Blick über einen Stand beim Inklusionstag, an dem sich Besucher sowie Mitarbeitende und Klientinnen und Klienten der Reha GmbH informieren. 06 Dez 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Reha GmbH beim Inklusionstag

Inklusionstag für Arbeitgeber und Menschen mit Handicap

„Einstellung zählt – Arbeitgeber gewinnen“. Unter diesem Motto hatte die Agentur für Arbeit am 5. Dezember zum Inklusionstag in Rheine geladen. Die Angebote richteten sich sowohl an Arbeitgeber als auch an Menschen mit Handicap. Die Reha GmbH war gleich mit drei verschiedenen Angebotsbausteinen dabei.

Eine Mitarbeiterin der Psycho-Edukations-Gruppe sowie eine Klientin stehen an einem Stand und informieren sich.Eine sinnstiftende Beschäftigung ist wichtig für die seelische Gesundheit. Das gilt ganz besonders für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Doch gerade für sie ist die Teilhabe am Berufsleben schwierig. Die vielen Aspekten der beruflichen Rehabilitation sind deshalb ein Arbeitsschwerpunkt der Reha GmbH. Am Gemeinsamen Inklusionstag der Agentur für Arbeit in Rheine nahmen Mitarbeitende und Klienten vom Ambulant Betreuten Wohnen und der Tagesstätte „Die Villa“ teil sowie die ergotherapeutische Praxis.

Hilfe zur Selbsthilfe

Von der Villa waren knapp zehn Klientinnen und Klienten mit nach Rheine gefahren. Aus der Psycho-Edukations-Gruppe von Ute Casser und Susan Thyssen waren sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei. „Sie alle konnten sich einen guten Überblick verschaffen über ihre Möglichkeiten auf dem ersten und zweiten Arbeitsmarkt“, berichtet Ute Casser. Die Angebote im Kreis Steinfurt seien sehr gut, doch selbst für Experten auch unübersichtlich. „In Rheine waren neben Inklusionsunternehmen auch die verschiedenen Ämter und Fachdienste mit eigenen Informationsständen vertreten. So hatten unsere Klientinnen und Klienten die Möglichkeit, ihre Ansprechpartner in Lengerich und Ibbenbüren gleich persönlich kennenlernen.“ Der direkte Kontakt helfe, Hemmschwellen abzubauen, betont die Sozialpädagogin. „Bereits der gemeinsame Besuch des Inklusionstages ist Hilfe zur Selbsthilfe.“

Reha-Angebot der Ergotherapie

Blick auf den Stand der ergotherapeutischen Praxis beim Inklusionstag, an dem drei Frauen stehen und sich unterhaltend über Informationsmaterialien beugen.Auch Milena Onken von der Ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH war mit einem eigenen Stand auf dem Inklusionstag vertreten. Die Angebote der Praxis zur beruflichen Rehabilitation reichen von der Arbeitsdiagnostik nach MELBA bis zur ZERA-Gruppe. MELBA steht für „Merkmalprofile zur Eingliederung Leistungsgewandelter und Behinderter in Arbeit“. Grundlage dieser Profile sind standardisierte Testaufgaben, freie Beobachtungen aus verschiedenen Arbeitssituationen sowie Gespräche und Aussagen Dritter. Fallen einzelne Fähigkeiten im Profil schwächer aus, können sie in Arbeitstrainings für Einzelpersonen oder Kleingruppen gezielt gestärkt werden.

„Berufliche Integration bleibt Herausforderung“

ZERA beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen Erkrankung, Rehabilitation und Arbeit. Es ist ein strukturiertes Gruppenprogramm, das unter anderem die Selbsthilfe-Potenziale der Klientinnen und Klienten aktiviert. In diesem Sommer hatte die Ergotherapie der Reha GmbH ihr erstes ambulantes ZERA-Programm abgeschlossen. Wegen des guten Erfolges sind weitere Gruppen geplant.

