Therapie-Boxen: Das Foto zeigt Trainingseinheit, bei der der Trainer mit blossen Fäusten auf ein gehaltenes Polster zielt. 30 Nov 2019

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Therapie-Boxen der Villa

Tagesstätten Lengerich und Warendorf kooperieren beim Therapie-Boxen

Regelmäßige Bewegung ist nicht nur gut für den Körper, sondern auch für die Seele. Sport gehört deshalb schon seit vielen Jahren zu den Angeboten der Tagesstätte „Die Villa“. Eines davon ist das Therapie-Boxen, das der Ergotherapeut und therapeutische BoxCoach Michael Schulte-Laggenbeck in der Villa anbietet und kontinuierlich weiterentwickelt. Die Kollegen von der Warendorfer Tagesstätte „Die Brücke“ waren von dem Konzept so begeistert, dass sie jetzt gemeinsam mit den Lengerichern einen Box-Kurs durchführten.

Regelmäßiger fachlicher Austausch zwischen Tagesstätten im Münsterland

Trainingseinheit beim Therapie-Boxen: Großaufnahme von Füßen, die als Geschicklichkeitsübung durch eine auf dem Boden liegende Leiter hüpfen.
Bereits das Aufwärmtraining der Box-Therapie fördert Körperbeherrschung und Geschicklichkeit.

Kooperationen zwischen den sozialpsychiatrischen Tagesstätten im Münsterland sind nicht ungewöhnlich. Die Leiterinnen und Leiter der insgesamt elf Einrichtungen tauschen sich zweimal jährlich bei Arbeitskreis-Treffen aus. Darüber hinaus veranstalten sie regelmäßig gemeinsame Fachtagungen für alle Mitarbeitenden. Bei einem dieser Treffen hatte Michael Schulte-Laggenbeck sein therapeutisches Box-Training Muay Therapy vorgestellt. „Dabei werden ausgewählte Elemente der Box-Technik Muay Thai als therapeutische Methode zur Stabilisierung und Verbesserung unterschiedlichster Krankheits- und Störungsbilder angewendet“, erläutert der Ergotherapeut das Konzept. „Zu den Zielen der Muay Therapy gehört es, das Selbstvertrauen zu stärken, Ängste zu überwinden und Spannungen abzubauen.“

Vom fachlichen Blick über den Tellerrand profitieren

Beim Kooperationsprojekt mit der Brücke war Michael Schulte-Laggenbeck insgesamt sechs Mal mit Mitgliedern der Lengericher Box-Gruppe nach Warendorf gefahren. Zwischen fünf und zehn Klientinnen und Klienten aus beiden Tagesstätten waren dabei, unter anderem auch Marc* aus der Villa. „Ich war gespannt, ob den Warendorfern das Box-Training genauso viel Spaß machen würde wie uns“, berichtet der 24-jährige Lengericher. Zu seiner großen Freude tat es das: „Die waren nach ein, zwei Einheiten genauso begeistert wie wir.“ Auch Sabine Elkmann von der Brücke bestätigt, dass die Muay Therapy bei ihren Klientinnen und Klienten sehr gut angekommen ist.

„Der regelmäßige fachliche Austausch und Kooperationen sind ein echter Gewinn für die Münsterländer Tagesstätten“, sagt Bärbel Brengelmann-Teepe, Leiterin der Villa. „In jeder Tagesstätte gibt es andere Schwerpunkte und Mitarbeitende mit besonderen Fähigkeiten und Fachwissen. Vom fachlichen Blick über den Tellerrand der einzelnen Einrichtungen profitieren die Klientinnen und Klienten ebenso wie die Mitarbeitenden.“

* Name des Klienten geändert

Aufnahme einer Danksagung. Das Bild zeigt zwei Boxer und den Text: Box- und Selbstverteidigungsprojekt TS Lengerich und TS Warendorf, August - Oktober 2019. Die TS Warendorf sagt Danke.

Unterschiedliche Menschen sehen sich in einem Raum handgefertigte Artikel des Basars an, der Berührungsängste abbauen soll. 19 Nov 2019

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Berührungsängste abbauen

Berührungsängste abbauen: Tolle Resonanz beim Tag der offenen Tür in der Villa

Auf tolle Resonanz in der Lengerich Bevölkerung stieß einmal mehr der Tag der offenen Tür in der Tagesstätte. „Die Villa“ hatte zum achten Mal ihre Pforten geöffnet und zum Herbstbasar geladen. Nach Schätzung von Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe kamen über 200 Gäste in die alte Villa. Bereits um 15:00 Uhr waren die Verkaufsstände schon beinahe leergefegt.

Für die über 20 Klientinnen und Klienten sind die vielen Besucher eine echte Anerkennung. Gerade in diesem Jahr hatten sie sehr viel selbst vorbereitet und organisiert. So hatte Max* in tagelanger Arbeit Holzdekorationen mit bunten Glasperlen angefertigt. Diese waren genauso gefragt wie die aufwendig gestalteten Adventskränze von Monja oder die kreativen Tannenbäume aus Notenblättern.

