Im Vordergrund stehen der Psychiatriekoordinator sowie die beiden Geschäftsführer der Reha GmbH, im Hintergrund sind der Besprechungsraum sowie einige der leitenden Mitarbeiter zu sehen. 16 Nov 2018

BY: Reha GmbH

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Angebote im Altkreis kennenlernen

Über die Arbeit der Reha GmbH informierte sich in dieser Woche der Psychiatrie- und Suchtkoordinator des Kreises Steinfurt Frank Winter. Gemeinsam mit den Leitern der verschiedenen Angebotsbausteine vermittelten die beiden Geschäftsführer Klaus Hahn und Herbert Isken dem Gast ein detailliertes Bild der Einrichtung mit knapp 100 Mitarbeitern. Zudem diskutierte die Gesprächsrunde über aktuelle Herausforderungen der sozialpsychiatrischen Arbeit.

Frank Winter, der auch Leiter der Sozialen Dienstes des Kreises Steinfurt ist, hat die Psychiatriekoordination im Kreisgebiet Anfang dieses Jahres übernommen. Der Sozialpädagoge besitzt selbst jahrelange Erfahrungen in der Arbeit mit psychischen erkrankten Menschen. Da er hier vor allem im westlichen Kreis Steinfurt aktiv war, möchte er nun die Hilfsangebote im Altkreis Tecklenburg näher kennenlernen. Von der breiten Angebotspalette der Reha GmbH zeigte sich Frank Winter beeindruckt.

Mehr Angehörigenarbeit auch im stationären Bereich

Bei der Vorstellung der einzelnen Hilfsangebote wurde immer wieder deutlich, wie sich die Anforderungen seit den Anfängen der Reha GmbH in den frühen 1980er Jahre geändert haben. Waren beispielsweise die ersten Bewohner der drei Wohnstätten für Behinderte noch ausnahmslos ehemalige Klinikpatienten, kommen Neuzugänge heute meistens aus ihren Familien. „Leider häufig zu spät“, wie Antje Simkes, Leiterin der Wohnstätte Rahestraße anmerkte. „Viele Eltern kümmern sich so lange um ihre behinderten Kinder bis sie selbst erkranken oder versterben.“ Zu dem erforderlichen Umzug in eine stationäre Einrichtung käme dann noch der schwere Verlust. Besser sei es, den Auszug der erwachsenen Kinder in eine Wohngruppe rechtzeitig vorzubereiten und durch die Familie zu begleiten. In jedem Fall sei heute mehr Angehörigenarbeit zu leisten, ergänzte Ralf Kunkemöller.

Neue Herausforderungen durch junge Klienten

In der ambulanten sozialpsychiatrischen Arbeit ergeben sich insbesondere durch junge Menschen mit psychischen Erkrankungen vielfältige neue Herausforderungen. Die Reha GmbH hat darauf mit unterschiedlichen Maßnahmen reagiert. So hat die Tagesstätte „Die Villa“ spezielle Angebote für Klienten unter 30 Jahren entwickelt, die beispielsweise auch bei ihrer Lebensplanung andere Unterstützung benötigen als ältere Menschen. Auch die Mitarbeiter im Ambulant Betreuten Wohnen begleiten junge Klienten immer häufiger bei der Erreichung von Schul- oder Ausbildungsabschluss. Hier sei eine stärkere pädagogische Unterstützung sowie eine andere Methodik erforderlich, betonte Herbert Isken. Er wies auch darauf hin, dass die Reha GmbH schon seit Jahren mit der Evangelischen Jugendhilfe kooperiere und diese Zusammenarbeit zukünftig weiter intensivieren wolle.

Versorgungslücken erkennen und rechtzeitig schließen

Derzeit entwickelt die Reha GmbH darüber hinaus ein neues Projekt für die intensive Begleitung junger psychisch kranker Menschen im Bereich des Ambulant Betreuten Wohnens, wie Klaus Hahn ergänzte. Dieses Projekt setzt an der Schnittstelle zwischen Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie sowie der Jugendhilfe an. In ihrem über 30-jährigen Bestehen war die Reha GmbH stets bemüht, Versorgungslücken zu erkennen und durch passgenaue Angebote zu schließen. Dies ist auch Frank Winter ein wichtiges Anliegen: „Ich sehe es auch als meine Aufgabe als Psychiatriekoordinator, die Einrichtungen im Kreis zu unterstützen, wenn sie mit neuen oder modifizierten Angeboten Versorgungslücken schließen möchten.“

Enge Zusammenarbeit vereinbart

Zudem versteht sich Frank Winter als Moderator zwischen den einzelnen Einrichtungen und den Kostenträgern. Bei auftretenden Problemen oder Fragen stehe er sehr gerne zur Verfügung, betonte der Psychiatriekoordinator. Bei dem abschließenden Gespräch mit der Geschäftsführung sprachen sich Klaus Hahn und Frank Winter erneut für eine enge Zusammenarbeit aus. „Die Koordination und Kooperation der verschiedenen Einrichtungen und Akteure auf lokaler und regionaler Ebene ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche sozialpsychiatrische Arbeit“, betonte Klaus Hahn.