Drei Frauen und zwei Männer stehen während eines Termins der ZERA Gruppe rechts und lins neben einem Flip-Chart und lächeln in die Kamera. 26 Jun 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

1. ZERA Gruppe der Reha GmbH zieht positive Bilanz

Reha GmbH bietet erfolgreich 1. ZERA Training an

Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist es oft sehr schwierig, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Dabei ist das richtige Maß an sinnvoller Beschäftigung ganz wichtig für die seelische Gesundheit und ein möglichst selbstbestimmtes Leben. Die Lengericher Reha GmbH für Sozialpsychiatrie hat deshalb erstmals ein Gruppentraining angeboten, das Betroffenen den „Zusammenhang zwischen Erkrankung, Rehabilitation und Arbeit“ – kurz ZERA – deutlich macht. Das Konzept unterstützt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in strukturierten Schritten dabei, im Berufsleben wieder Fuß zu fassen. In Werkstätten für behinderte Menschen ist ZERA schon seit längerem etabliert. Eine ambulante ZERA-Gruppe – wie jetzt von der Reha GmbH angeboten –  ist bislang eher die Ausnahme. Nach dem achtmonatigen Kurs ziehen Organisatorinnen sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine ausgesprochen positive Bilanz.

„Ich weiß jetzt, an welche Stellen ich mich wenden kann.“

Detailaufnahme eines beschrifteten Flip-Charts, der die wichtigsten Punkte der ZERA Sitzung mit der Arbeitsagentur auflistet. Dazu gehören: Was beinhaltet die berufliche Rehabilitierung, welche Voraussetzungen gibt es, welche Leistungen bietet hier die Agentur für Arbeit.„Die ZERA-Gruppe hat mir sehr viel gebracht“, freut sich die 37-jährige Tatjana. „Ich weiß jetzt besser, was ich mir zutrauen kann und vor allem auch, an welche Stellen und Ämter ich mich bei der beruflichen Reha wenden kann.“ Und genau das war das Ziel des Trainings. Milena Onken, Leiterin der ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH, hatte das neue Angebot aufgenommen: „Ich finde das ZERA-Konzept sehr gut, weil es auch die Selbsthilfepotenziale der Klienten aktiviert.“ Und ihre Kollegin, die Sozialpädagogin Ute Casser, ergänzt: „Wir haben im Kreis Steinfurt sehr gute Rehabilitationsangebote vom stundenweisen Zuverdienst über Werkstattarbeitsplätze bis zur Förderung von Stellen auf dem 1. Arbeitsmarkt. Doch selbst für Experten ist es schwierig, sich bei der Vielzahl von Maßnahmen und Kostenträgern zurechtzufinden. Hier wollten wir mit der ZERA-Gruppe Orientierung bieten.“

Eigene Stärken und Schwächen herausfinden

Im ersten Schritt befassten sich die sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmer unterstützt von Arbeitsmaterialien mit ihren Stärken und Schwächen. In Kleingruppen reflektierten die Frauen und Männer zudem ihre eigenen Erfahrungen mit Arbeit und Beschäftigung. „Bei Menschen mit psychischen Erkrankungen sind die erforderlichen Fähigkeiten oft vorhanden. Das Problem ist eher die Ausdauer“, sagt Ute Casser. „Hier ist es wichtig, die eigene Pufferzone zwischen Unter- und Überforderung zu kennen.“ Zudem wären viele Klientinnen und Klienten einfach sehr unsicher, was sie sich zutrauen könnten, so Milena Onken. „Eine psychische Erkrankung verändert das Leben der Betroffenen meist grundlegend, insbesondere auch im Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen. Hier wieder mehr Sicherheit zu erlangen, ist essentiell für die erfolgreiche berufliche Rehabilitation.“

Persönliche Gespräche mit Ansprechpartnern für berufliche Reha

Wer seine Belastungsgrenze und seine Stärken und Schwächen kennt, kann besser ein für ihn geeignetes Reha-Angebot finden. Und diese Angebote lernte die ZERA-Gruppe im zweiten Programmteil kennen. Dabei erfuhr die Gruppe zum Beispiel, was der Unterschied zwischen beruflicher und medizinischer Rehabilitation ist, was das Berufsbildungswerk bietet und für wen eine Maßnahme zur Berufsorientierung geeignet ist.  „Wir haben verschiedene Fachdienste und Ämter besucht oder die Ansprechpartner persönlich als Referenten zu uns eingeladen“, berichtet Milena Onken. Dazu gehörten Ruth Schulte vom Integrationsfachdienst, Übergang Psychiatrie Arbeitsmarkt sowie Brigitte Duseck vom Übergang Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt.

Zudem war die Gruppe zu Gast bei Heidi Panning von Lernen Fördern in Ibbenbüren. Die beiden Gruppenleiterinnen haben mit den vielen persönlichen Kontakten besonders gute Erfahrungen gemacht. „Der direkte Austausch mit den Experten ist nicht nur sehr gut bei der Gruppe angekommen. Er hat auch Berührungsängste abgebaut“, nennt Milena Onken einen wichtigen Effekt dieser Vorgehensweise. Zudem hat er die sozialen Kompetenzen gestärkt.

