestalt allein in der Landschaft stehend von gelben Monstrahlen berührt wird.Paula Maedel wurde in Berlin geboren und wuchs nach dem frühen Tod der Mutter in Westfalen auf. Nach mehreren schweren Schicksalsschlägen innerhalb ihrer Familie erkrankte sie psychisch. Mehr als 20 Jahre lang verbrachte Paula Maedel immer wieder Wochen und Monate in psychiatrischen Einrichtungen. Diagnostiziert wurden Depressionen und Psychosen, wie Schizophrenie. Trotz ihrer schweren Erkrankungen habe ihre Schwester nie aufgegeben, berichtet Sigrid Maedel. Heute sei sie genesen.

Ihr Leben mit der psychischen Erkrankung hat Paula Maedel in einem biografischen Text mutig und offen zusammengefasst und als Buch veröffentlicht. Mit ihren „Zeilen“ möchte sie anderen mit einer ähnlich schweren Erkrankung Mut machen, ihr Schicksal anzunehmen, wie die Autorin im Vorwort schreibt.

Das Buch richtet sich gleichermaßen an Betroffene, Angehörige sowie alle Interessierten. Der Eintritt zu der Lesung im Café Regenbogen ist frei.

*Pseudonym

 

Aussenaufnahme von einem Geschäftshaus mit weißer Marmorverkleidung, auf der großen Fensterscheibe ist ein Schriftzug Café Regenbogen mit einem Regenbogen zu sehen.Aufnahme von einer Sitzecke mit roten Poltermöbeln vor dem Fenster des Café Regenbogens.

Aussenaufnahme von einem Ladenlokal mit weißer Marmorverkleidung, auf der großen Fensterscheibe ist ein Schriftzug Café Regenbogen mit einem Regenbogen zu sehen. 18 Dez 2018

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Heiligabend im Café Regenbogen

Gemeinsam statt einsam

Lengerich. Weihachten, das Fest der Familie und Liebe steht vor der Tür. Doch für nicht wenige Menschen ist das frohe Fest vor allem eines: einsam. Weil Menschen mit psychischen Erkrankungen besonders häufig unter sozialer Isolation leiden, bietet die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie schon seit über 25 Jahren Weihnachtsfeiern an. Dafür öffnet auch in diesem Jahr wieder die Kontakt- und Beratungsstellte Café Regenbogen an der Lengericher Bahnhofstraße 34 ihre Türen. „Viele Menschen mit psychischen Erkrankungen haben ihren familiären Hintergrund verloren“, berichtet Jörg Achterberg, Leiter der Kontakt- und Beratungsstelle. „Für sie ist unsere gemeinsame Feier die einzige festliche Zusammenkunft an Weihnachten.“ Zwischen 20 und 40 Gäste kommen hier jedes Jahr am Heiligen Abend zusammen.

Auch Kurzentschlossene willkommen

Im festlich geschmückten Café singen sie gemeinsam Weihnachtslieder und sitzen an einer großen Kaffeetafel beisammen. Und Jörg Achterberg nimmt sich Zeit für Gespräche mit allen Gästen. Die Feier findet statt am Montag, 24. Dezember von 14:30 bis ca. 17:30 Uhr. Eine Anmeldung ist für die bessere Planung erwünscht, aber nicht erforderlich. Also können auch Kurzentschlossene noch spontan dazukommen. Für Essen und Getränke wird ein Beitrag von vier Euro erhoben. Zwischen den Feiertagen ist in der Kontakt- und Beratungsstelle ganz normaler Betrieb. Am 31. Dezember ist das Café ebenfalls von 15:00 bis 18:00 geöffnet.