Ausschnitt des Buchcovers Als ob der Mond die Erde berühre, in dem Paula Maedel über ihr Leben mit psychischer Erkrankung berichtet 18 Apr 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Leben mit psychischer Erkrankung

Lesung im Café Regenbogen: Leben mit psychischer Erkrankung 

Lengerich. Lesen weitet den Blick und kann dem eigenen Leben ganz neue Anstöße geben. Für die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie ein guter Grund, empfehlenswerte Literatur vorzustellen. Erstmalig lädt die gemeinnützige Einrichtung deshalb zu einer Lesung ein. Sigrid Maedelaus Rheine wird das Buch ihrer ehemals psychisch kranken Schwester „Als ob der Mond die Erde berühre“ aus Angehörigensicht präsentieren. Dazu sind alle Interessierten zu Montag, 29. April 2019, ab 18:30 Uhr in das Café Regenbogen, Bahnhofstraße 34 in Lengerich eingeladen. Paula Maedel beschreibt in dem Buch ihr Leben mit psychischer Erkrankung.

Sigrid Maedel stellt das Buch ihrer Schwester aus Angehörigensicht  vor

Abbildung des Buchcovers mit dem Titel "Als ob der Mond die Erde berühre", in dem Paula Maedel ihr Leben mit psychischer Erkrankung beschreibt. Das Cover zeigt ein selbstgemaltes Bild überwiegend in dunklen Blau-, Brau-, Grüntönen, auf dem eine menschliche Gestalt allein in der Landschaft stehend von gelben Monstrahlen berührt wird.Paula Maedel wurde in Berlin geboren und wuchs nach dem frühen Tod der Mutter in Westfalen auf. Nach mehreren schweren Schicksalsschlägen innerhalb ihrer Familie erkrankte sie psychisch. Mehr als 20 Jahre lang verbrachte Paula Maedel immer wieder Wochen und Monate in psychiatrischen Einrichtungen. Diagnostiziert wurden Depressionen und Psychosen, wie Schizophrenie. Trotz ihrer schweren Erkrankungen habe ihre Schwester nie aufgegeben, berichtet Sigrid Maedel. Heute sei sie genesen.

Ihr Leben mit der psychischen Erkrankung hat Paula Maedel in einem biografischen Text mutig und offen zusammengefasst und als Buch veröffentlicht. Mit ihren „Zeilen“ möchte sie anderen mit einer ähnlich schweren Erkrankung Mut machen, ihr Schicksal anzunehmen, wie die Autorin im Vorwort schreibt.

Das Buch richtet sich gleichermaßen an Betroffene, Angehörige sowie alle Interessierten. Der Eintritt zu der Lesung im Café Regenbogen ist frei.

*Pseudonym

 

Aussenaufnahme von einem Geschäftshaus mit weißer Marmorverkleidung, auf der großen Fensterscheibe ist ein Schriftzug Café Regenbogen mit einem Regenbogen zu sehen.Aufnahme von einer Sitzecke mit roten Poltermöbeln vor dem Fenster des Café Regenbogens.

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Eindruck vom Blick in die Geschäftsräume des Unikats, in dem sich viele Gäste an Stehtischen unterhalten. 16 Apr 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen

10 Jahre Unikat: Empfang zum Start der Jubiläumsaktivitäten

Ein einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen hat Geburtstag: Das Unikat der Reha GmbH feiert sein 10-jähriges Bestehen. Heute wurden die Jubiläumsaktivitäten mit einem Empfang eröffnet. Unikat-Mitarbeitende, Kollegen aus anderen Angebotsbausteinen der Reha GmbH, Kooperationspartnerinnen und -partner, Freunde und Kundinnen freuten sich gemeinsam über den nachhaltigen Erfolg dieses einzigartigen Projektes. Denn etwas Besonderes ist das Unikat zweifellos. Das wurden heute wieder einmal deutlich.

„Tolle Arbeitsatmosphäre ist das Wichtige“

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Die beiden Geschäftsführer der Reha GmbH stehen an einem Stehtisch im Geschäft Unikat und halten kurzen Ansprachen zum 10-jähriigen Bestehen.
Herbert Isken und Klaus Hahn bei ihrer kurzen Ansprache.

„Second-Hand-Läden gibt es viele“, sagte Reha-Geschäftsführer Herbert Isken. „Aber ihr habt hier wirklich ein einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen geschaffen. Das Wichtige daran ist die tolle Arbeitsatmosphäre. Und dazu haben Bernadette Splinter und Sylvia Mathäa wesentlich beigetragen.“ Ebenso wie Geschäftsführer Klaus Hahn bedankte sich auch Herbert Isken bei den beiden herzlichen für ihre erfolgreiche Aufbauarbeit. Sowohl die Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa als auch die Schnittdirektrice Bernadette Splinter sind seit den Anfängen vor zehn Jahren dabei.

Arbeiten auf Augenhöhe

Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag:: Zwei Mitarbeiterinnen des Unikat stehen Arm in Arm mit Sektgläsern im Geschäft und lachen in die Kamera.
Ute Casser und Sylvia Mathäa arbeiteten in den ersten fünf Jahren eng zusammen.

