Freuen sich schon auf den 8.Herbstbasar: zwei Frauen und zwei Männer präsentieren Werkstücke an einem Arbeitstisch voller Dekorationen.Dabei schauen sie in die Kamera und lachen. 12 Nov 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Tag der offenen Tür etwas Besonderes für das gesamte Villa-Team

Für viele Lengericher ist er schon Tradition: Der „Tag der offenen Tür“ in der Tagesstätte „Die Villa“ – in diesem Jahr mit dem 8.Herbstbasar am Sonntag, 17. November von 11 bis 17 Uhr. Neben dem Buffet mit selbstgebackenem Kuchen lockt vor allem die Auswahl an phantasievoll gestalteten Weihnachtsdekorationen und  Alltagsgegenständen. Allesamt handgefertigt. Schon seit Wochen arbeiten die Klientinnen und Klienten an den ausgefallenen Stücken.

Besondere Aktion beim 8.Herbstbasar: Die Gäste können sich direkt vor Ort Armbänder mit einem Wunschschriftzug flechten lassen.

Die Tagesstätte bietet Menschen mit psychischen Erkrankungen eine feste Tagesstruktur. Zudem unterstützt sie die Klienten darin, ihr Leben möglichst selbstbestimmt in die Hand zu nehmen. „Dabei stellen wir nicht die Krankheit in den Vordergrund, sondern die Stärken, über die jeder Mensch verfügt“, sagt Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe. Kreativität gehört ganz klar zu den Stärken der 36-jährigen Monja*. Zudem ist sie handwerklich geschickt und besitzt einen guten Blick für Ästhetik. Dementsprechend beeindruckend sind ihre Beiträge für den diesjährigen Basar. Dazu gehören kunstvoll gestaltete Adventskränze oder die anrührenden Weihnachtsengel nur aus Draht und Stoff gefertigt. „Die Deko ist meine Leidenschaft, das ist total meine Welt“, freut sich Monja. Für sie gehört – wenig überraschend – der Herbstbasar zu den Höhepunkten des Jahres.

„Die Tagesstätte ist wie meine Familie“

Eine Ausbildung zur Floristin musste Monja vor vielen Jahren abbrechen, als sie psychisch erkrankte. Später lernte sie in Osnabrück Friseurin und machte ihren Abschluss als Gesellin. Auch wenn sie immer wieder als Friseurin tätig war, eine dauerhafte Anstellung ist aus gesundheitlichen Gründen schwierig. Doch zuhause würde ihr die Decke auf den Kopf fallen. „Mir fehlt dann die Arbeit. Hier ist immer etwas zu tun, wobei ich gebraucht werde. Außerdem habe ich hier viele Kontakte. Die Tagesstätte ist wie meine Familie“, sagt die gebürtige Emsländerin.

Auch Max ist froh über die Gemeinschaft in der Villa. Der 39-jährige Lengericher stand als Familienvater und Berufssoldat mitten im Leben als er psychisch erkrankte. Die Diagnose veränderte sein Leben von Grund auf. Umso wichtiger sind für ihn heute die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Tagesstätte. Besonders gut gefällt ihm die Abwechslung: „Neben der Arbeit gehört Sport genauso dazu. Oder wir kochen zusammen und erledigen gemeinsam die Hausarbeit.“

Foto von einem aufwendig in Rottönen aufwendig dekorierten Adventskranz mit vier brennenden roten Kerzen.

Basar ist tolle Motivation

Weihnachtliches Gesteck mit kleinen roten Kugeln für grünen Flaschen, in denen Lichterketten leuchten.Wie für die anderen Klienten der Villa ist auch für Max der Herbstbasar etwas ganz Besonderes: „Es macht wirklich Freude, wenn die Lengericher zu uns in die Tagesstätte kommen.“ Und natürlich sei es eine tolle Motivation, wenn die eigene Arbeit anerkannt werde, ergänzt Monja. Und das wird sie wirklich. In den vergangenen Jahren fanden die ausgefallenen Werkstücke stets reißenden Absatz. Wer der Villa am Sonntag, 17. November, einen Besuch abstatten möchte, sollte dies also nicht zu spät tun. Von 11:00 bis 17:00 stehen die Türen offen für den Publikumsverkehr.

Vom Erlös des 8.Herbstbasars wird wie in jedem Jahr etwas Besonderes für die Tagesstätte angeschafft. Über die genaue Verwendung stimmen die Klientinnen und Klienten gemeinsam ab.

Handgemachte Deko-Tannenbäume aus dreieckig ausgeschnittenen und gefalteten Notenblättern.

*Alle Namen der Klientinnen und Klienten wurden geändert