Haben fast vier Jahrzehnte Psychiatriegeschichte miterlebt: Bewohner und Mitarbeitende haben sich zu einem Gruppenfoto vor einem Oltimerbus aufgestellt. 09 Dez 2019

BY: Reha GmbH

Aktuelles

Psychiatriegeschichte hautnah miterlebt

„Die Würde jedes Menschen achten“

36 Jahre lang hat Ute Dölling-Ruhe in der Wohnstätte Bergstraße Neubau für Menschen mit psychischen Behinderungen gearbeitet. In dieser Zeit prägte die Sozialarbeiterin nicht nur die Wohngruppe. Sie erlebte auch knapp vier Jahrzehnte Psychiatriegeschichte hautnah mit. Jetzt wurde die frühere Hausleiterin bei der jährlichen Weihnachtsfeier gemeinsam mit der Hauswirtschafterin Monika Ringeltaube in den Ruhestand verabschiedet.

Ein familiäres Zuhause

Der Geschäftsführer der Reha GmbH steht in er Mitte von zwei Mitarbeiterinnen, die jeweils ein Abschiedsgeschenk in die Händen halten.
Präsente zum Abschied gab es für Ute Dölling-Ruhe (lks.) und Monika Ringeltaube (re.) von Geschäftsführer Herbert Isken

Es ist ein würdiger Rahmen für einen Abschied: Die 13 Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnstätte, ihre Angehörigen sowie Mitarbeitende der Reha GmbH haben sich im Hof-Café Kötters Kotten versammelt. Insgesamt sind es über 50 Personen. Es gibt Gesang und Gedichtvorträge, Präsente und einige Abschiedstränen. „Ohne euer Engagement wäre die Wohnstätte an der Bergstraße heute nicht das, was sie ist“, betont Geschäftsführer Herbert Isken in seiner kurzen Laudatio. „Sie ist ein familiäres Zuhause für Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen. Hier leben sie nicht nur mitten in der Gesellschaft leben, sondern werden auch gestärkt und gefördert.“

Psychiatrie-Enquete gegen „Verwahrpsychiatrie“

Bis in die 1980er Jahre sah die Versorgung noch ganz anders aus. „Menschen mit seelischen Behinderungen wurden in den psychiatrischen Kliniken häufig dauerhaft untergebracht“, erzählt Ute Döllig-Ruhe. Eine soziale Rehabilitation habe praktisch nicht stattgefunden. „Die Patienten hatten kaum Privatsphäre und konnten nicht selbständig entscheiden. Sogar ihre Kleidung wurde ihnen morgens aus einem verschlossenen Schrank gegeben.“ Zudem sei nicht selten mit starken Medikamenten und Bestrafungen gearbeitet worden. Die von der damaligen Bundesregierung in Auftrag gegebene Psychiatrie-Enquete forderte deshalb eine Neuordnung der „Verwahrpsychiatrie“. Das wirkte sich auch in Lengerich aus: Das damalige Landeskrankenhaus löste schrittweise die Stationen auf. Eine der ersten betreuten Wohngruppen zog in die Villa an der Bergstraße ein.

Pädagogisches Konzept verbessert seelische Gesundheit

Die Anfangszeit war schwierig, wie sich Ute Dölling-Ruhe und die Hauswirtschafterin Monika Ringeltaube erinnern. Zu lange waren die Patienten aus einem normalen Lebensalltag herausgerissen worden. Sie mussten Selbständigkeit und ein gutes soziales Miteinander wieder neu lernen. Mit ihren heilpädagogischen und sozialpsychiatrischen Konzepten setzten die Mitarbeitenden damals wie heute auf Respekt und Wertschätzung. „Wir müssen die Persönlichkeit und Würde jedes Menschen beachten“, betont Ute Dölling-Ruhe. „Ob er eine Behinderung hat oder nicht, spielt dabei überhaupt keine Rolle.“ Das pädagogische Konzept hat nicht nur die Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner grundlegend verbessert, sie profitieren auch gesundheitlich. „In den ersten Jahren mussten unsere Bewohner wegen seelischer Krisen noch häufiger stationär aufgenommen werden“, berichtet Ute Dölling-Ruhe. „Das kommt heute so gut wie gar nicht mehr vor.“

Fit machen für ein Leben in der Gesellschaft

Die Anforderungen an die Arbeit der Wohnstätten habe sich grundlegend gewandelt, berichtet auch Herbert Isken. Der Sozialpädagoge und Rehabilitationsexperte ist seit 30 Jahren bei der Reha GmbH. Insgesamt leben über 30 Frauen und Männern mit unterschiedlich ausgeprägten Beeinträchtigungen in drei verschiedenen Häusern.  „Ging es anfangs noch um eine angemessene Unterbringung, steht heute klar der rehabilitierende Aspekt im Mittelpunkt.“ Die vor zehn Jahren in Kraft getretene Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen habe das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen zusätzlich gestärkt. „Unsere Aufgabe ist es heute, die Menschen fit zu machen für ein möglichst normales und selbständiges Leben innerhalb der Gesellschaft.“

Für Ute Dölling-Ruhe waren ihre 36 Arbeitsjahre trotz aller Herausforderungen und Veränderungen eine wunderbare Zeit, wie sie sagt. „Die Menschen sind wie meine zweite Familie.“ Umso besser, dass sie ihre Nachfolge gut geregelt weiß. Katharina Hegge, selbst schon über 25 Jahre in der Wohnstätte an der Bergstraße, leitet das Haus weiter. Sie organisierte auch die Weihnachtsfeier samt Abschied mit einigen Überraschungen.