Sowohl Milena Onken als auch Ute Casser lobten die guten Möglichkeiten zum Austausch mit Rehabilitationsexperten beim Inklusionstag. Doch beide hätten sich ein größeres Interesse von den Arbeitgebern gewünscht: „Die berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen bleibt weiter eine große Herausforderung.“

Gruppenaufnahme von Klientinnen und Klienten sowie Mitarbeitenden der Tagesstätte die Villa beim Inklusionstag in Rheine.

12 Mrz 2019

BY: Reha GmbH

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Spende für die Ergotherapie

Zuwendung von Kindern eines ehemaligen Patienten 

Spielerisch das Gehirn trainieren – dafür kann die Ergotherapie-Praxis der Reha GmbH ihren Patienten seit Kurzem eine besonders große Auswahl an  Beschäftigungsmöglichkeiten anbieten. Zu verdanken hat sie das neue Angebot einer Spende von Doris Stenner und Jürgen Eickhold aus Lengerich. Als ihr Vater Willi Eickhold im vergangenen Jahr verstorben war, hatten die Geschwister bei der Beerdigung um Geldspenden statt Kränze gebeten. Rund 1.300 Euro kamen so zusammen. „Unser Vater litt im Alter an Demenz und war vier Jahre lang Patient der ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH“, berichtet Doris Stenner. „Hier ist er sehr gerne hingegangen. Nach den Therapiestunden war er immer gut zufrieden.“

Hilfsangebot für Menschen mit demenziellen Erkrankungen unterstützen

Mit der Spende für die Ergotherapie wollte das Geschwisterpaar die Hilfsangebote für andere Betroffene unterstützen. Bettina Bußmann von der Reha GmbH nahm sich viel Zeit dafür, das Geld sinnvoll zu investieren. Die Ergotherapeutin ist spezialisiert auf die Behandlung von Menschen mit demenziellen Erkrankungen und hatte auch mit Willi Eickhold gearbeitet: „Ich habe darauf geachtet, dass wir die neuen Anschaffungen vielfältig einsetzen können. Aber mir war auch wichtig, dass sie gut zu Herrn Eickhold gepasst hätten.“ Und das ist ihr gelungen: „Mein Vater hat sein Leben lang gern Karten gespielt. Diese Spiele hätte er gut gefunden“, freut sich Doris Stenner bei einem Besuch in der Praxis an der Münsterstraße. Neben Gesellschafts- und Ratespielen, die gezielt Konzentration, Erinnerung und Gedächtnis trainieren, hat Bettina Bußmann auch einen verstellbaren Tisch erworben. An dem können Patienten mit körperlichen Einschränkungen bequem sitzen oder stehen.

Geldbetrag zukunftsorientiert investiert

Milena Onken, Leiterin der ergotherapeutischen Praxis betont, dass die Geldspende zukunftsorientiert angelegt wurde: „Die Nachfrage nach Ergotherapie bei demenziellen Erkrankungen steigt.“ Zwar kann die Therapie die Demenz nicht heilen, aber ein Fortschreiten hinauszögern. Zudem kann sie die Lebensqualität der erkrankten Menschen verbessern. Eine Erfahrung, die auch Willi Eickhold gemacht hatte. Seine Kinder sind sich deshalb sicher, dass die Geldspende ganz im Sinne ihres verstorbenen Vaters angelegt wurde. 

Wenn auch Sie die Arbeit der gemeinnützigen Reha GmbH unterstützen möchten, finden Sie hier weitere Informationen.

Zwei Therpeutinnen stehen vor einem Fenster und halten eine bunte Nesteldecke für die unterstützende Therapie bei Demenz in die Kamerakdecke 18 Sep 2017

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Demenztherapie: Nesteldecken voller Erinnerungen

Demenztherapie: Nesteldecken voller Erinnerungen

Ein Reißverschluss, eine kleine Tasche, ein Hemdsärmel und ein Knopf – die neuen Nesteldecken des Unikats sind kunterbunt und mit vielen Details ausgestattet. Was wie ein besonders ausgefallenes Accessoire aussieht, hat einen therapeutischen Hintergrund: Die Patchwork-Decken sind ein effektives Mittel zur ergänzenden Therapie von Demenzkranken. In sein Sortiment aufgenommen hat das Unikat die Decken in Zusammenarbeit mit der Praxis für Ergotherapie.