Klaus Hahn blickte in seiner kurzen Ansprache nicht nur auf die Geschichte des Unikats zurück, sondern auch auf die Projektkonzeption. Maßgeblich daran beteiligt war Ute Casser. Sie leitete das Unikat die ersten fünf Jahre auch pädagogisch. „Ute hat zielstrebig und mit großem Aufwand die Anfangsfinanzierung dieses besonderen Projektes in die Wege geleitet“, berichtete Klaus Hahn. „Die Idee war ein Projekt zu initiieren, in dem Klienten und Mitarbeiter auf Augenhöhe miteinander arbeiten. Und das ist gelungen. Wer heute in das Geschäft kommt, kann nicht unterscheiden, wer hier Klient oder Mitarbeiter ist.“ 

Durch die Vielfalt der Angebote des Unikats seien im Laufe der Zeit ganz unterschiedliche Arbeitsplätze entstanden. Viele Klientinnen und Klienten hätten daraus den Sprung in den 1. Arbeitsmarkt geschafft. Die sei aber nur dank der engen Zusammenarbeit mit der gegenüberliegenden ergotherapeutischen Praxis der Reha GmbH möglich gewesen.

Kooperation mit Ledder Werkstätten

So erfolgreich die Konzeption in die Praxis umgesetzt wurde, so schwierig war nach Ablauf der fünfjährigen Anschubförderung durch die Aktion Mensch die weitere Finanzierung. „Hier hat es ganz wunderbar gepasst, dass die Ledder Werkstätten uns anboten, einige Arbeitsplätze in das Unikat auszugliedern“, berichtete Klaus Hahn weiter. „So konnten wir den Betrieb dieses besonderen Projektes weiter aufrecht erhalten.“ Christian Flechsig von den Ledder Werkstätten gab das Lob gerne zurück: „Die flexiblen Arbeitsplätze sind für einige unserer Werkstattmitarbeitenden besonders gut geeignet.“ 

Anerkennung gab es in der Feierstunde aber auch von den Klientinnen und Klienten. Otto Müller aus der Silberwerkstatt brachte es auf den Punkt: „Wir haben hier ein tolles Miteinander. Es macht wirklich Spaß.“

Zwei Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter stehen an einer weiß eingedecken Ladentheke mit Sekt- und Orangensaftgläsern und unterhalten sich lachend bei der Feier zum 10-jährigen Bestehen.
Bernadette Splinter im Gespräch mit Kollegen.
Einzigartiges Projekt für Menschen mit psychischen Erkrankungen feiert Geburtstag: Der Geschäftsführer der Reha GmbH Herbert Isken steht mit Gästen an einem Stehtisch und unterhält sich.
Herbert Isken mit Gästen des Empfangs.
Die Unikat-Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa und Reha-Geschäftsführer Klaus Hahn stehen mit Sektgläsern im Unikat.
Sylvia Mathäa und Klaus Hahn freuen sich über den Erfolg des Unikat-Projekts.
Eine Gruppe von Frauen und Männern steht vor einem Ladengeschäft, zwei Frauen halten ein Banner mit der Aufschrift 10 Jahre Unikat in die Höhe. 09 Apr 2019

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Aktuelles

10 Jahre Unikat

Arbeits- und Beschäftigungsprojekt fördert gesellschaftliche Teilhabe

Menschen mit seelischen Erkrankungen sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten bieten sowie ihre Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Mit diesen Zielen initiierte die Reha GmbH für Sozialpsychiatrie 2009 das Arbeits- und Beschäftigungsprojekt Unikat. Mittlerweile ist das Geschäft an der Münsterstraße mit seinem außergewöhnlichen Angebot eine feste Größe und weit über Lengerichs Grenzen hinaus bekannt. 17 Frauen und Männer mit psychischen Erkrankungen sind aktuell auf ganz unterschiedlichen Arbeitsplätzen beschäftigt. Vom 16. bis 18. April feiert das Unikat sein zehnjähriges Bestehen. Ein guter Grund einen Blick zurück zu werfen.

Behindertenrechtskonvention prägt Projektphilosophie

Zwei Frauen stehen mit Blumensträußen links und recht neben einem Werbebanner mit der Aufschrift 10 Jahre Unikat und lachen fröhlich in die Kamera
Sylvia Mathäa und Bernadette Splinter-Gesing können ebenfalls ihr 10-Jähriges feiern.

Im Jahr der Unikat-Gründung war auch die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Kraft getreten. Und das ist kein Zufall: „Die Umsetzung der in dem Übereinkommen geforderten Grundrechte für Menschen mit Behinderungen sind wesentlicher Bestandteil der Projektphilosophie“, berichtet Ute Casser. Die Sozialarbeiterin der Reha GmbH hatte damals das Konzept mitentwickelt. Zudem leitete sie das Unikat fünf Jahre lang pädagogisch. Während dieser Zeit hatte auch die „Aktion Mensch“ das Projekt gefördert. „Ziel war und ist es, psychisch erkrankte Menschen wieder in das Berufsleben zu integrieren oder ihnen eine dauerhafte Beschäftigung zu bieten. Zudem möchten wir ihre Lebensqualität verbessern“, so die Sozialarbeiterin. Und dies sollte unter möglichst arbeitsmarktnahen Bedingungen geschehen: „Rein ins richtige Leben“ lautete die Devise. Dafür erschien der Reha GmbH ein Ladengeschäft mit Kundenkontakt besonders geeignet.