Ein großer roter Oldtimer-Bus steht in einer Siedlung.
Große Überraschung für Ute Dölling-Ruhe und Monika Ringeltaube. Mit einem Oldtimer-Bus ging es zum Hofcafé.
Blick in einen großen Caféraum, in dem viele Menschen an Kaffeetischen sitzen und zu einem Weihnachtsmann blicken, der den Tischen steht.
Bei der jährlichen Weihnachtsfeier darf natürlich auch der Nikolaus nicht fehlen.

 

 

Eine junge singt lächelnd in ein Mikrofon.
Sorgte mit einem Liedvortrag für einen stimmungsvollen Auftakt der Weihnachtsfeier: Amisha Dyal, die Tochter einer Mitarbeiterin.
Eine junge Frau steht neben dem Nikolaus und singt ein Lied.
Viele weitere Lied- und Gedichtvorträge der Bewohnerinnen und Bewohner folgten.
Unterschiedliche Menschen sehen sich in einem Raum handgefertigte Artikel des Basars an, der Berührungsängste abbauen soll. 19 Nov 2019

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Berührungsängste abbauen

Berührungsängste abbauen: Tolle Resonanz beim Tag der offenen Tür in der Villa

Auf tolle Resonanz in der Lengerich Bevölkerung stieß einmal mehr der Tag der offenen Tür in der Tagesstätte. „Die Villa“ hatte zum achten Mal ihre Pforten geöffnet und zum Herbstbasar geladen. Nach Schätzung von Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe kamen über 200 Gäste in die alte Villa. Bereits um 15:00 Uhr waren die Verkaufsstände schon beinahe leergefegt.

Für die über 20 Klientinnen und Klienten sind die vielen Besucher eine echte Anerkennung. Gerade in diesem Jahr hatten sie sehr viel selbst vorbereitet und organisiert. So hatte Max* in tagelanger Arbeit Holzdekorationen mit bunten Glasperlen angefertigt. Diese waren genauso gefragt wie die aufwendig gestalteten Adventskränze von Monja oder die kreativen Tannenbäume aus Notenblättern.

Lengericher Einzelhändler spenden für Tombola

Der Hit in diesem Jahr war jedoch die Tombola. „Die hatten wir zum ersten Mal und das ist wirklich gut angekommen“, berichtet Bärbel Brengelmann-Teepe. Der Hauptpreis war ein gebrauchtes Fahrrad, das Mitarbeiter im Zuverdienst zuvor in Stand gesetzt hatten. Weitere Preise hatten Lengericher Geschäftsleute gespendet. Dazu gehörten Bluetooth-Boxen und Rucksäcke. Akquiriert hatte diese Sachspenden ein Klient. Dafür war Damian* in Geschäfte gegangen, hatte den Basar vorgestellt und für Unterstützung geworben. „Das hat alles wirklich total klasse geklappt dieses Jahr“, freut sich das Mitarbeitenden-Team der Villa. Besonders erfreulich sei auch die Unterstützung durch die Geschäftsleute.

Berührungsängste abbauen beim Tag der offenen Tür: Zwei Männer und eine Frau stehen Arm in Arm hinter einem Kuchenbuffet und lachen in die Kamera.

Egal, ob sie in der Kälte am Außenstand Reibekuchen und Bratwürstchen verkauften, am Kuchenbuffet arbeiteten oder am Verkaufsstand – alle Klientinnen und Klienten waren mit großem Engagement dabei. Wichtiger Ansatz der Sozialpsychiatrie sei es, Menschen mit psychischen Erkrankungen zu einem Leben mitten in der Gesellschaft zu befähigen, so Bärbel Brengelmann-Teepe. „Damit dies gelingt, müssen beide Seiten aufeinander zugehen und Berührungsängste abbauen. Dafür hat sich unser Tag der offenen Tür sehr gut bewährt.“

*Alle Namen der Klientinnen und Klienten wurden geändert

 

Unikat schließt: Aussenaufnahmen des Geschäftes der Reha GmbH, das aus wirtschaftlichen Gründen schließen muss. 18 Nov 2019

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Unikat schließt zum Jahresende

Unikat schließt: Weiterführung aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich

Mit seinem ausgefallenen Angebot ist das Unikat an der Münsterstraße in den vergangenen zehn Jahren zu einer festen Größe in Lengerich geworden. Nun muss das Arbeits-und Beschäftigungsprojekt der Reha GmbH für Sozialtherapie zum Jahresende schließen. „Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen“, betont Klaus Hahn, Geschäftsführer der Reha GmbH, die seit Anfang 2018 eine Tochtergesellschaft der Ledder Werkstätten ist. „Aber eine Weiterführung des Geschäftes ist aus wirtschaftlichen Gründen auch mit Rücksicht auf unsere anderen Hilfsangebote leider nicht möglich.“