Lengericher Einzelhändler spenden für Tombola

Der Hit in diesem Jahr war jedoch die Tombola. „Die hatten wir zum ersten Mal und das ist wirklich gut angekommen“, berichtet Bärbel Brengelmann-Teepe. Der Hauptpreis war ein gebrauchtes Fahrrad, das Mitarbeiter im Zuverdienst zuvor in Stand gesetzt hatten. Weitere Preise hatten Lengericher Geschäftsleute gespendet. Dazu gehörten Bluetooth-Boxen und Rucksäcke. Akquiriert hatte diese Sachspenden ein Klient. Dafür war Damian* in Geschäfte gegangen, hatte den Basar vorgestellt und für Unterstützung geworben. „Das hat alles wirklich total klasse geklappt dieses Jahr“, freut sich das Mitarbeitenden-Team der Villa. Besonders erfreulich sei auch die Unterstützung durch die Geschäftsleute.

Berührungsängste abbauen beim Tag der offenen Tür: Zwei Männer und eine Frau stehen Arm in Arm hinter einem Kuchenbuffet und lachen in die Kamera.

Egal, ob sie in der Kälte am Außenstand Reibekuchen und Bratwürstchen verkauften, am Kuchenbuffet arbeiteten oder am Verkaufsstand – alle Klientinnen und Klienten waren mit großem Engagement dabei. Wichtiger Ansatz der Sozialpsychiatrie sei es, Menschen mit psychischen Erkrankungen zu einem Leben mitten in der Gesellschaft zu befähigen, so Bärbel Brengelmann-Teepe. „Damit dies gelingt, müssen beide Seiten aufeinander zugehen und Berührungsängste abbauen. Dafür hat sich unser Tag der offenen Tür sehr gut bewährt.“

*Alle Namen der Klientinnen und Klienten wurden geändert

 

Unikat schließt: Aussenaufnahmen des Geschäftes der Reha GmbH, das aus wirtschaftlichen Gründen schließen muss. 18 Nov 2019

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Unikat schließt zum Jahresende

Unikat schließt: Weiterführung aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich

Mit seinem ausgefallenen Angebot ist das Unikat an der Münsterstraße in den vergangenen zehn Jahren zu einer festen Größe in Lengerich geworden. Nun muss das Arbeits-und Beschäftigungsprojekt der Reha GmbH für Sozialtherapie zum Jahresende schließen. „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“, betont Klaus Hahn, Geschäftsführer der Reha GmbH, die seit Anfang 2018 eine Tochtergesellschaft der Ledder Werkstätten ist. „Aber eine Weiterführung des Geschäftes ist aus wirtschaftlichen Gründen auch mit Rücksicht auf unsere anderen Hilfsangebote leider nicht möglich.“

Lob für großes Engagement des Unikat-Teams

Vor zehn Jahren konzipierte der damalige Reha-Verein das besondere Arbeits- und Beschäftigungsprojekt. Das Ziel: Menschen mit seelischen Erkrankungen Beschäftigungsmöglichkeiten mitten in der Gesellschaft bieten und sie wenn möglich auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereiten. Dafür erhielt die sozialpsychiatrische Einrichtung eine fünfjährige finanzielle Förderung in Form eines Zuschusses von der Aktion Mensch. „Aufgrund des Erfolges waren wir bemüht, das Unikat auch nach Ablauf der Anschubfinanzierung weiterzuführen“, berichtet Klaus Hahn. „Einfach war das all die Jahre nicht. Aber nun haben uns die Krise im konventionellen Einzelhandel und betriebswirtschaftliche Gründe mit ganzer Wucht erreicht. Es bleibt nur die Schließung.“

Mitarbeitende können auf andere Arbeitsplätze wechseln

Dass sich das Unikat insgesamt zehn Jahre lang habe halten können, sei vor allem dem großen Engagement des Teams um Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa und Schnittdirektrice Bernadette Splinter zu verdanken, betont Klaus Hahn. Besonderer Dank gebühre auch den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Mit ihrer Unterstützung hätten sie wesentlich dazu beigetragen, dass Unikat so lange betreiben zu können. „Alle haben sich mit viel Kreativität bemüht, neue, am Markt orientierte Angebote zu entwickeln und in den Verkauf zu bringen. Und das ganze Team war mit Herzblut dabei.“ Aktuell fänden Gespräche mit allen Mitarbeitenden statt über einen Wechsel auf andere Arbeitsplätze oder zu neuen Beschäftigungsmöglichkeiten.

