Hilfe in Coronazeiten kann die Ergotherapie bieten: Das Foto zeigt eine Arbeit mit blauem Stoff, grünen Bändern und bunten Blüten, am unteren Bildrand liegt eine Staffelei und links davon ein Pinsel. 30 Apr 2020

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Ergotherapie: Hilfe in Corona-Zeiten

Hilfe in Corona-Zeiten – wieder mehr Patienten in Ergotherapie

Hilfe in Corona-Zeiten kann die Ergotherapie vielen Menschen mit seelischen Vorerkrankungen bieten. Als therapeutische Dienstleistung konnte die Praxis der Reha GmbH auch während des kompletten Shutdown weiter Patienten behandeln. Voraussetzung dafür war und ist die Beachtung der Abstands- und Hygienevorschriften. Doch gerade am Anfang der Pandemie kamen viele Patienten aus Unsicherheit nicht zur Therapie. „Das hat sich deutlich geändert“, berichtet Praxis-Leiterin Milena Onken. „Eine große Zahl unserer Patienten führt ihre Therapie weiter. Und wir haben auch einige neue Patienten aufgenommen.“ Dies sei möglich gewesen, weil aktuell die Werkstätten für behinderte Menschen geschlossen seien. Hier und in Pflegeheimen hatten die Therapeuten bisher auch Patienten behandelt.

Therapieunterbrechung kann langfristige Folgen haben

Die Corona-Pandemie hat den Alltag einschneidend verändert. Vor allem die Kontaktbeschränkungen empfinden die meisten als bedrückend. „Wir haben Patientinnen, die stark darunter leiden, ihre Kinder und Enkel nicht mehr sehen zu dürfen.“ Gerade bei Menschen mit psychischen Erkrankungen erhöhe die soziale Isolation das Risiko für seelische Krisen wie Depressionen. „Für sie ist die Fortführung der Ergotherapie besonders wichtig.“ Das gelte häufig auch für Patienten nach einem Schlaganfall oder Menschen mit demenziellen Erkrankungen. „Für manche kann eine Therapieunterbrechung eine echte Katastrophe sein. Fällt zum Beispiel das regelmäßige Bewegungstraining weg, kann dies zu Einschränkungen führen, die später kaum mehr aufzuholen sind.“ Ähnliches gelte auch für das Gedächtnistraining bei Demenz.

Krankenkassen haben Regelungen für Ergotherapie angepasst

Deshalb sei es sehr hilfreich, dass die Krankenkassen die Regelungen für die Ergotherapie gelockert hätten, so Milena Onken. „Verordnungen verlieren nun nicht schon nach 14 Tagen ihre Gültigkeit und es ist auch eine längere Therapieunterbrechung möglich.“ Die ergotherapeutische Praxis der Reha GmbH bietet ihren Patienten normalerweise Gruppen- oder Einzeltherapie an. Da Gruppentermine nicht mehr stattfinden dürfen, bezahle die Krankenkasse für ehemalige Gruppenteilnehmer nun auch Einzeltermine. Auch Videotherapie wird in Corona-Zeiten erstattet. Diese hat die Praxis schon seit einigen Wochen im Angebot. „Wir haben hierfür eine sehr sichere Plattform, die auch Ärzte benutzen. Doch häufig fehlt den Patienten ein geeignetes Endgerät.“ Zudem sei gerade im Moment der persönliche Kontakt besonders wichtig.

Neue Therapieinhalte während der Pandemie

In Corona-Zeiten wechseln auch die Themeninhalte in den Therapien. So bieten die Ergotherapeutinnen konkrete Unterstützung für besondere Herausforderungen „Einige Patienten haben große Schwierigkeiten mit den Masken, zum Beispiel wegen eigener traumatischer Erfahrungen.“ Dabei könne der Atemwiderstand beim Tragen eines Mund-Nasenschutzes ebenso Ängste auslösen wie andere Menschen mit Maske. „Manche Patienten assoziieren damit eine Vermummung.“ Die Mitarbeitenden probieren dann verschiedenen Maskenformen mit den Patienten aus. Zudem üben sie das richtige Anlegen und den Umgang mit anderen maskierten Menschen. In Zeiten der Maskenpflicht eine ganz wichtige Hilfestellung für die Betroffenen, um auch weiterhin ihren Alltag selbständig meistern zu können.

Feste Tagesstruktur in Corona-Zeiten: eine Mitarbeiterin sitzt am Tisch in einem Video-Live-Chat mit Klientinnen Klienten, deren Gesichter in einem auf dem Tisch stehenden Laptop-Bildschirm zu sehen sind. 09 Apr 2020

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Feste Tagesstruktur in Corona-Zeiten

Feste Tagesstruktur in Corona-Zeiten – Tagesstätte geht neue Wege mit On- und Offlineangeboten

Die Tagesstätte „Die Villa“ kann ihren Nutzerinnen und Nutzern trotz vorsorglicher Schließung weiter eine feste Tagesstruktur in Corona-Zeiten bieten. Video-Gruppenangebote über das Internet sowie viel Engagement und Kreativität machen’s möglich.