Lob für großes Engagement des Unikat-Teams

Vor zehn Jahren konzipierte der damalige Reha-Verein das besondere Arbeits- und Beschäftigungsprojekt. Das Ziel: Menschen mit seelischen Erkrankungen Beschäftigungsmöglichkeiten mitten in der Gesellschaft bieten und sie wenn möglich auf den ersten Arbeitsmarkt vorbereiten. Dafür erhielt die sozialpsychiatrische Einrichtung eine fünfjährige finanzielle Förderung in Form eines Zuschusses von der Aktion Mensch. „Aufgrund des Erfolges waren wir bemüht, das Unikat auch nach Ablauf der Anschubfinanzierung weiterzuführen“, berichtet Klaus Hahn. „Einfach war das all die Jahre nicht. Aber nun haben uns die Krise im konventionellen Einzelhandel und betriebswirtschaftliche Gründe mit ganzer Wucht erreicht. Es bleibt nur die Schließung.“

Mitarbeitende können auf andere Arbeitsplätze wechseln

Dass sich das Unikat insgesamt zehn Jahre lang habe halten können, sei vor allem dem großen Engagement des Teams um Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa und Schnittdirektrice Bernadette Splinter zu verdanken, betont Klaus Hahn. Besonderer Dank gebühre auch den ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen. Mit ihrer Unterstützung hätten sie wesentlich dazu beigetragen, dass Unikat so lange betreiben zu können. „Alle haben sich mit viel Kreativität bemüht, neue, am Markt orientierte Angebote zu entwickeln und in den Verkauf zu bringen. Und das ganze Team war mit Herzblut dabei.“ Aktuell fänden Gespräche mit allen Mitarbeitenden statt über einen Wechsel auf andere Arbeitsplätze oder zu neuen Beschäftigungsmöglichkeiten.

Aus organisatorischen Gründen bleibt das Unikat vom 18. bis 23. November geschlossen. Im Dezember soll dann noch ein Ausverkauf mit besonderen Aktionen stattfinden. „Wir möchten uns in jedem Fall von unseren Kundinnen und Kunden verabschieden“, sagt Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa. Die Einzelheiten würden noch bekannt gegeben.

Freuen sich schon auf den 8.Herbstbasar: zwei Frauen und zwei Männer präsentieren Werkstücke an einem Arbeitstisch voller Dekorationen.Dabei schauen sie in die Kamera und lachen. 12 Nov 2019

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8. Herbstbasar in der Villa

Tag der offenen Tür etwas Besonderes für das gesamte Villa-Team

Für viele Lengericher ist er schon Tradition: Der „Tag der offenen Tür“ in der Tagesstätte „Die Villa“ – in diesem Jahr mit dem 8.Herbstbasar am Sonntag, 17. November von 11 bis 17 Uhr. Neben dem Buffet mit selbstgebackenem Kuchen lockt vor allem die Auswahl an phantasievoll gestalteten Weihnachtsdekorationen und  Alltagsgegenständen. Allesamt handgefertigt. Schon seit Wochen arbeiten die Klientinnen und Klienten an den ausgefallenen Stücken.

Besondere Aktion beim 8.Herbstbasar: Die Gäste können sich direkt vor Ort Armbänder mit einem Wunschschriftzug flechten lassen.

Die Tagesstätte bietet Menschen mit psychischen Erkrankungen eine feste Tagesstruktur. Zudem unterstützt sie die Klienten darin, ihr Leben möglichst selbstbestimmt in die Hand zu nehmen. „Dabei stellen wir nicht die Krankheit in den Vordergrund, sondern die Stärken, über die jeder Mensch verfügt“, sagt Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe. Kreativität gehört ganz klar zu den Stärken der 36-jährigen Monja*. Zudem ist sie handwerklich geschickt und besitzt einen guten Blick für Ästhetik. Dementsprechend beeindruckend sind ihre Beiträge für den diesjährigen Basar. Dazu gehören kunstvoll gestaltete Adventskränze oder die anrührenden Weihnachtsengel nur aus Draht und Stoff gefertigt. „Die Deko ist meine Leidenschaft, das ist total meine Welt“, freut sich Monja. Für sie gehört – wenig überraschend – der Herbstbasar zu den Höhepunkten des Jahres.

„Die Tagesstätte ist wie meine Familie“

Eine Ausbildung zur Floristin musste Monja vor vielen Jahren abbrechen, als sie psychisch erkrankte. Später lernte sie in Osnabrück Friseurin und machte ihren Abschluss als Gesellin. Auch wenn sie immer wieder als Friseurin tätig war, eine dauerhafte Anstellung ist aus gesundheitlichen Gründen schwierig. Doch zuhause würde ihr die Decke auf den Kopf fallen. „Mir fehlt dann die Arbeit. Hier ist immer etwas zu tun, wobei ich gebraucht werde. Außerdem habe ich hier viele Kontakte. Die Tagesstätte ist wie meine Familie“, sagt die gebürtige Emsländerin.