Aus organisatorischen Gründen bleibt das Unikat vom 18. bis 23. November geschlossen. Im Dezember soll dann noch ein Ausverkauf mit besonderen Aktionen stattfinden. „Wir möchten uns in jedem Fall von unseren Kundinnen und Kunden verabschieden“, sagt Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa. Die Einzelheiten würden noch bekannt gegeben.

Freuen sich schon auf den 8.Herbstbasar: zwei Frauen und zwei Männer präsentieren Werkstücke an einem Arbeitstisch voller Dekorationen.Dabei schauen sie in die Kamera und lachen. 12 Nov 2019

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8. Herbstbasar in der Villa

Tag der offenen Tür etwas Besonderes für das gesamte Villa-Team

Für viele Lengericher ist er schon Tradition: Der „Tag der offenen Tür“ in der Tagesstätte „Die Villa“ – in diesem Jahr mit dem 8.Herbstbasar am Sonntag, 17. November von 11 bis 17 Uhr. Neben dem Buffet mit selbstgebackenem Kuchen lockt vor allem die Auswahl an phantasievoll gestalteten Weihnachtsdekorationen und  Alltagsgegenständen. Allesamt handgefertigt. Schon seit Wochen arbeiten die Klientinnen und Klienten an den ausgefallenen Stücken.

Besondere Aktion beim 8.Herbstbasar: Die Gäste können sich direkt vor Ort Armbänder mit einem Wunschschriftzug flechten lassen.

Die Tagesstätte bietet Menschen mit psychischen Erkrankungen eine feste Tagesstruktur. Zudem unterstützt sie die Klienten darin, ihr Leben möglichst selbstbestimmt in die Hand zu nehmen. „Dabei stellen wir nicht die Krankheit in den Vordergrund, sondern die Stärken, über die jeder Mensch verfügt“, sagt Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe. Kreativität gehört ganz klar zu den Stärken der 36-jährigen Monja*. Zudem ist sie handwerklich geschickt und besitzt einen guten Blick für Ästhetik. Dementsprechend beeindruckend sind ihre Beiträge für den diesjährigen Basar. Dazu gehören kunstvoll gestaltete Adventskränze oder die anrührenden Weihnachtsengel nur aus Draht und Stoff gefertigt. „Die Deko ist meine Leidenschaft, das ist total meine Welt“, freut sich Monja. Für sie gehört – wenig überraschend – der Herbstbasar zu den Höhepunkten des Jahres.

„Die Tagesstätte ist wie meine Familie“

Eine Ausbildung zur Floristin musste Monja vor vielen Jahren abbrechen, als sie psychisch erkrankte. Später lernte sie in Osnabrück Friseurin und machte ihren Abschluss als Gesellin. Auch wenn sie immer wieder als Friseurin tätig war, eine dauerhafte Anstellung ist aus gesundheitlichen Gründen schwierig. Doch zuhause würde ihr die Decke auf den Kopf fallen. „Mir fehlt dann die Arbeit. Hier ist immer etwas zu tun, wobei ich gebraucht werde. Außerdem habe ich hier viele Kontakte. Die Tagesstätte ist wie meine Familie“, sagt die gebürtige Emsländerin.

Auch Max ist froh über die Gemeinschaft in der Villa. Der 39-jährige Lengericher stand als Familienvater und Berufssoldat mitten im Leben als er psychisch erkrankte. Die Diagnose veränderte sein Leben von Grund auf. Umso wichtiger sind für ihn heute die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Tagesstätte. Besonders gut gefällt ihm die Abwechslung: „Neben der Arbeit gehört Sport genauso dazu. Oder wir kochen zusammen und erledigen gemeinsam die Hausarbeit.“

Foto von einem aufwendig in Rottönen aufwendig dekorierten Adventskranz mit vier brennenden roten Kerzen.

Basar ist tolle Motivation

Weihnachtliches Gesteck mit kleinen roten Kugeln für grünen Flaschen, in denen Lichterketten leuchten.Wie für die anderen Klienten der Villa ist auch für Max der Herbstbasar etwas ganz Besonderes: „Es macht wirklich Freude, wenn die Lengericher zu uns in die Tagesstätte kommen.“ Und natürlich sei es eine tolle Motivation, wenn die eigene Arbeit anerkannt werde, ergänzt Monja. Und das wird sie wirklich. In den vergangenen Jahren fanden die ausgefallenen Werkstücke stets reißenden Absatz. Wer der Villa am Sonntag, 17. November, einen Besuch abstatten möchte, sollte dies also nicht zu spät tun. Von 11:00 bis 17:00 stehen die Türen offen für den Publikumsverkehr.

Vom Erlös des 8.Herbstbasars wird wie in jedem Jahr etwas Besonderes für die Tagesstätte angeschafft. Über die genaue Verwendung stimmen die Klientinnen und Klienten gemeinsam ab.

Handgemachte Deko-Tannenbäume aus dreieckig ausgeschnittenen und gefalteten Notenblättern.

*Alle Namen der Klientinnen und Klienten wurden geändert