„Ein echtes Inklusionsprojekt“

Am 18. April 2009 öffnete das Unikat mit hochwertiger Second-Hand-Bekleidung sowie Näh- und Wäscheservice seine Pforten. „Ein echtes Inklusionsprojekt“, betont Ute Casser. „Hier kommen alle zusammen, die Reha-Mitarbeiter, die Beschäftigten mit psychischen Erkrankungen und die Kunden. Im Team ist die Zusammenarbeit auf Augenhöhe die Richtschnur.“  Zudem solle das Projekt helfen, Vorurteile gegenüber Menschen mit psychischen Einschränkungen abzubauen.

Die ersten Beschäftigten waren ausschließlich im sogenannten Zuverdienst tätig. Dabei können Mitarbeitende gegen eine geringe Aufwandsentschädigung mit nur zwei Stunden wöchentlich starten und das Arbeitsvolumen wenn möglich langsam steigern. Genauso hat es auch die heute 61-jährige Andrea gemacht. Die an einer Depression erkrankte Lengericherin ist fast von Beginn an dabei. „Die Arbeit im Unikat ist das Beste, was mir passieren konnte. Es tut so gut wieder gebraucht zu werden“, sagt die Mutter von vier Kindern. Die regelmäßige Beschäftigung wirke sich auch positiv auf ihre seelische Gesundheit aus. Und genauso geht es auch anderen: „Viele unserer Klientinnen und Klienten benötigen weniger Medikamente und müssen seltener in die Klinik“, berichtet Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa.

Regelmäßige Beschäftigung stärkt seelische Gesundheit

Ein toller Erfolg, den auch Ute Casser bestätigen kann: „Soziale Kontakte und eine sinnvolle Beschäftigung sind für jeden Menschen wichtig. Unter- oder Überforderung können uns seelisch krank machen. Bei Menschen mit psychischen Erkrankungen wirkt sich das noch viel stärker aus.“ Seit 2014 bietet das Unikat in Zusammenarbeit mit den Ledder Werkstätten zusätzlich acht Werkstattarbeitsplätze an, bei denen die Stundenzahl schon deutlich höher liegt. Einen davon hat die 51-jährige Marion. Ihr sind die Kontakte zu Kollegen und Kunden wichtig. Gleichzeitig stellt der Ladenbetrieb auch eine besondere Herausforderung dar: „Unsere Kunden erwarten, dass hier alles in Ordnung ist und sie vernünftig bedient werden. Und diesen Anspruch habe ich auch.“ Dank dieser realitätsnahen Arbeitsbedingungen ist nicht wenigen Beschäftigten bereits der Sprung in den 1. Arbeitsmarkt gelungen. In den ersten fünf Jahren fanden von 21 Zuverdienstbeschäftigten neun Frauen und Männer eine reguläre Stelle oder einen Ausbildungsplatz.

Upcycling Zukunftstrend

Leicht Aufsicht auf einen Mann, der mit einem Hammer ein Sibermesser bearbeitet, im Vordergrund steht ein brennender Bunsenbrenner, im Hintergrund ist die Werkbank zu sehenDie Marktnähe des Unikats wirkt sich auf alle Arbeitsplätze aus, gleichgültig ob die Beschäftigten Kundenkontakt haben oder zum Beispiel in der Näherei arbeiten. Der Grund: „Wir müssen unser Angebot kontinuierlich an die sich ändernden Ansprüche der Kunden anpassen“, sagt Sylvia Mathäa. Gemeinsam mit Schnittdirektrice Bernadette Splinter ist sie deshalb ständig auf der Suche nach neuen Ideen. Ein wichtiger Trend ist das Upcyling. Daraus ist 2011 auch die Silber- und Kreativwerkstatt entstanden. Hier stellen die Beschäftigten aus alten Bestecken, Porzellan und vielem mehr ausgefallene Schmuckstücke und Dekorationen her. Für den langjährigen Mitarbeiter Otto „der schönste Arbeitsplatz der Welt“.

Vor dem Hintergrund von Klimawandel und Ressourcenschonung werde Upcycling auch zukünftig einen großen Stellenwert habe, so die Geschäftsleiterin. Sie und Bernadette Splinter würden sich freuen, wenn noch viel mehr Menschen die kreativen Produkte aus 1. und 2. Hand des Unikats kennenlernen und die sozialpsychiatrische Arbeit unterstützen würden. Dazu besteht zwischen dem 16. und 18. April eine besonders gute Gelegenheit, wenn das Unikat mit Rabatten und Sonderaktionen sein zehnjähriges Bestehen feiert.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unikats haben sich anlässlich 10 Jahre Unikat im Hof in Form einer 10 aufgestellt und lachen in die Kamera..