Auch Max ist froh über die Gemeinschaft in der Villa. Der 39-jährige Lengericher stand als Familienvater und Berufssoldat mitten im Leben als er psychisch erkrankte. Die Diagnose veränderte sein Leben von Grund auf. Umso wichtiger sind für ihn heute die Beschäftigungsmöglichkeiten in der Tagesstätte. Besonders gut gefällt ihm die Abwechslung: „Neben der Arbeit gehört Sport genauso dazu. Oder wir kochen zusammen und erledigen gemeinsam die Hausarbeit.“

Foto von einem aufwendig in Rottönen aufwendig dekorierten Adventskranz mit vier brennenden roten Kerzen.

Basar ist tolle Motivation

Weihnachtliches Gesteck mit kleinen roten Kugeln für grünen Flaschen, in denen Lichterketten leuchten.Wie für die anderen Klienten der Villa ist auch für Max der Herbstbasar etwas ganz Besonderes: „Es macht wirklich Freude, wenn die Lengericher zu uns in die Tagesstätte kommen.“ Und natürlich sei es eine tolle Motivation, wenn die eigene Arbeit anerkannt werde, ergänzt Monja. Und das wird sie wirklich. In den vergangenen Jahren fanden die ausgefallenen Werkstücke stets reißenden Absatz. Wer der Villa am Sonntag, 17. November, einen Besuch abstatten möchte, sollte dies also nicht zu spät tun. Von 11:00 bis 17:00 stehen die Türen offen für den Publikumsverkehr.

Vom Erlös des 8.Herbstbasars wird wie in jedem Jahr etwas Besonderes für die Tagesstätte angeschafft. Über die genaue Verwendung stimmen die Klientinnen und Klienten gemeinsam ab.

Handgemachte Deko-Tannenbäume aus dreieckig ausgeschnittenen und gefalteten Notenblättern.

*Alle Namen der Klientinnen und Klienten wurden geändert

 

Einzug in die Trainings-WG U30: Das Foto zeigt einen Hauseingang mit zwei Umzugskartons, einem Rucksack und anderen Utensilien. 11 Okt 2019

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Neue Trainings-WG U30

Trainings-WG U30: Reha GmbH schließt Versorgungslücke im Bereich ABW

Immer mehr junge Menschen befinden sich in psychiatrischer Behandlung. Das wirkt sich auch auf die Arbeit der Reha GmbH aus. Menschen mit psychischen Erkrankungen unter 30 Jahren stehen in der Regel vor komplexen Herausforderungen. Und sie haben häufig einen hohen sozialpsychiatrischen Unterstützungsbedarf. Schon seit einigen Jahren reagiert die Reha GmbH darauf mit modifizierten Konzepten und speziellen Angeboten eigens für diese Zielgruppe, z.B. in der Tagesstätte. Jetzt hat sie in Lengerich eine Trainings-WG U30 im Ambulant Betreuten Wohnen (ABW) eingerichtet.

Schritt in die Eigenständigkeit oft überfordernd

„Wir möchten mit der Wohngemeinschaft eine Versorgungslücke schließen an der Schnittstelle zwischen Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie sowie der Jugendhilfe“, erklärt Philipp Hartmann, der das Projekt mitkonzipiert hat und es nun koordiniert. Die Zeit des Erwachsenwerdens sei für sehr viele junge Frauen und Männer schwierig. Plötzlich müssten sie Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen. „Aber für junge Menschen mit psychischen Erkrankungen ist der Sprung aus der Familie oder Jugendhilfeeinrichtung in die Eigenständigkeit oft überfordernd“, sagt Philipp Hartmann. Das Risiko für seelische Krisen oder soziale Isolation sei dann besonders hoch.

Intensive und individuelle Betreuung

Deshalb vollzieht sich in der Trainings-WG U30 der Übergang nun schrittweise und weniger abrupt. Dafür sorgt die intensive und individuelle Betreuung durch das Mitarbeitenden-Team. Die maximal vier Bewohnerinnen und Bewohner haben Anspruch auf mindestens sechs Fachleistungsstunden pro Woche. Jetzt, in der Eingewöhnungsphase, trainiert das Team mit den jungen Klientinnen und Klienten vor allem lebenspraktische Fertigkeiten. So ist zum Beispiel das pünktliche Aufstehen ein wichtiges Thema. Der 21-jährigen Jennifer* bereitet das jeden Morgen echte Probleme.

Bei Adrian* war das bis vor kurzem genauso. Während eines mehrwöchigen Berufspraktikums musste er regelmäßig geweckt werden. Doch plötzlich kriegte der 27-Jährige die Kurve. Das lag sicherlich auch daran, dass Adrian seine Arbeit zunehmend Spaß machte. Der junge Mann hatte Informatik studiert als er erkrankte und sein Studium daraufhin abbrechen musste. Auch ohne Abschluss konnte er im Praktikumsbetrieb seine Kenntnisse so gut einsetzen, dass ihm die Firma nun eine feste Stelle angeboten hat.