Not macht ja bekanntlich erfinderisch. Das gilt auch in Zeiten von Corona mit ihren großen Herausforderungen in nahezu allen Bereichen. Auch die Tagesstätte „Die Villa“ musste ab dem 16. März vorsorglich schließen, was zunächst bis zum 19. April gelten soll. Um gerade in diesen belastenden Zeiten weiter für die Nutzenden da zu sein, machte sich das Villa-Team sofort an die Arbeit.

Gruppen kommen täglich online zusammen

Großaufnahme von Laptop-Bildschirm mit den Gesichtern von Klienten und Mitarbeitern, die an einer Onlinegruppe teilnehmen.Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe
erstellte einen Notfallplan. Und Andrea Breitenfeld sowie Hendrik Rahe begannen sich intensiv mit Videokonferenztechnik zu beschäftigen. Ihre Idee: Einen Teil des tagesstrukturierenden Angebots virtuell anzubieten. Das ist zwar nicht unbedingt das klassische Arbeitsfeld für Ergotherapeuten. Doch während der Corona-Pandemie ist vieles anders. Das Villa-Team fand auch sehr schnell eine geeignete Onlineplattform. Dann erarbeiteten die Mitarbeitenden ein Angebot, das für Onlinegruppen mit Videoübertragung geeignet ist.

Mitarbeiter sitzt am Schreibtisch vor Laptop, auf dem Bildschirm sind die Gesichter von Klienten und Kollegen während der Online-Gruppe zu sehen.

Inhalte sollen zur seelischen Stabilität beitragen

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Villa macht nun von Montag bis Freitag zweimal täglich Gruppenangebote über eine Onlineplattform. „Anfangs war es etwas gewöhnungsbedürftig, aber jetzt läuft es sehr gut. Und wir freuen uns alle, uns wenigsten per Video-Chat treffen zu können“, erzählt Andrea Breitenfeld. Zum Programm gehören Sport und Fitness, Entspannungstechniken, eine Spiele- und eine Lesegruppe. Alles Angebote, die gerade bei sozialer Isolation und hoher Unsicherheit zur seelischen Stabilität beitragen können.

„Genau wie sonst in der Tagesstätte finden die Angebote immer zu festen Zeiten jeweils vor- und nachmittags statt“, berichtet Bärbel Brengelmann-Teepe. Darüber hinaus gibt es einmal pro Woche ein „Special“. In der Karwoche war dies ein Backgammon-Turnier. „Auch hier ist in der praktischen Umsetzung viel Kreativität gefragt. Und es ist auch manchmal aufwendig. Aber es funktioniert“, freut sich die Leiterin. Zudem nehmen die Mitarbeitenden mit den Klientinnen und Klienten alle zwei Tage telefonisch Kontakt auf. Auch Einzelgespräche finden unter Berücksichtigung der Verhaltensregeln und Hygienevorschriften weiter statt. „Und wenn unsere Nutzerinnen oder Nutzer bestimmte Materialien benötigen für die Gruppenangebote oder tagesstrukturierende Beschäftigung, dann bringen wir diese bei ihnen zuhause vorbei“, so die Sozialpädagogin.

„Ich fühle mich gut betreut und aufgehoben“

Und zum Osterfest haben sich die Mitarbeitenden der Villa noch etwas ganz Besonderes ausgedacht. Alle Klientinnen und Klienten bekommen eine bunte Ostertüte nach Hause gebracht. Neben den üblichen Ostersüßigkeiten ist jetzt auch ein selbstgenähter Mundschutz darin. „Auch solche kleinen Dinge zum Freuen sind wichtig für die seelische Gesundheit. Das gilt im Moment ganz besonders“, betont die Villa-Leiterin.

„Die aktuellen Maßnahmen unterschieden sich zwar deutlich von unserem üblichen Miteinander in der Villa. Aber wir sind sehr froh, unseren Nutzern weiter eine klare Tagesstruktur bieten zu können“, ist sich das Tagesstätten-Team einig. Und das sehen auch die meisten Klientinnen und Klienten so. Einer schrieb unlängst an das Team: „Es ist toll, was Ihr alles auf die Beine stellt. Und ich fühle mich weiter sehr gut betreut und aufgehoben.“ Und das ist in dieser Situation schon sehr viel. „Wir ziehen mit Mitarbeitenden und Nutzern an einem Strang“, resümiert Bärbel Brengelmann-Teppe, „das gibt in dieser doch eher beunruhigenden Situation ein Stück Sicherheit.“

 

Das Bild zeigt eine Reihe von mit Vornamen beschrifteten Papiertüten zwischen denen Osterhasen und Schokoladenhasen stehen.

Das Foto zeigt bunte Atemschutzmasken und Ostereier.