Nesteldecken bieten gezielte taktile Anreize 

„In den Nesteldecken werden Stoffe, Farben und Muster oder auch kleine Gegenstände verarbeitet, wie sie die Betroffenen von früher kennen“, erläutert Ergotherapeutin Bettina Bußmann das Konzept. „Das Befühlen der verschiedenen Materialien und Gespräche darüber können Erinnerungen anstoßen.“ Zudem würden viele an Demenz erkrankte Menschen ab einem bestimmten Stadium beginnen, mit ihren Händen an Gegenständen oder ihrer Kleidung zu nesteln. „Die Decke füllt diese sinnentleerte Handlung mit gezielten taktilen Anreizen, die auch die eigene Körperwahrnehmung verbessern können.“

Spezielle Angebote des Reha-Vereins

Seit 2015 unterstützt Bettina Bußmann das Team der Ergotherapie. Davor war die 54-Jährige 20 Jahre lang als Ergotherapeutin in Altenheimen tätig. Im vergangenen Jahr hat sie zudem eine 3-teilige Fortbildung für Ergotherapie bei Demenz gemacht – ein Fachgebiet mit wachsender Bedeutung. Auch in Lengerich sei aufgrund der älter werdenden Gesellschaft der Bedarf nach Hilfsangeboten spürbar gestiegen, so Vorstandsvorsitzender Klaus Hahn. Dieser Entwicklung, die in den nächsten Jahren noch zunehmen werde, wolle der Reha-Verein mit seinen speziellen Angeboten in der Praxis für Ergotherapie Rechnung tragen.

Angehörige in Therapie einbeziehen

Großaufnahme der Hände von insgesamt vier Personen, die sich mit zwei bunten Nesteldecken beschäftigen.Zwar lässt sich Demenz nicht heilen, doch ihr Fortschreiten hinauszögern. Ziel der Ergotherapie ist es dabei, die Selbständigkeit möglichst lange zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern. Bettina Bußmann therapiert nicht nur in den Räumlichkeiten an der Münsterstraße. Sie besucht ihre Klientinnen und Klienten auch in Altenheimen und immer häufiger auch zuhause. Da die Demenz auch die Angehörigen der Betroffenen in hohem Maße herausfordere, sei die Therapie in den eigenen vier Wänden für alle Beteiligten ein Gewinn. „Hier können wir direkt vor Ort die erkrankten Menschen in ihrer Lebensführung unterstützen und gleichzeitig die Angehörigen mit ihren Bedürfnissen einbeziehen.“ Dabei arbeitet Bettina Bußmann nach dem betätigungsorientierten Interventionsprogramm „Häusliche Ergotherapie bei Demenz“. Das Programm, kurz HED-I, wurde auf Basis amerikanischer und niederländischer Studien entwickelt.

Möglichst lange selbstständig leben

Die Fortbildungsangebote nach HED-I sind noch recht neu. Es ist für uns ein echter Gewinn, dass Bettina Bußmann diesen innovativen Ansatz in unsere Praxis gebracht hat“, freut sich Milena Onken, Leiterin der Ergotherapie. „Für Menschen mit Demenz ist es besonders wichtig, möglichst lange in ihrem vertrauten Umfeld zu bleiben. Veränderungen der Lebensbedingungen führen nachweislich zu einer Verschlechterung der Symptome.“ Die Nesteldecken sind nur ein Bestandteil innerhalb der vielen unterschiedlichen Möglichkeiten der Ergotherapie bei Demenz, der jedoch besonders gut von den Angehörigen eingesetzt werden kann. Sie wissen oftmals am besten, welche Erinnerungen und Gefühle die Erkrankten mit bestimmten Gegenständen oder Stoffen verbinden. Deshalb ist es auch möglich, im Unikat eine ganz individuelle Decke mit eigenen Materialien anfertigen zu lassen – ein Stück persönliche Zeitgeschichte festgehalten in Stoff.