Auch Streiten will gelernt sein

„Das ist ein toller Erfolg“, freut sich Mareike Schweiger, die zum Mitarbeitenden-Team gehört. Der Ergotherapeutin gefällt die Arbeit in der Trainings-WG U30 ebenso wie ihren Kollegen richtig gut. „Es passiert sehr viel. Die Jahre zwischen 20 und 30 sind eben von vielen Veränderungen und Entwicklungen geprägt.“ Aber natürlich gebe es manchmal auch Reibereien, wie in jeder Wohngemeinschaft oder Familie. Bewohnerin Malina* kann das nur bestätigen: „Eigentlich verstehen wir uns ja gut. Aber wegen der Hausarbeit streiten wir uns regelmäßig.“ Und nicht nur die Hausarbeit, auch das Streiten will gelernt sein. Die Verbesserung der Konfliktfähigkeit gehört deshalb ebenso zu den Trainings-Zielen wie die Förderung von Handlungskompetenz, Entscheidungsfähigkeit und Eigenverantwortung.

Selbstbestimmt mit seelischer Erkrankung leben

Die 19-jährige Malina hatte vor ihrem Einzug in die U30-WG bereits alleine gelebt ohne jegliche sozialpsychiatrische Unterstützung. In der Wohngemeinschaft gefällt es ihr besser: „Es ist schon manchmal anstrengend mit den anderen. Aber als ich alleine wohnte, habe ich mich oft verkrochen.“ Und genau das möchte das neue Angebot der Reha GmbH verhindern. Durch die intensive Begleitung sollen die jungen Menschen befähigt werden, selbstbestimmt und eigenständig mit ihrer seelischen Erkrankung innerhalb der Gesellschaft zu leben. Ob diese Ziele erreicht werden können, soll nach einer zweijährigen Laufzeit des neuen Angebotes evaluiert werden. Zudem wird die Traings-WG U30 innerhalb des Qualitätsmanagements der Reha GmbH von einer weiteren Mitarbeiterin gecoacht.

 

*Alle Namen der Klientinnen und Klienten wurden geändert.

Herbert Isken steht mit einem Blumenstrauß in der Mitte zwischen dein beiden Mitarbeiter-Vertretern Katharina Hegge und Jörg Achterberg und alle schauen lächelnd in die Kamera. 01 Okt 2019

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Herbert Isken feiert Jubiläum

Überraschung für Herbert Isken zum 30-jährigen Dienstjubiläum 

Jubiläumsfeier statt Teamleiter-Sitzung – mit dieser Überraschung begrüßten heute morgen Mitarbeitende der Reha GmbH Geschäftsführer Herbert Isken. Denn der ist seit genau 30 Jahren bei der Reha GmbH beschäftigt. Grund genug für eine kleine Feier und einen Blick zurückzuwerfen.

Herbert Isken staunte nicht schlecht, als er am Morgen seines 30-jährigen Dienstjubiläums den Besprechungsraum betrat. Denn hier saßen nicht wie gewohnt die Mitglieder des Leitungsteams am Besprechungstisch. Vielmehr empfingen ihnen viele Kolleginnen und Kollegen mit großem Applaus. Co-Geschäftsführer Klaus Hahn hielt die kurze Laudatio. Dabei machte er deutlich, dass Geschicke und Geschichte der Reha GmbH ganz eng mit Herbert Iskens beruflichem Werdegang verknüpft sind.

„Wir können stolz auf die Entwicklungen der vergangenen 30 Jahre sein“

Klaus Hahn steht neben Kollegen bei seiner Ansprache zum 30-jährigen Dienstjubiläum von Herbert Isken.„Angefangen hast du ja schon einige Jahre vorher auf Basis einer Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme beim damaligen Reha-Verein. 1989 wurde dann eine Festanstellung daraus“, so Klaus Hahn. „Keiner hatte damals geahnt, was einmal aus dem noch kleinen Verein werden würde.“ Kurz skizzierte er den kontinuierlichen Ausbau der sozialpsychiatrischen Hilfsangebote. „Und dann kam auch die Kostenabrechnung dazu, die bis heute zu deinen Aufgaben zählt. Dass unsere Arbeit irgendwann einmal zu so einer Herausforderung werden würde, hatten wir am Anfang ganz bestimmt nicht gedacht.“ Klaus Hahn hob die von Beginn an gute Zusammenarbeit mit den anderen Akteuren in der Region hervor, wie dem Psychiatrie-Koordinator des Kreises Steinfurt. Sie alle hätten die Arbeit des damaligen Reha-Vereins unterstützt und täten dies bis heute.

Dank von den Mitarbeitenden

Katharina Hegge, Vorsitzende der Mitarbeitenden-Vertretung, bedankte sich gemeinsam mit ihrem Stellvertreter Jörg Achterberg im Namen der Kolleginnen und Kollegen bei Herbert Isken für sein jahreslanges Engagement. Ein Dank, den der Jubilar gerne zurückgab: „30 Jahre sind natürlich eine lange Zeit. Trotzdem sind mir gerade auch die Anfänge immer noch sehr präsent. Wir können stolz darauf sein, wie wir uns in dieser Zeit weiterentwickelt haben. Möglich war das nur dank der engagierten Arbeit unseres tollen Mitarbeiterteams.“

Herbert Isken berichtete auch, wie er jahrelang Reha-Verein und Förderkreis parallel geleitet habe. Bis diese sich schließlich im Jahr 2016  konsequent zur Reha GmbH für Sozialpsychiatrie zusammengeschlossen hätten. Bei allen Herausforderungen habe ihm die Arbeit in den all den Jahren stets Freude bereitet, betonte der Geschäftsführer. Und so blicke er auch mit Zuversicht und Freude auf die noch vor ihm liegenden Aufgaben.

