Corona-Notfallplan der Tagesstätte. Das Bild zeigt die Tagesstätte "Die Villa" von außen aufgenommen. 20 Mrz 2020

BY: Reha GmbH

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Corona-Notfallplan sichert verlässliche Begleitung während der Schließung

Auch die Tagesstätte „Die Villa“ ist von den umfassenden Vorbeugungsmaßnahmen wegen der Coronavirus-Pandemie betroffen und seit dem 16. März vorsorglich geschlossen. Entsprechend einer Weisung des Landesgesundheitsministeriums haben die Nutzerinnen und Nutzer zunächst bis zum 19. April Zutrittsverbot. Dies soll wie viele andere Maßnahmen dazu beitragen, eine weitere Verbreitung des Virus einzudämmen. Trotz der Schließung sind die Mitarbeitenden der Villa weiter für die Klientinnen und Klienten da. Dafür sorgt ein detaillierter Corona-Notfallplan, den Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe jetzt vorgestellt hat.

„Die umfassenden Einschränkungen im täglichen Leben durch die Ausbreitung des SARS-Cov-2-Virus verunsichern die meisten Menschen stark“, sagt die Sozialpädagogin. „Viele empfinden die soziale Isolation als sehr belastend. Umso wichtiger ist es jetzt, dass wir unsere Nutzerinnen und Nutzer gerade in dieser Zeit verlässlich begleiten.“ Und das geht im Notfall auch ohne persönliche Begegnungen beziehungsweise mit stark eingeschränkten direkten Kontakten.

Telefonbereitschaft täglich besetzt

Dafür hat die Tagesstätte zunächst eine Telefonbereitschaft eingerichtet. Hier können die Klientinnen und Klienten die Mitarbeitenden täglich zwischen 9:00 und 15:00 Uhr erreichen. „Melden sich unsere Nutzer gar nicht telefonisch, rufen wir sie selbst an“, erläutert Bärbel Brengelmann-Teepe das Konzept. „Denn nicht alle nehmen ein Hilfsangebot auf Eigeninitiative in Anspruch.“ Durch die regelmäßigen Kontakte soll eine psychische Krise vermieden beziehungsweise möglichst rechtzeitig erkannt werden.

Individuelle Bedürfnisse sehr unterschiedlich

Für die Telefonate hat die Tagesstätte einen speziellen Fragenkatalog erarbeitet, der auch zur Dokumentation dient. Darüber hinaus geht das Villa-Team sehr individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse ein. „Manche unserer Nutzerinnen oder Nutzer sind jetzt zu ihren Familien gezogen. Andere sind viel alleine. Schon allein bedingt durch die äußeren Umstände, sind die Bedarfe an Begleitung sehr unterschiedlich.“

In den Gesprächen geben die Mitarbeitenden unter anderem Tipps zur Beschäftigung und für die Tagesstrukturierung. „Dabei können unsere Nutzerinnen und Nutzer auch auf die Ressourcen zurückgreifen, die sie in der Tagesstätte aufgebaut haben. Sei es malen oder stricken oder ein ausgedehnter Spaziergang.“ Sollte es erforderlich sein, stünden die Mitarbeitenden auch für Einzelgespräche zur Verfügung. „Selbstverständlich unter Einhaltung der aktuellen Verhaltensregeln und Hygienevorschriften.“ Bei Bedarf unterstützt das Villa-Team zudem bei  der Versorgung mit Lebensmitteln oder Medikamenten.

Flexibel an die sich ständig ändernden Herausforderungen anpassen

„Die Situation ändert sich ja beständig, deshalb überprüfen wir auch unseren Notfallplan regelmäßig“, sagt Bärbel Brengelmann-Teepe. Hierfür stehe sie auch in Kontakt mit den anderen Tagesstätten für psychisch erkrankte Menschen im Münsterland, die ihre Nutzer ebenfalls trotz Schließung weiter begleiten. Neben der Tätigkeit innerhalb der Notfall-Begleitung steht das Villa-Team auch zur Unterstützung der anderen Hilfsangebote der Reha GmbH zur Verfügung. „So können wir gegebenenfalls verhindern, dass es in anderen Bausteinen zu Versorgungsengpässen kommt. Es sind ja nicht alle Angebote von einer Schließung betroffen.“

Bis jetzt griffen die Notfallmaßnahmen für die Tagesstätte gut, so Bärbel Brengelmann-Teepe. Wichtig sei vor allem, weiter flexibel auf die neuen Herausforderungen zu reagieren.