Feste Tagesstruktur in Corona-Zeiten: eine Mitarbeiterin sitzt am Tisch in einem Video-Live-Chat mit Klientinnen Klienten, deren Gesichter in einem auf dem Tisch stehenden Laptop-Bildschirm zu sehen sind. 09 Apr 2020

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Feste Tagesstruktur in Corona-Zeiten – Tagesstätte geht neue Wege mit On- und Offlineangeboten

Die Tagesstätte „Die Villa“ kann ihren Nutzerinnen und Nutzern trotz vorsorglicher Schließung weiter eine feste Tagesstruktur in Corona-Zeiten bieten. Video-Gruppenangebote über das Internet sowie viel Engagement und Kreativität machen’s möglich.

Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Das gilt auch in Zeiten von Corona mit ihren großen Herausforderungen in nahezu allen Bereichen. Auch die Tagesstätte „Die Villa“ musste ab dem 16. März vorsorglich schließen, was zunächst bis zum 19. April gelten soll. Um gerade in diesen belastenden Zeiten weiter für die Nutzenden da zu sein, machte sich das Villa-Team sofort an die Arbeit.

Gruppen kommen täglich online zusammen

Großaufnahme von Laptop-Bildschirm mit den Gesichtern von Klienten und Mitarbeitern, die an einer Onlinegruppe teilnehmen.Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe
erstellte einen Notfallplan. Und Andrea Breitenfeld sowie Hendrik Rahe begannen sich intensiv mit Videokonferenztechnik zu beschäftigen. Ihre Idee: Einen Teil des tagesstrukturierenden Angebots virtuell anzubieten. Das ist zwar nicht unbedingt das klassische Arbeitsfeld für Ergotherapeuten. Doch während der Corona-Pandemie ist vieles anders. Das Villa-Team fand auch sehr schnell eine geeignete Onlineplattform. Dann erarbeiteten die Mitarbeitenden ein Angebot, das für Onlinegruppen mit Videoübertragung geeignet ist.

Mitarbeiter sitzt am Schreibtisch vor Laptop, auf dem Bildschirm sind die Gesichter von Klienten und Kollegen während der Online-Gruppe zu sehen.

Inhalte sollen zur seelischen Stabilität beitragen

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Villa macht nun von Montag bis Freitag zweimal täglich Gruppenangebote über eine Onlineplattform. „Anfangs war es etwas gewöhnungsbedürftig, aber jetzt läuft es sehr gut. Und wir freuen uns alle, uns wenigsten per Video-Chat treffen zu können“, erzählt Andrea Breitenfeld. Zum Programm gehören Sport und Fitness, Entspannungstechniken, eine Spiele- und eine Lesegruppe. Alles Angebote, die gerade bei sozialer Isolation und hoher Unsicherheit zur seelischen Stabilität beitragen können.

„Genau wie sonst in der Tagesstätte finden die Angebote immer zu festen Zeiten jeweils vor- und nachmittags statt“, berichtet Bärbel Brengelmann-Teepe. Darüber hinaus gibt es einmal pro Woche ein „Special“. In der Karwoche war dies ein Backgammon-Turnier. „Auch hier ist in der praktischen Umsetzung viel Kreativität gefragt. Und es ist auch manchmal aufwendig. Aber es funktioniert“, freut sich die Leiterin. Zudem nehmen die Mitarbeitenden mit den Klientinnen und Klienten alle zwei Tage telefonisch Kontakt auf. Auch Einzelgespräche finden unter Berücksichtigung der Verhaltensregeln und Hygienevorschriften weiter statt. „Und wenn unsere Nutzerinnen oder Nutzer bestimmte Materialien benötigen für die Gruppenangebote oder tagesstrukturierende Beschäftigung, dann bringen wir diese bei ihnen zuhause vorbei“, so die Sozialpädagogin.

„Ich fühle mich gut betreut und aufgehoben“

Und zum Osterfest haben sich die Mitarbeitenden der Villa noch etwas ganz Besonderes ausgedacht. Alle Klientinnen und Klienten bekommen eine bunte Ostertüte nach Hause gebracht. Neben den üblichen Ostersüßigkeiten ist jetzt auch ein selbstgenähter Mundschutz darin. „Auch solche kleinen Dinge zum Freuen sind wichtig für die seelische Gesundheit. Das gilt im Moment ganz besonders“, betont die Villa-Leiterin.

„Die aktuellen Maßnahmen unterschieden sich zwar deutlich von unserem üblichen Miteinander in der Villa. Aber wir sind sehr froh, unseren Nutzern weiter eine klare Tagesstruktur bieten zu können“, ist sich das Tagesstätten-Team einig. Und das sehen auch die meisten Klientinnen und Klienten so. Einer schrieb unlängst an das Team: „Es ist toll, was Ihr alles auf die Beine stellt. Und ich fühle mich weiter sehr gut betreut und aufgehoben.“ Und das ist in dieser Situation schon sehr viel. „Wir ziehen mit Mitarbeitenden und Nutzern an einem Strang“, resümiert Bärbel Brengelmann-Teppe, „das gibt in dieser doch eher beunruhigenden Situation ein Stück Sicherheit.“

 

Das Bild zeigt eine Reihe von mit Vornamen beschrifteten Papiertüten zwischen denen Osterhasen und Schokoladenhasen stehen.

Das Foto zeigt bunte Atemschutzmasken und Ostereier.