Herbert Isken mit Kaffeetasse in der Hand im Gespräch mit Kollegen bei seinem Jubiläumsempfang. 

Zwei Mitarbeiterinnen sitzen lächelnd auf einer Fensterbank und unterhalten sich.    Zwei Mitarbeiter stehen lachend beieinander und unterhalten sich.

Neue Kräfte sammeln bei einem Kurzurlaub auf Norderney. Das Foto zeigt Frauen und Männer in Freizeitkleidung mit Fahrrädern auf einem gepflasterten Weg in der Dünenlandschaft auf Norderney. 09 Sep 2019

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Neue Kräfte sammeln auf Norderney

Neue Kräfte sammeln – Urlaubsangebot der Tagesstätte

Neue Kräfte sammeln für die alltäglichen Herausforderungen und Zeit haben für die schönen Dinge des Lebens – das soll ein Urlaub im Idealfall leisten. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen kommt noch ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu. Sie können gerade in fremder Umgebung vorhandene Ressourcen stärken und neue Fähigkeiten entdecken. Für die Reha GmbH gehören Urlaubsreisen deshalb seit vielen Jahren zu den Hilfsangeboten. Nicht zuletzt sind sie auch wichtig für die gesellschaftliche Teilhabe.

Erholung und ganz neue Erfahrungen

Zwei Frauen und zwei Männer sind dicht über einen Tisch gebeugt, der beinahe vollständig mit kleinen Bernsteinen bedeckt ist.Mit elf Frauen und Männern war ein Team der Tagesstätte „Die Villa“ in diesem Jahr sechs Tage auf Norderney. Untergebracht war die Gruppe in einem Haus der Caritas. Die meisten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren schon bei früheren Freizeiten dabei. Das abwechslungsreiche Programm der Norderney-Fahrt bot Erholung ebenso wie die Möglichkeit, ganz neue Erfahrungen zu sammeln.

„In jedem Fall sollen unsere Angebote Spaß machen“, sagt Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe, die gemeinsam mit Andrea Breitenfeld die Fahrt organisierte und begleitete. „Schließlich ist es Urlaub.“ Die Kosten dafür tragen die Klientinnen und Klienten grundsätzlich selbst. Die Teilnahme an den verschiedenen Aktivitäten während der Urlaubswoche ist freiwillig, jeder kann das Passende für sich aussuchen.

„Ein toller Urlaub mit tollen Menschen“

Auf Norderney hatte die Gruppe eine sehr große Auswahl: Bei der geführten Inselradtour waren alle dabei. Hier erhielten die Reisenden viele spannende Infos über das ostfriesische Eiland. Zum Beispiel, dass es an Norderneys Schulen im Sommer nur vier Wochen Ferien gibt, dafür im Herbst aber auch noch einmal vier. Der Grund: In der Hauptsaison im Sommer können die wenigsten Menschen auf Norderney selbst in den Urlaub fahren.

Zu den weiteren Aktivitäten zählte eine Schiffsfahrt zu den Seehundebänken, Kurse im Bernstein schleifen sowie im kunstvollen Schreiben, dem sogenannten Handlettering. Und für die Entspannung gab es noch ein Thalasso-Bad. „Das Miteinander in der Gruppe war sehr harmonisch“, resümierte Bärbel Brengelmann-Teepe. „Die Stimmung war gut, auch wenn das Wetter eher durchwachsen war.“ Einige der Reisenden fühlten sich so wohl, dass sie am liebsten verlängert hätten. „Ein toller Urlaub mit tollen Menschen“, lautete kurz und knapp Janines Urteil.  

Eine große Gruppe von Frauen und Männern steht bei einer Inselführung am Strand. Aufnahme von vier handgeschriebenen und mit Farbe verzierten Blättern beim sogenannten Handlettering-Kurs.

Vier Frauen sitzen an einem Tisch mit blauer Folie bedeckt und bearbeiten jeweils in eigenen Plastikschalen kleine Bernsteine.

Aussenaufnahme des Büro ABW Ibbenbüren am Alten Posthof. Die Eingangstür steht offen und rechts daneben ist ein Firmenschild angebracht. 03 Sep 2019

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Guter Start für Büro ABW Ibbenbüren

Seit Anfang dieses Jahres ist die sozialpsychiatrische Versorgung in Ibbenbüren und Umgebung um ein Angebot reicher. Die Reha GmbH hatte im Januar das Büro „Alter Posthof“ für Ambulant Betreutes Wohnen (ABW) eröffnet. Die erste Zwischenbilanz nach einem guten halben Jahr fällt ausgesprochen erfreulich aus.