Viele Unternehmen beschäftigen keine Schwerbehinderten

1 Trainerin sowie ein Teilnehmer und eine Teilnehmer sitzen im Gruppenraum und hören aufmerksam dem Referenten des ZERA Termins zu.Dies ist beim vorletzten Gruppentreffen deutlich zu spüren. Sönke Delarue vom Reha-Team der Arbeitsagentur Rheine stellt ausführlich die Unterstützungsmöglichkeiten durch die Agentur für Arbeit vor. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hören konzentriert zu, schreiben mit und stellen viele Fragen. Der Teamleiter benennt aber auch offen die Herausforderung: „Die Integration von Menschen mit Behinderungen gelingt häufig nur im Zusammenspiel verschiedener Akteure wie beispielsweise dem Integrationsamt oder dem Integrationsfachdienst“. Neben einigen Inklusionsbetrieben gäbe es eine große Zahl von Unternehmen im Kreis Steinfurt, die trotz Beschäftigungspflicht nach dem Schwerbehindertenrecht keine Schwerbehinderten einstellten. Hier müsse im Einzelfall sehr viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

Drei Teilnehmerinnen nach ZERA Training auf Jobsuche

Für die meisten Teilnehmer der ZERA-Gruppe kommt aktuell ohnehin noch keine reguläre Beschäftigung in Frage, wie sie selber berichten. Aus Erfahrung wissen Ute Casser und Milena Onken, dass viele kleine Schritte mit allmählicher Steigerung der Belastung auch viel eher zu einem nachhaltigen Erfolg führen. Ob es dann schließlich ein Arbeitsplatz in einer Werkstatt für behinderte Menschen wird oder eine Stelle auf dem 1. Arbeitsmarkt, muss jeder für sich selbst herausfinden. Immerhin: Drei Teilnehmerinnen trauen sich schon eine geringfügige Beschäftigung zu, auch auf dem regulären Arbeitsmarkt. Nach dem erfolgreichen Start soll es nun weitere ambulant durchgeführte ZERA-Gruppen geben. Bei der Reha GmbH sind schon erste Anfragen für Plätze eingegangen.

 

 

Der Geschäftsführer der Reha GmbH hielt einen Vortrag zu Hilfen bei seelischen Erkrankungen 08 Jun 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Vortrag: Hilfen bei seelischen Erkrankungen

Herbert Isken präsentiert Reha GmbH beim Alt-Herren-Club Leeden

Eine psychische Krise kann jeden Menschen treffen. Umso wichtiger zu wissen, welche Hilfen es bei seelischen Erkrankungen vor Ort gibt. Aus diesem Grund hatte jetzt der Alt-Herren-Club Leeden den Geschäftsführer der Reha GmbH Herbert Isken zu einer Präsentation eingeladen. Das Thema des Vortrags lautete „Hilfen bei Abhängigkeit und psychischen Erkrankungen“.

Der Leedener Alt-Herren-Club ist eine Einrichtung der evangelischen Kirchengemeinde Tecklenburg. Pastor Wilfried Mahler gründete ihn vor 45 Jahren als Pendent zu den kirchlichen Frauengruppen. Über 50 Mitglieder treffen sich hier einmal im Monat zu Fachvorträgen, Gesprächen und weiteren gemeinsamen Aktivitäten. Beim jüngsten Treffen ging es nun um die sozialpsychiatrischen Angebote der Reha GmbH.

Herbert Isken skizzierte zunächst die Geschichte der Einrichtung, die aus zwei Vereinen hervorgegangen ist: dem „Gemeinnützigen Verein für die Rehabilitation psychisch Behinderter Steinfurt e.V.“ – kurz Reha-Verein –  sowie dem „Förderkreis für psychisch Erkrankte und Behinderte e.V. Lengerich“. Beide gründeten sich während der sozialpsychiatrischen Reformbewegung der 1970er und -80er Jahre. Und beide setzten sich von Beginn an aktiv dafür ein, die Situation psychisch kranker, suchterkrankter und geistig behinderter Menschen zu verbessern.

In den Anfängen waren vor allem Ehrenamtliche tätig. Er selbst sei vor 30 Jahren die erste voll beschäftigte Fachkraft gewesen, so Herbert Isken. Heute betreuen 95 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 10 verschiedenen Hilfebausteinen insgesamt 445 erwachsene Frauen und Männer. Der Geschäftsführer stellte die einzelnen Angebote vom Ambulant Betreuten Wohnen bis zum Zuverdienst kurz vor und erläuterte auch ihre Finanzierung.

Oberstes Ziel: Möglichst selbstbestimmt leben

Oberstes Ziel aller Hilfeleistungen sei es, dass die Klientinnen und Klienten ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen. Dabei betonte Herbert Isken, dass die Nutzung der Angebote grundsätzlich freiwillig sei. Die Reha GmbH ist mit ihrer sozialpsychiatrischen Arbeit von Beginn an fest in der Region verankert: So bestehe seit den Anfängen vor über 30 Jahren eine gute Zusammenarbeit mit der LWL-Klinik Lengerich. Im Laufe der Jahre sei auch die Zusammenarbeit mit den Ledder Werkstätten stetig intensiviert worden. Seit 2018 sind die Werkstätten nun die Muttergesellschaft der gemeinnützigen Reha GmbH. Zudem engagiere sich die Einrichtung auch in überregionalen Netzwerken für die Verbesserung der Situation von Menschen mit seelischen Erkrankungen.

„Mit den Informationen aus dem heutigen Vortrag können alle Club-Mitglieder bei Bedarf auch in ihrem Umfeld auf die wertvollen Hilfemöglichkeiten der Reha GmbH hinweisen“, betonte Wilfried Brönstrup von den Alten Herren. Das Fazit der Teilnehmer dieses Clubabends war sehr positiv: ein interessanter Vortrag mit vielen wichtigen Informationen.