Blick in Büro ABW Ibbenbüren. An einem Schreibtisch sitzen sich zwei Mitarbeiterinnen gegenüber, eine dritte steht am Tisch.„Unser neuer Standort wird sowohl von den Klientinnen und Klienten als auch innerhalb der psychosozialen Versorgungslandschaft in Ibbenbüren sehr positiv aufgenommen“, sagt Klaus Hahn, Geschäftsführer der Reha GmbH. „Das vergangene halbe Jahr hat zudem gezeigt, dass wir nicht nur unsere Erreichbarkeit für die Menschen in der Region deutlich verbessert haben. Mit unserer Präsenz vor Ort können wir unsere Klientinnen und Klienten auch noch gezielter unterstützen.“

Raum für Gespräche und Gruppenarbeit

Warum das so ist, erläutert Ute Casser. Die Sozialarbeiterin koordiniert die Arbeit im Büro ABW Ibbenbüren. Bereits vor der Eröffnung des neuen Standorts hatte sie Menschen mit psychischen und Suchterkrankungen im Raum Ibbenbüren begleitet. „Unsere Klienten schätzen, dass wir uns nun auch zu Gesprächen im geschützten Raum unseres Büros treffen können“, nennt Ute Casser einen Vorteil. Zudem böte das Büro „Alter Posthof“ ganz neue Möglichkeiten für die Gruppenarbeit. So treffen sich hier regelmäßig rund zehn Frauen und Männer zum gemeinsamen Frühstück. Und ein Klient hat die Gründung einer Spielegruppe angeregt, die 14-tägig in den neuen Räumen zusammenkommt.

Zentrale Lage

„Die Ibbenbürener freuen sich außerdem über unsere zentrale Lage“, berichtet Ute Casser weiter. „Für sie ist der Alte Posthof bequem zu Fuß zu erreichen.“ Allerdings betrifft dies nur einen Teil der Nutzerinnen und Nutzer. Denn die Klienten kommen aus dem gesamten Großraum Ibbenbüren, unter anderem aus Westerkappeln, Lotte oder Mettingen. Insgesamt begleiten in Ibbenbüren aktuell drei Fach- und zwei Assistenzkräfte der Reha GmbH Nutzer im Alter zwischen 25 und 65 Jahren mit ganz unterschiedlichem Unterstützungsbedarf.

Gemeinsam Zukunftsperspektiven entwickeln

Blick in Büro ABW Ibbenbüren: Eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter sitzen im Gespräch mit Klientin auf einem Sofa.Bei den jüngeren Menschen steht die Entwicklung von beruflichen Perspektiven und Beschäftigungsmöglichkeiten im Vordergrund. „Dabei arbeiten wir eng mit anderen Akteuren wie dem Integrationsfachdienst oder der Arbeitsagentur zusammen“, erläutert Ute Casser. Und da sei der direkte Kontakt vor Ort sehr hilfreich. „So schauen wir von der Reha GmbH zunächst gemeinsam mit den Klienten, welches Setting für den einzelnen am besten geeignet ist. Ob zum Bespiel eine Beschäftigung in einer Werkstatt für Behinderte eher in Frage kommt oder eine Tätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt.“ Danach begleiten die Reha-Mitarbeitenden gemeinsam mit den jeweils zuständigen Einrichtungen die weitere Entwicklung.

Und das hat im Büro ABW Ibbenbüren schon mehrfach ausgezeichnet geklappt. Unlängst hat ein 30-jähriger Klient eine Arbeit in einem Logistikunternehmen aufgenommen. Und ein 25-Jähriger startete seine geförderte berufliche Ausbildung. „Mit unserer sozialpsychiatrischen Arbeit möchten wir gemeinsam mit anderen Anbietern und Einrichtungen ein tragfähiges ambulantes Netzwerk vor Ort bieten“, betont Klaus Hahn. „Und dafür ist das Büro Alter Posthof ein weiterer wichtiger Baustein.“

Das Foto zeigt eine große Draisine mit Dach, auf von Bäumen beschatteten Schienen. In dem Schienengefährt sitzen Frauen und Männer kurz vor dem Start ihrer Schienentour. Ein gelungener Beitrag für ein gutes Betriebsklima. 27 Aug 2019

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UNIKAT: Aktiv für gutes Betriebsklima

Gemeinsamer Ausflug ins Hasetal

Es ist kein Geheimnis: Ein gutes Betriebsklima ist wichtig für die seelische Gesundheit. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen ist eine positive Arbeitsatmosphäre von ganz besonderer Bedeutung. Deshalb stehen im Arbeits- und Beschäftigungsprojekt UNIKAT der Reha GmbH Teamgeist und Wertschätzung ganz oben an. Und deshalb startet das UNIKAT auch jedes Jahr zu einem Ausflug für alle Mitarbeitenden.

„Gemeinsame Aktionen außerhalb der Arbeitszeit schweißen das Team zusammen“, sagt Geschäftsleiterin Sylvia Mathäa. „Es ist ein echter Gewinn, auch einmal in einem ganz anderen Umfeld miteinander etwas zu unternehmen.“ Und natürlich ist ein gelungener Ausflug auch eine tolle Motivation. In diesem Jahr verbrachten 15 Mitarbeitende des UNIKATS einen Tag im Hasetal. Mit dabei waren auch die ehrenamtlichen Helferinnen des Geschäfts an der Münsterstraße.

Draisinen-Fahrt für gutes Betriebsklima

Zwei Männer und zwei Frauen sitzen lachend am Ende der Draisine und treten in die Pedale.Mit zwei von den Ledder Werkstätten zur Verfügung gestellten Bussen fuhr das UNIKAT-Team am Morgen nach Quakenbrück. Hier stand eine zweistündige Fahrt mit der Draisine an. Dabei mussten immer vier Personen gleichzeitig in die Pedale treten, um das Schienengefährt anzutreiben. Funktionierendes Teamwork war also erforderlich. Beim Trampeln wurde es zwar ganz schön warm. Die Anstrengung hielt sich aber in Grenzen. Denn die Draisinen laufen wie geschmiert über das Schienennetz im Hasetal.

Dafür hatten die Beteiligten bei der ausgefallenen Tour sehr viel Vergnügen. Unterwegs gab es einen Stopp am Picknickplatz. Alle hatten etwas zu dem großen Buffet beigetragen, das beim Picknick serviert wurde. „Es hat mega-viel Spaß gemacht“, lautete das begeisterte Urteil einer Teilnehmerin.

Männer und Frauen sitzen gemeinsam am Tisch der Picknick-Station und essen.

Berichten über mehr psychische Stabilität nach Besuch der Tagesstätte: die Ehemaligen haben sich mit aktuellen Nutzern und Mitarbeitenden zum Gruppenfoto versammelt. Die Frauen und Männer sitzen unter großen Sonnenschirmen im Garten. 12 Aug 2019

BY: Reha GmbH

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Villa: Positives Feedback von Ehemaligen

Mehr psychische Stabilität nach Besuch der Tagesstätte

Echte Wiedersehensfreude und ein lebhafter Erfahrungsaustausch bestimmten das Ehemaligen-Sommerfest der Tagesstätte „Die Villa“. 25 frühere Besucherinnen und Besucher waren der Einladung gefolgt. Gemeinsam mit den aktuellen Nutzern und dem Mitarbeiter-Team verbrachten sie einen lebendigen Nachmittag. Dabei konnten viele der Ehemaligen Positives über ihren weiteren Lebensweg berichten.

Blick in den Garten beim Sommerfest der Ehemaligen. Die Frauen und Männer sitzen an verschiedenen Tischen und unterhalten sich.Ein Sommerfest veranstaltet die Tagesstätte in jedem Jahr. Aber die Ehemaligen sind nur jedes dritte Mal dabei. In den anderen Jahren feiern Besucher und Mitarbeitende alleine beziehungsweise in einem Jahr noch mit den Angehörigen. Für das Mitarbeiter-Team ist das Wiedersehen mit früheren Klienten immer etwas Besonderes. „Es ist uns wichtig zu erfahren, wie es für unsere Besucher nach der Entlassung weitergegangen ist“, sagt Tagesstätten-Leiterin Bärbel Brengelmann-Teepe. „Konnten sie den bei uns eingeschlagenen Weg erfolgreich weitergehen? Hat unsere Unterstützung zu einer langfristigen Stabilisierung beigetragen?“ Deshalb seien die Ehemaligen-Feste auch ein Stück weit eine Überprüfung der eigenen Arbeit.

In diesem Jahr berichteten die früheren Besucher viel Positives. Entsprechend gut war die Stimmung. „Für unsere aktuellen Nutzerinnen und Nutzer kann der Austausch mit den Ehemaligen sehr motivierend sein“, so Bärbel Brengelmann-Teepe. Berichte über eine erfolgreich gemeisterte Ausbildung, eine sinnstiftende Beschäftigung in einer Werkstatt oder einen 450-Euro-Job auf dem 1. Arbeitsmarkt sind ein guter Ansporn.

„Die Tagesstätte hat mir ganz viel Sicherheit gegeben“

Und das Mitarbeiter-Team der Villa konnte sich über viel positives Feedback der früheren Klientinnen und Klienten freuen. Ein 58-jähriger ehemaliger Nutzer berichtete, dass er durch den Tagesstätten-Besuch Selbstvertrauen und mehr psychische Stabilität gewonnen habe. Eine 31-Jährige hat nach eigener Einschätzung davon profitiert, dass sie neue Perspektiven und Blickwinkel aufgezeigt bekommen hat. Ganz besonders erfreulich für die Mitarbeitenden ist das Urteil einer 55-jährigen früheren Besucherin. Sie fasste ihre Erfahrungen so zusammen: „Die Tagesstätte hat mir ganz viel Sicherheit gegeben und den Weg ins Arbeitsleben bereitet. Ich war vier Jahre hier und die habe ich auch gebraucht. Ich habe Wertschätzung erfahren und gelernt, wieder an schönen Dingen teilzunehmen. Dabei habe ich meine Ressourcen entdeckt und konnte wieder nach vorne schauen.“ Und genau dies möchte die Villa mit ihren Angeboten für Menschen mit psychischen Erkrankungen erreichen. Wenn dies gelingt, ist das auch für die Mitarbeiter ein toller Ansporn.

Blick in einen Raum der Villa, in dem sich die Teilnehmer des Sommerfestes versammelt haben. Zwei Männer lesen etwas von einem Zettel ab, die anderen hören und schauen ihnen zu.

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